Stadtbeherrschende Tätigkeiten

06.05.2014 at 17:46

bagger_wuetenDerzeit gibt es zwei stadtbeherrschende Tätigkeiten: Abriss und Baumfällen.
Wo sie nicht sägen reißen sie ab. Immer im Tandem:
Stadt und Investor. Dies gesehen beim Beuninger. Ich frage mich, wie viele Einkaufzentren wollen die noch bauen?

Ja was nu?

06.05.2014 at 17:26

wurst

Beim Anblick der Schaufensterreklame frage ich mich schon: Gibt es hier nun Blumen oder Wurst?

Paul Jeute – der Neue im Schriftstellerhaus

04.05.2014 at 16:57

paul_jeute

Seit April arbeitet Paul Jeute im Schriftstellerhaus. Der aus Dresden stammende, 33jährige Autor hat ein Stipendium bekommen, das je zur Hälfte von dem Lions-Club im Literaturhaus und zur Hälfte vom Johannes-Poethen-Stipendium finanziert wird. Am 30. April stellte er sich dem Publikum im Schriftstellerhaus vor. Paul Jeute ist mehr in der Realität unterwegs als im Internet. Die Einträge sind überschaubar, mal tritt er unter seinem richtigen Namen auf, mal unter einem Pseudonym, Micul Dejun, was so viel wie Frühstück auf Rumänisch heißt. Rumänien ist ein von ihm immer wieder bereistes Land, längere Aufenthalte haben ihn wohl zur Wahl dieses Namens veranlasst. Auch sein Studium der Kunstgeschichte absolvierte er an vielen Städten: Dresden, Halle, Prag und wieder Rumänien, in Sibiu, früher Hermannstadt. Der Protagonist seines Textes, ein Zimmermann, ist ebenfalls auf der Walz in Osteuropa. Sein Text changiert von der personalen Perspektive des Protagonisten zur Ich-Perspektive. „Man sagt, so schön wie Beton“ ist ein direkter Text, der unverblümt ausspricht, was Sache ist, in einer Sprache der nichtsesshaften Menschen. Viele Zuhörer hatten sich an diesem Abend ins Schriftstellerhaus eingefunden, um dem neuen Stipendiaten zuzuhören.

Was wollen sie uns sagen? – Womit Parteien werben

04.05.2014 at 8:44

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Angesichts dieses Plakats der CDU denkt man unwillkürlich: Verkehrte Welt! Die klassische Arbeiterpartei SPD wird von der CDU kopiert, indem sie die Themen Arbeit werbewirksam in Szene setzt. Oder ist es gar nicht die Kopie sondern das Original? Hat nicht Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 den Weg weg von den sozialen Fragen beschritten, hin zur Partei, die sich in der Mitte der Gesellschaft einrichten will? SPD und CDU bilden in Berlin eine Koalition und es scheint, die beiden harmonieren besser miteinander als weiland die FDP mit der CDU. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie nun auch noch die Plakate austauschen.

Die Region und die Heimat in Europa erhalten!

Die Region und die Heimat in Europa erhalten!

Die CDU und die ödp haben im Europawahlkampf die Region entdeckt! Gut, dass Deutschland in der Mitte Europas liegt. Unsere Heimat, im Herzen Europas. Da fragt man sich, ob es jemanden gibt, der die Kontinentalverschiebung politisch für sich ausnutzen will und damit Deutschland in seiner Geografie weiter nach Osten schieben will. Angenommen, wir würden uns aufgrund der “Länderwanderung” östlich von Polen wiederfinden. Wie würde sich das anfühlen? Wären wir dann solche, die Zutritt zu den Sozialsystemen der europäischen Union begehren würden? Noch doller treibt es die ödp: Da werden regionale Produkte (die Deutschlandkarte) einem Euro-Container gegenüber gestellt. Ich habe nicht gewusst, dass regionale Produkte nationale Produkte sind. Bis heute hatte ich geglaubt, regionale Produkte sind die Butter aus Bayern, das Fleisch der Rinder aus dem Hohenlohischen. Verkehrte Welt.

Ein-Wort-Werbung mit großer Geste

Ein-Wort-Werbung mit großer Geste

Besonders vielsagende Aussagen machen im Wahlkampf die kleinen Parteien: Respekt, verlangen die Freien Wähler und nehmen den alten Menschen an die Hand. Was wollen sie uns damit sagen? Wollen sie uns an die Hand nehmen, damit wir sicher über die Straße kommen, pardon, ins europäische Parlament? Was soll das beschützte Sparschwein? Werden sie sich einsetzten, dass mein Sparschwein wächst, wenn sie in Brüssel sitzen? Haben sie noch die Illusion, dass die Politik die Banken bevormunden können? Oder wollen sie  gar die Zinsen anheben? Warum dann ein Sparschwein und nicht eine Bankzentrale? Fragen über Fragen, die die Wahlplakate der Freien Wähler uns zu werbenden Wähler aufgeben.

Rettet die Hühner!

Rettet die Hühner!

Besonders doll treiben es die Grünen: Also artgerechte Hühnerhaltung ist gerecht? Es ist gerecht, wenn artgerechte Hühner zu tausenden abgeschlachtet werden? Wenn wir nur die Hühner artgerecht halten, erhalten wir gleich eine gerechte Welt? Und dann der Rettungsring: Sinnbild der Bankenrettung in der Bankenkrise (die im Übrigen nicht so sehr eine Krise der Banken als vielmehr eine des Wirtschaftssystems ist, die Banken hervorbringt)! Ja geht es noch? Wollen die Grünen nun auch die Banken retten, wie es Merkel und Schäuble schon versucht haben? Im Übrigen müssen die nicht gerettet werden, die wurschteln sich schon durch. Wenn es Rettung für die Banken geben sollte, dann doch bitte nicht mit unseren Steuergeldern. Auch die Grünen spielen Verkehrte Welt.

Welttag des Buches …

29.04.2014 at 14:35

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… ja so einen Tag gibt es: Es ist ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren. Er fällt zusammen mit dem Tag des Deutschen Bieres, denn am 23. April 1516 wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert. Diese zwei Produkte wurden maßgeblich in Deutschland entwickelt. Gutenberg begann um 1450 mit beweglichen Lettern zu drucken,  die Lutherbibel druckte er zwischen 1450 und 1452. Die Bierherstellung praktizierten Mönche schon im Mittelalter.

Die Wortlupe Robert Tetzlaff freut sich über eine volle Buchhandlung

Die Wortlupe
Robert Tetzlaff freut sich über eine volle Buchhandlung

An diesem Jahrestag, dem 3. April, las ich im Antiquariat „Buch & Plakat“ heitere Prosa- und Lyriktexte. Der Titel der Lesung „Die Wortlupe“ wählte ich, weil ich auch Begriffe aus der Umgangsprache kritisch unter die Lupe nahm. Nach der Ringelnatzlesung ist es schon die zweite Lesung, die ich in diesem sympathischen  Antiquariat bei Monika Lange-Tetzlaff und Robert Tetzlaff gestaltete.

Monika und Robert bieten neben ausgesuchten, aniquarischen Büchern auch Drucke an, besorgen jedes lieferbare Buch und bieten ein interssantes Kulturprogramm an. Dieses ist auf ihrer Homepage einsehbar.

Für den Frieden auf die Straße

28.04.2014 at 12:59
© Timo Kabel

© Timo Kabel

Seit 1958 gehen die Menschen in den Tagen vor Ostern auf die Straße, um gegen Krieg und Rüstung Position zu beziehen. Die Bewegung hat Hochs und Tiefs erlebt. Die Wiederbewaffnung der alten Bundesrepublik war der Ausgangspunkt dieses Protestes. Adenauers Pläne, Atomwaffen auf deutschem Boden zu stationieren, trieben bis zu 120.000 Menschen auf die Straßen.

Wir können uns glücklich schätzen, dass der kalte Krieg in Europa nie in eine heiße Phase getreten ist. Allerdings hält die Abwesenheit von Krieg in Westeuropa die Rüstungsindustrie nicht davon ab, mit ihren Produkten Kriege in vielen Ländern anzufachen. Dabei spielen die deutschen Rüstungskonzerne eine Schlüsselrolle im Wettlauf um die „Absatzmärkte“. Deutschland ist weltweit nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur. Siehe hierzu »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« von Jürgen Grässlin.

Die amerikanischen Streitkräfte koordinieren von Stuttgart aus ihren Drohnenkrieg in Afrika. In den Kasernen in Stuttgart haben AFRICOM und EUCOM ihren Sitz. Das US-Militär hat die Welt in sechs Regionen aufgeteilt, in denen jeweils ein Kommando zuständig ist. Vier dieser Kommandos sitzen in den USA und zwei in Europa, genauer in Stuttgart. Das für Europa zuständige Kommando EUCOM operiert seit langem von den „Patch Barracks“ in Vaihingen aus. Seit Oktober 2008 hat auch das Afrika-Kommando seinen Sitz in Stuttgart, in den Möhringer „Kelley Barracks“.

Die Entscheidung, ob ein vermeintlicher Terrorist getötet werden soll, trifft der amerikanische Präsident. An der Aufklärung und Analyse, wer auf die Todesliste soll (Joint Prioritized Target List), wo er zu finden und wie er zu töten ist, wirkt AFRICOM wie viele andere Militär- und Geheimdienstorganisationen der USA mit. Der Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2009 über 200 Todesurteile gegen Staatsfeinde der USA unterzeichnet, mit seiner Unterschrift ihren Abschuss mittels Drohnen in ihren Heimatländern freigegeben.

Die Bundesregierung stoppt dieses gezielte Töten nicht. Darum begann der diesjährige Ostermarsch an den „Kelly Barracks“, der Schaltstelle des Todes. Längst haben sich die Armeen des demokratischen Westens vom Auftrag der Landesverteidigung verabschiedet. Sie haben die Rolle von Interventionsarmeen zur Rohstoffsicherung übernommen und führen Bestrafungsaktionen an unliebsame Staaten und Einzelpersonen durch. Flankiert werden die Operationen durch eine propagandistische Offensive, die ihresgleichen sucht. Wie heißt es doch: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.

1969 ging ich zum ersten Mal auf eine Demonstration, es war ein Ostermarsch. 45 Jahre später laufe ich wieder, diesmal ganz vorne, das Banner tragend und wohl überlegt. Die Lösung von Konflikten mit friedlichen Mitteln bleibt ein Anliegen von mir.

Das Titelfoto zeigt mich am Banner. Timo Kabel stellte es mir freundlicher Weise zur Verfügung. Timo Kabel veröffentlich seit einiger Zeit beeindruckende Portraits von Menschen, die sich an Aktionen der Zivilgesellschaft aktiv beteiligen. Zu finden hier.

Familienaufstellung nach Hellinger

21.04.2014 at 18:40

hellinger

Seit Jahren wird diese Form der Therapie genutzt, um ungeklärte Konflikte, die ihren Ursprung in der Herkunftsfamilie haben, zu lösen. Der Proband stellt seine Familie mit Personen aus der Therapiegruppe. Wenn es richtig gestellt ist, spüren sich die Teilnehmer in die Rolle der Mutter, des Vaters, der Geschwister ein. Auch in verstorbene Personen wir sich eingefühlt und es wird versucht, gemeinsam mit dem Stellenden das Problem zu ergründen. Erstaunlich, wie genau die Teilnehmer sich in die von ihnen verkörperten Personen einfühlen können.

Einen revolutionär neuen Ansatz entwickelte die Diplom Psychologin Herta Stein: sie nimmt zur „Aufstellung“ unbehauene Steine. Der Proband versucht, die völlig unregelmäßigen Steine trotz schwieriger geometrischer Formen zu stellen. Wenn alle „Stein-Familienmitglieder aufgestellt sind, kommt es zu einer Interpretation. Dabei fühlt sich der Proband nun in diese Stellung der Steine ein, wie sie zueinander gedreht sind und welche Beziehung sie zueinander haben. Dabei hat die Fragilität der Aufstellung aufgrund der unebenen Standflächen die entscheidende Interpretationshoheit.

Kurse in Familienstellen nach Herta Stein gibt es regelmäßig im esoterischen Zentrum Altmühle (EZA) im Neumühlental. Anfrage nimmt gerne der Betreiber dieses Blogs entgegen, Kontaktdaten siehe Impressum.