PcP: Podcast-Perlen – Folge 1

06.04.2020 at 16:09
Podcast Perlen

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Die Produktion der Podcasts ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, Zeit, nach Perlen zu suchen und sie ins Nest der Elster zu legen. Immer wieder stoße ich auf Podcasts, die mich sehr beeindrucken. Entweder durch ihre Machart oder durch ihren Inhalt.

180° gegen den Hass

Ich will mit einer NDR-Produktion beginnen. Der Journalist Bastian Berbner zeigt in der siebenteiligen Reihe auf, wie Menschen, die aufgrund der Spaltung und Entsolidarisierung der Gesellschaft nicht mehr miteinander reden. Die sich nur noch beleidigen. Wie sie einen Prozess durchlaufen und wieder aufeinander zugehen. Bastian Berber hat in vielen Studien etwas erstaunliches gefunden: Wenn Menschen sich kennen lernen, ändert sich was. Von diesem mächtigen Instrument erzählt er seiner (kritischen) Gesprächspartnerin Alexandra Rojkov.

Podcast Logo 180° Gegen den Hass

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Ich bin gleich mit der 4. Folge eingestiegen. Selten hat mich eine Geschichte so bewegt, dass es mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Nach dieser Folge war ich förmlich elektrisiert. Zwei weitere Folgen habe ich bereits gehört und ich bin jetzt schon süchtig nach diesen wunderbaren Reportagen.
Hier geht’s zu den sieben Folgen.

Nachdenkzeilen – #maskeauf

06.04.2020 at 15:26
Nachdenkzeilen 1

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Als M. von seinem Freund Henry eine Mail bekam, in der er schrieb, er trage nun eine Maske, wenn er zum Einkaufen geht, hat M. noch mit dem Kopf geschüttelt. Das war am 1. April und er hielt es für einen Scherz. Doch in Zeiten von Corona ändern sich die Einsichten innerhalb von wenigen Tagen, man lernt immer wieder dazu und kommt zu neuen Erkenntnissen. Deshalb: maskeauf

Weiter Infos zu der Aktion hier

Die Griechen können’s

05.04.2020 at 13:45
Schwäbische Griechen

Foto: © Tatjana Seehoff

 

Was wurde in der Griechenlandkrise über die „faulen Griechen“ geschimpft. Die bekämen ja gar nichts hin. Heute, in der Coronakrise wird M. vom schwäbischen Griechen mit frischer Hefe versorgt, der seinen Laden neben der Filz-Werkstatt von Tatjana hat. Schon seit Wochen bekommt M. keine frische Hefe mehr in den Supermärkten. Hefe braucht M. zum Brotbacken. Danke, Konstantin!

Herzlichen Glückwunsch, Eric Clapton

30.03.2020 at 17:09
Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London

Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London
Foto: © Majvdl / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

Heute, vor 75 Jahren, wurde Eric Clapton in Ripley, ca. 40 km südlich von London, geboren. Zur Zeit seiner Geburt war seine Mutter gerade mal 16 Jahre alt, sein Vater, ein in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat, hatte das Land bereits verlassen. Dass Eric Clapton einer der bekanntesten und besten Bluesgitarristen werden sollte, konnte die allein erziehende Mutter zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

Eric Clapton – Ein Gitarrengott

Sein Stil, sein Vibe, sein Sound – alles lebt von einer Schlichtheit, die sich durch sein ganzes Spiel zieht. Er nimmt eine Fender-Gitarre und stöpselt sie in einen Marshall-Verstärker, das war’s schon. Bodenständigkeit und Blues. Seine Soli sind melodisch und einprägsam. So sollten Soli sein: Teil eines Songs.

Höhepunkte und Niederlagen haben sich bei Eric Clapton immer abgelöst

Sein Leben war geprägt von Höhepunkten und großen Niederlagen. Doch auch aus den schwersten Zeiten (Heroin- und später Alkoholsucht) hat er sich befreit. 1991 starb sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York. Teil seiner Trauerarbeit war der Song Tears in Heaven. Dieses Bluesstück kann uns auch in Zeiten der Corona-Pandemie aufrichten. Schon immer hat der Blues der Trauer einen musikalischen Ausdruck verliehen.

Wer die deutsche Übersetzung dieses wunderbaren Songs lesen will, findet sie hier.

Bernd Göbel: Die Unzeitgemäßen Zeitgenossen – Einem Prinzip das Leben opfern

26.03.2020 at 19:21
Bernd Göbel

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Diese Plastik vom Bildhauer Bernd Göbel befindet sich in Leipzig direkt am Anfang der Grimmaischen Straße in Richtung Augustusplatz. Bernd Göbel war bis 2008 Professor der Bildhauerei an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Der Künstler schenkte diese Plastik der Stadt Leipzig Ende des Jahres 1990. Er gestaltete das Werk vermutlich nicht ohne Hintergedanken. Es zeigt fünf Figuren, alle sind nackt. Sie stehen auf einem Balken und halten streng an ihren Prinzipien fest. Jede Figur hat ein hat ein kleines aber feines in Gold gefasstes Detail:
der Stadtgestaltiker (Lorbeerkranz), die Pädagogikerin (goldener Hammer), die Rationalisatikerin mit goldener Säge, den Diagnostiker mit Hörrohr und eine Figur mit goldener Nase und goldenen Ohren, der Kunsttheoretiker.

Verschiedene Zitate von Brecht und Goethe hat der Bildhauer im senkrechten Balken eingeschlagen. Unter dem die Figuren tragenden Balken ist ein Zitat von Ralf Hochhut: „Selbstverständlich darf man einem Prinzip ein Leben opfern – doch nur das eigene“

Manu Dibango im Alter von 86 Jahren verstorben

24.03.2020 at 17:19
Manu Dibango auf dem Festival der Kulturen 2013

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Der aus Kamerun stammende Saxophonist Manu Dibango verstarb am 24. März im Alter von 86 Jahren. Auf seiner offiziellen Facebook-Seite wurde bestätigt, dass er dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist. Manu Dibango galt als Star des Afro-Jazz. Er verband Jazz und Funk mit den musikalischen Einflüssen seiner Heimat Kamerun – unter anderem der populären Tanzmusik Makossa.

In den 80ziger Jahren war Manu Dibango überall in Kamerun präsent

Ich habe Manu Dibango Anfang der 80zier Jahre in Kamerun kennen gelernt. In allen Discos wurde sein Hit „Soul Makossa“ rauf und runter gespielt. Das Stück, das eigentlich nur eine B-Seite der Single „Mouvement Ewondo“ war, wurde in den USA zum Riesenerfolg. „Soul Makossa“ stürmte die US-Charts und erreichte Platz eins. Damit leistete Dibango Pionierarbeit: „Soul Makossa“ war die erste Nummer eins eines afrikanischen Künstlers in den USA. Besonders die gesungene Hookline des Stücks „mama-se, mama-sa, ma-ma-ko-ssa“ ist auf der ganzen Welt bekannt. Live erlebte ich ihn im am 17. Juli 2013 auf dem Festival der Kulturen und der Funke des Makossa sprang sofort wieder über.

Große Familien brauchen großen Wohnraum

22.03.2020 at 10:25
Großfamilie

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