Elsternest

Die Elster grüßt den Girlitz

verdecilloManchmal fiegt einem ein merkwürdiger Vogel zu. Wie hier der Girlitz (als Etikett) auf einem spanischen Wein. Mir sind spanische Weine oft zu schwer, aber dieser Vogel hat es in sich: In der Flasche der (vergorene) Saft der Monastrell-Traube. Die dickschalige Rebsorte, in Frankreich als Mourvèdre bekannt, wird hier schonend nur 2 bis 3 Tage auf der Schale mazeriert, um möglichst sanfte Gerbstoffdichte zu erzielen. Dem Wein geht denn auch die typische gerbstofflastige Härte der Rebsorte ab. Er wirkt fast fruchtig in seinem intensiven Duft nach roten Beeren und reifer Kirsche, riecht aber auch schwer und kompakt im Hauch von Kohle und Graphit.

Vom Flügel in den Mund

Im Mund macht er sich überraschend lebhaft, »sauber« und reintönig ans Werk, vermählt kernig körnig präsente Gerbstoffe mit dunkelwürzig betörender Frucht, die frisch und lang am Gaumen ausklingt. Ein Rotwein, der nach mehr schmeckt, als er kostet. Wirkt richtig hochwertig in seiner Balance von Frucht und Gerbstoffen. Fleischig und dicht verwoben schweben sie über die Zunge, zugänglich und charmant, aber auch ernsthaft und potent. Rotwein ohne zugesetzten Schwefel. Die Naturweinbewegung läßt grüßen.

Der Klimawandel zwingt zu anderen Produktionsformen

Auch Weinbauern in Spanien haben den Wandel der Zeit erkannt. Sie konvertieren deshalb zum biologischen Anbau, zunächst aus Not, dann aus Überzeugung. Der Klimawandel mit Frost, Hagel, Trockenheit und Sonnenbrand fordert die Weinbauern sehr. Dieser Wein kommt aus der Gegend um
Jumilla, einer Stadt im Norden der südostspanischen Region Murcia.

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