Ein Gigant der griechischen Musik wird 95

29.07.2020 at 10:08

Heute, am 29. Juli, feiert Mikis Theodorakis seinen 95. Geburtstag. Noch bis vor kurzem trat er auf. Hier bei einem der Auftritte dieses Giganten der griechischen Musik vor drei Jahren, als er noch einmal ein denkwürdiges Konzert gab.

Unvergessen seine Filmmusik zu „Z“ von Costa-Gavas. Der Film gilt als genrebildender Klassiker des politisch engagierten Kinos und kam 1969 in die Kinos. In dem Film werden die letzten Monate vor dem Sturz der Demokratie durch eine brutale Militärjunta lebendig. Z kommt vom neugriechischn Ζεί und heißt so viel wie “er lebt“. Das möchte man Mikis zurufen, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird.

Zeit seines Lebens war Mikis Theodorakis als harter Mann bekannt. Bereits als Jugendlicher war er im Widerstand gegen die Nazibesatzung aktiv. Im anschließenden Bürgerkrieg kämpfte er als Partisan der Kommunisten gegen die von Großbritannien und den USA unterstützten Konservativen. Später wurde er verbannt und unter der Obristendiktatur (1967 bis 1974) gefoltert. Mikis Theodorakis war immer wieder in seinem Leben auf der Seite des Widerstandes.

Mikis Theodorakis polarisierte Zeit seines Lebens

Trotz oder gerade wegen seiner klaren Haltung polarisierte er immer. Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger ging er zusammen mit dem konservativen, neoliberalen Premierminister Konstantinos Mitsotakis in die Regierung. Und den sozialistischen, ehemaligen Premier Alexis Tsipras bezeichnete er als Opportunisten, Populisten und Verräter.

Und doch hatte er einen weichen Kern. Freunde von ihm schrieben über ihn:

Der Mann, der nicht weinte, als man ihm das Bein brach, nicht seufzte als man ihn lebendig auf Markonissos begrub, nicht klagte, als man ihn auf Ikaria in eine Sickergrube voll Kot warf, nicht schluchzte, als man ihn vor das Erschießungskommando in Tripolis stellte und als er in Oropos (bei der Verbannung) einen Blutsturz erlitt, bricht in Tränen aus bei der Beendigung des Dirigierens der „Entsagung“.

Entsagung

An dem versteckten Strand
so weiß wie eine Taube
wir bekamen Durst am Mittag,
aber das Wasser war fade.

Auf den goldenen Sand
schrieben wir ihren Namen;
Wie schön wehte die Brise
und die Schrift erlosch.

Mit welchem Mut, mit welcher Kraft,
welchen Wünschen und Leidenschaften
begannen wir unser Leben; Fehler!
Und wir änderten das Leben.

Herzlichen Glückwunsch, Eric Clapton

30.03.2020 at 17:09
Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London

Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London
Foto: © Majvdl / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

Heute, vor 75 Jahren, wurde Eric Clapton in Ripley, ca. 40 km südlich von London, geboren. Zur Zeit seiner Geburt war seine Mutter gerade mal 16 Jahre alt, sein Vater, ein in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat, hatte das Land bereits verlassen. Dass Eric Clapton einer der bekanntesten und besten Bluesgitarristen werden sollte, konnte die allein erziehende Mutter zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

Eric Clapton – Ein Gitarrengott

Sein Stil, sein Vibe, sein Sound – alles lebt von einer Schlichtheit, die sich durch sein ganzes Spiel zieht. Er nimmt eine Fender-Gitarre und stöpselt sie in einen Marshall-Verstärker, das war’s schon. Bodenständigkeit und Blues. Seine Soli sind melodisch und einprägsam. So sollten Soli sein: Teil eines Songs.

Höhepunkte und Niederlagen haben sich bei Eric Clapton immer abgelöst

Sein Leben war geprägt von Höhepunkten und großen Niederlagen. Doch auch aus den schwersten Zeiten (Heroin- und später Alkoholsucht) hat er sich befreit. 1991 starb sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York. Teil seiner Trauerarbeit war der Song Tears in Heaven. Dieses Bluesstück kann uns auch in Zeiten der Corona-Pandemie aufrichten. Schon immer hat der Blues der Trauer einen musikalischen Ausdruck verliehen.

Wer die deutsche Übersetzung dieses wunderbaren Songs lesen will, findet sie hier.

Manu Dibango im Alter von 86 Jahren verstorben

24.03.2020 at 17:19
Manu Dibango auf dem Festival der Kulturen 2013

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Der aus Kamerun stammende Saxophonist Manu Dibango verstarb am 24. März im Alter von 86 Jahren. Auf seiner offiziellen Facebook-Seite wurde bestätigt, dass er dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist. Manu Dibango galt als Star des Afro-Jazz. Er verband Jazz und Funk mit den musikalischen Einflüssen seiner Heimat Kamerun – unter anderem der populären Tanzmusik Makossa.

In den 80ziger Jahren war Manu Dibango überall in Kamerun präsent

Ich habe Manu Dibango Anfang der 80zier Jahre in Kamerun kennen gelernt. In allen Discos wurde sein Hit „Soul Makossa“ rauf und runter gespielt. Das Stück, das eigentlich nur eine B-Seite der Single „Mouvement Ewondo“ war, wurde in den USA zum Riesenerfolg. „Soul Makossa“ stürmte die US-Charts und erreichte Platz eins. Damit leistete Dibango Pionierarbeit: „Soul Makossa“ war die erste Nummer eins eines afrikanischen Künstlers in den USA. Besonders die gesungene Hookline des Stücks „mama-se, mama-sa, ma-ma-ko-ssa“ ist auf der ganzen Welt bekannt. Live erlebte ich ihn im am 17. Juli 2013 auf dem Festival der Kulturen und der Funke des Makossa sprang sofort wieder über.

Eine Million gegen Rechts! Strom & Wasser und Freunde

05.01.2020 at 8:21
Heinz Ratz

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Am Donnerstag, 30. Januar 2020, ab 20:00 Uhr spielt wieder einmal Heinz Ratz in Stuttgart. Im Club Cann in Bad Cannstatt in der Kegelenstraße 21. Mit dabei ist das FeierabendKollektiv, die AnStifter unterstützen die Veranstaltung.

Der Auftritt von Heinz Ratz und seiner Band Strom & Wasser hat ein besonderes Anliegen: Es ist eines von insgesamt 100 Konzerten in 100 Städten, in denen Heinz Ratz insgesamt 1 Million Euro sammeln will, um sie bedrohten soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugendhäusern zur Verfügung zu stellen, deren Existenz er in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg durch rechtspopulistische Mehrheiten in den kommunalen Parlamenten bedroht sieht.

Nach zwölfjähriger Bandgeschichte präsentiert sich Strom & Wasser angriffslustiger, spielfreudiger und bunter denn je: 100 Konzerten in 100 Städten – 1 Million gegen Rechts!

Bruce Springsteen wird heute 70 – Herzlichen Glückwunsch von der Lerche

23.09.2019 at 13:13
The Boss Bruce Springsteen

He is „The Boss“

Der in Long Branch, New Jersey, geborene Rockmusiker ist einer der ganz Großen im amerikanischen Rockbusiness. Mit seinen legendären E Street Band spielt er seit 1974 bodenständigen Rock. Wer hätte das dem „Problemkind“ zugetraut, das in einer von Franziskanerinnen geleiteten Schule die Schulbank drückte.

Ein Leben wie das seiner Eltern erschien Bruce Springsteen als Sackgasse

Er war in ständigem Konflikt zu den Lehrern, zog sich zunehmend in sich selbst zurück. Er entwickelte ein Gespür für Isolation, das ihn bis weit ins Erwachsenenleben hinein begleiten sollte. Schon in seiner Jugend empfand Springsteen die sich ihm als Arbeiterkind bietenden Zukunftsperspektiven als bedrückend. Das Leben seiner Eltern erschien ihm als Sackgasse. Mit seiner Musik hat er, der nie in seinem Leben länger als 5 Tage bei einem Arbeitgeber war, Millionen verdient, seit er 1973 er seine erste Platte: Greetings from Asbury Park, N.J. veröffentlichte.

Bruce Springsteen begleitet seine „Helden“ in seinen Songs

Bruce Springsteen gilt als aufmerksamer Beobachter und Chronist des US-amerikanischen Alltags. Er porträtiert in seinen Songs das Leben des „kleinen Mannes“ mit all seinen Träumen, Sehnsüchten und Freuden, aber auch seinem Scheitern an der Realität. Dabei begleitet er die Figuren auf ihrem Lebensweg: Auf seinen ersten Platten sind dies vor allem Jugendliche, die sich die Hörner abstoßen und von einer glücklichen Zukunft träumen. Springsteen besingt die Helden seiner frühen Lieder in geradezu überschwänglich romantischer Weise und neigt zu ausufernden Wortkaskaden im Stile des stream of consciousness. Herausragend sein Album Born in the USA von 1984.

In seinen Konzerten vermittelt er seinem Publikum die Gefühle, die er selbst als Jugendlicher beim Hören und Spielen von Musik empfunden hat. Seine Konzerte haben eine fast kathartische Wirkung auf seine Zuhörer. Sie werden daher sogar oft mit Gottesdiensten verglichen, weil er in der Vergangenheit zu fast jedem Lied eine fesselnde, unterhaltsame und oft auch sehr persönliche Geschichte zu erzählen hatte.

In dem Film Blinded by the Light liebt ein Pakistaner in England die Springsteen-Songs und wird durch die Songs von Bruce Springsteen ermutigt, seinen eigenen Weg als Lyriker zu gehen und sich gegen die Anfeindungen seiner ausländerfeindlichen Umwelt zu behaupten.

Ein Alterswerk von Bruce Springsteen im Jahre seines 75. Geburtstages

In diesem Jahr beglückte er mich mit seiner Platte Western Stars. Er komponiert einfühlsame Rockballaden und trägt sie mit seiner markanten Stimme vor. Ein akustisches Album. Ich wünsche Bruce, dass er mir noch viele Jahre so wunderbare Songs schenkt!

Vor 50 Jahren – Woodstock Festival in der Dorfgemeinde White Lake

16.08.2019 at 0:04
Originalplakat Woodstook Festival

Originalplakat

Auf den Maisfeldern in White Lake, NY fand vom 15. bis 17. August 1969 das legendäre Woodstock Music and Art Festival statt. (70 km von Woodstock entfernt!) Ein Jahr zuvor, am 4. April wurde Martin Luther King auf dem Balkon seines Motels in Memphis, Tennessee erschossen. Ein Welle der Gewalt erschütterte die USA. 39 Menschen kommen ums Leben. Kurze Zeit später, am 5. Juni 1968, wird der demokratische Senator Robert Kennedy, Hoffnungsträger eines liberaleren und gerechteren Amerika, ermordet. Der Vietnamkrieg tobte und das Land steckte in eine tiefe Krise – die bis heute andauert.

Der Name des Festivals steht für einen Höhepunkt der Flowerpower Bewegung in Nordamerika. Was einmal als ein kommerzielles zweitägiges Festival für 50.000 Besucher vom Initiator und Veranstalter Michael Lang geplant war, artete zu einem chaotischen aber friedlichen dreitägigen Riesenereignis mit geschätzt 500.000 Teilnehmern aus. Genaue Teilnehmerzahlen kennt keiner, denn die Absperrungen hielten dem Ansturm irgendwann nicht mehr stand und so kamen Besucher ohne Ticket und ungezählt auf das Gelände der Dorfgemeinde White Lake in der Nähe der kleinen Stadt Bethel im Bundesstaat New York. Eine Millionen hatten sich auf den Weg gemacht. Aufgrund des dadurch entstandenen Verkehrschaos konnten nur die Hälfte von ihnen das dreitägige Festival live erleben. Auch einige Musiker erreichten das Festival nicht, da nicht für alle kurzfristig ein Hubschrauber zur Verfügung gestellt wurde.

Woodstock gilt bis heute als Meilenstein der Festivalgeschichte und als Ur-Festival der Rock’n’Roll-Geschichte. CSN&Y, Joan Beaz, Janis Joplin, Richie Havens, Ravi Shankar, Grateful Dead, CCR, The Who, Joe Cocker, Jimmy Hendrix und viele andere traten hier auf.

Crosby, Stills Nash & Young spielten ein akustisches und ein elektrisches Set. Neil Young übersprang den größten Teil des akustischen Sets. Daher ist er in folgendem Video nicht zu sehen, das ein Meilenstein des Harmoniegesangs ist.

Diesen wunderbaren Song „Suite: Judy Blue Eyes“ schrieb Stephen Stills. Er spielt es auf einer offen gestimmten Gitarre, die auf EBEEBe gestimmt ist. Crosby, Stills & Nash haben das Lied zum ersten Mal beim Woodstock-Festival aufgeführt.

Bis zum 7. September ist auf der Mediathek von Arte ein ausführliches Portrait von David Crosby zu sehen „Remember My Name“

Da wurden neue Saiten aufgezogen

15.08.2019 at 22:12
Gitarren

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Nachdem ich neue Saiten aufgezogen hatte und die Gitarren mit dem neuen elektronischen Stimmgerät gestimmt hatte, kann es losgehen …