Elsternest

Albrecht Müller weint um RT DE

Albrecht Müller: Schwarz-Weiß sind seine Farben (Foto: CC BY 3.0 Sir James Wikipedia)
Albrecht Müller: Schwarz-Weiß sind seine Farben (Foto: CC BY 3.0 Sir James Wikipedia)

Albrecht Müller versucht seit Jahren Meinungen vom rechten und vom linken Rand zusammen zu binden. Er tut dies mit Kommentaren und seiner Auswahl von aufgelesenen Artikeln auf seiner Plattform Die Nachdenkseiten. Er unterstützt damit eine Querfront, die den Antiamerikanismus auf ihre Fahnen geschrieben hat und die Russland und seinen Oligarchen Putin verteidigt. Albrecht Müller geißelt eine kritische Berichterstattung zu Russland als Propaganda und will auf der anderen Seite Journalisten aufspüren, die ihm zu amerikafreundlich sind. In dem Zusammenhang hat er schon vor Jahren seine Leser aufgefordert Journalisten aufzudecken:

Nennen Sie Namen. Denn die laufende Agitation ist nicht namenlos. Sie wird von Personen organisiert und getragen. Die Glaubwürdigkeit dieser Personen muss im Mark erschüttert werden.

Schon bei der Sperrung von KenFM sah Albrecht Müller Zensoren am Werk

Da verwundert es nicht, dass er, nachdem er schon den Rauswurf des Verschwörungs-Ideologen Ken Jebsen von der YouTube-Plattform verurteilt hat, angesichts der Sperrung von RT DE (Russia Today Deutschland) auf YouTube nun umso heftiger seine Tränen vergießt. Nun brechen ihm ein großer Teil seiner Video-Hinweise weg, die er regelmäßig auf den „Nachdenk“-Seiten verbreitet. Zur Sperrung schreibt Albrecht Müller:

Man muss diesen Vorgang als Zensur bezeichnen. RT Deutsch stört mit seiner kritischen Begleitung des Geschehens wie zuvor schon Ken FM den großen Strom der Meinungen in Deutschland. Und wenn der große Strom der Meinungen voller Unwahrheiten und Kampagnen steckt, dann tut ein einziges aufklärendes Medium weh. Und da unsere angeblichen Demokraten in den großen Medienhäusern und Parteizentralen die Maske und damit die Hemmungen mehr und mehr fallen lassen, greifen sie wie in diesem Fall zum drastischen Mittel der Löschung und damit zur Zensur.

Ja, auch bei KenFM, den er immer fleißig verlinkte, witterte er Zensur. Was von KenFM zu halten ist, ist in dieser hörenswerten Podcast-Serie zu erfahren: Cui Bono. Die demokratischer Willensbildung sieht Albrecht Müller in Gefahr:

Diese Zensur wird die Substanz der demokratischen Willensbildung in unserem Land beschädigen. Die Redakteure der NachDenkSeiten wissen aus vielen Gesprächen mit Leserinnen und Lesern und aus vielen E-Mails und Hinweisen des Tages, welche produktive Rolle RT Deutsch als „fehlender Part“ für die Meinungsbildung spielt, spielte – muss man jetzt wohl sagen.

Geht es auch eine Nummer kleiner?

Geht es nach Albrecht Müller, wird die demokratische Willensbildung in unserem Land beschädigt. Was ist passiert? Ein Privatunternehmen verweist auf seine Geschäftsbedingungen, mahnt RT DE ab und sperrt den Kanal dann, als RT DE diese Anordnung umgeht. Das soll Zensur sein. Würde er einmal in die Haut von Alexej Nawalny schlüpfen, dann wüsste er, was Zensur von staatlicher Seite ist.

Und dann verweist er mal wieder auf die gute alte Zeit, als er noch für Willy Brandt tätig war:

Für mich, der wie andere ältere Menschen den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg der Fünfzigerjahre miterlebt hat und die Entspannungspolitik der Siebzigerjahre als Mitarbeiter Willy Brandts ein bisschen mitgestalten und in Wahlkämpfen absichern konnte, ist das, was hier geschieht, ein wahnsinnig zu nennender Vorgang.“

Da möchte man doch sofort die Platte von Degenhardt Wenn der Senator erzählt auflegen. Und wenn er dann noch bemängelt:

Und auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat kürzlich angekündigt, künftig noch stärker eine politisch-inhaltliche Auswahl zu treffen: Das Ziel sei es, „hitzige Debatten zu verhindern, die Spaltung säen“.

muss man sich doch fragen: Will Albrecht Müller die hitzigen Debatten befeuern und weiterhin Spaltung der fortschrittlichen Kräfte betreiben?

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