Hölderlin zum 250. Geburtstag – Das Schriftstellerhaus gratuliert mit einer Anthologie

20.09.2020 at 22:17
Stolz präsentiert Moritz Heger die druckfrische Anthologie

Stolz präsentiert Moritz Heger die druckfrische Anthologie

„An die Schwäne“ ist ein Zitat von Hölderlin und der Titel der neuen Anthologie 2020 des Stuttgarter Schriftstellerhauses. Moritz Heger, der erste Vorsitzende des Vereins, stellte es am18. September im großen Saal des Hospitalhofes vor.

Unter dem Titel „Hälfte des Lebens“ hatte das Schriftstellerhaus Mitglieder des Hauses, ehemalige Stipendiaten und Schreibende, die mit dem Haus seit Jahren verbunden sind, aufgefordert, Texte für die Anthologie einzureichen.

 

Eine Anthologie mit 51 Beiträgen und Zeichnungen

51 Beiträge wählte die Jury (Moritz Heger und Astrid Braun) aus den zahlreichen Einsendungen aus, die Eingang in diesen sehr schön gestalteten Band fanden. Christian Lang illustrierte den Band. Für das Schrifstellerhaus ist diese Anthologie eine adäquate Form, in diesem Jahr an die Öffentlichkeit zu gehen. Herausgekommen ist eine lesenswerte Sammlung lyrischer Texte und Prosatexte.

An diesem Abend lasen acht Autorinnen und Autoren. Es waren darunter Mitglieder des Schriftstellerhauses (Rainer Wochele, Hans M. Thill, Gilbert Fels, Wolfgang Tischer) eine ehemalige Stipendiatin (Agnes Gestenberger), eine Teilnehmerin aus der Schreibwerkstatt „Das Junge Schriftstellerhaus“ (Selina Wagner), die Autorin und Lektorin Barbara Imgrund und eine Studienfreundin von Astrid Braun, die emeritierte Hochschulprofessorin an der Sorbonne Paris, Dr. Colette Laplace. Frau Laplace ist eine ausgewiesene Kennerin des Werkes von Hölderlin. Sie hat sein Gedicht Hälfte des Lebens ins Französische übersetzt. Aus ihrem Text stammt der Titel der Anthologie.

Den musikalischen Rahmen gestaltete das Duo „Basssax“: Tom Martin (Voices, Saxophon) und Bernd Gruenen (Bass).

Das Duo "Basssax": Tom Martin und Bernd Gruenen

Das Duo „Basssax“: Tom Martin und Bernd Gruenen

 

An die Schwäne
51 Beiträge zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins
264 Seiten, Klappenbroschur
Edition Kanalstraße 4,

Bestellungen unter info@stuttgarter-schriftstellerhaus.de zum Preis von 14 Euro zzgl. Versandkosten

Verkehrswende in Stuttgart – Jetzt!

20.09.2020 at 21:43
Robin Wood Aktivisten erklimen vor dem Verkehrsministerium Fahnenstangen und hängen ein Transparent auf.

Robin Wood Aktivisten erklimmen die Fahnenstangen vor dem Verkehrsministerium und hängen ein Transparent auf.

 

Ein breites Aktionsbündnis demonstrierte am 18. September 2020 in Stuttgart für eine radikale Verkehrswende in der Stadt. Eine Fußgängerdemo, vom Bopser kommend und Radfahrer vom Erwin-Schöttleplatz kommend, trafen sich auf der Dorotheenstraße. Ohne eine Verkehrswende, so die Einschätzung der Demonstranten, sind die Klimaziele nicht zu erreichen.

Vor der Abschlusskundgebung entrollten Aktivisten der Stuttgarter ROBIN WOOD-Regionalgruppe vor dem baden-württembergischen Verkehrsministerium ein Banner mit dem Slogan „Wie lange noch? Autos raus aus unseren Städten!“

Auszug aus der Moderation von Michael Seehoff:

„Die Europäische Kommission bietet seit 2002 den Kommunen aus ganz Europa die Möglichkeit, im Rahmen der Mobilitätswoche, ihren Bürgerinnen und Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näher zu bringen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir haben uns zu einem breiten Bündnis zusammengeschlossen und fordern eine autofreie Stadt! Wir wünschen uns eine Stadt für Menschen statt für Autos.

Wie kommen die Aktivisten von KUS, FUSS e.V., VCD Stuttgart, ADFC Stgt., Critical Mass Stgt., Naturfreunde Stgt. und deren Radgruppe, Verkehrswende-Jetzt!, Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, PRO BAHN Stgt., Die AnStifter, F4F, attac Stgt., Greenpeace Stgt., Robin Wood Stgt. zu so einer Maximalforderung? Geht’s auch eine Nummer kleiner? Mal erst das Neckartor entstauben? Wir meinen NEIN!!

In der Klimafrage ist es 5 vor Zwölf. Die Erde erhizt sich stetig. Die Auswirkungen bekommen wir direkt zu spüren. Das hat nichts mehr mit etwas mehr kuscheliger Wärme zu tun, wie der Begriff „Erderwärmung“ versucht zu suggerieren. Meine Tochter in den USA kann aufgrund der Waldbrände an der Westküste in Seattle ihre täglichen, langen Spaziergänge mit ihren Hunden nicht mehr machen.Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müssten wir bei linearer Absenkung bis zum Jahre 2038 klima­neutral sein.

Deshalb brauchen wir eine sofortige radikale Verkehrswende, in deren Mittelpunkt die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs zugunsten der umweltfreundlichen Alternativen ÖPNV, Fuß- und Radverkehr steht. Konkret heißt dies: Die Produktion von Fahrzeugen mit CO2erzeu­genden Verbrennungsmotoren muss eingestellt werden, jährlich müssen von diesen über fünfzig Millio­nen Fahrzeugen mehr als drei Millionen aus dem Verkehr gezogen werden. Die Ausgestaltung dieser neuen, nachhaltigen Mobilität erfordert eine gesellschaftliche Diskussion, die schnellstens geführt werden muss. Heute fangen wir mit euch diese Diskussion an …“

Diese Diskussion wurde auf der Kundgebung durch den Redebeitrag von Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin im Verband der Deutschen Umwelthilfe, eröffnet. Ihre Rede wurde von Friederike Votteler von den Naturfreunden Stuttgart vorgelesen, denn das Bündnis wollte nicht mit der Reise von Frau Metz die Umwelt mit einem CO2-Ausstoß von 260 kg belasten.

Anschließend sprach Christoph Ozasek. Er ist Stadtrat der Partei DIE LINKE und Sprecher für Mobilität, Strukturpolitik und Inklusion und vertritt die Fraktionsgemeinschaft von SÖS, Die Linke, Tierschutzpartei und Piraten im Stadtparlament und beim Verband Region Stuttgart. Schon 2017 hat diese Fraktion mit einem breiten Bündnis von Einzelinitiativen unter dem Namen „Lauft nei“ die Idee entwickelt, einen zusammenhängenden Raum zu schaffen – ein Paradies für Fußgänger und Radfahrer im Herzen der Landeshauptstadt.

Auch die christlichen Kirchen hatten die Gelegenheit, ihre Sichtweise zum Erhalt der Schöpfung beizutragen: Romeo Edel ist als  Wirtschafts- und Sozialpfarrer in der Prälatur Stuttgart aktiv und im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt Baden-Württemberg. Darüber hinaus engagiert er sich in der Allianz „Mobilitätswende für Baden-Württemberg“. Er pädierte für ein neues Narrativ in der Verkehrspolitik. Nicht die Industrie mit ihrer Autoproduktion sei das ursächliche Probelm sondern die Einstellung der Käufer dieser Autos. Das Narrativ „Freie Fahrt für freie Bürger!“ sei veraltet, es ist aus dem letzten Jahrhundert. Eine neue Erzählung würde von Städten und Ortschaften erzählen, wo man sich frei bewegen kann. Würde Bilder aufrufen von Innenstädten, in denen die Alten auf einer Bank sitzen und den Vögeln lauschen, statt von Verkehrslärm zugedröhnt zu werden. Das ist Freiheit!

Zum Schluss der Kundgebung malte Michael Seehoff noch einmal die Vision der Akteure, die sie inspiriert hat, wochenlang diese Demonstration vorzubereiten:

Wie sähe eine Stadt der kurzen Wegen aus? Es wäre eine Stadt ohne Autolärm, ohne Luftbelastung, ohne Gefährdung. Eine grüne, lebenswerte Stadt, in der Fußgänger, Radfahrer Vorrang haben und weite Wege mit einem at­traktiven ÖPNV zurückgelegt werden können, der benutzerfreundlich ist. Einen ÖPNV, der konfortabel für ältere Menschen und für Menschen mit Beeinträchtigungen ist? Wenn diese Vision Realität wird, dann rücken die Pariser Klimaziele ein ganzes Stück näher.

Jutta Weber-Bock stellt ihren historischen Roman vor

17.09.2020 at 20:31
Jutta Weber-Bock stellt ihr neues Buch vor

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Jutta Weber-Bock stellte am 8. September 2020 ihren im Gmeiner-Verlag erschienen historischen Roman Das Mündel des Medicus im Hospitalhof vor. Viele Weggefährten von Jutta Weber-Bock waren gekommen.

In den 90ziger Jahren lernte ich Jutta im Rahmen des Studium Generale kennen. Ich besuchte ihre Lyrik- und Prosawerkstatt an der Universität. Als Werkstättenleiterin habe ich sie damals schätzen gelernt. Mit Liebesprobe bei Book on Demand hatte sie ihren ersten Roman veröffentlicht. Danach war lange kein Roman von ihr erschienen.

Das Geld für die Brötchen muss verdient werden

Seit vielen Jahren sprach sie immer wieder von einem historischen Roman, an dem sie arbeite. Nun endlich kann die Leserschaft den neuen Roman in Händen halten. Warum hat sich das Projekt weit über zehn Jahre hingezogen? Nun, die Antwort ist – wie es für viele Schriftsteller gilt – der Notwendigkeit geschuldet, die Brötchen mit einer anderen Tätigkeit als dem Schreiben zu verdienen. Bei Jutta Weber-Bock ist es ihre Dozententätigkeit. In der langen Zeit hat sie aufwändige Recherchen zu ihrem Roman gemacht, das wird an diesem Abend im Gespräch mit der Leiterin des Hospitlhofes, Frau Rennigner, deutlich. Auch im Hospitalhof gibt Jutta Schreibkurse, daher bot sich der Ort an, zumal aufgrund der Coronaverordnungen eine Präsentation im Schriftstellerhaus, bei dem sie Mitglied ist, nicht in Frage kam.

Jutta Weber-Bock recherchierte intensiv für den Roman

Im Mittelpunkt des Gespräches steht an diesem Abend die Frage: Wie entsteht ein historischer Roman? Jutta verbrachte viele Wochen im Staatsarchiv und im Stadtarchiv Stuttgart, las sich durch Gerichtsakten. Man gewährte ihr Einblicke in Kirchenbücher, die für sie eine eine wichtige Quelle wurden. Lange vor den säkularen Büchern waren sie die einzigen Zeugnisse, in denen Familienereignisse und Personenstandsdaten festgehalten wurden.

Viele im Roman vorkommenden Personen sind historisch verbürgt, ebenso natürlich die Schauplätze, an denen der Roman angesiedelt ist: das Stuttgart des beginnnenden 19. Jahrhunderts, Kirchberg an der Murr, Metzingen und die Erziehungsanstalt der Herrnhuter Brüdergemeine Königsfeld im Schwarzwald.

Das Mädchen Nanette steht im Mittelpunkt des Romans

Der Roman beginnt in Stuttgart im Jahre 1804. In einem Stuttgarter Gasthof bringt eine adelige Dame heimlich das Mädchen Christiane zur Welt. Es wird der Frau des Hofconditors unter geschoben, die zum gleichen Zeitpunkt entbindet. Der Hofmedicus erklärt ihr leibliches Kind für tot. So wird Gottliebing Rumetsch zur Amme für Christiane, genannt Nanette. Der Hofmedicus hat weitgehende Pläne mit dem kleinen Mädchen, er will Fragen der Erziehung an ihr klären.

Von historischen Details zum Roman – ein langer Weg

Lesepassagen wechseln sich ab mit Fragen von Frau Renninger zur Entstehung und zum Hintergrund des Buches, zu den umfangreichen Recherchen. Dabei stellt sie mehrfach eine zentrale Frage: Wie kann aus den vielen recherchierten Fakten ein Roman werden, der die Fakten als Folie nimmt, aber eine eigene Handlung darauf ausbreitet, mit Personen, die zwar (teilweise) verbürgt sind, aber doch im Roman ein Eigenleben haben? In den Lesepassagen wimmelte es nur so von historischen Details. Wie sich die Entwicklung der Protagonisten und ihrer Antagonisten vollzieht, wie die Personen ihre Konflikte bewätigen und dabei im Roman ein Eigenleben entfalten, wird der Leser dieses 440-Seiten- Romans selber entdecken.

Das Mündel des Hofmedicus
Historischer Roman
448 Seiten, Klappenbroschur Premium
Gmeiner, Preis: 15 €

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens.

Arte Concreta: Was ist das denn?

11.09.2020 at 19:35

Lars Hauschild Ausstellung

Mein guter Freund Lars Hauschild, Mitglied im Korntaler Kunstverein, stellt seine Bilder der „Arte Concreta“ in der Galerie der Stadt Korntal aus. Was aber ist das, Konkrete Kunst? Er selbst schreib dazu auf seinem Blog:

Konkrete Kunst – auf portugiesisch oder italienisch: Arte Concreta – ist weder abstrakt noch gegenständlich. Konkrete Kunst ist eben konkret: meistens geordnet und strukturiert, fast immer mit klaren Linien, überwiegend mit wenigen Farben, mit definierten Farbfeldern und oft geometrisch.

Die Ausstellung ist von Sonntag, 20. Sept. 2020 bis Sonntag, 11. Okt. 2020 geöffnet.
Ort: Galerie 4/1 . Hans-Sachs-Straße 4/1 . 70825 Korntal
jeweils Samstags und Sonntags 14.00 – 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, es gelten die Covid-19-Regeln

Europäische Mobilitätswoche: Klimaziele einhalten – Verkehrswende jetzt!

11.09.2020 at 19:17

Stadt für Menschen statt für Autos

Im Rahmen der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE, die jährlich vom 16. Bis 22. September stattfin­det, fordert ein breites Bündnis für Stuttgart und die Region eine nachhaltige Mobilität. Das Bündnis wird unterstützt von:
KUS • FUSS e.V. • VCD Stuttgart • ADFC Stgt. • Critical Mass Stgt. • Naturfreunde Stgt. • Naturfreunde Radgruppe Stgt. • Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 • PRO BAHN Stgt. • Die AnStifter • F4F • attac Stgt. • Greenpeace Stgt. • Robin Wood Stgt. • Verkehrswende-Jetzt!

Der Hintergrund:

Der Kfz-Verkehr verursacht Lärm, Feinstaub, Stickoxid, Mikroplastik, Unfälle mit Toten und Verletzten. Für ihn werden Flächen versiegelt, öffentliche Räume entzogen, Lebensräume vernichtet. Und: Der Verkehr ist in Baden-Württemberg für 28 % der CO2-Emissionen verantwortlich. Im Gegen­satz zu allen anderen bedeutenden CO2-emittierenden Sektoren sind hier die CO2-Emissionen in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern sogar an gestiegen.

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müssen wir bei linearer Absenkung bis zum Jahre 2038 klima­neutral sein. Deshalb brauchen wir eine sofortige radikale Verkehrswende, in deren Mittelpunkt die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs zugunsten der umweltfreundlichen Alternativen ÖPNV, Fuß- und Radverkehr steht. Konkret heißt dies: Die Produktion von Fahrzeugen mit CO2erzeu­genden Verbrennungsmotoren muss eingestellt werden, jährlich müssen von diesen über 50 Millio­nen Fahrzeugen mehr als 3 Millionen aus dem Verkehr genommen werden. Die Ausgestaltung dieser neuen nachhaltigen Mobilität erfordert eine gesellschaftliche Diskussion, die schnellstens geführt werden muss.

Die Katastrophe

ist schon da: Wir haben teilweise schon eine um 1,5 Grad erhöhte Durchschnittstemperatur. 40 % der Wälder in Baden-Württemberg sind durch Trockenheit und Hitze geschädigt – auch in Stuttgart ver­trocknen Grünflächen und sterben massenhaft Bäume. Weltweit ist mit einer beschleunigenden Ket­tenreaktion durch Auftauen des Polareises und der Permafrostböden zu rechnen.

Unser Ziel:

Wir möchten eine Stadt der kurzen Wege, ohne Autolärm, ohne Luftbelastung, ohne Gefährdung, eine grüne, lebenswerte Stadt. Wir treten ein für eine Stadt, in der Fußgänger, Radfahrer und ein at­traktiver ÖPNV Vorrang haben. Und wir fordern, die Pariser Klimaziele im Verkehrsbereich in Stutt­gart sofort und konkret umzusetzen.

Demonstration und Kundgebung siehe hier

Na dann, Mahlzeit!

08.09.2020 at 16:52

Mahlzeit

Das Handwerk des Dichtens

04.09.2020 at 19:33

Dichtung

 

Deutschland Radio Kultur Logo Deutschlandradio Kultur veröffentlicht regelmäßig „Minihörspiele“ unter dem Namen „Wurfsendung“. Ihre kleine Reihe „Streit unter Dichtern“ lässt die Herzen aller Lyriker höher schlagen.