Schwierige Koalitionsverhandlungen

12.10.2013 at 19:41

rad_03Die CDU hat knapp die absolute Mehrheit bei der letzten Bundestagswahl im September verfehlt. Nun sucht sie einen Regierungspartner und das im Wahlkampf geschmiedete Bündnis zwischen SPD und Grüne rennt der CDU hinterher um an die Macht zu gelangen. Beide haben es im Tandem nicht geschafft, die Bundesregierung unter Merkel abzulösen.

Umso kurioser scheint es nun, wie die beiden Parteien um die Gunst der starken Kanzlerin buhlen. Einer will den anderen überholen. Aber nach der krachenden Niederlage scheint mir das ehemalige Tandem doch arg gebeutelt.

Friedenspreis der Anstifter – Ein Jahr danach

02.10.2013 at 20:41

Vor einem Jahr erhielt die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, den Friedenspreis der Anstifter. Ich hatte die Bewerbung unterstützt und die Wahl begrüßt. Seit meiner frühen Jugend bin ich davon überzeugt, dass zwischenstaatliche Konflikte nicht mit Gewalt gelöst werden können. Den Dienst an der Waffe habe ich konserquenter Weise verweigert.

Wenn ich mir die zwischenstaatlichen Konflikte heute anschaue, so hat sich gegenüber den sechziger Jahren eine Komponente verändert: Die militärischen Blöcke von damals existieren nicht mehr. Der Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsmodelle im „Ostblock“ hat das Lagerdenken pulverisiert. Aber das Morden geht weiter. Vor allem mit deutschen Waffen. Unsere Industrie verdient an dem Export von Waffen – selbst in Krisengebieten – gut. Das muss ein Ende haben. Ein eindrucksvolles Video hat die Gruppe „Silly“ zu dem Thema gemacht:

Jede Aktion, die die Herstellung und den Export von Waffen anprangert, ist unterstützenswert. Am DI 08.10.13, 19:00 – 21:30 Uhr präsentiert Jürgen Grässlin im Katholischen Bildungswerk (KBW) Stuttgart das Schwarzbuch zum Waffenhandel. Aus der Ankündigung im Programm des KBW:

schwarzbuch_waffenhandel„Politik, Industrie, Banken – wer profitiert vom Krieg? Unsere Politiker beschwören den Frieden und betreiben den Krieg: Deutschland ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur – und schreckt vor Lieferungen an verbrecherische Regime und Diktatoren nicht zurück. Jürgen Grässlin deckt auf, wer die Profiteure dieser Kriegswirtschaft sind, er nennt Industrieunternehmen beim Namen, er zeigt, wer in der Politik die Exporte genehmigt und wie die Banken das alles finanzieren. Hochbrisante Fakten, profund recherchiert – ein Augenöffner, wie tief unser Land in die globale Tötungsmaschinerie verstrickt ist.“

Jürgen Grässlin hat letztes Jahr als Sprecher der Kampagne “Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!” den Friedenspreis der Anstifter entgegen genommen.

Unterstützt wird die Veranstaltung von:
Internationale Katholische Friedensbewegung Pax Christi, DFG-VK, aktion hoffnung e.V. Rottenburg-Stuttgart, Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, Ohne Rüstung Leben, Die AnStifter

Ein seltsam‘ Ding

02.10.2013 at 15:01

fruWas die Elster hier in ihrem Nest gefunden hat, ist schon sehr merkwürdig:

Eine Frucht, die wie ein Gesicht aussieht aber natürlich keines ist. Es scheint, als habe ein Tier an ihm genagt. Wenn es dämmrig wird, kann es sich in eine Maske verwandeln. Eine, die Elfen und Zwerge tragen, um uns Menschen zum Nachdenken zu bringen, nicht um uns zu ängstigen. Das Ding erinnert auch an das menschliche Hirn. Was denken wir?

Liebste(r) Marie(enplatz)

02.10.2013 at 13:55

marienplatzEine Liebe aus der Jugendzeit verbindet mich mit Marie, genauer Eva-Marie. Damals nicht erwidert, schenkt mir heute der Platz seine Zuneigung.

In Stuttgart entwickelt sich der Marienplatz immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Nachtschwärmer und Erlebnishungrige. Apropos Hunger:

Jaroslav Rudiš – Zu Gast im Schriftstellerhaus

26.09.2013 at 20:13

Jaroslav RudišJaroslav Rudiš ist derzeit als Stipendiat im Schrifstellerhaus.  Er ist der „Jubiläumsstipendiat“ des Hauses, das bekanntlich im September sein 30jähriges Jubiläum feierte.  Jaroslav Rudiš hat Anfang September die Wohnung im 3. Stock bezogen und wird bis Ende November in Stuttgart bleiben. Gestern las er in der Kulturgemeinschaft Stuttgart aus seinen Werken. Astrid Braun, Geschäftsführerin des Schriftstellerhauses, sprach mit ihm über seine Werke, bevor er aus dem Roman „Die Stille in Prag“ las. Dieser 2012 in deutscher Übersetzung erschienene Roman beschreibt das Leben seiner Protagonisten in kurzen Episoden, die durch das Straßenbahnnetz verbunden sind. Jaroslav Rudiš las einen Ausschnitt von Petr, der mit seiner Hündin Malmö im Cockpit von Straßenbahnen durch Prag fährt und dabei als romantischer Loser von der großen Liebe träumt.

Jaroslav Rudiš ist nicht nur ein Romanschriftsteller. Er arbeitet als Hörspielautor, schreibt Theaterstücke und Kinodrehbücher. Er lebt und arbeitet zwischen Tschechien und Deutschland.

Zusammen mit Jaromír »Jaromir 99« Švejdík hat er die auf drei Bände ausgelegte Graphic Novel um den Fahrdienstleiter Alois Nebel gestaltet. Er sagt über diese Arbeit: „Als wir um die Jahrtausendwende mit Alois Nebel anfingen, war das Punk.“
Punk, das sind die Wurzeln seines Freundes Jaromír, der in Tschechien ein bekannter Rock-Musiker ist. Den ersten Teil haben die beiden bereits verfilmt und sind damit auf vielen Festivals vertreten. Im Dezember kommt der Film auch in die deutschen Kinos. Die „Zeit“ hat einen umfangreichen Artikel über die Gegend geschrieben, in der die Geschichte spielt.

All das erzählt er in sympathischem Plauderton und man möchte ihm noch manche Stunde zuhören. Es wird Gelegenheit dazu sein!

Am 8. November ist er zusammen mit Jaromier99 im Literaturhaus Stuttgart, um die Ausstellung rund um das Werk von Kafka zu eröffnen: K: KafKa in KomiKs. Beginn 21 Uhr.