Das Schriftstellerhaus wird 30 Jahre alt

20.09.2013 at 10:42

30jahre_schriftstellerhaus
Das Schriftstellerhaus feierte sein 30jähriges Bestehen im Max-Bense-Forum. Zugegeben, dieser Raum in Keller der Stadtbibliothek ist nicht gerade einladend und strahlt den Charme einer Kommandozentrale aus. Das schreckte die Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses nicht ab, den Mitbegründer, Helmuth Pfisterer, gebührend zu feiern. Helmuth Pfisterer, der wortgewandte Dichter in schwäbischer Mundart, verstarb 2010. Er hinterließ einen unveröffentlichten Text, den das Schriftstellerhaus nun zu seinem 30jährigen Jubiläum in der Edition Kanalstraße 4 veröffentlicht hat.

Irene Ferchl, die Vorsitzende des Vereins, sprach die Eingangsworte. Titus Häussermann, Verleger der Schriften von Helmuth Pfisterer, ließ Stationen des Lebens des Schriftstellers aufleuchten, beschrieb den Dichter als liebenswert-dickschädlig, ein schwäbisches Urgestein.

jubiläumsbuchSigne Sellke und Gilbert Fels haben den nachgelassenen Text „Der Pascha sitzt in seinem Ausguck und schaut ein Plätzchen“ editiert und lasen Ausschnitte daraus. Das Langgedicht beschreibt präzise den Platz vor der Pauluskirche, nimmt die Kirchgänger in den lyrischen Blick und philosophiert über das Gesehene. Das alles, nicht wie bei Pfisterer üblich in Mundart, sondern in Hochdeutsch.

Musikalisch untermalten den Abend Katharina Wibmer (Geige) und Frank Eisele (Akkordeon). Helmut Pfisterer hatte oft bei seinen Lesungen auf die Musik der beiden zurück gegriffen.

A Dieu!

16.09.2013 at 18:00

wilhelmspalaisAm Sonntag in den frühen Morgenstunden ging eine wunderbare Zeit zu Ende. Das Wilhelmspalais konnte über 15 Monate für Konzerte, Ausstellungen und Tanzpartys genutzt werden. Ermöglicht haben das die die Stadt Stuttgart und die Betreiber der Wagenhallen. Sie hatten an die Stadt geschrieben und angeboten, in der ehemaligen Stadtbücherei Veranstaltungen auszurichten. Die Stadt gab das Gebäude zur Zwischennutzung frei.  Stefan Mellmann und sein Partner Thorsten Gutbrod präsentierten ein Programm, das es so in Stuttgart noch nicht gegeben hat. Es zeigte sich, wenn man freie Hand hat, gelingt vieles mit Leichtigkeit. Vor allem im Sommer wurden die Konzerte auf der Freitreppe zum Erlebnis vor der „Skyline“ Stuttgarts. Ich berichtetet bereits über das Konzert von Ralf Illenberger und Peter Autschbach, die zwei Hexer auf ihren akustischen Gitarren, die von den Wurzeln des Duos „Kolbe-Illenberger“ kommend, eigene Kompositionen entwickelt haben.

dralexUnvergesslich auch das Konzert von „Dr. Aleks & The Fuckers“:
eine wilde, ungezähmte Balkanpunkband. Ihre Musik ist anarchistisch im besten Sinne des Wortes, die Performance eine sexy, gypsy Balkanaction. Bei ihre Version von „Bella Ciao“ lief es mir kalt und heiß den Rücken runter. Spielfreude pur drücke sich in ihren Songs aus. Hier als Appetitanreger ein Video von ihnen.

Demnächst wird in dem ehrwürdigen Gebäude gehämmert und gemeißelt. Der Umbau für das neue Stadtmuseum beginnt. Ich wünsche mir weiterhin lebendige Kultur in Stuttgart.

Die Elster hat ihr Nest gefunden

11.09.2013 at 11:11

Nachdem ich schon lange die Seite „Lerchenflug“ betreibe, ergänze ich diese durch einen Blog. Hier wird alles gesammelt, was es mir wert erscheint, veröffentlicht zu werden.

Mit der Kamera streife ich durch die Welt und halte fest, was mir besonders ins Auge springt. Bilder verbinden sich mit Texten, Fundstücke werden ins Nest gelegt.

Ein lauer Sommerabend

14.07.2013 at 12:00

kon_13Das Konzert von Illenberger und Autschbach im Wilhelmspalais war im Gebäude geplant. Angesichts des herrlichen Wetters verlegte der Veranstalter das Konzert kurzfristig nach draußen. Eine gute Idee. In der heraufziehenden Sonnenuntergangsstimmung begannen die beiden Ausnahmegitarristen ihr Konzert, langsam fingen sie an und steigerten sich immer mehr.

Stipendiatenlesung

24.06.2013 at 17:29

Die drei mit einelesung_stipendiatenm Stipendium ausgezeichneten SchriftstellerInnen lasen im Café der Stadtbibliothek am 24. Juni 2013 aus ihren Werken.
Astrid Braun, Geschäftsführerin und Mitglied der Jury, führte die Lesenden durch kurze Präsentationen ein.

Matthias Nawrat eröffnete die Lesung mit einem Auszug aus seinem Roman „Wir zwei allein“. Dieser Roman wurde ausgezeichnet mit dem Silberschweinpreis 2012 für das beste Debüt auf der lit.Cologne und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2013. Seine Sprachvirtuosität kam in dem gelesenen Auszug deutlich zum Ausdruck. Bewegungen von Zügen wurden durch rhythmisierte Wortwiederholungen sinnlich zum Ausdruck gebracht.

Gabriele Riedle las in einer lebhaften Performance aus ihrem Buch, der theatralische Vortrag fesselte. Von Astrid Braun wurde sie gelobt als Reisereporterin, die Reisen unternimmt, die nie Spaziergänge sind. Ihre Reisereportagen sind u. a. bei Geo erschienen.
Mit ungewöhnlichem Sound erzählt die Ich-Erzählerin Natalie. Sie führt einen langen inneren Monolog, der mitreißt: mal sarkastisch, mal sehnsüchtig, mit einem Humor, der aus der Verzweiflung kommt.

Albrecht Selge wagte das Experiment einer Lesung aus einem in Arbeit befindlichen Roman, den er mit finanzieller Unterstützung des Stipendiums zu beenden gedenkt. Seine lebhafte Vortragsweise bezauberte die Zuhörer.