Verbindungen…

03.09.2014 at 8:34

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…sind unsere Leidenschaft, so sagt es ein Werbespruch meines Arbeitgebers Versatel. Und Improvisation ist unsere Stärke, möchte ich als Projektleiter ergänzen, denn improvisiert wird viel bei Versatel.

Professionell ging der Eigentümer KKR mit Versatel um. Der Finanzinvestor verkaufte Versatel Anfang des Monats für 586 Millionen € an United Internet. KKR machte damit in knapp drei Jahren einen hohen Gewin: 2011 zahlte KKR nur 176 Millionen € für Versatel. Ich verstehe mittlerweile, warum Franz Müntefering zu Zeiten der Finanzkrise die Private-Equity-Firmen als Heuschrecken titulierte.

Auf dem Markt in Artá – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden IX

02.09.2014 at 16:54

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„Na, die Taschen hab I net bei dem unverschämtn Nega ‚kauft, di hab I bei einem Weißen ‚kauft und obendrein noch vial billga“, sagt stolz die Augsburgerin, zeigt ihrer Familie ihre neue Tasche. Für 35 € ist sie auch bei dem Weißen übers Ohr gehauen worden. Aber Hauptsache, man bleibt unter sich. In der Tres-Mes-Tapas-Bar trinkt M. ein kühles Cerveza.

T. und R. kaufen auf dem übervollen Marktplatz für das Mittagessen heute und morgen ein. Das Angebot an lokalen Spezialitäten ist groß: Fisch, Gemüse, eingelegte Oliven.

Der Orangenmann verkauft aus seiner mobilen Saftpresse Becher um Becher seinen erfrischenden Saft. Er praktiziert die mechanisierte Saftproduktion. Um diese Mengen von Hand auszupressen, bedürfte es drei Angestellter. So geht europäische Austeritätspolitik. Der Markthandel liegt abseits der Konferenztische in Brüssel. Einnahmen wandern in abgegriffene Lederbeutel, Steuern sind schwer zu berechnen. Pauschalen werden die Wahl des Staates sein.

Die kubanischen Klänge einer Straßenband fliegen durch die schmalen Gassen, erreichen die Ohren von M. Sprachfetzen aus verschiedenen europäischen Ländern kann M. von den Nachbartischen hören.

Flugbahnen – Die Lösung?

02.09.2014 at 9:03

Wie am 30. August berichtet, flog ein Joghurtbecher über die Brüstung. Mittlerweile traf ein möglicher Lösungsansatz von W. O., einem physikalisch beschlagenen Freund von M., ein:

W. verwies auf den Federballeffekt. Der Federball hat einen definierten Schwerpunkt durch das Gummi an seinem konischen Ende. Folglich trifft er damit am Ende seiner Flugbahn auf den Schläger auf (oder auf den Boden, wenn’s nicht gut läuft). Bei unserm Becher ist allerdings der Schwerpunkt nicht so genau festzulegen, er war beim Sturz noch halbvoll. Für weitere Vorschläge ist der Autor dieses Tagebuchs weiterhin dankbar.

Die Waffen nieder – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden VIII

01.09.2014 at 13:00

IMG_20140902_075005Gegenüber der Catedral la Seu in Palma erhebt sich der Palast der Admirale. Vor seinen Toren zwei eiserne Kanonen, deren Imposanz und Bedrohung durch zwei einfache Holzstopfen ins Lächerliche gezogen wird. M. denkt an seinen Vater, der vor genau 75 Jahren kollektiv zurück geschossen hat! Hitler begann mit dem Überfall auf Polen den zweiten Weltkrieg. Hätten doch unsere Väter und Großväter den Aufruf von Bertha von Suttner befolgt: „Die Waffen nieder!“

Auf ein paar Biere mit K. B. – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden VII

31.08.2014 at 23:55

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Am Abend traf M. seinen Kollegen K. B., der ein paar Kilometer weiter in Can Picafort mit seiner Familie Urlaub macht. Seit vielen Jahren arbeitet M. mit K. in gemeinsamen Projekten. K. hat  über Jahre die Planung der Übertragungstechnik für den „Backbone“ bei Versatel gemacht, die M. als Projektleiter mit ihm und vielen anderen Kollegen umsetzte. K. ist der „Lieblingsplaner“ von M., auf ihn ist Verlass. Heute Abend tauschten M. und K. B. Ferientipps aus. Wo es gute Badebuchten gibt, wo man in Palma sein Auto kostenlos parken kann. Seit Jahren schwärmt K. von einer Eisdiele am Hafen von Palma, bei der der Preis pro Kugel sinkt, je mehr Kugeln man bestellt. Man kann sich das Eis im Hörnchen geben lassen, aber auch in 1-Liter-Gebinden. Da können sich die Italiener eine Scheibe (Kugel) abschneiden.

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Flugbahnen – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden VI

31.08.2014 at 18:50

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Auf einem Balkon sitzend, nimmt M. seine Mahlzeiten ein. Dabei wurde er mit den Gesetzen der Schwerkraft konfrontiert. Als bei einer heftigen Diskussion mit T. und R. dieser Joghurt über die Brüstung flog, war er doch sehr erstaunt, dass der Becher auf seinen Boden fiel und unbeschädigt blieb. Die Fallhöhe kann M. mit ca. 5m angeben. Der Eskapismus des Joghurts beschäftigte M. noch viele Stunden. Warum zerschellte der Plastikbecher nicht? Warum landete er gerade auf dieser Seite und nicht auf einer seiner fünf anderen Seiten? M. versuchte Erklärungen in den Tiefen des www zu finden, bis jetzt ohne Ergebnis. M. ist über jeden physikalischen oder philosophischen Hinweis dankbar. Schreiben Sie ihm. Seine Adresse finden Sie unter „Impressum“. Herzlichen Dank für Ihre Mühen.

Sex and Crime – Tagebuch eines Inselreisenden V

30.08.2014 at 21:00

WarumIMG_20140830_160927 zum Teufel, liest M. auf Mallorca einen Krimi aus Irland?

1. Weil er es kann. (Wie ein Kollege von M. zu sagen pflegt.)

2. Weil er ihn zum Geburtstag geschenkt bekommen hat.

3. Weil es um Missbrauch durch katholische Priester geht und die Enthauptung eines besonders schlimmen Exemplars (da denkt M. an die gerade in Korntal geführte Diskussion um den Missbrauch in den „Sozial“-Einrichtungen der Brüdergemeine und fragt sich, was eine Lösung wäre).

4. Weil die deutsche Übersetzung von Harry Rowolth verfasst wurde, den M. sehr bewundert.

Eine Vielzahl von musikalischen Zitaten machen einen großen Teil des Lesevergnügens aus: Warren Zevon, Emmylou Harris, Johnny Cash, R.E.M., Springsteen. Alles Musiker, von M. sehr bewundert.

Jack Taylor ist ein Privatermittler, der in seiner Heimatstadt Galway versucht, Licht in das grausige Verbrechen zu bringen, obwohl er von verschiedenen Seiten gewarnt wird, die Finger davon zu lassen, unter anderem auch von seinem ehemaligen Chef bei der Polizei. Das ganze Buch über kämpft Jack mit seinem Alkoholproblem und gegen seine Nikotinsucht an. Aber auch ohne diese beiden Laster ist er aus anderen Gründen ganz unten. Die düstere Stimmung des Buches kontrastiert wunderbar mit der gleißenden Sonne Mallorcas. M. hat es genossen.

Ken Breuen: Jack Taylor und der verlorene Sohn
dtv-Taschenbuch, 297 Seiten

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens