Auf den Spuren von Joseph Süß Oppenheimer

04.12.2014 at 17:13
Literaturspaziergang zu Joseph Süß Oppenheimer

Rudolf Guckelsberger, Birger Laing

Ich stolpere an diesem freundlichen Herbsttag durch die Gassen der Altstadt von Stuttgart. Viel ist aus der Zeit, in der Joseph Süß Oppenheimer hier wirkte, nicht mehr vorhanden. Das Kopfsteinpflaster ist längst dem Asphalt gewichen. Plötzlich finde ich mich am Wohnhaus des Joseph Süß Oppenheimer wieder. Es stand dort, wo sich heute der Friedrichsbau erhebt. Joseph Süß Oppenheimer musste das Haus über einen Strohmann kaufen. Juden war der Erwerb von Grundbesitz nicht gestattet. Nun war er Nachbar des Großvaters von Wilhelm Hauff, dem bedeutenden Dichter der Romantik. Oppenheimer hatte in den letzten Jahren viel Geld verdient. Als Privatfinanzier in der Pfalz, durch Vergabe von Krediten an verschuldete Adelige. Langsam wuchs sein Einfluss. Immer, wenn Banken sich weigerten, den aufwändigen Lebenswandel der Geldsuchenden zu finanzieren, sprang er ein. Seine Kredite waren teuer, jedoch ohne zu wuchern.

Von einem Kenner der Literaturgeschichte werde ich geführt: Birger Laing, an seiner Seite der Rezitator Rudolf Guckelsberger, der historische Texte liest, mich so in die Zeit hineinzieht aber auch Auszüge aus Romanen. Ich erfahre:

Der Aufstieg

Bei einer Heiratsvermittlung im Auftrag des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg lernte Joseph Süß Oppenheimer 1732 in Wildbad dessen Neffen Karl Alexander kennen. Wie viele Fürsten damals, litt er unter chronischem Geldmangel. Da hatten sich zwei gefunden: Noch im selben Jahr ernannte Karl Alexander Oppenheimer zu seinem Hof- und Kriegsfaktor. Seine Aufgabe war kurz und knapp: Geldbeschaffung für Luxuswaren und Heereslieferungen. Und als ein Jahr später Karl Alexander den Thron bestieg, war der Aufstieg des geschäftstüchtigen Finanzgenies unaufhaltsam. Der neue Herzog von Württemberg räumte ihm weite Entscheidungsspielräume in Wirtschafts- und Finanzfragen des Landes ein. Beliebt machten die beiden sich nicht: Karl Alexander war vom protestantischen zum katholischen Glauben übergetreten. In seiner vierjährigen Regierungszeit (1733–1737) regierte also ein katholischer Fürst, beraten von einem Juden ohne volle Bürgerrechte, über eine protestantische Bevölkerung. Das erzeugte erhebliche Spannungen. Er stellt die Ständeversammlung kalt, band sie nur pro Forma in seine Regierungsgeschäfte ein, regierte selbstherrlich, ganz wie wir es aus jüngster Landesgeschichte her kennen.

Ich laufe um die Markhalle herum und erreiche die Münzgasse, vis-à-vis vom Breuninger. Derzeit wird alles abgerissen, um die Erweiterung des Breuninger-Kaufhauses zu ermöglichen. Auch das Hotel Silber, die ehemalig Gestapo-Zentrale, soll mit eingebunden werden. In der Münzgasse stand vor 250 Jahren die staatliche Münze, die Joseph Oppenheimer pachtete. Nicht unbedingt um Gewinn zu machen, eher schon um Ansehen und Einfluss zu erlangen. Er war auf allen nur denkbaren Gebieten tätig: Er gründete eine Tabak-, Seiden- und Porzellanmanufaktur, errichtete und betrieb eigenständig die erste Bank Württembergs. Mit Unterstützung des Herzogs setzte er die Besteuerung der Beamtenbezüge durch. Ganz großer Fehler, wie sich am Ende seines Lebens zeigt. Und immer wieder Handel: mit Edelsteinen, Edelmetallen, da kam ihm die Münze gerade recht. Einfluss gewann er auch indem er gegen hohe Gebühren Handelsrechte für Salz, Leder und Wein an Juden vergab. Kurz, einer des es verstand, sich Neider zu schaffen.

Die Stadt Stuttgart hat zu „Ehren“ dieses Geschäftsmannes einen Platz benannt. Geht man über diesen zugigen Platz, gleich hinter Karstadt eingezwängt, beschleicht einen die Vorstellung, die Stadt hat mit der Namensgebung für diesen unwirtlichen Platz dem Namenspatron noch einmal eins ausgewischt: Eine Tiefgaragenzufahrt dominiert den Zugang zum Platz, allüberall versiegelter Boden, Sitzgelegenheiten – Fehlanzeige. Wer will sich hier aufhalten. Nur weiter!

Die Häuser der Stände, in dem Herzog Karl Alexander seinen Eid schwören musste, stand in der Kronprinzstraße, Ecke Kienestraße gleich nebeneinander: das Gebäude der Ersten Kammer (Kammer der Standesherren) und das Gebäude der Zweiten Kammer (der Abgeordneten) mit dem Halbmondsaal. Dort sprach Karl Alexander die Eidesformel mit leiernder, gelangweilter Stimme. Er tat alles, um die „Ehrbarkeit“ gegen sich aufzubringen. Als er dann auch noch die von Oppenheimer vorgeschlagenen Maßnahmen und Reformen in absolutistischer Machtvollkommenheit, ohne die Zustimmung der protestantischen Württembergischen Landstände durchsetzte, mussten sie auf Rache sinnen. Immerhin gab der Tübinger Vertrag, der auch als württembergische Verfassung galt, der Ehrbarkeit das Recht der Steuerbewilligung. Vor dem Hintergrund dieser politischen und konfessionellen Spannungen weckten Oppenheimers erfolgreiche Staatssanierung, sein Wohlstand und seine rigide Geld- und Steuerpolitik bei vielen Landesbeamten und Bürgern Neid, Hass und antijüdische Ressentiments. 280 Jahre später hat wieder ein Landesfürst am Parlament vorbei seine großen Geldgeschäfte gemacht. Auch er zog den Hass der Bürgerschaft auf sich.

Das Ende: Prozess und Hinrichtung von Joseph Süß Oppenheimer

Auf dem Stuttgarter Rathausplatz komme ich zum „Ende von Oppenheimer“. Am 12. März 1737 starb Herzog Karl Alexander, noch am gleichen Tag wurde der verhasste Jude verhaftet und man machte ihm den Prozess. Diese Stadt hat eine lange Tradition in der Verfolgung politischer Querschädel. Die Staatsanwaltschaft des Landgerichtes hat sich in den letzten drei Jahren in diesem Punkt wieder unrühmlich hervorgetan. Kritiker politisch gewollter Prestigeprojekten werden schon mal deutlich rigoroser auf die Anklagebank gezerrt als die, die ihnen bei ihren Protestaktionen eins auf die Mütze gehauen haben.

Gleich nach seiner Verhaftung wurde sein gesamtes Personal verhaftet, die Wohnung versiegelt, das Vermögen konfisziert, private und geschäftliche Schriftstücke beschlagnahmt. Schon ein halbes Jahr vor seiner Verurteilung wurde sein Vermögen versteigert und so der Staatskasse wieder zurückgegeben. Wessen klagte man ihn aber an? Es waren:

Hochverrat, Majestätsbeleidigung, Beraubung der staatlichen Kassen, Amtshandel, Bestechlichkeit, Schändung der protestantischen Religion und sexuellen Umgang mit Christinnen. Am 9. Januar 1738 erging das Todesurteil. Beweise lagen für keinen der auf alten antijüdischen Klischees beruhenden Anklagepunkte vor, auf Benennung von Straftaten oder auf eine Begründung wurde bei der Urteilsverkündung verzichtet.

Man stellte Joseph Süß Oppenheimer in einem rot gestrichenen Käfig zur Schau und versprach ihn zu begnadigen, falls er zum Christentum übertrete. Er lehnte ab. Am 4. Februar 1738 wurde er von dem Sohn eines Scharfrichters aus Straßburg mit einem Strick erdrosselt. Die Württemberger wollten diesen Akt nicht selber ausführen. Eine große Menschenmenge fand sich ein, um diesem Schauspiel beizuwohnen. Heute liegt der Südeingang zum Pragfriedhof an der Hinrichtungsstelle. Oppenheimers Leichnam wurde sechs Jahre lang (!) in dem eisernen Käfig öffentlich zur Schau gestellt, erst 1744 ließ ihn Herzog Carl Eugen bei seinem Regierungsantritt abhängen und verscharren. Über diese Grausamkeit dachte ich nach, als ich die Berichte von den Tötungen der IS las und wie man auch heute die schmutzigen Geschäfte von anderen ausführen lässt.

Die Prozessakten bieten wieder eine gute Parallele zur Gegenwart: Bis 1918 waren die 7,5 Regalmeter Prozessakten geheim. Seit 1918 ist der Aktenbestand im Staatsarchiv Stuttgart frei zugänglich. Sie umfassen eine akribische Dokumentation jedes möglichen Verdachtsmomentes und aller Verhörprotokolle. Ziel der Ankläger war die Beweisführung, dass Oppenheimer der böse Ratgeber des Herzogs Karl Alexander gewesen sein musste, den Herzog keine Schuld traf. Dazu waren alle Mittel recht, so zum Beispiel die Aufforderung der Denunziation, die öffentlich verlesen und an den Rathäusern in ganz Württemberg ausgehängt wurde. Selbst die Versteigerungserlöse wurden bis auf Heller und Pfennig aufgeführt. Die deutsche Justiz ist wahrlich gründlich.

Ein Spaziergang geht zu Ende, der meinen Blick für geschichtliche Zusammenhänge geschärft hat. Wer diesen Weg nachgehen möchte, wende sich vertrauensvoll an:
Literatur-Spaziergänge Hahn, Kusiek & Laing. Ihre Internetpräsentation: Litspaz.de

Robert Seethaler im Buchcafé

01.12.2014 at 9:35
Robert Seethaler

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Das Schriftstellerhaus und der Börsenverein hatten Robert Seethaler am 25. November im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen zu einer Lesung ins Buchcafé eingeladen. Astrid Braun, Geschäftsführerin des Schriftstellerhauses, kennt Robert gut, 2008 war er Stipendiat in eben diesem Haus. Es war eines von vielen Stipendien, die er erhielt. Aus den einleitenden Worten von Astrid Braun schwang deutlich Stolz mit, dass das Schriftstellerhaus mal wieder einen Autor am Beginn seines literarischen Weges entdeckt und gefördert hat, der in diesem Jahr seinen 5. Roman vorlegte. Es entstand sofort ein Gespräch in freundschaftlicher Atmosphäre, die den Abend trug.
Robert Seethaler, 1966 in Wien geboren, wurde 2007 für seinen Roman »Die Biene und der Kurt« mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet. Als Fernsehschauspieler habe ich Robert Seethaler vor kurzem als Pathologe Dr. Kreissler in der ZDF-Krimiserie „Ein starkes Team“ gesehen. Er hat Bühnenengagements und schreibt Drehbücher. Der Film, nach seinem Drehbuch, „Die zweite Frau“ wurde mehrfach ausgezeichnet und lief auf verschiedenen internationalen Filmfestivals.
An diesem Abend las er aus seinem neuen Roman „Ein ganzes Leben“. Im Mittelpunkt steht Andreas Egger, der in einem einsamen Bergtal in Österreich als Hilfsknecht lebt und den Einzug der Moderne in dieses Tal miterlebt. Robert Seethaler beginnt seine Lesung mit dem ersten Kapitel, in dem er schildert, wie Andreas Egger den zum Tode Geweihten alten Ziegenhirten „Hörnerhannes“ aus seiner Hütte zu retten versucht. Er schnallt ihn sich in einer Kraxe auf den Rücken, will den alten Hirten hinunter ins Dorf schleppen. Bei einer Rast entsteigt der Hörnerhannes dem Traggestell und läuft in den Schneesturm. Obwohl Andreas ihm hinterstapft, erreicht er ihn nicht. Der Alte verschwindet hochsymbolisch im Nebel wie ein Gespenst, ist weg und kommt nicht wieder.
Kapitel um Kapitel las Robert Seethaler in seiner ruhigen und besonnen Art, den Text mit knappen Gesten unterstreichend. Wir erfuhren im Laufe des Abends, wie Andreas Egger eine zarte Liebesgeschichte zu Marie erlebt, die als Bedienung in der Dorfwirtschaft arbeitet und sein aufrichtiges Wesen schätzt. Reden kann der Andreas nicht gut. Kräftig ist er aber er hat auch ein Handicap: er hinkt. Eine Verletzung aus der Kindheit. Die Kinder im Dorf rufen ihn Hinkebein. Marie, die Liebe seines Lebens verliert er. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm.
Die Moderne kommt durch das Bauunternehmen Bittermann & Söhne ins Tal. Seine Arbeiter errichten eine Seilbahn. Andreas Egger verdingt sich bei der Baufirma als Baumfäller und bejubelt die neue Zeit: die Elektrizität erobert das Tal und Ende der fünfziger Jahre kommt das Fernsehen, zuerst in der Gaststube „Ganser“. All das verändert die Lebenssituationen der Menschen.
Es ist eine einfache und tief bewegende Geschichte. So lautete auch lange der Arbeitstitel: Eine einfache Geschichte. Robert Seethaler berichtete, wie schwer es ihm fällt, zu schreiben. Die Figuren müsse er sich förmlich aus dem Herzen herausschnitzen. Einen Plan, einen Plot hat er zu Anfang seines Schreibprozesses nicht. Er liebt seine Figuren und vertraut darauf, dass sie ihm seine Geschichte anvertrauen. Dabei bleiben Details im Dunklen: Er könne nicht beschreiben, wie Andreas Egger aussieht, ob er dick oder dürr, groß oder klein sei. An Äußerlichkeiten ist Seethaler nicht sonderlich interessiert. Und doch erschienen die Figuren lebendig vor dem geistigen Auge des Zuhörers. Es geht ihm mehr um Charaktere, um zwischenmenschliche Beziehungen und wie die äußere Welt auf die Figuren einwirkt. Seine kleinen Sätze haben große Bedeutung, so wie dieser: „Liebe und schön fallen nicht immer zusammen“.

Robert Seethaler und Astrid Braun im GesprächEin ganzes Leben
gebunden, 160 Seiten, 17,90 €
Verlag: Hanser Berlin
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Katrin Zipse – Thaddäus Troll Preisträgerin 2014

27.11.2014 at 17:34
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Wo anders sollte ein Preis für den schriftstellerischen Nachwuchs in Baden-Württemberg übergeben werden, wenn nicht in einem „Tempel der Literatur“? So fand die Ehrung der Preisträgerin Katrin Zipse im Café LesBar der Stadtbibliothek Stuttgart vor großem Publikum statt. Es musste kurzfristig aufgestuhlt werden, so groß war der Andrang am 25. November.

Ingrid Bussmann

Ingrid Bussmann

Das freute die Vorsitzende des Vereins „Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e. V“, Ingrid Bussmann und die Freude konnte man ihr deutlich ansehen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Preisverleihung (immerhin wird der Preis seit 1981 verliehen) wird eine Jugendbuchautorin für ihren Jugendroman geehrt.

Katrin Zipse wurde in 1964 Stuttgart geboren, wuchs in Bad Dürrheim auf, studierte in Berlin Theaterwissenschaft und Germanistik und arbeitete mehrere Jahre lang als Dramaturgin. Seit 1993 arbeitet sie als Redakteurin bei SWR2, schreibt Hörspiele und Radio-Features. Ihren ersten Roman „Glücksdrachenzeit“ schrieb sie in ihrer Freizeit und konnte ihn beim Magellan Verlag veröffentlichen. Dieser noch junge Verlag ist ganz auf Kinder- und Jugendliteratur ausgerichtet.

Die Autorin las an diesem Abend einige Passagen aus ihrem Roman, von dem die Jury sagt: „Eine Geschichte, die zugleich witzig und berührend, auf unkonventionelle Weise verschiedene Generationen miteinander in Berührung bringt“. Zu Beginn erläuterte sie den Zuhörern die Verwendung und die Bedeutung unterschiedlicher Schrifttypen, die die verschiedenen Ebenen der Geschichte optisch trennt und in der Lesung natürlich nicht erkennbar sind.

Katrin Zipse führte die Zuhörer in die Geschichte von Nellie und ihrem Bruder Kolja ein, die als unzertrennlich gelten. Der ältere Bruder gerät immer weiter auf die schiefe Bahn, greift zu Drogen und verlässt schließlich das Elternhaus, trampt nach Südfrankreich. Nelle folgt ihm, will ihn finden und wieder auf die „richtige Spur bringen“. Dabei erlebt sie, begleitet von ihrem Hund Jackson, so manches Abenteuer und lüftet bisher ungeahnte Familiengeheimnisse.

Und da es ein Roman für Jugendliche ist und er sich in weiten Teilen der Jugendsprache bedient, hatten die Veranstalter die Idee, zwei jugendliche Leserinnen auf die Bühne zu bitten und ihre Eindrücke zu diesem Buch zu schildern. Beide lobten die frische Sprache des Romans, die so gar nichts mit den Pflichtlektüren ihres Schulalltags zu tun hat.

Stefanie Groß, Redaktionsleiterin beim SWR und Kollegin von Frau Zipse, lobte in ihrer Laudatio den einfühlsamen und humorvollen Erzählton, den der Roman anschlägt. Die 15jährige Nelli dieser Coming of Age Geschichte verbindet eine tiefe Geschwisterliebe zu ihrem drei Jahre älteren Bruder Kolja. Der, nachdem er in Rauschgiftgeschäfte verstrickt war, einfach abhaut, Richtung Süden, weit weg von allen Problemen, die in der Familie begründet sind. Die Eltern erstarrten nach dem Tod des jüngsten Kindes und Kolja war für Nellie existenziell wichtig, als ihre Eltern in Depressionen verfielen. Diese Familientragödie bietet die Leinwand, auf der sich der Roman entfaltet, der eine Ansprache der Ich-Erzählerin Nelli an ihren verstorbenen Bruder ist.

Carmen Kotarski

Carmen Kotarski

Carmen Kotarski vom Schriftstellerhaus erhellte in ihrer Rede, die Diskussionsstränge und Kriterien, nach denen die Jury die Preisentscheidung gefällt hatte. Die Vielschichtigkeit dieses Romans, in einer für Jugendlichen verständlichen Sprache, war für die Jury ausschlaggebend, den mit 10.000 € dotierten Thaddäus Troll Preis an Katrin Zipse zu geben.

Musikalisch untermalten die Preisverleihung Jenny Thiele und Laura Rajtschan mit ihren klassischen Gitarren.

 

Thaddäus Troll Preis

Die glückliche Preisträgerin mit der Vorsitzenden des Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e. V und Carmen Kotarski

Glücksdrachenzeit
270 Seiten, gebunden
Magellan Verlag, 16,95 €
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Friedenspreis 2014 geht an: Edward Snowden!

26.11.2014 at 15:53
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Eward Snowden, per Videokonferenz zugeschaltet

 

Der Friedenspreis der Anstifter wurde am 23. November dem Whistleblower Edward Snowden verliehen. Der Raum im Theaterhaus war bis auf den letzten Platz besetzt, als Walter Sittler die Gala mit der Rezitation eines Ingeborg Bachmann Gedichts eröffnet und mit Zitaten großer Querdenker zum Nachdenken anregt.

ines pohl
Natürlich konnte Edward Snowden den Preis nicht persönlich entgegennehmen, er lebt im Asyl in Russland. Wäre er gekommen, wären die Geheimdienste der USA zur Stelle gewesen, ihn zu verhaften. Fritz Mielert, Geschäftsführer der Anstifter, und seine Mit-Anstifter stellten den Kontakt über den Rechtsanwalt Snowdens her und ermöglichten, den Preisträger via Liveschaltung an der Feier teilnehmen zu lassen. So konnte der Ausgezeichnete (simultan übersetzt) die Laudatio der TAZ-Chefredakteurin Ines Pohl miterleben. Sie lobte den Mut dieses Mannes und ging auf den Verlust der privaten Unversehrtheit jedes einzelnen ein: durch Überwachung der NSA und deutscher Geheimdienste. Ihre Rede ist hier nachzulesen.

Die Dankesrede von Snowden wurde vom Laptop-Bildschirm abgefilmt und eingespielt. Er sah schmaler aus, als man ihn von Fotos kennt. Er saß vor einer schwarzen Wand. Wo, das weiß keiner so genau. friedenspreis_05Am Ende seiner Rede fluteten die Zuschauer den Saal mit Plakaten, die sie dem Preisträger in die Kamera hielten und auf denen sie ihn für seinen Mut dankten. Diese Plakate sammelte Peter Grohmann in einen wunderschönen Koffer ein, um sie nach Russland zu schicken.

Musikalisch bewiesen die Anstifter wieder ihr Gespür für hervorragende Musik mit engagierten Texten. Sie hatten die Band „Rainer von Vielen“ eingeladen, eine vierköpfige Band aus Kempten im Allgäu. Fetzige Akustikgitarre traf auf Akkordeon und Mundharmonika, Bass und Schlagzeug. Der Gesang der Gruppe war teils von Obertongesang durchdrungen.friedenspreis_06

In einer anschließenden Podiumsdiskussion suchten Ines Pohl, Constanze Kurz und Josef Foschepoth Antworten auf die Frage: „Demokratische Kontrolle von Geheimdiensten – machbar oder aussichtslos?“ Constanze Kurz ist Sprecherin des Chaos Computer Clubs und kritisiert die Geheimdienste, denn sie kennt die technischen Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Josef Foschepoth vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg hat ein beachtenswertes Buch zum Thema geschrieben: „Überwachtes Deutschland“. Fritz Mielert brauchte die Runde nicht zur Diskussion zu animierten, es war ein Thema, das allen auf den Nägeln brannte und bei dem sie sich kompetent einbringen konnten.

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Cams21 hatte sich freundlicherweise um den Live Stream der Friedensgala gekümmert. Die Aufzeichnung ist hier abrufbar. Die untertitelte Dankesrede von Edward Snowden gibt es unter diesem Link. Den Abdruck der Laudatio und der Dankesrede veröffentlichten Die Anstifter auf ihrer Seite.

Mit dem Rücken zur Luft …

20.11.2014 at 20:02
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… saß am 18. November Jürgen-Peter Stössel im Schriftstellerhaus und las aus seinem neuen Gedichtband gleichnamigen Titels. Günter Guben wollte die Einführung und die Moderation an diesem Abend machen. Allerdings war Usch Pfaffinger schneller: Noch bevor G. Guben das Wort ergreifen konnte, las sie zu Beginn ein paar Gedichte des Gastes aus diversen Bänden des Schriftstellerhaus-Almanachs in denen Jürgen-Peter Stössel vertreten ist. Das ist ein gutes Beispiel für das Engagement der Mitglieder des Schriftstellerhauses und für die weiten Diskussionsräume, die dieses kleine Haus in der Kanalstraße 4 bietet. Günter Guben kennt den Autor von gemeinsamen Veröffentlichungen und stellte ihn einfühlsam vor. In seiner ausführlichen Würdigung ging Günter auf das literarische Wirken des Autors ein. Von 1972 bis 1977 gab Jürgen-Peter Stössel zusammen mit namhaften Autoren (u. a. Uwe Timm) die Zeitschrift “Literarische Hefte” heraus und wirkte in der “Wortgruppe München” mit.

stössel_2Der neue Band des 1939 geborenen, heute in Freiburg lebenden Autors, ist in diesem Jahr im Drey-Verlag erschienen. Er vereint Gedichte aus den Jahren 2009 – 2014. Der Fünfundsiebzigjährige hat sich geistig nicht zur Ruhe gesetzt. Heute schreibt er überwiegend Lyrik. Er trat in der Vergangenheit hervor als Prosaist, Essayist und Wissenschaftsjournalist: Stössel arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Veterinärmediziner.

Seinem Band stellte er ein Zitat von René Char voran: „Ein Dichter muss Spuren seiner Durchreise hinterlassen, keine Beweise“. Das Titelbild zeigt sehr schön, wie Stössel sein Themen umkreist, luftig, verspielt, ohne jede einen Zirkel zu benutzen. Besonders hat mir das Gedicht „Selbstporträt mit Kopfbahnhof“ gefallen. Darin der Kopfbahnhof in Form einer Märklin-Anlage. Mit der Eisenbahn verkürzten sich die Kinder das Warten auf das Weihnachtsfest. Seine Eltern besaßen bis zur Ausbombung ihrer Wohnung ein Modell des Stuttgarter Hauptbahnhofes, allerdings ohne die typischen Seitenflügel, die auch heute nicht mehr stehen, der Idee eines Durchgangsbahnhofs zum Opfer gefallen.

Sein Lieblingsgedicht in diesem Band ist „Kopf Weiden“, es ist auf dem folgenden Video aufgezeichnet (ab 3:50).

Im zweiten Video liest Jürgen-Peter Stössel das auf der Rückseite seines Bandes abgedruckte Gedicht „Wanderer“.

stössel_3Mit dem Rücken zur Luft
101 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag
Drey-Verlag, 17 €
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Der Kampf um Kobanê – Ausnahmezustand in der Türkei

18.11.2014 at 14:03
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Lucie Billmann von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Referent Murat Çakır

So der Titel einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) in Zusammenarbeit mit DIDF (Föderation demokratische Arbeitervereine), eine Organisation von hauptsächlich türkisch- und kurdisch stämmigen Arbeitern am 13. November. Für mich durchaus ein Vortrag mit Ausnahmecharakter.

Murat Çakır, Journalist und Mitarbeiter der RLS, versuchte in seinem Referat die Entwicklungen in der Provinz Rojava, im Norden Syriens gelegen, darzustellen. Aus der Presse sind die Kämpfe um die kurdische Stadt Kobanê bekannt, eine Stadt in dieser Region, die seit Juli von den schwer bewaffneten Milizen des Islamischen Staats (IS) belagert wird.

Im Zuge der Proteste gegen Syriens Herrscher Assad wurde in Rojava ein Prozess des Aufbaus einer gesellschaftlichen Struktur begonnen, die für die gesamte Region einzigartig ist. Es wurden Verwaltungsstrukturen auf der Basis demokratischer Rätestrukturen, mit Geschlechterquotierung, kostenloser Schulbildung und Produktionsgenossenschaften – unter Einbezug der verschiedenen Bevölkerungsgruppen entlang ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit aufgebaut. Murat Çakır verglich diese Selbstverwaltungsstrukturen mit denen der Pariser Commune. Dieses Modell ist nun massiv gefährdet. Und genau hier beginnt für mich das Dilemma:

Um den Vormarsch der IS zu stoppen, warb Murat Çakır – und mit ihm Zuhörer im Auditorium – für Spenden, um Waffen zu kaufen. Ich habe mich während des Gedenkjahres zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein Jahr mit dem Thema Krieg intensiv auseinander gesetzt. Was wir nicht gebrauchen können, sind Waffenlieferungen und schon gar nicht in Krisengebieten. Dass die Bundesregierung diesen Grundsatz in jüngster Zeit aufgeweicht hat, ist durch nichts zu rechtfertigen. Wenn linke Aktivisten Waffen an die syrisch-kurdische „Partei der Demokratischen Union“ PYD liefern, wer garantiert, dass sie nicht auch gegen Kurden aus dem Nordirak eingesetzt werden, gegen die Peschmerga-Kämpfer, wenn die IS erst einmal zurück gedrängt ist? Denkbar ist das, denn es gibt Konkurrenz auch zwischen den unterschiedlichen kurdischen Fraktionen, wobei vor allem die Barzani-Kräfte aus dem Nordirak (Südkuridistan) von Murat Çakır in kritisches Licht getaucht wurden. Neben Assad, dem IS und den nordirakischen Kurden gibt es eine vierte Kraft, die hier destabilisierend wirkt: Die türkische Regierung.

Sie öffnet nicht die Grenzen nach Kobanê, um Freiwillige und Hilfsgüter in die Stadt bringen zu können und um Flüchtlinge aufnehmen zu können. Ganz im Gegenteil: Die Massenproteste dagegen wurden mit massiver Polizeigewalt von türkicher Seite zurückgeschlagen unterstützt von bewaffneten islamistisch-nationalistischen Gruppen. Hunderte Menschen wurden verletzt, Dutzende getötet. Dazu kommt, dass das türkische Militär die unklare Situation ausnutzt und PKK Stellungen im Südosten der Türkei bombardiert. Auch für die deutsche Regierung steht die PKK noch auf die Liste der Terrororganisationen.

Was passiert, wenn die Türkei sich in eine militärische Auseinandersetzung mit der IS oder dem Assad-Regime hineinziehen lässt? Ruft dann die Nato den Bündnisfall aus? Auch an dieser Frage lässt sich ableiten, dass es dringend notwendig ist, einen Weg der Gespräche und der Verhandlungen einzuschlagen und jedwede Forderung nach militärischer Unterstützung eine Absage zu erteilen. Vor einem Jahr wurde diskutiert, Assad aus seinem Amt zu bomben. Die Folge wäre ein Erstarken der Freischärler und auch der IS gewesen, die man in dieser Form vor einem Jahr noch gar nicht wahrgenommen hat. Wir haben das gleiche Szenario schon vor 25 Jahren in Afghanistan erlebt, damals wurden die Taliban von den USA aufgerüstet, bis sie zu deren erbittertsten Feinden wurden. Aber es geht in Nahen Osten um sehr große Rohstoffvorräte, die sich die westliche Welt sichern will und dazu sind ihr alle Mittel recht. In dem Gebiet um Kobanê sollen 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas liegen, vor Israel im östlichen Mittelmeer gar ein Feld von 3,5 Billionen Kubikmeter.

Angesichts der Rivalitäten unterschiedlicher Kampfgruppen, Bevölkerungsgruppen, Clans und religiöser Fraktionen und dem Hunger nach Rohstoff der Industrienationen kann es nur eine Forderung geben, die schon Bertha von Suttner 1889 erhoben hat: „Die Waffen nieder!“

Der Lyriker Gilbert Fels im Schriftstellerhaus

13.11.2014 at 15:50

gilbert_felsLeser, die nicht regelmäßig zu Besuch im Schriftstellerhaus in der Kanalstraße 4 in Stuttgart zu Besuch sind, werden mit dem Namen Gilbert Fels nicht viel anzufangen wissen. Im Internet finden sich nur vereinzelt Einträge, wenige Hinweise auf einige Publikationen von ihm. Die Mitglieder des Schriftstellerhauses kennen Gilbert jedoch aus vielen Veranstaltungen sehr gut. Wer ist dieser Autor, der am 11. November im Schriftstellerhaus las? Carmen Kotarski stellte ihn kurz vor:

Gilbert Fels ist Lyriker und Prosaautor. Er hat Geschichte und Philosophie in Mannheim studiert. Sein Studienpunkt „Analytische Philosophie“ schimmert in der Genauigkeit seiner Texte immer wieder durch. Er hielt sich längere Zeit in Florenz, im Wallis und an der Ardèche auf. Was er dort trieb, verriet uns die Moderatorin nicht.

Carmen KotarskiCarmen Kotarski, mit Gilbert Fels in langjährige Freundschaft und Kollegenschaft verbunden, legte den Kern seines neuen Buches, Titel „Zwischenakt“, im Gespräch mit ihm frei: Die Kneipe.

Die Gedichte sind Beschreibungen unterschiedlicher Kneipenbesuche des Autors, der dort nicht nur sein Bier getrunken hat, sondern mit Block und Bleistift die Atmosphäre, die Gegebenheiten, die Menschen festgehalten und in Verse gegossen hat. Es sind Gedichte in langen Zeilen, rhythmisiert durch sein bevorzugtes Satzzeichen, die Virgel. Dieses Zeichen an Stelle des Kommas war bis ins 19. Jahrhundert hinein verbreitet:

Zum Wohl! / für dies Bier bist du hier / und für die Lust / auf
die Eskapade / der Ruhe, des Innehaltens / dem Straßengesche-
hen entronnen / an den zeitlosen Ort dieser Halböffentlichkeit /
frequentiert, zu dieser Stunde, nur von drei, vier Deinesgleichen /
durch denselben Impuls regiert / du nickst ihnen zu / mildes
Frühsommerabendlicht / füllt durch die offenstehenden Fenster
ein / Stimmen der Stadt / die eine eigene Akustik aus leiser Mu-
sik und Stille dämpft, überlagert / dir / hier / angekommen /
jenseits von Pflicht, diesseits von Zuhause / du siehst erwar-
tungsvoll zu, wie sie der Halben die Krone aufsetzt / und blond,
betaut, überschäumend steht sie vor dir /

Wie er das liest, mit eindringlicher, klarer Stimme, kann man in diesem Video erfahren. Zu Anfang erklärt er den Namen seines Werkes: „Zwischenakt“. Es handelt sich dabei um eine Mannheimer Theaterkneipe, in der auch schon Schiller verkehrte. In den Pausen tranken die Schauspieler schnell mal ein Bier.

Hier sind die Einführung, sowie Teil 3 der Lesung  und Teil 4 der Lesung abrufbar.

schlackNach fünfzehnjähriger Pause hat der Verleger Peter Schlack seine verlegerische Tätigkeit wieder aufgenommen und mit Gilbert einen wunderschönen, bibliophilen Band in einer Auflage von 200 Stück herausgebracht, jedes Exemplar nummeriert und vom Autor signiert. Ich erwarb an diesem Abend das 119. Exemplar. Wenn der Verkauf so weiter geht, wird Peter Schlack eine weitere Auflage in Auftrag geben müssen.

Die Lyrikreihe des Schriftstellerhauses wird am 18. November fortgesetzt. Es liest Jürgen-Peter Stössel aus seinem Werk “Mit dem Rücken zur Luft” (moderiert von Günter Guben) Der 4. Teil wird bestritten von Mathias Jeschke mit “Der Fisch ist mein Messer”. Diesen Teil wird der Verleger Peter Schlack am 9. Dezember 2014 moderieren. Beginn jeweils um 19.30 Uhr.

Zwischenakt
Edition Peter Schlack, 24 Seiten, fadengebunden
Nummerierte und signiert vom Autor, Preis 10 €

Vernissage im Theaterhaus

11.11.2014 at 17:54

katrin_weveringAm neunten November wurde im Theaterhaus die Plakatausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg. Die Waffen nieder! Jetzt!“ eröffnet. Dank für die Teilnahme sprach der Geschäftsführer der Anstifter, Fritz Mielert, allen Teilnehmenden am Plakatwettbewerb aus. Er dankte dem anwesenden Leiter des Theaterhauses, Werner Schretzmeier, für die Möglichkeit, eine Auswahl der eingereichten Entwürfe in seinen Räumen zu zeigen.

Im Juli tagte die Jury, bestehend aus Hans D. Christ, Prof Marcus Wischmann, Peter Boehm und Fritz Mielert, und beriet über die ca. 400 Einsendungen.

Die Entscheidung fiel nicht leicht. Trotzdem hatte sich in stundenlanger Debatte ein eindeutiger Favorit herauskristallisiert: Arms Race – Wettrüsten von Vincenzo Fagnani. Seinen bestechend klaren Entwurf belohnte die Jury mit 1.000 Euro.

Auf den zweiten Platz (600 Euro) kam ein Werk von Kathrin Wevering. Es thematisiert das Leiden der schwächsten Kriegsopfer. Den dritten Platz (400 Euro) belegte Anne Kuper mit ihrer Arbeit War is not… . Sie überzeugte die Jury durch ihren Mut, einen ganz anderen Ansatz zu verfolgen. Ihr Plakat wirkt den Versuchen entgegen, Krieg den Schrecken zu nehmen. Ihre „Ikons“ konterkarieren die herkömmlichen Sehgewohnheiten im Internet.
Gewinnerplakate der Preisträger 1-3 siehe hier.

Die Plätze 4-8 (Burkhardt Hauke, Erik Bölscher, Sandra Gratz, Jan Heerlein und Anne Schäfer) belohnte die Jury mit Buchpreisen.

Hans D. Christ erläuterte in seiner Laudatio die Kriterien, nach denen die Jury die Arbeiten bewertete. Kriterien der Auswahl waren  Zeitlosigkeit und klare Bildsprache. Auf das Plakat der anwesenden 2. Preisträgerin, Kathrin Wevering, ging der Direktor des Württembergischen Kunstvereins näher ein. Sie war als einzige Preisträgerin anwesend. (Vincenzo Fagnani und Anne Kuper konnten aufgrund des Bahnstreiks nicht kommen.)

Welche Bildsprache erreicht den Zuschauer? Wie kann man Kinder ansprechen, um ihnen das Thema näher zu bringen? Kathrin Wevering wählte den versehrten, verstümmelten Körper eines Teddys. Das Plakat zeigt kein Blut, der versehrte Teddy ist mit einem Faden genäht worden. Ihren Plakattext MAMA KOMMEN TEDDIES AUCH IN DEN HIMMEL?, hat sie mit links geschrieben. So empfand sie die kindliche Handschrift nach.

Lucie Billmann von der Rosa-Luxemburg-Stiftung überreichte ihr den Preis. Loop Schrauber sorgte für die musikalische Untermalung der Eröffnungsveranstaltung.

Die Ausstellung ist bis Anfang Dezember für die interessierte Öffentlichkeit im Theaterhaus zu sehen.