Lesung von Uta-Maria Heim in der Stadtbibliothek Stuttgart

20.11.2013 at 20:00

Uta-Maria Heim im Gespräch mit Astrid BraunUta-Maria Heim ist nach Stuttgart gekommen. Auf Einladung der Stadtbibliothek und des Schriftstellerhauses las sie am 19. November aus ihrem neuen Roman: „Wem sonst als dir.“ Wieder einer dieser Regionalkrimis, könnte man nichts ahnend denken. Frau Heim hat viel Lokalkolorit in diese Geschichte eingewoben, die sie in Baden-Württemberg ansiedelte, genauer in Grafeneck. Ein Ort geschichtlichen Grauens, auf dessen Folie die Handlung abläuft.

In Grafeneck begann im Jahr 1940 die so genannte Aktion „T4“. In einem Jahr wurden hier unter nationalsozialistischer Herrschaft mehr als zehntausend Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen ermordet. Die Mutter des Protagonisten Christian Schöller hatte hier als Küchenmädchen gearbeitet und nun sitzt ihr Sohn in dieser Anstalt ein, weggesperrt in die Psychiatrie, vom Richter K in einem Indizienprozess überführt, ebendiese seine Mutter erstochen zu haben.

Der Roman sprengt die Grenzen, die langläufig mit dem Genre Lokalkrimi verbunden sind. Zu vielschichtig hat Uta-Maria Heim den Plot angelegt, zu sprachmächtig kommt der Text daher. Das wurde in den von ihr gelesenen Ausschnitten deutlich. Sie spannt den Bogen von den Euthanasiemorden bis hin zur Geschichte der RAF. Die Schwester des Verurteilten Schöller sympathisierte als Schülerin mit der RAF. Astrid Braun, Geschäftsführerin des Schriftstellerhauses, zog Uta-Maria Heim in ein freundschaftlich, kollegiales Gespräch, ist doch die Autorin der Stadtbibliothek durch Lesungen und Projekte verbunden und gern gesehener Gast in Stuttgart.

Sprachliche Raffinessen des Romans wurden im Gespräch ebenso beleuchtet wie der geschichtliche Bogen vom Nationalsozialismus über die RAF bis hin zum Untergang der DDR. Die Unfähigkeit des Individuums mit Schuld zu leben kristallisiert sich in den Protagonisten dieses vielschichtigen Romans.

Das Thema Vergangenheitsbewältigung fällt in Stuttgart auf besonders fruchtbaren Boden: Seit Jahren setzen sich „Die AnStifter“ in dieser Stadt für die Errichtung eines Erinnerungs- und Lernorts in der ehemaligen Gestapozentrale „Hotel Silber“ ein. Die AnStifter organisierten auch im Oktober 2009 eine Spur der Erinnerung, eine farbige Linie, die von Grafeneck bis vor das Innenministerium in Stuttgart reichte und verlegten Stolpersteine für die Euthanasieopfer der Nationalsozialisten in Stuttgart. Es ist bewundernswert, auf welch hohen Niveau Uta-Maria Heim dieses Thema in die Kriminalliteratur eingebracht hat.

Signatur des Filzwerkes

18.11.2013 at 23:27
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Foto: Angela Eva Richter

Anlässlich der Ausstellung zum 10jährigen Bestehen ihrer Werkstatt signierte Tatjana Seehoff das Buch „Passion Filz“, in dem sie mit ihren Werken verpassion_filztreten ist.

Stuttgarter Friedenspreis 2013 verliehen

12.11.2013 at 16:47

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Der Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter wurde dieses Jahr an Enrico Pieri und Enio Mancini verliehen, zwei Überlebende des Massenmordes in Sant’Anna di Stazzema, stellvertretend für alle Überlebenden und für die Familien der Opfer.

Ein Dorf ist von den Anstiftern eingeladen, nach Stuttgart zu kommen. Etwa 50 Frauen, Männer, Kinder kamen, um an der Verleihung des diesjährigen Friedenspreises teilzunehmen. Er geht an Enrico Pieri und Enio Mancini, zwei Überlebende des Massenmordes in Sant’Anna di Stazzema, stellvertretend für alle Überlebenden und für die Familien der Opfer.

Sant’Anna di Stazzema ist ein Dorf in den italienischen Bergen gelegen. Dort verübte am 12. August 1944 die Waffen-SS ein Massaker an 560 Zivilisten, überwiegend Frauen und Kinder. Die Menschen hatten sich in diesem Dorf in Sicherheit gewiegt, ein tödlicher Irrtum. Die Waffen-SS trieb die Dorfbevölkerung zusammen und erschoss alle, die ihnen vor die Maschinenpistolen kamen. Selbst der kirchliche Raum bot den Menschen keinen Schutz.

Beschämend, wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mit den Untersuchungen umging: Sie verfügte die Einstellung der Strafverfolgung gegen die noch lebenden SS-Männer. Auch Italien hat unerklärlicherweise 60 Jahre gewartet, um die Massaker juristisch aufzuarbeiten und Deutschland hat die Urteile nicht einmal anerkannt. Vielleicht könnte jetzt der Einsatz der AnStifter andere Wege öffnen, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, um das zu erreichen, wofür sich Enio Mancini und Enrico Pieri seit Jahrzehnten einsetzen.

Zur Eröffnung der Gala standen alle Gäste auf der Bühne, neun Gäste legten Zeugnis ab über die Gräueltaten. Grußworte sprach der Stuttgarter Bürgermeister Werner Wölfe und der italienische Botschafter Elio Menzione. Musikalisch untermalte die Gruppo di Musca Populare den Abend sowie die Solistinnen Etta Scollo (Gitarre und Gesang) und Susanne Paul (Cello).

friedensgala_002Dreimal wurde das „Menschle“ überreicht, die Laudatio hielt Giuliana Sgrena, selbst Friedenspreisträgerin (2005):

An Enrico Pieri, stellvertretend für Enio Mancini an Maren Westermann, Signore Mancini konnte krankheitsbedingt nicht kommen. Das dritte Menschle ging an das Dorf Sant’Anna di Stazzema.

Enrico Pieri bedankt sich für den Preis, sein Sohn übersetzt ins Deutsche

Enrico Pieri bedankt sich für den Preis, sein Sohn übersetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss kamen alle italienischen Gäste noch einmal auf die Bühne und wurden mit einem „Sternenregen“ und Rosen verabschiedet.friedensgala_004

Vernissage im Literaturhaus

09.11.2013 at 17:55

kafka_00Eine Ausstellungseröffnung wie man sie sich wünscht: Gespräche, Musik und natürlich Bier aus Tschechien für die Band und die Gäste. Das Literaturhaus hat mal wieder ein literarisches Thema ungewöhnlich aufbereitet: Kafka. Diesmal im Comic.

kafka_01Die Ausstellung zeigt Arbeiten der Zeichner Robert Crumb, der Zeichnerin Chantal Montellier und dem tschechischen Zeichner Jaromír 99. Ihre Werke bilden die Grundlage für die von David Zane Mairowitz und Małgorzata Zerwe kuratierte Ausstellung „K: KafKa in KomiKs“. Das Besondere an den drei Werken: David Zane Mairowitz hat jedes Mal als Szenarist für die Zeichner gearbeitet. Zusammen mit Chantal Montellier und Jaromír 99 ließ er sich von dem Comic-Kenner Andreas Platthaus von der F.A.Z. zu ihren Arbeiten befragen. Mairowitz, der heute in Südfrankreich lebt, übersetzte die Fragen und Antworten für Chantal Montellier. Der Schriftsteller Jaroslav Rudiš übersetzte für Jaromír 99. Rudiš ist derzeit Stipendiat im Stuttgarter Schriftstellerhaus.

Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 bilden mit vier Instrumentalisten die Band „Kafka“: Jaromír 99 vertonte Kafka-Texte, die er in düsterem Sprechgesang vortrug. Jaroslav Rudiš unterlegte die Musik mit der deutschen Übersetzung. kafka_02In der Zugabe trieb die Band die Zuhörer aus dem Saal an die Bierkästen wie in dem vertonten Kafka-Text aus „Das Schloss“ in dem von Frida berichtet wird:

Sie nahm eine Peitsche aus der Ecke und sprang mit einem einzigen hohen, nicht ganz sicheren Sprung, so wie etwa ein Lämmchen springt, auf die Tanzenden zu. Zuerst wandten sie sich gegen sie, als sei eine neue Tänzerin angekommen, und tatsächlich sah es einen Augenblick lang so aus, als wolle Frieda die Peitsche fallen lassen, aber dann hob sie sie wieder. »Im Namen Klamms«, rief sie, »in den Stall! Alle in den Stall!«

Unter den Gästen waren viele Teilnehmer der Tagung „Weltautor Kafka“ des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, die zeitgleich die Werke Kafkas behandelt. Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach (Kreis Ludwigsburg) zeigt dazu unter dem Titel „Der ganze Prozess“ bis 9. Februar 2014 alle Blätter des Manuskripts in einem ursprünglichen von Malcolm Pasley 1990 erstmals rekonstruierten Heft-Zusammenhang.

Im Wein liegt Wahrheit

03.11.2013 at 20:42

Lesung Buch & PlakatEine Weinprobe ganz besonderer Art gestern im Bohnenviertel: Die kleine, sympathische Buchhandlung „Buch und Plakat“ lud zur literarischen Weinverkostung ein. Die Inhaber Monika Lange-Tetzlaff und Robert Tetzlaff lasen heitere, besinnliche und auch hinterlistige Texte zur Verkostung der ökologisch angebauten Weine. Gerrit Brust-Bader von der Agentur „People to People“ hatte eine wunderbare Auswahl von Weiß- und Rotweinen dabei, die er den literarisch interessierten Weinliebhabern ausführlich erklärte. Nicht nur die Frage nach der Bodenbeschaffenheit, die dem Wein seinen spezifischen Geschmack gibt, wurden beantwortet, auch Traubennamen wurden erklärt. Besonders hat die Elster gefreut, dass der Merlot eine Anspielung auf das französischen Wort Merle ist, auf Deutsch Amsel. Ein Verweis auf die Vorliebe der Amseln auf die rote Rebsorte, die besonders früh reift. Die Lerche machte gleich den Vorschlag, ob man nicht die Merle mitnehmen solle, eine Skatrunde wäre zusammen.

Weder die Leche noch die Elster wussten, dass der Österreichische Wein „Tirolinger“ der Großvater ihres geliebten Trollingers ist. Böse Zungen behaupten, Trollinger sei eine Verballhornung des Wortes Tirolinger. Hört man den Schwaben nach dem vierten Glas Trollinger das fünfte Viertele bestellen, erschließt sich einem diese Lautverschiebung.

Auch geschichtlich konnten wir Weintrinker einiges erfahren:
Die Reblaus wurde aus Amerika eingeschleppt und vernichtete im 19. Jahrhundert in Europa große Teile des Weinbaus. Sie wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts durch Rebstöcke von der Ostküste Amerikas über London ins südliche Frankreich eingeschleppt und breitete sich in der Reblausinvasion rasant von dort über sämtliche europäische Weinbaugebiete aus. Damit war sie der zweite Schädling, der den Europäern große Verluste bereitete. Schon die großen Hungersnöte in Irland waren aus Amerika durch die „Kartoffelfäule“, einem Pilz ausgelöst worden. Heute werden wir durch Trojaner und Geheimdienste aus Amerika beschädigt.

Im Bohnenviertel wohnten damals Tagelöhner, die sich in den umliegenden Weinbergen verdingten. Die Bezahlung war miserabel, sie zogen in ihren kleinen Hinterhöfen Bohnen. Eine bekanntlich platzsparende Gemüsesorte mit hohem Sättigungswert. Heute sind die meisten Weinberge der Erschließung lukrativer Immobilien gewichen und die Tagelöhner einer quirligen Szene von kleinen Handwerkern, Kneipen, Galerien und literarischen Kleinoden. T he Times They Are A-Changin“, wie der alte Bob schon vor knapp 50 Jahren sang.

Wohnung zu vermieten

03.11.2013 at 17:59

klingelHelle, Drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss eines Dreifamilienhauses aufgrund des Ablebens des Vormieters ab sofort zu vermieten. Zentrale Lage, nur wenige Schritte vom ruhigen Pragfriedhof entfernt. Wohnfläche 100 qm. Kaltmiete 1.100 €. Gartenbenutzung gegen Reinigung der dort aufgestellten Gerätschaften möglich. Bei Interesse bitte mit Chiffre 08/15 an die Anschrift im Impressum.

Peter Grohmann feierte seinen Geburtstag auf ganz großer Bühne

27.10.2013 at 20:32

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Heute wird Peter Grohmann 76 Jahre und er ist aufrührerisch wie eh und je. Schon im letzten Jahr, zu seinem 75. Geburtstag, lud er seine Freunde zu einem Fest im Theaterhaus ein und zu seinem diesjährigen Geburtstag ebenfalls. Er schenkte uns sein Buch, sprach darüber mit seinem langjährigen Weggefährten Ebbe Kögel und las ausgewählte Passagen. Er, der Pendler zwischen Ost und West, der Mitbegründer des Theaterhauses und Gründer der Anstifter, der humorvolle Streiter gegen das Unrecht, Verfasser des legendären Bürgerbriefes zum Größenwahnsinns der Schwaben (sie wollen ihren Bahnhof unter die Erde legen, so wie wir alle unter die Erde kommen, früher oder später), den ihm die Montagsdemonstranten schon über 160 Mal aus der Hand gerissen haben, zeigt in seiner Autobiografie auch seine privatesten Seiten. Ungeschönt und ehrlich. Und so heißt sie auch:

alles_luege„Alles Lüge außer ich“
Sie ist im kleinen, lokal verankerten Silberburg-Verlag erschienen.

Mühelos gelang es Peter Grohmann mit seiner Lesung, den großen Saal im Theaterhaus mit 400 Zuhörer zu füllen.

Musikalisch untermalt wurde die Matinee durch den virtuosen Akkordeonisten Ernst Kies. Ernst Kies stammt aus Kasachstan und ist mit einer göttlichen Tenor-Stimme gesegnet. Wunderbar, wie er die Stimmungen des Buches in Stimmungen auf dem Akkordeon übersetzt.

Als Peter zum Schluss die Danksagung aus seinem Buch an die vielen Menschen vorlas, die das Buch ermöglicht haben, war er sichtlich gerührt. Von der Bühne verabschiedet wurde er von seinem engen Freund Werner Schretzmeier, Leiter des Theaterhauses, mit einem riesigen Blumenstrauß. Hoffentlich bleibt der unruhige Geist von Peter Grohmann der Stadt Stuttgart noch lange erhalten, auf dass er noch viele Aktionen anstiftet.

Wieder ein erfolgreicher Stipendiat des Schriftstellerhauses im Literaturhaus

15.10.2013 at 21:25

geltinger

Am 14. September las der Schriftsteller Gunther Geltinger im Literaturhaus aus seinem gerade im Suhrkamp-Verlag erschienenen Roman „Moor“. Moderiert wurde der Abend von dem ehemaligen Leiter des Literaturhauses Köln, Thomas Böhm. Beide kennen sich gut, Geltinger wohnt heute in Köln. Dieses gegenseitige Kennen und Respektieren war die Basis für ein gelungenes Gespräch, in dem beide brillante Punkte setzten.

Der Roman „Moor“ erzählt die Geschichte des dreizehnjährigen Dion am Ende der Kindheit. Dion stottert und wächst ohne Vater auf. Er ist voller Sehnsucht nach einer intakten Sprache. Das Moor ist sein Revier. Geltinger lässt keinen allwissenden Erzähler auftreten, dafür gibt er dem Moor eine Stimme. Das Moor erzählt die Geschichte des Verhältnis des Sohnes zu seiner Mutter, einer erfolglosen Malerin, die ihr Scheitern in der Kunst und im Leben mit ihrer grenzüberschreitenden Liebe zum Sohn kompensiert.

Dion ist ein Kenner des Moores und sammelt Libellen. So verwundert es nicht, dass eine Libelle zentrales Motiv der Gestaltung des Buchumschlages ist. Im Gespräch mit Thomas Böhm erklärte Gunter Geltinger die Lebenswelt der Libelle. Der Schlüpfen der Libelle ist für ihn Metapher für die Phase zwischen Jugend und dem Erwachsensein.

Gunter Geltinger sprach an diesem Abend ganz offen über das Stottern. Als Kind stotterte er selber. Ganze Synonymwörterbücher entstanden in seinem Kopf, um die sprachlichen Klippen umschiffen zu können. Diese aus der Kindheit herrührende Sprachaneignung schlägt sich in seinen Texten nieder.

In der freien Rede spürt man nichts von diesem Handicap. Aber wenn Geltinger liest, kommt es zu Stockungen. Seine zartgliedrigen Hände unterstreichen seine Lesung in weit ausholenden Gesten. Der Text kommt dadurch in Fluss. Für einen Stotterer, so erklärt Geltinger, ist der Nachname des Jungen ein Verhängnis: Katthusen. Mit diesem harten Konsonant am Anfang ist er gestraft und mit dem „t“ in der Mitte doppelt. Am Ende seiner Kindheit erzählt Dion seine Geschichte: von der Sehnsucht nach einer intakten Sprache, die nicht voller Löcher und Spalten ist wie der morastige Boden am Rand des norddeutschen Dorfes, in dem er aufwächst.

Die Mutter braucht sein Stottern, um mit ihrem eigenen Leben klar zu kommen (sie ist nicht nur Malerin sondern arbeitet auch als Prostituierte). Würde Dion nicht stottern, müsste sie ihn in die Welt entlassen. So aber bindet sie ihren Sohn an sich und wird übergriffig. Das alles hat Geltinger in vier große Kapitel gegossen, die nach den vier Jahreszeiten benannt sind.

Was Menschen tun, um der Einsamkeit zu entkommen, wie sie andere verletzen, um die eigene Versehrtheit an Körper und Seele auszuhalten und was sie dabei der Liebe zumuten und abverlangen, davon erzählt dieser Roman in einer Sprache voller lyrischer Bilder. Als ich Gunther Geltinger zum ersten Mal Entwürfe zu diesem Roman lesen hörte, war er Stipendiat des Schriftstellerhauses. Nun liegt das fertige Werk vor und wartet auf seine Leser.

Schwierige Koalitionsverhandlungen

12.10.2013 at 19:41

rad_03Die CDU hat knapp die absolute Mehrheit bei der letzten Bundestagswahl im September verfehlt. Nun sucht sie einen Regierungspartner und das im Wahlkampf geschmiedete Bündnis zwischen SPD und Grüne rennt der CDU hinterher um an die Macht zu gelangen. Beide haben es im Tandem nicht geschafft, die Bundesregierung unter Merkel abzulösen.

Umso kurioser scheint es nun, wie die beiden Parteien um die Gunst der starken Kanzlerin buhlen. Einer will den anderen überholen. Aber nach der krachenden Niederlage scheint mir das ehemalige Tandem doch arg gebeutelt.

Friedenspreis der Anstifter – Ein Jahr danach

02.10.2013 at 20:41

Vor einem Jahr erhielt die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, den Friedenspreis der Anstifter. Ich hatte die Bewerbung unterstützt und die Wahl begrüßt. Seit meiner frühen Jugend bin ich davon überzeugt, dass zwischenstaatliche Konflikte nicht mit Gewalt gelöst werden können. Den Dienst an der Waffe habe ich konserquenter Weise verweigert.

Wenn ich mir die zwischenstaatlichen Konflikte heute anschaue, so hat sich gegenüber den sechziger Jahren eine Komponente verändert: Die militärischen Blöcke von damals existieren nicht mehr. Der Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsmodelle im „Ostblock“ hat das Lagerdenken pulverisiert. Aber das Morden geht weiter. Vor allem mit deutschen Waffen. Unsere Industrie verdient an dem Export von Waffen – selbst in Krisengebieten – gut. Das muss ein Ende haben. Ein eindrucksvolles Video hat die Gruppe „Silly“ zu dem Thema gemacht:

Jede Aktion, die die Herstellung und den Export von Waffen anprangert, ist unterstützenswert. Am DI 08.10.13, 19:00 – 21:30 Uhr präsentiert Jürgen Grässlin im Katholischen Bildungswerk (KBW) Stuttgart das Schwarzbuch zum Waffenhandel. Aus der Ankündigung im Programm des KBW:

schwarzbuch_waffenhandel„Politik, Industrie, Banken – wer profitiert vom Krieg? Unsere Politiker beschwören den Frieden und betreiben den Krieg: Deutschland ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur – und schreckt vor Lieferungen an verbrecherische Regime und Diktatoren nicht zurück. Jürgen Grässlin deckt auf, wer die Profiteure dieser Kriegswirtschaft sind, er nennt Industrieunternehmen beim Namen, er zeigt, wer in der Politik die Exporte genehmigt und wie die Banken das alles finanzieren. Hochbrisante Fakten, profund recherchiert – ein Augenöffner, wie tief unser Land in die globale Tötungsmaschinerie verstrickt ist.“

Jürgen Grässlin hat letztes Jahr als Sprecher der Kampagne “Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!” den Friedenspreis der Anstifter entgegen genommen.

Unterstützt wird die Veranstaltung von:
Internationale Katholische Friedensbewegung Pax Christi, DFG-VK, aktion hoffnung e.V. Rottenburg-Stuttgart, Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, Ohne Rüstung Leben, Die AnStifter