Wohnung zu vermieten

03.11.2013 at 17:59

klingelHelle, Drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss eines Dreifamilienhauses aufgrund des Ablebens des Vormieters ab sofort zu vermieten. Zentrale Lage, nur wenige Schritte vom ruhigen Pragfriedhof entfernt. Wohnfläche 100 qm. Kaltmiete 1.100 €. Gartenbenutzung gegen Reinigung der dort aufgestellten Gerätschaften möglich. Bei Interesse bitte mit Chiffre 08/15 an die Anschrift im Impressum.

Peter Grohmann feierte seinen Geburtstag auf ganz großer Bühne

27.10.2013 at 20:32

lesung_grohmann

Heute wird Peter Grohmann 76 Jahre und er ist aufrührerisch wie eh und je. Schon im letzten Jahr, zu seinem 75. Geburtstag, lud er seine Freunde zu einem Fest im Theaterhaus ein und zu seinem diesjährigen Geburtstag ebenfalls. Er schenkte uns sein Buch, sprach darüber mit seinem langjährigen Weggefährten Ebbe Kögel und las ausgewählte Passagen. Er, der Pendler zwischen Ost und West, der Mitbegründer des Theaterhauses und Gründer der Anstifter, der humorvolle Streiter gegen das Unrecht, Verfasser des legendären Bürgerbriefes zum Größenwahnsinns der Schwaben (sie wollen ihren Bahnhof unter die Erde legen, so wie wir alle unter die Erde kommen, früher oder später), den ihm die Montagsdemonstranten schon über 160 Mal aus der Hand gerissen haben, zeigt in seiner Autobiografie auch seine privatesten Seiten. Ungeschönt und ehrlich. Und so heißt sie auch:

alles_luege„Alles Lüge außer ich“
Sie ist im kleinen, lokal verankerten Silberburg-Verlag erschienen.

Mühelos gelang es Peter Grohmann mit seiner Lesung, den großen Saal im Theaterhaus mit 400 Zuhörer zu füllen.

Musikalisch untermalt wurde die Matinee durch den virtuosen Akkordeonisten Ernst Kies. Ernst Kies stammt aus Kasachstan und ist mit einer göttlichen Tenor-Stimme gesegnet. Wunderbar, wie er die Stimmungen des Buches in Stimmungen auf dem Akkordeon übersetzt.

Als Peter zum Schluss die Danksagung aus seinem Buch an die vielen Menschen vorlas, die das Buch ermöglicht haben, war er sichtlich gerührt. Von der Bühne verabschiedet wurde er von seinem engen Freund Werner Schretzmeier, Leiter des Theaterhauses, mit einem riesigen Blumenstrauß. Hoffentlich bleibt der unruhige Geist von Peter Grohmann der Stadt Stuttgart noch lange erhalten, auf dass er noch viele Aktionen anstiftet.

Wieder ein erfolgreicher Stipendiat des Schriftstellerhauses im Literaturhaus

15.10.2013 at 21:25

geltinger

Am 14. September las der Schriftsteller Gunther Geltinger im Literaturhaus aus seinem gerade im Suhrkamp-Verlag erschienenen Roman „Moor“. Moderiert wurde der Abend von dem ehemaligen Leiter des Literaturhauses Köln, Thomas Böhm. Beide kennen sich gut, Geltinger wohnt heute in Köln. Dieses gegenseitige Kennen und Respektieren war die Basis für ein gelungenes Gespräch, in dem beide brillante Punkte setzten.

Der Roman „Moor“ erzählt die Geschichte des dreizehnjährigen Dion am Ende der Kindheit. Dion stottert und wächst ohne Vater auf. Er ist voller Sehnsucht nach einer intakten Sprache. Das Moor ist sein Revier. Geltinger lässt keinen allwissenden Erzähler auftreten, dafür gibt er dem Moor eine Stimme. Das Moor erzählt die Geschichte des Verhältnis des Sohnes zu seiner Mutter, einer erfolglosen Malerin, die ihr Scheitern in der Kunst und im Leben mit ihrer grenzüberschreitenden Liebe zum Sohn kompensiert.

Dion ist ein Kenner des Moores und sammelt Libellen. So verwundert es nicht, dass eine Libelle zentrales Motiv der Gestaltung des Buchumschlages ist. Im Gespräch mit Thomas Böhm erklärte Gunter Geltinger die Lebenswelt der Libelle. Der Schlüpfen der Libelle ist für ihn Metapher für die Phase zwischen Jugend und dem Erwachsensein.

Gunter Geltinger sprach an diesem Abend ganz offen über das Stottern. Als Kind stotterte er selber. Ganze Synonymwörterbücher entstanden in seinem Kopf, um die sprachlichen Klippen umschiffen zu können. Diese aus der Kindheit herrührende Sprachaneignung schlägt sich in seinen Texten nieder.

In der freien Rede spürt man nichts von diesem Handicap. Aber wenn Geltinger liest, kommt es zu Stockungen. Seine zartgliedrigen Hände unterstreichen seine Lesung in weit ausholenden Gesten. Der Text kommt dadurch in Fluss. Für einen Stotterer, so erklärt Geltinger, ist der Nachname des Jungen ein Verhängnis: Katthusen. Mit diesem harten Konsonant am Anfang ist er gestraft und mit dem „t“ in der Mitte doppelt. Am Ende seiner Kindheit erzählt Dion seine Geschichte: von der Sehnsucht nach einer intakten Sprache, die nicht voller Löcher und Spalten ist wie der morastige Boden am Rand des norddeutschen Dorfes, in dem er aufwächst.

Die Mutter braucht sein Stottern, um mit ihrem eigenen Leben klar zu kommen (sie ist nicht nur Malerin sondern arbeitet auch als Prostituierte). Würde Dion nicht stottern, müsste sie ihn in die Welt entlassen. So aber bindet sie ihren Sohn an sich und wird übergriffig. Das alles hat Geltinger in vier große Kapitel gegossen, die nach den vier Jahreszeiten benannt sind.

Was Menschen tun, um der Einsamkeit zu entkommen, wie sie andere verletzen, um die eigene Versehrtheit an Körper und Seele auszuhalten und was sie dabei der Liebe zumuten und abverlangen, davon erzählt dieser Roman in einer Sprache voller lyrischer Bilder. Als ich Gunther Geltinger zum ersten Mal Entwürfe zu diesem Roman lesen hörte, war er Stipendiat des Schriftstellerhauses. Nun liegt das fertige Werk vor und wartet auf seine Leser.

Schwierige Koalitionsverhandlungen

12.10.2013 at 19:41

rad_03Die CDU hat knapp die absolute Mehrheit bei der letzten Bundestagswahl im September verfehlt. Nun sucht sie einen Regierungspartner und das im Wahlkampf geschmiedete Bündnis zwischen SPD und Grüne rennt der CDU hinterher um an die Macht zu gelangen. Beide haben es im Tandem nicht geschafft, die Bundesregierung unter Merkel abzulösen.

Umso kurioser scheint es nun, wie die beiden Parteien um die Gunst der starken Kanzlerin buhlen. Einer will den anderen überholen. Aber nach der krachenden Niederlage scheint mir das ehemalige Tandem doch arg gebeutelt.

Friedenspreis der Anstifter – Ein Jahr danach

02.10.2013 at 20:41

Vor einem Jahr erhielt die „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“, den Friedenspreis der Anstifter. Ich hatte die Bewerbung unterstützt und die Wahl begrüßt. Seit meiner frühen Jugend bin ich davon überzeugt, dass zwischenstaatliche Konflikte nicht mit Gewalt gelöst werden können. Den Dienst an der Waffe habe ich konserquenter Weise verweigert.

Wenn ich mir die zwischenstaatlichen Konflikte heute anschaue, so hat sich gegenüber den sechziger Jahren eine Komponente verändert: Die militärischen Blöcke von damals existieren nicht mehr. Der Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsmodelle im „Ostblock“ hat das Lagerdenken pulverisiert. Aber das Morden geht weiter. Vor allem mit deutschen Waffen. Unsere Industrie verdient an dem Export von Waffen – selbst in Krisengebieten – gut. Das muss ein Ende haben. Ein eindrucksvolles Video hat die Gruppe „Silly“ zu dem Thema gemacht:

Jede Aktion, die die Herstellung und den Export von Waffen anprangert, ist unterstützenswert. Am DI 08.10.13, 19:00 – 21:30 Uhr präsentiert Jürgen Grässlin im Katholischen Bildungswerk (KBW) Stuttgart das Schwarzbuch zum Waffenhandel. Aus der Ankündigung im Programm des KBW:

schwarzbuch_waffenhandel„Politik, Industrie, Banken – wer profitiert vom Krieg? Unsere Politiker beschwören den Frieden und betreiben den Krieg: Deutschland ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur – und schreckt vor Lieferungen an verbrecherische Regime und Diktatoren nicht zurück. Jürgen Grässlin deckt auf, wer die Profiteure dieser Kriegswirtschaft sind, er nennt Industrieunternehmen beim Namen, er zeigt, wer in der Politik die Exporte genehmigt und wie die Banken das alles finanzieren. Hochbrisante Fakten, profund recherchiert – ein Augenöffner, wie tief unser Land in die globale Tötungsmaschinerie verstrickt ist.“

Jürgen Grässlin hat letztes Jahr als Sprecher der Kampagne “Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!” den Friedenspreis der Anstifter entgegen genommen.

Unterstützt wird die Veranstaltung von:
Internationale Katholische Friedensbewegung Pax Christi, DFG-VK, aktion hoffnung e.V. Rottenburg-Stuttgart, Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart, Ohne Rüstung Leben, Die AnStifter

Ein seltsam‘ Ding

02.10.2013 at 15:01

fruWas die Elster hier in ihrem Nest gefunden hat, ist schon sehr merkwürdig:

Eine Frucht, die wie ein Gesicht aussieht aber natürlich keines ist. Es scheint, als habe ein Tier an ihm genagt. Wenn es dämmrig wird, kann es sich in eine Maske verwandeln. Eine, die Elfen und Zwerge tragen, um uns Menschen zum Nachdenken zu bringen, nicht um uns zu ängstigen. Das Ding erinnert auch an das menschliche Hirn. Was denken wir?

Liebste(r) Marie(enplatz)

02.10.2013 at 13:55

marienplatzEine Liebe aus der Jugendzeit verbindet mich mit Marie, genauer Eva-Marie. Damals nicht erwidert, schenkt mir heute der Platz seine Zuneigung.

In Stuttgart entwickelt sich der Marienplatz immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Nachtschwärmer und Erlebnishungrige. Apropos Hunger:

Jaroslav Rudiš – Zu Gast im Schriftstellerhaus

26.09.2013 at 20:13

Jaroslav RudišJaroslav Rudiš ist derzeit als Stipendiat im Schrifstellerhaus.  Er ist der „Jubiläumsstipendiat“ des Hauses, das bekanntlich im September sein 30jähriges Jubiläum feierte.  Jaroslav Rudiš hat Anfang September die Wohnung im 3. Stock bezogen und wird bis Ende November in Stuttgart bleiben. Gestern las er in der Kulturgemeinschaft Stuttgart aus seinen Werken. Astrid Braun, Geschäftsführerin des Schriftstellerhauses, sprach mit ihm über seine Werke, bevor er aus dem Roman „Die Stille in Prag“ las. Dieser 2012 in deutscher Übersetzung erschienene Roman beschreibt das Leben seiner Protagonisten in kurzen Episoden, die durch das Straßenbahnnetz verbunden sind. Jaroslav Rudiš las einen Ausschnitt von Petr, der mit seiner Hündin Malmö im Cockpit von Straßenbahnen durch Prag fährt und dabei als romantischer Loser von der großen Liebe träumt.

Jaroslav Rudiš ist nicht nur ein Romanschriftsteller. Er arbeitet als Hörspielautor, schreibt Theaterstücke und Kinodrehbücher. Er lebt und arbeitet zwischen Tschechien und Deutschland.

Zusammen mit Jaromír »Jaromir 99« Švejdík hat er die auf drei Bände ausgelegte Graphic Novel um den Fahrdienstleiter Alois Nebel gestaltet. Er sagt über diese Arbeit: „Als wir um die Jahrtausendwende mit Alois Nebel anfingen, war das Punk.“
Punk, das sind die Wurzeln seines Freundes Jaromír, der in Tschechien ein bekannter Rock-Musiker ist. Den ersten Teil haben die beiden bereits verfilmt und sind damit auf vielen Festivals vertreten. Im Dezember kommt der Film auch in die deutschen Kinos. Die „Zeit“ hat einen umfangreichen Artikel über die Gegend geschrieben, in der die Geschichte spielt.

All das erzählt er in sympathischem Plauderton und man möchte ihm noch manche Stunde zuhören. Es wird Gelegenheit dazu sein!

Am 8. November ist er zusammen mit Jaromier99 im Literaturhaus Stuttgart, um die Ausstellung rund um das Werk von Kafka zu eröffnen: K: KafKa in KomiKs. Beginn 21 Uhr.

Ein Buch im Elsternest

24.09.2013 at 18:00

Zen-MediationGerhard Breidenstein ist seit über zwanzig Jahren auf dem Zen Weg. Seine Erfahrungen während der Zen-Sesshins, die er regelmäßig besucht hat, hielt er im Tagebuch fest. Er nimmt den Leser mit auf diesen Weg, den er mit einer Hochgebirgstour vergleicht, wie es schon im Titel aufscheint. Der Titel ist gut gewählt, damit fängt die Schwierigkeit auch schon an: Wer, der im bequemen Sessel sitzt, will sich den Mühen einer Tour im Hochgebirge aussetzen? Kann ich mit dem Versprechen eines wunderbaren Ausblicks diese Menschen motivieren? Ich denke nicht. Zumal in diesem Buch die Schwere der Leichtigkeit überwiegt. Die heiteren Seiten der großen Zen-Lehrer erlangt der Schüler auf dem Sitzkissen eben mal nicht so en passant. Es ist eine anstrenge Reise, auf die uns Gerhard Breidenstein mitnimmt. Das Buch ist eher für Menschen geeignet, die sich auf dem Weg befinden. Ich selber habe mich vor Jahren ebenfalls auf diesen Weg begeben und ich fand viele Stellen in dem Buch, die meine eigenen Erfahrungen widerspiegeln.

Ich bewundere den Mut des Autors, den Leser in seine Tagebücher blicken zu lassen, wenn auch nur in Auszügen. Dabei hat er diese Auszüge nicht chronologisch veröffentlicht sondern geordnet nach Themen. Das erscheint manchmal ein wenig sprunghaft. Es zeig aber immer wieder das Ringen, den Weg weiter zu gehen. Dabei scheut er auch nicht davor zurück, den Leser an persönlichen Abstürzen teilhaben zu lassen.

Das Vorwort hat der bekannte Zen-Lehrer und Professor für Religionswissenschaft, Michael von Brück, geschrieben. Wenn man ihn in einem Sesshin erlebt hat, bekommt man einen Eindruck von dem Ausblick vom Gipfel: Staunend erlebt man ihn, heiter und gelassen. Es wird auf dem Weg eben nicht nur geschwitzt sondern auch herzhaft gelacht.

Michael von Brück ist einer der Zen-Lehrer des Autors. Er hat evangelische Theologie studiert und in langen Aufenthalten in Indien und Südostasien den Buddhismus und den Hinduismus studiert. Der andere, Pater Johannes Kopp, kommt ebenfalls aus dem christlichen Umfeld. So ist dieses Buch auch eine Auseinandersetzung eines christlichen Menschen mit der spirituellen Praxis eines ganz anderen Kulturkreises. Diese Annäherung ist spannend zu lesen.

Noch ein Wort zum Verlag: Das Buch ist im Print-on-Demand Verfahren hergestellt. Gedruckt wird es über TAO.de. Diese Bücher halten die Buchhandlungen in der Regel nicht vor. Der Buchhändler kann es natürlich bestellen. Eine Verbreitung in Kreisen von Menschen auf dem Zen-Weg ist ihm zu wünschen. Einen Einblick in das Buch gibt es hier:
http://www.tao.de/emaillander?books/ID11710/Zen-Meditation—eine-Hochgebirgstour

Der Autor betreibt eine Homepage unter folgender Adresse:
http://www.auf-dem-zen-weg.de

Folkmusik von den Inseln

22.09.2013 at 14:44

galao01Von tiefer Melancholie geprägt ist die Musik der vier Jungs von den Färöer-Inseln. Zu erleben letzten Samstag im Café Galào. Knapp 50.000 Menschen leben auf diesen Dänischen Inseln, viele leben vom Fischfang, manche wie die Musiker um den Gitarristen Marius Ziska von der Musik. Ihre Musik schwebt, immer am emotionalen Abgrund entlang. Mir gefällt’s. Und dem Publikum im Galào offensichtlich auch, das Café war brechend voll und die Band kam erst nach einigen Zugaben von der Bühne.

Das Schriftstellerhaus wird 30 Jahre alt

20.09.2013 at 10:42

30jahre_schriftstellerhaus
Das Schriftstellerhaus feierte sein 30jähriges Bestehen im Max-Bense-Forum. Zugegeben, dieser Raum in Keller der Stadtbibliothek ist nicht gerade einladend und strahlt den Charme einer Kommandozentrale aus. Das schreckte die Freunde des Stuttgarter Schriftstellerhauses nicht ab, den Mitbegründer, Helmuth Pfisterer, gebührend zu feiern. Helmuth Pfisterer, der wortgewandte Dichter in schwäbischer Mundart, verstarb 2010. Er hinterließ einen unveröffentlichten Text, den das Schriftstellerhaus nun zu seinem 30jährigen Jubiläum in der Edition Kanalstraße 4 veröffentlicht hat.

Irene Ferchl, die Vorsitzende des Vereins, sprach die Eingangsworte. Titus Häussermann, Verleger der Schriften von Helmuth Pfisterer, ließ Stationen des Lebens des Schriftstellers aufleuchten, beschrieb den Dichter als liebenswert-dickschädlig, ein schwäbisches Urgestein.

jubiläumsbuchSigne Sellke und Gilbert Fels haben den nachgelassenen Text „Der Pascha sitzt in seinem Ausguck und schaut ein Plätzchen“ editiert und lasen Ausschnitte daraus. Das Langgedicht beschreibt präzise den Platz vor der Pauluskirche, nimmt die Kirchgänger in den lyrischen Blick und philosophiert über das Gesehene. Das alles, nicht wie bei Pfisterer üblich in Mundart, sondern in Hochdeutsch.

Musikalisch untermalten den Abend Katharina Wibmer (Geige) und Frank Eisele (Akkordeon). Helmut Pfisterer hatte oft bei seinen Lesungen auf die Musik der beiden zurück gegriffen.

A Dieu!

16.09.2013 at 18:00

wilhelmspalaisAm Sonntag in den frühen Morgenstunden ging eine wunderbare Zeit zu Ende. Das Wilhelmspalais konnte über 15 Monate für Konzerte, Ausstellungen und Tanzpartys genutzt werden. Ermöglicht haben das die die Stadt Stuttgart und die Betreiber der Wagenhallen. Sie hatten an die Stadt geschrieben und angeboten, in der ehemaligen Stadtbücherei Veranstaltungen auszurichten. Die Stadt gab das Gebäude zur Zwischennutzung frei.  Stefan Mellmann und sein Partner Thorsten Gutbrod präsentierten ein Programm, das es so in Stuttgart noch nicht gegeben hat. Es zeigte sich, wenn man freie Hand hat, gelingt vieles mit Leichtigkeit. Vor allem im Sommer wurden die Konzerte auf der Freitreppe zum Erlebnis vor der „Skyline“ Stuttgarts. Ich berichtetet bereits über das Konzert von Ralf Illenberger und Peter Autschbach, die zwei Hexer auf ihren akustischen Gitarren, die von den Wurzeln des Duos „Kolbe-Illenberger“ kommend, eigene Kompositionen entwickelt haben.

dralexUnvergesslich auch das Konzert von „Dr. Aleks & The Fuckers“:
eine wilde, ungezähmte Balkanpunkband. Ihre Musik ist anarchistisch im besten Sinne des Wortes, die Performance eine sexy, gypsy Balkanaction. Bei ihre Version von „Bella Ciao“ lief es mir kalt und heiß den Rücken runter. Spielfreude pur drücke sich in ihren Songs aus. Hier als Appetitanreger ein Video von ihnen.

Demnächst wird in dem ehrwürdigen Gebäude gehämmert und gemeißelt. Der Umbau für das neue Stadtmuseum beginnt. Ich wünsche mir weiterhin lebendige Kultur in Stuttgart.

Die Elster hat ihr Nest gefunden

11.09.2013 at 11:11

Nachdem ich schon lange die Seite „Lerchenflug“ betreibe, ergänze ich diese durch einen Blog. Hier wird alles gesammelt, was es mir wert erscheint, veröffentlicht zu werden.

Mit der Kamera streife ich durch die Welt und halte fest, was mir besonders ins Auge springt. Bilder verbinden sich mit Texten, Fundstücke werden ins Nest gelegt.

Ein lauer Sommerabend

14.07.2013 at 12:00

kon_13Das Konzert von Illenberger und Autschbach im Wilhelmspalais war im Gebäude geplant. Angesichts des herrlichen Wetters verlegte der Veranstalter das Konzert kurzfristig nach draußen. Eine gute Idee. In der heraufziehenden Sonnenuntergangsstimmung begannen die beiden Ausnahmegitarristen ihr Konzert, langsam fingen sie an und steigerten sich immer mehr.

Stipendiatenlesung

24.06.2013 at 17:29

Die drei mit einelesung_stipendiatenm Stipendium ausgezeichneten SchriftstellerInnen lasen im Café der Stadtbibliothek am 24. Juni 2013 aus ihren Werken.
Astrid Braun, Geschäftsführerin und Mitglied der Jury, führte die Lesenden durch kurze Präsentationen ein.

Matthias Nawrat eröffnete die Lesung mit einem Auszug aus seinem Roman „Wir zwei allein“. Dieser Roman wurde ausgezeichnet mit dem Silberschweinpreis 2012 für das beste Debüt auf der lit.Cologne und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2013. Seine Sprachvirtuosität kam in dem gelesenen Auszug deutlich zum Ausdruck. Bewegungen von Zügen wurden durch rhythmisierte Wortwiederholungen sinnlich zum Ausdruck gebracht.

Gabriele Riedle las in einer lebhaften Performance aus ihrem Buch, der theatralische Vortrag fesselte. Von Astrid Braun wurde sie gelobt als Reisereporterin, die Reisen unternimmt, die nie Spaziergänge sind. Ihre Reisereportagen sind u. a. bei Geo erschienen.
Mit ungewöhnlichem Sound erzählt die Ich-Erzählerin Natalie. Sie führt einen langen inneren Monolog, der mitreißt: mal sarkastisch, mal sehnsüchtig, mit einem Humor, der aus der Verzweiflung kommt.

Albrecht Selge wagte das Experiment einer Lesung aus einem in Arbeit befindlichen Roman, den er mit finanzieller Unterstützung des Stipendiums zu beenden gedenkt. Seine lebhafte Vortragsweise bezauberte die Zuhörer.