Das Hörspiel zu „Der Hals der Giraffe“

23.05.2015 at 16:38
Günter Guben im Gespräch mit Astrid Braun zum Hörspiel

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Zum Abschluss des Lesefestes „Stuttgart liest ein Buch“ wurde im Max-Bense-Saal der Stadtbibliothek die Hörspielfassung des Romans von Judith Schalansky eingespielt. In der Hauptrolle der Inge Lohmark brilliert die Schauspielerin Corinna Harfouch. Die 74minütige Fassung des Romans bildet ihn in seinen wesentlichen Aussagen gut ab. Unter der Regie von Beate Andres, die auch die Bearbeitung vorgenommen hat, sind neben Corinna Harfouch Jürg Löw als Direktor Kattner zu hören. Leider hatte die eingeladene Regisseurin Beate Andres kurzfristig ihre Teilnahme an der anschließenden Diskussion über die Hörspielbearbeitung aus persönlichen Gründen absagen müssen. Die Projektleiterin des Lesefestes „Stuttgart liest ein Buch“, Astrid Braun, sprang für sie ein.

Ein Hörspiel ist immer die Interpretation der Romanvorlage

Günter Guben im Gespräch mit Astrid Braun zum Hörspiel

Günter Guben im Gespräch mit Astrid Braun

Günter Guben, langjähriger Vorsitzender des Schriftstellerhauses und ehemaliger Regisseur beim SWR, analysierte die Adaption des Romans für das Hörspiel. Er berichtete über die veränderten Produktionsbedingungen, die heute bei der Erstellung eines Hörspiels herrschen. Die veranschlagte Zeit für eine Produktion sei gegenüber seiner aktiven Zeit deutlich nach unten korrigiert worden. Das hat zur Folge, dass die Sprecher nicht immer alle zusammen bei der Produktion anwesend seien. Kompromisse bei der Aufzeichnung seien dadurch unabdingbar. Nicht alle dramaturgischen Ausprägungen fanden seine Zustimmung, z.B. hat ihn die Einspielung der Musik an verschiedenen Stellen gestört. Die Regisseurin hätte ihm sicher eine profunde Begründung für diesen Einsatz der Musik geben können. Insgesamt, so meinte der ehemalige Regisseur Günter Guben, habe die Hörspielfassung ihm besser gefallen als der Roman selbst. Das ist ein großes Lob an die Arbeit des SWR als Produzent dieses Hörspiels.

Gewinner der Buchpakete bei der Hörspiel Präsentation

Die glücklichen Gewinner der Buchpakete mit Astrid Braun und Günter Guben

Die Besucher und Besucherinnen der Veranstaltung hatte die Gelegenheit, an der Verlosung dreier Buchpakete im Wert von je 150 € teilzunehmen, die der Suhrkamp Verlag für die Veranstaltungsreihe gespendet hatte. Günter Guben spielte die gute Fee und zog aus den abgegebenen Zettelen die glücklichen Gewinnerinnen und den glücklichen Gewinner. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass ohne Sponsoren ein solches Programm nicht hätte durchgeführt werden können. Deshalb ist allen zu danken, die dieses Lesefest ermöglicht haben, das mit der Aufführung des Hörspiels am 22. Mai zuende ging, an der Stelle, an der es auch begonnen hatte.

Das Theater im Polygon bringt Inge Lohmark auf die Bühne

20.05.2015 at 13:40
Das Theater im Polygon hat den Roman "Der Hals der Giraffe" szenisch gelesen

Das Theater im Polygon hat den Roman „Der Hals der Giraffe“ szenisch gelesen

 

Im Gewölbekeller unter der Buchhandlung Bücher-Lack brachte das Theater im Polygon den Roman „Der Hals der Giraffe“ auf die Bühne.

Schauspielerin vom Theater im Polygon

Zwei Schauspielerinnen vom Theater im Polygon schlüpften in die Rolle der Inge Lohmark (Janina Wissmann)

Als fester Bestandteil gehört das Theater im Polygon seit 1987 zum Jugendhaus Fellbach. Der Theaterpädagoge Peter Hauser hat mit den Darstellerinnen und Darstellern die Schlüsselstellen des Romans herausgearbeitet und in einer szenischen Lesung am 19. Mai im Rahmen des Lesefestes „Stuttgart liest ein Buch“ auf die Bühne gebracht. Ein paar Stühle deuten das Klassenzimmer an, in dem die Pädagogin Inge Lohmark den Schülerinnen und Schülern des Charles-Darwin-Gymnasiums in einem nicht näher genannten Ort in Vorpommern ihre Weltsicht von der Natur vermittelt. Den feinen Humor der Romanvorlage setzten die Jugendlichen gekonnt in Szene.

Gedoppelte Inge Lohmark

Die Rolle der Lehrerin wurde von zwei Schauspielerinnen übernommen. Sie wechselten sich ab beim innerer Monolog der Inge Lohmark, der in weiten Teilen den Roman bestimmt.

Schauspielerin vom Theater im Polygon

Die zweite „Inge Lohmark“ (Timea Farkas)

Nicht nur die dem Darwinismus und dem Lamarckismus verhaftete Weltsicht der Lehrerin trat dabei zutage sondern auch ihre Auseinandersetzungen mit ihrer Kollegin Karola Schwanneke und ihrem Direktor. Das Kollegium befürchtet, dass durch Bevölkerungsschwund das Gymnasium an den Rand seiner Existenz gedrängt wird.

Ein Trio in der Besetzung Gesang (Linda Dorittke), Gitarre (Jonatan Tropea) und Bass (Jonah Reuß) aus der Gruppe der Schauspieler umrahmte die Aufführung musikalisch. Videos dazu gibt es hier und hier.

Die szenische Lesung zeigte einmal mehr die große Bandbreite der Annäherungen an den Roman von Judith Schalansky, der im Mittelpunkt des vom Schriftstellerhaus organisierten Lesefestes in diesem Jahr stand.

Das Ensemble vom Theater im Polygon bedankt sich für den Applaus

Das Ensemble vom Theater im Polygon bedankt sich für den Applaus: Peter Hauser, Timea Farkas, Janina Wissmann, Maria Ferent, Linda Dorittke, Jonah Reuß, Jonatan Tropea (v.l.n.r.)

Giraffe trifft Krähe und Esel im Literaturhaus

13.05.2015 at 12:36
Literaturhaus Stuttgart

Judith Schalansky, Cord Riechelmann, Petra von Olschowski und Jutta Person im Literaturhaus Stuttgart

 

Judith Schalansky, deren Roman „Der Hals der Giraffe“ im Zentrum des Lesefestes „Stuttgart liest ein Buch“ steht, ist Herausgeberin der Reihe „Naturkunden“. Das Literaturhaus Stuttgart hatte sie zusammen mit der Autorin Jutta Person und dem Autor Cord Riechelmann zu einem Gespräch über ihre Werke eingeladen. Die Moderation lag in den Händen der Rektorin der Akademie der bildenden Künste Stuttgart, Petra von Olschowski.

Die Bücher „Esel Ein Portrait“ (Person) und „Krähen – Ein Portrait“ (Riechelmann) sind hochwertig mit Fadenheftung verarbeitet und in dunklen Farben gehalten. Daraus auf eine dunkle Zukunft für das gedruckte Buch zu schließen, wäre fatal, wie der vergnügliche Diskussionsabend im Literaturhaus am 12. Mai bewies.

Cord Riechelmann

Cord Riechelmann spricht über die Familie der Krähen

Cord Riechelmann erzählt lebendig vom den klugen Krähen

Als Betreiber des Blogs „Elsternest“ war ich natürlich hocherfreut, dass die Elstern im Buch von Cord Riechelmann einen festen Stellenwert haben. Die Elster ist eine Krähenart aus der 123 Arten umfassenden Familie der Krähen (Corvidae). Auch, dass die Krähen die Paradiesvögel zu ihren engsten Verwandten zählten, erfuhr ich an diesem Abend. Die Mythen, die die Krähen von jeher begleiten, sind ebenso dunkel wie sie und handeln fast immer von Übel und Tod. Selbst die zunehmende Erforschung ihrer herausragenden Intelligenz konnte sie nicht von ihrem schlechten Ruf befreien. Im Gegenteil: Dass Krähen über ein Gedächtnisvermögen verfügen, das sogar jede menschliche Kapazität übersteigt, scheint nur ein weiterer Beweis ihrer Unheimlichkeit zu sein. All das vermittelte Cord Riechelmann auf humorvolle und äußerst lebendige Art.

Jutta Person liest aus ihrem Buch "Esel"

Jutta Person liest aus ihrem Buch „Esel“

Ein Lob auf den Esel

Ein Lob des Eigensinns stimmte Jutta Person in ihrem Buch über die Esel an. Sie gelten als störrisch, dumm, eigensinnig und geil. Und doch spielt kaum ein Tier in der Kulturgeschichte eine so bedeutende Rolle wie der Esel. Die Autorin zeigte, entgegen den landläufigen Vorurteilen, wie klug dieses vermeintlich dumme Tier mit den schönen Augen ist, welches Spiel seine Ohren veranstalten und wie viel wir von ihm lernen können.

Obwohl Esel und Krähe keine Freunde sind, wie Cord Riechelmann betonte, herrschte unter den Gästen auf dem Podium ein kollegiales Verhältnis. Judith Schalansky verantwortet die Reihe Naturkunden, die es in den zwei Jahren ihres Bestehens auf 19 Bände gebracht hat. Die Reihe erscheint im Verlag Matthes & Seitz. In ihr erscheinen Bücher, die von der Natur erzählen, von Tieren und Pflanzen, von Pilzen und Menschen, von Landschaften, Steinen und Himmelskörpern, von belebter und unbelebter, fremder und vertrauter Natur. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag ergab sich aus einer zufälligen Begegnung in Taipeh(!) zwischen Judith Schalansky und dem Geschäftsführer des Verlages, Andreas Rötzer.

Ein Video der Lesung von Cord Richelmann auf dem youtube-Kanal Lerchenflug, die Lesung von Jutta Person hier und hier.

Jutta Person, Judith Schalansky (Hg.)
Esel
Ein Portrait
Mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Kleinoktav-Format
144 Seiten, flexibler Einband, fadengeheftet und mit Kopfschnitt
Matthes & Seitz, Preis: 18,00 €

Cord Riechelmann, Judith Schalansky (Hg.)
Krähen
Ein Portrait
Mit zahlreichen Abbildungen, Kleinoktav-Format
155 Seiten, flexibler Einband, fadengeheftet und mit schwarzem Kopfschnitt, 5. Auflage
Matthes & Seitz, Preis: 18,00 €

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens, ebenso wie alle anderen Titel aus der Reihe „Naturen“

Judith Schalansky liest ein Buch …, auch in der Stadtbibliothek

12.05.2015 at 15:01
Judith Schalansky, Daniela Strigl

Judith Schalansky im Gespräch mit Daniela Strigl

 

Wer am 11.05.2015 der Einladung des Schriftstellerhauses folgte und in der Stadtbibliothek die Eröffnungsveranstaltung zu Stuttgart liest ein Buch erlebte, bekam einen allumfassenden Einblick in das Schaffen von Judith Schalansky.

Astrid Braun, Schriftstellerhaus

Astrid Braun, Geschäftsführerin Schriftstellerhaus
und Projektleiterin, eröffnet die Veranstaltung

14 Tage ein großes Lesefest

Die Geschäftsführerin des Schriftstellerhauses, Astrid Braun, erläuterte in ihrer Begrüßungsrede den Titel des Lesefestes. Es heißt eben nicht: Stuttgart liest ein Stuttgart-Buch. Daher muss es auch kein Stuttgarter Autor sein, der im Mittelpunkt des vierzehntägigen Lesefestes steht. Die Auswahl der Jury fiel auf die in Berlin lebende Autorin Judith Schalansky, die mit „Der Hals der Giraffe“ einen verstörenden Bildungsroman vorgelegt hat. Dieses Buch hat Facetten und spricht Themenkomplexe an, die zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Text einladen. Dies wird in den nächsten Veranstaltungen vielfältig geboten.

Das Vergnügen des gemeinsamen Lesens strich Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Stuttgart, heraus. Sie knüpfte dabei an eigene Erfahrungen aus ihrem Studium an, als sie den Zauberberg las. Isabel Fezer überbrachte Grüße des OB Fritz Kuhn. Die Stadt Stuttgart hat mit ihren Projektmitteln dieses Lesefest überhaupt möglich gemacht.
Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin und –kritikerin Daniela Strigl wurde das Werk von Judith Schalansky in den Mittelpunkt gerückt. Sie ist nicht nur eine erfolgreiche Autorin sondern auch eine preisgekrönte Buchgestalterin. Für Judith Schalansky ist das Buch immer ein Gesamtkunstwerk. Deshalb gibt die studierte Kommunikationsdesignerin die Gestaltung ihrer Bücher auch nicht in fremde Hände.

Isabel Fezer

Isabel Fezer begrüßt die Autorin und die Anwesenden
im Namen der Stadt Stuttgart

Die Haptik und die gelungene Typografie des Buches in der gebundenen Fassung lässt den Leser den Roman gerne in die Hand nehmen. Eingebunden mit grobem, grauem Leinen, rutschen die Finger nicht ab. Ein Schutzumschlag wird überflüssig. Dadurch vermittelt es den Eindruck, sich selbst ausreichend schützen zu können. Die Gestaltung der Taschenbuchausgaben hat die Autorin ebenso sorgfältig übernommen. Ihr erstes Werk war eine Liebeserklärung an die Frakturschrift: „Fraktur mon Amour“. Dafür, wie auch für „Der Hals der Giraffe“, hat sie zahlreiche Designpreise erhalten. Die Zeichnungen im Buch führen immer wieder zum Unterrichtsfach der Protagonistin Inge Lohmark: Biologie. Sie unterrichtet am Charles-Darwin-Gymnasium in einer kleinen Stadt im vorpommerschen Hinterland. Es ist ein Landstrich, der vor dem Ausverkauf steht, ohne Zukunft, denn die Menschen ziehen weg aus der ostdeutschen Provinz und damit verliert die Schule ihre Schüler. Judith Schalansky kennt, wovon sie schreibt. Sie ist als Kind eines Lehrers und einer Lehrerin in Greifswald geboren und zur Schule gegangen. Obwohl sie nicht Lehrerin geworden ist, verfügt sie doch über einen „missionarischen Eifer“, wie sie im Gespräch mit Daniala Strigl zugibt. Der Autorin ist wichtig, ihre Ansichten dem Publikum zu vermitteln, durch den Text wie auch durch die Gestaltung. Dabei darf man ihr nicht unterstellen, die Ich-Erzählerin Inge Lohmark sei ihr alter Ego. Ganz im Gegenteil. Umso erstaunlicher, wie sie den Erzählton in dem Roman durchhält und dem Leser die Hauptperson näher bringt. Sympathie wird man für Inge Lohmark nicht aufbringen, aber Verständnis für ein Leben der Brüche und der Abbrüche.

Lesung aus "Der Hals der Giraffe"

Judith Schalansky liest aus „Der Hals der Giraffe“

Judith Schalansky ist nicht Inge Lohmark

Als Judith Schalansky dann aus dem Buch las, sprach sie mit fremder Stimme. Sie schlüpfte mit ihrem Sprachduktus ganz in die Person hinein, die der Roman so wunderbar schildert. Diese Sport- und Biologielehrerin ist verblendet und hartherzig, das wird schon auf den ersten Seiten des Romans deutlich. Aber sie hat eine Leidenschaft für die Natur und eine große Liebe zu ihrem Fach. Beides hat sie herüber gerettet aus der DDR, in der sie auch nicht angepasst war, Stammbäume von Adelsgeschlechtern hat sie zeichnen lassen, um daran die Vererbungslehre zu verdeutlichen. Biologie ist ihre Ersatzreligion. Das Scheitern der „eigenen Brutpflege“ hat sie innerlich verhärten lassen. Normalerweise wird in einem „Bildungsroman“ (so der Untertitel des Buches) der Protagonist zu einem „anderen Menschen“. Hier steht das Scheitern im Mittelpunkt, ein Scheitern, das den Leser verstört und ihn dadurch verändert. „Wichtig ist das, was uns berührt“, so die Autorin. Es drängt sich beim Lesen dieses Romans, der so viel über die Natur verrät, die Frage auf, was den Menschen veranlasst, sich als Krone der Schöpfung zu sehen. Judith Schalansky empfindet es als schwierig, immerzu Entscheidungen treffen zu müssen. Die instinktgesteuerten Tiere haben es da einfacher. Die Natur sei weder gut noch schlecht. So bleibt es auch ein Rätsel, ob die „Krone der Schöpfung“ schön ist. Immerhin haben wir durch die Evolution den aufrechten Gang bekommen. Somit haben wir eine Vorder- und Rückseite. Aber was ist mit unserer Rückseite, die wir mit unserem Augensinn nicht direkt betrachten können. Ist sie schön?
Das kluge und angeregte Gespräch zwischen der Literaturkritikerin und der Autorin ließ viele Fragen offen, die die Stuttgarter sich in den nächsten Tagen in vielen Veranstaltungen rund um den „Hals der Giraffe“ stellen können. Einen ersten Ansatz zur Auseinandersetzung mit dem Thema Natur und Fantasie machten die Gesangstudierenden im Studium für Stimmkunst und Neues Musiktheater der Musikhochschule Stuttgart: Sie boten Ausschnitte aus dem „Klangbuch der imaginären Wesen“ von Mario Verandi im kathedralenartigen Raum, dem Herzstück der Bibliothek, dar. Als das Büffet geöffnet wurde, hatten die Gästen der Eröffnungsveranstaltung zu „Stuttgart liest ein Buch“ Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Nur die Autorin hatte noch zu tun: Liebevoll signierte sie ihre Bücher, verzierte ihre Widmungen mit allerlei Stempeln und gab somit jedem Exemplar einen individuellen Anstrich.

Heute, am 12. Mai 2015, ist Judith Schalansky zu Gast im Literaturhaus Stuttgart.

Mit neuer Kraft weiter

31.05.2014 at 15:48
Der neue Vorstand, v. l. n. r. : Susanne Stephan, Helga Danzer, Ingrid Bussmann (die neue Vorsitzende), Wolfgang Tischer, Irene Ferchl, Astrid Braun, Wolfgang Rhiel. Die zweite Vorsitzende (Signe Sellke) und die Schatzmeisterin (Renate Kremkow) sind nicht auf dem Bild.

Der neue und alte Vorstand, v. l. n. r. : Susanne Stephan, Helga Danzer, Ingrid Bussmann (die neue Vorsitzende), Wolfgang Tischer, Irene Ferchl (scheidet aus), Astrid Braun, Wolfgang Rhiel.
Die zweite Vorsitzende (Signe Sellke) und die Schatzmeisterin (Renate Kremkow) sind nicht auf dem Bild.

Eine wichtige Wahl fand am 27. März 2014, zwei Tage nach der Europa- und Kommunalwahl, im kleinen Haus in der Kanalstraße 4 statt. Der Verein Stuttgarter Schriftstellerhaus e.V. wählte für die nächsten vier Jahre einen neuen Vorstand.

In den letzten vier Jahren wurde viel erreicht. Die großen Programmschwerpunkte: Stuttgart liest ein Buch (2012) und Literatur im Salon (2013) waren für das kleine Haus Großveranstaltungen, die nur durch Unterstützung externer Geldgeber zustande kommen konnten. Irene Ferchl, als Vorsitzende des Vereins, und Astrid Braun, als dessen Geschäftsführerin, haben hier Hervorragendes geleistet.

Irene Ferchl ließ in ihrem Rechenschaftsbericht des letzten Jahres noch einmal die vielen Aktivitäten aufleuchten, die unseren Verein auszeichnen. Silke Sellke, die zweite Vorsitzende, bedankte sich in ihrer Dankesrede für das hohe Engagement von Irene in den letzten vier Jahren. Der riesige Blumenstrauß, den Astrid Braun der scheidenden Vorsitzenden überreichte, drückte die Anerkennung für die Arbeit durch Farben und Düfte aus.

Als neue Vorsitzende wurde Ingrid Bussmann gewählt, den Stuttgarter Literaturfreunden wohl bekannt. Sie leitete zwölf Jahre die Stadtbibliothek der Landeshauptstadt. Das Schriftstellerhaus arbeitete schon in der Vergangenheit eng mit Frau Bussmann zusammen, sie ist Vorsitzende des Vereins „Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg“. Dieser hatte vor kurzem mit dem Schriftstellerhaus den 100jährigen Geburtstag von Thaddäus Troll mit einer eindrucksvollen Veranstaltung in der Stadtbibliothek gedacht. Ich berichtete darüber.

Die anderen Mitglieder des Vorstands wurden bestätigt. Neu, als Beisitzer  im Vorstand, ist Wolfgang Tischer. Er ist Gründer und Leiter des bekannten Online-Portals Literaturcafe.de. Er folgt Susanne Fritz in diesem Amt nach, die ihren Lebensmittelpunkt nach Freiburg verlegt hat.

Wolfgang Tischer hat im letzten Jahr wesentlich bei der Neugestaltung des Online-Auftritts des Schriftstellerhauses mitgewirkt. Ich hoffe, er wird dieses wichtige Tor zur Außenwelt weiter beflügeln.