Leipziger Lerche

22.03.2020 at 10:22

Lerche Gebäck

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Die Leipziger Lerche ist eine Gebäckspezialität aus Leipzig, dessen Name an die früher in Leipzig als kulinarische Delikatesse insbesondere zu Festtagen verzehren Singvögel erinnert. Erfunden wurde das Gebäck nach dem offiziellen Verbot des Vogelfangs m Stadtgebiet 1876. Findige Bäcker kreierten aus Mürbeteig, Mandeln, Nüssen und Erdbeerkonfitüre einen kulinarischen Ersatz. Die vereinfachte Form ahmt die Form der Vögel nach. Das Kreuz auf dem Gebäck sind die Bänder, die damals zum Zubinden der gefüllten Tiere verwendet wurden. Die Leipziger Lerche ist seit 2004 namensrechtlich geschützt und ein Leckerbissen aus der Region.

In Leipzig unterkommen

22.03.2020 at 10:13
Unser Zimmer in der WG

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Mit AirBNB ist es ja manchmal so eine Sache. Man weiß nicht wo man landet, Bilder zeigen ein aufgeräumtes, geräumiges Zimmer. Aber was ist mit der Matratze. Hängt sie durch? Sind die ausgestellten Handtücher mittlerweile nicht mehr flauschig sondern von vielen Gästen abgenutzt?

M. hatte für seine Fahrt zur Messe nach Leipzig schon im Herbst letzten Jahres ein Zimmer gebucht. Bei einem Studenten, der eineinhalb Monate vorher absagte, weil er seine Familie aus dem Ruhrpott zu Besuch erwartete. Das konnte M. natürlich verstehen, die Blase aus dem Pott ist ihm ein Begriff. Er machte M. dann freundlicherweise auf ein anderes Angebot in gleicher Preislage aufmerksam (wegen Messe schwierig, die war noch nicht abgesagt).

Schon die Kommunikation mit der neuen Vermieterin war völlig unproblematisch. Anastasia war locker drauf, beantwortete prompt alle Fragen von M. Anastasia empfing M. und seine Frau bei der Ankunft, obwohl sie selber nicht mehr in der WG wohnte, in der sie ihr Zimmer zur Verfügung stellte. Schnell war ein freundschaftlicher Kontakt hergestellt. Anastasia zeigte uns das Zimmer und stelle die Mitbewohner der WG vor. Das Zimmer: umwerfend! Die Liebe zum Detail wurde zwar in der Anzeige beschrieben aber die Realität übertraf die Erwartungen. M. hatte das Gefühl, bei einer Literatin aus dem Ural unter gekommen zu sein, die ihre Heimat verlassen hat und die Erinnerungen an ihr altes Leben und ihre Großmutter hierher gerettet hat. Und WG-Erfahrungen hatte M. ja zur Genüge.
Im Laufe de Aufenthaltes wurde das öffentliche Leben sukzessiv herunter gedimmt. Umso schöner, dass Anastasia ihre Arbeit an ihrer Masterarbeit in Germanistik unterbrach sie und Mitbewohner Laurenz sich am Abend vor der Abfahrt mit M. und T. auf ein Glas Wein in der WG-Küche zusammenhockte und sie über Literatur, den Ural, das Filzen und vieles anderes sich austauschten. Auf einmal hatte M. das Gefühl, selber in dieser WG zu wohnen. Kann ein Aufenthalt in einer fremden Wohnung positiver verlaufen?

Bachkantate in der Thomaskirche in Leipzig

21.03.2020 at 16:25
Chor auf der Empore der Sauer-Orgel (1889)

Chor auf der Empore der Sauer-Orgel (1889)

In existenziellen Krisen wie sie auch die Corona-Pandemie darstellt, suchen Menschen Trost in kirchlichen Räumen. Sei es im stillen Gebet oder in der Gemeinschaft der Gläubigen. Halt finden können sie auch in der Musik von Johann Sebastian Bach. Beim zweiten „Anlauf“ konnten wir den extra angereisten, wunderbaren Knabenchor der Kirchengemeinde Unserer Lieben Frauen aus Bremen hören. Die wöchentlichen Motetten werden in der Thomaskirche nur am Freitag und Samstag aufgeführt und sind eine feste musikalische Institution. Aufgrund der Coronakrise sagte Pfarrer Dr. Peter Amberg alle kommenden Motetten und Gottesdienste bis auf weiteres ab.

Bach – Kantor der Thomaskirche

Johann Sebastian Bach

Bachdenkmal des Bildhauers Carl Seffner aus dem Jahre 1908


Am Samstag, 14. März, wurde unter anderem die Bach-Kantate Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir aufgeführt. Ihr liegt der Psalm 130 zugrunde. Musikalisch weist die Kantate alle Charakteristika von Bachs Mühlhäusern Vokalschaffen auf, das heute vor allem als letzter Gipfel von Traditionen des 17. Jahrhunderts gilt. Nachdem ich diese wunderbare Musikaufführung des Werkes von Bach live erleben konnte, kann ich die Bewunderung meines Zen-Lehrers Michael von Bück besser nachempfinden, der immer voller Enthusiasmus über die Musik dieses großen Komponisten spricht.

Aus ideologischen Gründen Kultur zerstört

21.03.2020 at 16:20
Universität Leipzig

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Die Paulinerkirche – vormals eine Klosterkirche und seit der Universitätsgründung von 1409 ein zentraler Ort des universitären Lebens in Leipzig wurde als Aula und als Hörsaal benutzt. Dort predigte Martin Luther, dort musizierte Johann Sebastian Bach.

1953 wurde die Universität in Karl-Marx-Universität Leipzig umbenannt. Auch in dieser Zeit lehrten noch bedeutende Lehrkräfte hier wie der Philosoph Ernst Bloch oder der Literaturwissenschaftler Hans Mayer, die aber zusehends hinausgedrängt wurden, da sie mit dem System in Konflikt gerieten.

„Das Ding muss weg!“

„Das Ding muss weg!“ – so soll sich laut Leipziger Volksmund SED-Chef Walter Ulbricht beim Anblick der Paulinerkirche geäußert haben. Und dieser Ausspruch bedeutete das Todesurteil für das traditionsreiche Gebäude im Leipziger Stadtzentrum. Der zweite Weltkrieg hatte die Kirche nicht zerstört, im Gegensatz zu der im Krieg zerstörten Universität. Trotz breiter Proteste der Bevölkerung wurde das gotisch geprägt Gotteshaus am 30. Mai 1968 gesprengt, ebenso die verbliebenen weiteren Bauten.

Die SED errichtete die Universität neu. Von 1968 bis 1972 wurde das Uni-Hochhaus in Form eines aufgeschlagenen Buches gebaut, das zum dominanten Gebäude der Universität wurde. Die weitere Umgestaltung und Bebauung des Universitätscampus folgte in den Jahren 1973 bis 1978.

Die Paulinerkirche bekommt ein modernes Antlitz

Nach der Wiedervereinigung und zum 600. Jahrestages der Gründung der Universität sollten die Gebäude grundsätzlich saniert werden. 2004 entschied sich eine Jury für den Entwurf des niederländischen Architekten Erick van Egeraat. Er erinnert in der äußeren Form, aber stark verfremdet, an die ursprüngliche Kubatur des Gebäudekomplexes um die Paulinerkirche. Das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli wurde als letztes Gebäude 2017 eröffnet. Es bildet das wiedererstandene geistige und geistliche Zentrum der Universität am Augustenplatz und ist Ort für akademische Veranstaltungen, Universitätsgottesdienste, Konzerte der Universitätsmusik. Architektonisch erinnert es an die 1968 gesprengte Universitätskirche und beherbergt zahlreiche vor der Vernichtung gerettete Kunstschätze.

Lesung in Leibzig: „Die Anhörung“

21.03.2020 at 16:20
Bomberg (Liedermacher) Haase (Autor) über Wolfgang Schnur

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Eine der wenigen, nicht abgesagten Lesungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse konnten wir in der Gedenkstätte „Runde Ecke“ erleben. Der Filmregisseur Jürgen Haase las aus seinem Buch „Die Anhörung – Wolfgang Schnurs Doppelleben als Stasi-Spitzel und Anwalt politisch Verfolgter“. Das Buch ist in weiten Teilen eine Transkription eines vierstündige Interviews, das der Journalist Alexander Kobylinski mit Wolfgang Schnur führte. Das Interview liegt dem Buch auf einer DVD bei. An seiner Seite der Liedermacher und Psychologe Karl-Heinz Bomberg, der 1984 wegen seiner Lieder inhaftiert wurde und dessen Strafverteidiger Wolfgang Schnur war. Er schrieb für das Buch die Einführung und begleitete die Veranstaltung musikalisch.

Ein Leben ohne Mutterliebe

Knapp fasste Jürgen Haase das Leben des Stasi-Agenten und Rechtsanwalts Wolfgang Schnur zusammen:
Wolfgang Schnur wuchs als Waisenkind in Heimen in Stettin, auf der Insel Rügen sowie in Rostock auf. Nach einer Maurerlehre studierte er Rechtswissenschaften und schloss das Studium 1973 als Diplom-Jurist ab. Schnur wurde 1964 von der Stasi angesprochen. Da war er gerade 20 geworden. Der Geheimdienst suchte auch auf der Ostseeinsel Rügen nach zuverlässigen Leuten und entdeckte bald Schnurs großes Talent, Vertrauen zu erwerben. Mehr als 25 Jahre lang hat Schnur dieses Leben durchgehalten.

Wolfgang Schnur ging in Kirchenkreisen ein und aus

Schnur gehörte in der DDR zu den bekanntesten Kirchenvertretern. Er war Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Mecklenburg, zeitweise Vizepräsident der Synode der Evangelischen Kirche der Union und Synodaler des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR. Ende der 1980er Jahre war er als Vertrauensanwalt der Evangelischen Kirche für zahlreiche bekannte Oppositionelle in der DDR tätig. Er vertrat Dissidenten, Bürgerrechtler und Wehrdienstverweigerer. Was die von ihm vertretenen Mandanten nicht wussten: Wolfgang Schnur lieferte Details aus seinen Gesprächen mit ihnen direkt an die Stasi.

Wolfgang Schnur während der Wende

Während der Wende wurde Wolfgang Schnur einer der wichtigen Vertreter des Demokratischen Aufbruchs. Fast wäre er mit Kanzler Helmut Kohls Hilfe 1990 der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR geworden. Doch das gönnten ihm ehemalige Führungsoffiziere wohl nicht. Sie steckten dem Runden Tisch, was lange Zeit Schnurs „wahre“ Berufung gewesen war. Die Offenlegung seiner Stasi-Akte im März 1990, wenige Tage vor der ersten freien Volkskammerwahl, beendete seine politische Karriere.

Traumata werden von Generation zu Generation weiter gegeben
In dem Gespräch zwischen Jürgen Haase und Karl-Heinz Bomberg wird deutlich, was mit Menschen geschieht, die Untersuchungshaft und Unterdrückung eines Willkürstaates mit den Menschen macht. Und wie Menschen, die keine familiäre Bindung haben, in staatlichen Strukturen einen Familienersatz finden können. Karl-Heinz Bomberg hat in seiner psychologischen Praxis viele Opfer behandelt und das ganze Ausmaß der seelischen Verletzungen ist immer noch nicht erfasst. Ebenso sind die Auswirkungen auf die nachfolgenden Generation der Opfer längst nicht aufgearbeitet.

Corona verdrängt die Berichterstattung über den Klimawandel

19.03.2020 at 19:13
Corona

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Klimawandel?

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… neulich, am Zeitschriftenkiosk am Bahnhof

19.03.2020 at 19:11
Blick auf die Zeitschriften im Bahnhof

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