Griechischer Wein – Mit dem Mietwagen fahren?

13.04.2019 at 22:30

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M. hatte schon in D. einen Mietwagen gebucht. Am Flughafen angekommen, stellt er fest, CardelMar hat keinen Schalter dort. Nach einem Anruf beim Autovermieter schickt der einen Wagen und M. und T. fahren zehn Minuten über die Autobahn zur Station.

Der Wagen ist nicht voll getankt. („Abgeben wie erhalten“). Die Tankstelle liegt 500m entfernt. Bis dahin kommt M. nicht, der Wagen geht vorher aus. M. schiebt den Wagen mit Hilfe von T. an die Zapfsäule. Das Normalbenzin ist angeblich nicht verfügbar! Tanken wir halt Super. Super Start. Preiswert ist manchmal nur billig.

Griechischer Wein – Anarchie

11.04.2019 at 22:55

Den Opfern zum Gedenken

 

Vom Stadtteil Exarchia mit seinem anarchistisch-studentischen Milieu ins nächste „Problemviertel“ Athens gelaufen: Mataxourgio.

Metaxourgio

Fixer und Prostituierte wohnen hier: Metaxourgio

 

Prostituierte und Fixer sitzen buchstäblich auf der Straße, die Fixer mit Spritzen in den Armen. Selbst M., der Hartgesottene, fühlt sich unwohl. Wie leicht kann sich die Elster in die Luft erheben und alles aus sicherer Distanz anschauen. M. flüchtet in die nahe gelegene Metrostation.

Abends noch einmal in das Studentenviertel Exarchia. Dort in der Markthalle frischen Fisch gegessen und ein kühles Bier getrunken. Einen letzten Absacker nehmen M. und T. im Autonomentreff „Revolt“ ein.

Exarchia

Szenekneipe in Exarchia

 

Auf dem Rückweg zur Metrostation vorbei an einer hochgerüsteten Polizeieinheit. Den Einsatz sieht M. in den Abendnachrichten des griechischen Fernsehns, die ausführlich vom Einsatz gegen die Autonomen berichten und von einer groß angelegten Abschiebung Illegaler. Auf beiden Seiten Gewalt: Schwarz gekleidete Jugendliche bewerfen die mit Schildern ausgerüsteten Polizeieinheit, die wie Soldaten gepanzert sind und lässig die Steine parieren.

Griechischer Wein – Beim Zeus

11.04.2019 at 21:27
Die Stütze der antiken Welt

Die Stütze der antiken Welt

 

Vom Tempel des Olympischen Zeus stehen nur noch ein paar Säulen. Aber auch die brauchen eine Stütze. Eine starke Frau ist da willkommen.

Griechischer Wein – Rohrkrepierer

11.04.2019 at 15:05
Im Lauf stecken geblieben

Im Lauf stecken geblieben

 

Nach der Eroberung durch die Osmanen 1456 wurde der Parthenon zur Moschee umfunktioniert und ein Minarett angebaut. In den Propyläen residierte zeitweise der Stadtkommandant; das Erechtheion – zuvor eine Kirche – diente als Harem (wohl wegen der Frauengestalten). Bis weit ins 17. Jahrhundert waren die antiken Baudenkmäler weitgehend intakt.

Die Katastrophe für die Akropolis kam 1687 mit der Belagerung durch die Venezianer unter Morosini, der wider besseres Wissen um die Bedeutung der Bauten den Parthenon beschießen ließ. Die Explosion des dortigen türkischen Pulvermagazins beschädigte den Tempel schwer, ebenso umliegende Bauten (Quelle Wikipedia)

Wäre die Kugel aus der Kanone der venezianischen Belagerer nicht ins Munitionslager der Türken eingeschlagen, das diese auf der Akropolis im Parthenon Tempel eingerichtet hatten, stünde der eventuell noch (oder auch nicht).

Griechischer Wein – Griechische Hochkultur

11.04.2019 at 6:52
Hintergrund die Akropolis

Agorá Museum, im Hintergrund die Akropolis

 

Menschen schauen auf Karten, um sich einen Überblick zu verschaffen,Vögel haben ihn immer, wenn sie fliegen und das machen sie ja sehr häufig. M. schaut also immer wieder auf seine Karte (die ergegenüber dem Smartphone seiner Frau bevorzugt), um neue „Trümmer“ zu entdecken. Die begegnen M. in der Altstadt von Athen auf Schritt und Tritt. Die Akropolis, hoch gelegen, ist bei jedem Bummel sichtbar.

Griechischer Wein – Graffiti

10.04.2019 at 21:44
nur weg hier

nur weg hier

 

Es hat den Anschein, die Sprayerszene ist in Athen besonders aktiv. Kaum ein Haus, das nicht besprüht ist.

dreierspray

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Taggs

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Phantasie an die Macht

Phantasie an die Macht

 

Neben sehr künstlerischen Arbeiten gibt es auch die mit explizit politischen Botschaften.

Phantasie an die Macht

Wir haben dich auf dem Schirm

Griechischer Wein – Wunder der Natur

10.04.2019 at 8:05
Orangen

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Die Elster hatte schon davon gehört, dass die Orangenbäume gleichzeitig Blüten und Früchte tragen. Davon zu hören ist eine Sache. Eine ganz andere ist, es mit eigenen Augen zu sehen und sich daran zu erfreuen.

Griechischer Wein – Die Elster ist gelandet

09.04.2019 at 17:15

Eulen nach Athen tragenEin Sprichwort sagt: Eulen nach Athen tragen. Heute sind Lerche und Elster nach Athen geflogen und gut gelandet und sie haben die ein oder andere Eule im Gepäck. Drei Wochen wollen sie das mittlere Festland erkundigen und natürlich: Athen.

Wikepedia weiß darüber:
Athen – neugriechisch Αθήνα [aˈθina] (f. sg.), Katharevousa und altgriechisch Ἀθῆναι Athênai (f. pl.) – ist die Hauptstadt Griechenlands. Athen ist die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes. Die Gemeinde Athen im Zentrum des gleichnamigen Ballungsraums ist dabei relativ klein. Dieser umfasst das Gebiet der Regionalbezirke Athen-Zentrum (87,3 km²), Athen-Nord (138,79 km²), Athen-Süd (68,9 km²), Athen-West (66,8 km²) und Piräus (50,4 km²) mit zusammen fast 3,1 Mio. Einwohnern (2011). Die ebenfalls relativ kompakte Agglomeration, deren Kern die Gemeinde Athen bildet, hat nach Eurostat ca. 3,8 Mio. Einwohner, andere Schätzungen gehen allerdings auf Grund der fehlenden Meldepflicht von mindestens 5 Mio. Einwohnern aus.

Vom Flughafen eine sehr lange U-Bahnfahrt ins Zentrum. U-Bahnwagen und viele Häuser sind mit Graffiti übersät.

Jetzt heißt es erst einmal ankommen. Schwimmen im Meer wird wohl noch nicht möglich sein, 16 Grad Celsius. Wolken und die Uhren gehen eine Stunde vor. Wie ticken die Griechen? Warten wir es ab.

Wenn es so einfach wäre

07.04.2019 at 12:17
Forderung

… kann man ja mal fordern

 

Mal eben schnell eine Parole an den Handlauf eines Fußweges im „Heiligen Korntal“ geschrieben. Was folgt daraus?

Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 – Zwei Tschechen in Stuttgart

05.04.2019 at 15:31
Schriftsteller, Schauspieler, Librettist, Tausendsassa: Jaroslav Rudiš

Schriftsteller, Schauspieler, Librettist, Tausendsassa: Jaroslav Rudiš

 

Die beiden in Stuttgart sehr bekannten Künstler Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 waren am 2. April 2019 zu Gast im Literaturhaus Stuttgart.

Bekannt geworden sind die beiden als Schöpfer des legendären Comics Alois und als Gründer der tschechischen Kafka Band. Jaromír 99 stellt an diesem Abend seine neue Graphic Novel Tschechenkrieg vor. Schauplatz ist die Tschechoslowakei der 1950er Jahre. Während des Kalten Krieges führen die überaus gut aussehenden Mašin-Brüder ihren ganz eigenen Kampf gegen das kommunistische Regime: Sie verüben Sabotageakte, Überfälle auf Geldtransporter und Sprengstoffanschläge. Doch als der erwartete Dritte Weltkrieg ausbleibt, fliehen Josef und Ctirad Mašin nach West-Berlin, um sich der US-Army anzuschließen. Darauf folgt die größte Fahndungsaktion der DDR-Volkspolizei, genannt Tschechenkrieg.

Gespräche, Lesung und Musik

Im Gespräch mit dem Moderator Uwe Ebbinghaus von der F.A.Z. erläutert Jaromír 99 die Entstehungsgeschichte des Comics und erzählt, dass er an dem Buch, in dem es überwiegend um Gewalt geht, zwei Jahre gezeichnet gesetzt hat. Das sei ihm als pazifistisch eingestelltem Menschen nicht immer leicht gefallen. Während der Arbeit an dem Comic hat er weiter komponiert. Den Soundtrack, der bei der Arbeit in seinem Kopf entstanden ist, brachte er zu Papier. An diesem Abend präsentiert er mit zwei seiner Kollegen von der Kafka Band einige Stücke dieser Musik.

Jaromir99 stellt seine neue Graphic-Novel vor und umrahmt die Veranstaltung musikalisch

Jaromir99 stellt seine neue Graphic Novel vor und umrahmt die Veranstaltung musikalisch

Pils in der Pause

Nach einer kurzen Pause (mit Budweiser Budvar Pils!) geht es weiter mit der Lesung von Jaroslav Rudiš aus seinem neuen Roman Winterbergs letzte Reise:
„Die Schlacht bei Königgrätz geht durch mein Herz“, sagte Winterberg und schaute aus dem beschlagenen Fenster des Zuges. So beginnt dieser neue Roman von Jaroslav Rudiš, den er erstmals im Original auf Deutsch geschrieben hat. Ein eigensinniger Greis und sein genervter Pfleger Kraus reisen anhand des letztmalig 1913 erschienenen Baedeker-Reiseführers für Österreich-Ungarn durch Mitteleuropa. Bald darauf war die Habsburgermonarchie Geschichte, doch Wenzel Winterberg verlässt sich noch heute auf das rote Buch. Und die Schlacht bei Königgrätz, ausgefochten 1866 zwischen Preußen und Österreich, ist die Basslinie, die den Roman grundiert.

„Die Schlacht bei Königgrätz ist der Anfang von allen meinen Katastrophen, der Anfang von allen unseren Katastrophen, wenn man im Zeichen der Schlacht bei Königgrätz geboren wurde, ist man für immer verloren. So bin ich verloren, so ist dieses Land verloren und so sind Sie, lieber Herr Kraus, verloren, ob Sie wollen oder nicht, ja, ja, es gibt kein Entkommen, das kann man nicht so einfach überschienen wie die Alpen.“

Winterbergs letzte Reise ist ein großer europäischer Roman. Oder, wie Rudiš bekundet, ein mitteleuropäischer Roman. Er sehnt sich nach einem starken Mitteleuropa, das wird an diesem Abend klar, aber die politischen Verhältnisse im realen Mitteleuropa sind eher euroskeptisch.

„Wir sterben ganz allein und unsere Geschichten sterben mit uns“, lässt Rudiš Winterberg sagen, „denn heute ist hier niemand, der sich für unsere Geschichten interessiert, niemand, der historisch durchschaut und durchschauen möchte, da kann man sich nicht wundern, was gerade passiert.“ In diesem Buch stehen diese Geschichten im Überfluss. Und eventuell helfen sie uns, die europäischen Spaltungstendenzen besser zu verstehen.

Winterbergs letzte Reise
Gebunden mit Schutzumschlag, 544 Seiten
Luchterhand Literaturverlag, Preis 24,00 €

Tschechenkrieg
Jan Novák (Autor), Jaromír Švejdík (Illustrator)
Broschiert, 256 Seiten
Voland & Quist, Preis 26,00 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens