Ein großer Sänger: Tom Petty

04.10.2017 at 13:22
Tom Petty

Von Takahiro Kyono from Tokyo, Japan – Tom Petty, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58170118.

Tom Petty starb am 2. Oktober 2017 in Santa Monica, Kalifornien. Wir trauen um diesen großen Musiker.

Im April 2008 erschien Tom Pettys letztes Album, ein Reunionsalbum seiner ehemaligen Band Mudcrutch. Die Zeitschrift Rolling Stone listet Tom Petty auf Rang 91 der 100 größten Musiker sowie auf Rang 59 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.

Hier das Video eines seiner ganz großen Hits, kurz vor seinem Tod am 25. September diesen Jahres

Zusammen mit seinen Kollegen Bob Dylan, George Harrison († 2001), Jeff Lynne und Roy Orbison († 1988) wirkte er auf den zwei Alben der Traveling Wilburys mit. Mit Georges Harrison und Roy Orbison wird er sicher im Musikerhimmel weiter spielen …

Herzlichen Glückwunsch Carlos!

20.07.2017 at 12:13
Carlos Santana

Foto: CC BY-SA 2.0

Die Elster und die Lerche gratulieren Carlos Santana zu seinem ziebzigsten Geburtstag. Sie erinnern sich: Carlos Santana, geboren am 20. Juli 1947 in Autlán de Navarro, Jalisco, Mexiko, war einer, der Weltmusik spielte, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Seinen auf dem genialen Album Abraxas veröffentlichen Song Oye Como Va wurde in den 70ziger Jahren in allen Wohngemeinschaften rauf und runter gespielt. Er beschrieb mit dieser Coververion des Latinjazz- und Mambomusiker Tito Puente das Lebensgefühl einer ganzen Generation.

Carlos Santana bei einem Konzert mit diesem Song in einer von vielen Improvisationen geprägten Fassung

Hannes Wader: Schon so lang …

23.06.2017 at 10:30
Hannes Wader im Theaterhaus Stuttgart

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Heute wird Hannes Wader 75 Jahre alt. Die Lerche und die Elster gratulieren diesem großen Sänger!

Der WDR hat dazu ein hörenswertes Zeitzeichen veröffentlicht (Autorin: Ariane Hoffmann ).

Wo man singt, da lass dich nieder …

23.05.2017 at 23:21
Die Koje

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Das könnte als Motto über diesem Liederabend in der Koje dienen und: Musik braucht Raum. Diesen stellen Konstanze Miehlich-Fuhr und Jens Fuhr in ihrer „Koje“ zur Verfügung.

Die beiden Profimusiker bringen einen ganzen Chor auf die Bühne und singen sich durch ein frühlingshafte Programm, angefangen mit einem Liedgedicht von Heinrich Heine, Liedern aus der Romantik von Brahms und Schumann über die Harmoniegesänge der Comedian Harmonists bis hin zu Reinhard Mey und den Beatles. Man kennt einen Teil diese Lieder aus dem frühen 19. Jahrhundert, als bürgerliche Kreise zu Salonabenden einluden und Musiker diese Lieder darboten. Das romantische Lied hat eine besondere Phrasierung, die die Sopranistin Konstanze Miehlich-Fuhr gut zum Ausdruck bringt, von ihrem Mann Jens Fuhr an dem auf Hochglanz polierten Flügel, der die „Bühne“ beherrscht. Die beiden Profi-Musiker haben den Anspruch, mit ihren Hauskonzerten – unter dem Motto Musik in der Koje – an die Wurzeln der am Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Konzertkultur im privaten Rahmen anzuknüpfen.

Mit ca. 50 Zuhörern könnte man behaupten, dass ihnen das an diesem lauen Samstagabend des 20. Mai gelungen ist. Mit der Musik endet dieser Abend nicht. Einige Gäste hatten Salate mitgebracht und die Eheleute luden die Zuhörer ein, sich in ihrem Garten um den aufgestellten Grill zu versammeln, ein gebratenes Stück vom Rind und vom Schwein zu verzehren und dabei bei einem Glas Wein über Musik zu plaudern. So konnte man entdecken, dass der Miehlich-Fuhr-Clan weit verzweigt ist und zur Bereicherung der Musikszene in Korntal beiträgt.

Wer an dieser Musiktradition interessiert ist, kann sich in einen Newsletter auf der Homepage der Musiker eintragen und wird über die Veranstaltungen informiert.

Hans Theessink – Blues im Laboratorium

21.05.2017 at 10:25
Hans Theessink

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Hans Theessink in Town heißt, the blues is in town. Den Blues zu spielen braucht es bei Hans Theessink nicht viel: vier Gitarren, ein paar Mikrofone, einen alten Gitarrenverstärker. Als Schlagzeug setzt er seine Füße ein, die den Rhythmus zusätzlich treiben und die Mundharmonika ersetzt bei einigen Stücken die Begleitmusiker. Zwei Sets à 50 und 40 Minuten spielte er am 18. Mai 2017 im Laboratorium. Vor vielen Jahren war er hier zu Gast und nun, nach mehr als 7500 Konzerten seiner bewegten Karriere sitzt er zur Freude des Veranstalters wieder mit seinen Gitarren auf der Bühne des ältesten Liveclubs Stuttgarts. Das Lab, wie es liebevoll genannt wird, residiert seit seiner Gründung 1972 im ehemaligen Lindensaal in der Wagenburgstraße im Stuttgarter Ostend.

Von der Lagerfeuerklampfe zur Bluesgitarre

Hans Theessink, der aus Enschede, Holland, stammende und heute in Wien lebende Musiker ist mit seinen 69 Jahren ein Urgestein der europäischen Bluesszene und kann es mit seinem virtuosen Saitenspiel und seiner sonoren Stimme mit den Bluesgrößen aus den Vereinigten Staaten aufnehmen. Die Musik aus dem schwarzen Süden hat es ihm seit frühester Kindheit angetan und schnell hat er die Lagerfeuermusik, die er als Jugendlicher auf der Gitarre spielte, gegen die Bluesmusik ausgetauscht. Das und das er sich das Gitarrenspiel selber beigebracht hat, erzählt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Heute spielt er den Delta-Blues ursprünglich und unverfälscht. Wenn er auf seiner zwölfsaitigen Gitarre mit dem Bottleneck Leadbelly-Songs spielt, dann ist das seine Verneigung vor diesem großen Künstler, der verschiedene Instrumente wie Akkordeon, Mandoline, Klavier und Mundharmonika spielte aber die zwölfsaitige Gitarre war sein Lieblingsinstrument.

Hans Theessink hat seine Seele an den Blues verloren

Bei einem, der den Blues wie der Teufel spielt, darf der Song Johnny and the Devil nicht fehlen. Das Lied ist ein Uptempo-Bluegrass-Lied über den gescheiterten Versuch des Teufels, die Seele eines jungen Geigenspieles durch einen Packt zu „stehlen“.

Mit einem Chuck-Berry-Song erinnert Theessink an diesem Abend an den vor zwei Monaten verstorbenen König des Rock ’n’ Roll. Aber auch Johny Cash lässt er durch seine Liedern wieder auferstehen.

Seit 47 Jahren veröffentlicht Hans Theessink seine Musik auf Schallplatte

Wer Hanns Theesink an diesem Abend verpasst hat, der kann sich eine seiner Schallplatten kaufen. Über dreißig Alben hat er seit 1970 veröffentlicht. Viele dieser Alben zeichnen sich durch eine überragende Tonqualität aus und haben dafür HiFi-Preise erhalten. Alle Informationen zu seinen Veröffentlichungen gibt es hier.

Liberté Chérie

13.05.2017 at 0:04

Schaut man sich die weltoffene Kulturszene in Frankreich an, erscheint es unwahrscheinlich, dass Frankreich aufgrund der Präsidentenwahl ins Trudeln gerät. Ein gutes Beispiel dafür ist die Band „Les Yeux de la Tête“, die Sinti-Swing, französischer Chanson, Poetik-Punk und Jazz miteinander vermischen (man kann auch tanzen):

Hannes Wader ist wieder „Heute hier, morgen dort“

14.02.2017 at 23:00
Hannes Wader im Theaterhaus Stuttgart

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Wieder einmal ist Hannes Wader auf Tournee gegangen. Am 12. Februar trat er im Theaterhaus in Stuttgart auf. Keine Schwierigkeit für ihn, den größten Saal im Haus zu füllen.

Mit Heute hier, morgen dort beginnt er den Abend. Ganz allein im Scheinwerferlicht steht der baumlange Sänger mit seiner Gitarre und singt mit seiner sonoren Stimme und zieht augenblicklich das Publikum auf seine Seite. Wenn Hannes Wader mit einem Lied identifiziert wird, so ist es dieser Titel. Seit 1972 eröffnet er jedes seiner Konzerte damit. Das Lied erschien auf der legendären Platte 7 Lieder. Die Leadgitarre spielte, wie auch auf der Vorgängerplatte, der Ausnahmegitarrist Werner Lämmerhirt. Alle, die der Folkmusik verbunden sind und eine Gitarre halten können, werden wohl dieses Lied im Repertoire haben.

Auf der Straße fing alles an

Einen Rückblick auf seine Anfänge als Straßenmusiker drückt er in dem Lied Damals (1985) aus. Darin heißt es:

Schrieb meine allerersten Lieder, die ich auf der Straße sang
Und trug einen Ring im Ohr, auf dem ein Name stand
Der Name eines Mädchens, eingeritzt mit eigener Hand

Hannes Wader ist bekannt dafür, dass er verschiedene Musikstile verwendet: Vom klassischen Folk-Fingerpicking (immer wieder setzt er sich bei druckvollen Liedern seine Fingerpicks auf), wechselt er zu traditionellen Volksliedern, mischt Tangomelodien in seine Lieder und greift auf griechische Weisen zurück wie bei dem Song Griechisches Lied. Es entstand, wie er verrät, in besseren Zeiten Griechenlands, keine Übersetzung, sondern eine Übertragung mit eigener Intention. Geschrieben lange vor den dramatischen Ereignissen, die hunderttausende vor Krieg aus ihren Ländern übers Mittelmehr nach Griechenland fiehen ließen.

Hannes Wader schlägt den Bogen vom lyrischen Lied zum Politsong

Er schlägt einen Bogen zu Liedern, die er vor über fünfzig Jahren geschrieben hat, ganz am Anfang seiner Laufbahn als Sänger, nachdem er seinen handwerklichen Beruf, den des Dekorateurs, an den Nagel gehängt hatte. Begegnung erschien auf seiner ersten Platte, die Knut Kiesewetter produzierte. Es war die Hochzeit der Studentenbewegung. Wader kam mit seinen lyrischen Liedern in dieser politisierten Zeit nicht gut an. Er politisierte sich und seine Lieder griffen mehr und mehr gesellschaftliche Zustände auf. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes Volkssänger. Die Moorsoldaten spielt er auch an diesem Abend und erzählt, dass er vor zehn Jahren auf einer Demonstration gegen Rechts in Leipzig den letzten Überlebenden aus dem KZ Börgermoor bei Papenburg im Emsland getroffen hatte. Mit 98 Jahren verstarb dieser Moorsoldat.

Volkssänger Hanes Wader

Das Bürgerlied von Adalbert Harnisch aus der Revolution von 1845 darf da natürlich nicht fehlen. Wader weist auf die Kraft der Volkslieder hin und gesteht, er verdanke ihnen viel. Ohne sie stünde er nicht hier. Seine Mutter sang gerne das westpreußische Volks- und Antikriegslied Zogen einst fünf wilde Schwäne. Er hat es seit 1977 in seinem Repertoire. Dem Lied Trotz alledem hat er einen eigenen Text verpasst und greift die Tradition dieses kraftvollen Liedes aus der 48er Revolution auf. Entstanden ist dabei ein Mutmacher, zumal Opposition in Zeiten des Turbokapitalismus immer „trotzdem“ geschehen muss. Da ist er wieder, der politische Sänger, der die herrschenden Zustände beschreibt. Und so schließt sich der Kreis, von den frühen Liebesliedern über anarchistischen Talking-Blues-Gesängen, Volks- und Arbeiterliedern zum politischen Lied. Sein Schlusslied bei der Zugabe bildet da eine Synthese aus allen Elementen: Sag mir, wo die Blumen sind.

Ein letztes Mal

In diesem Jahr wird Hannes Wader 75 und er verrät, nächstes Jahr will er sein aktives Tourneeleben beenden. Einmal noch will er nach Stuttgart kommen, dann ist Schluss. Besorgen wir uns rechtzeitig Karten, um diesen Ausnahmekünstler ein letztes Mal live auf der Bühne erleben zu können.

Ein Song kann den Tag beflügeln

21.12.2016 at 13:06

M. hört morgens Deutschlandradio Kultur. Neben den guten Wortbeiträgen bekommt M. auch immer wieder Musik zu hören, die ihn neugierig macht und manchmal entdeckt er darüber Künstler, die ihm die Seele laben. Wie heute, als er die Gruppe „Family of the Year“ hört, die so wunderbar den amerikanischen Traum in diesem Song gegen den Strich bügeln:
 

Let me go
I don’t wanna be your hero
I don’t wanna be your big man
I just wanna fight with everyone else

Den vollständigen Text gibt es hier.

Leonard Cohen – Ein großer Sänger und Poet

11.11.2016 at 14:55
Leonard Cohen (CC-BY-SA 4.0)

Leonard Cohen (CC-BY-SA 4.0)

Wir trauern um den kanadischer Singer-Songwriter, Dichter und Schriftsteller Leonard Cohen. Er starb im Alter von 82 Jahren am 7. November in Los Angeles.

Die ganze Welt auf einer kleinen Bühne bei Loretta

19.07.2016 at 23:30
Auf der Bühne des Alimentari Loretta: Petra Hilser und Nataša Rikanović!

Auf der Bühne des Alimentari Loretta: Petra Hilser und Nataša Rikanović!

 

Eine winzig kleine Bühne reicht den beiden Musikerinnen für ihr Programm. Das Alimentari von Loretta Petti in der Römerstraße 8 in Stuttgart bietet Nataša Rikanović Petra Hilser diesen kleinen Raum, um ihr Programm geografisch weiträumig aufzuspannen.

Nataša Rikanović schlüpft in viele Rollen im Alimentari Loretta

Nataša Rikanović schlüpft in viele Rollen

Petra Hilser am Akkordeon begleitet Nataša Rikanović auf ihrer musikalischen Reise nach Rumänien, Argentinien, Sizilien und zu den Völkern Osteuropas, die noch den Kehlgesang beherrschen. Unterwegs biegt Nataša Rikanović ganz spontan in die Taiga ab und besucht nebenbei die skandinavischen Länder. Dabei schlüpft sie in landesspezifische Rollen. Besonders die mafiosen Gestalten aus Sizilien, die sie auf die Bühne zaubert, beglücken das Publikum.

Es ist offensichtlich, die beiden lieben es, auf der Bühne zu stehen. Wobei Petra Hilser mit ihrem Akkordeon eher als „Sidekick“ für Nataša Rikanović erscheint. Mit „Petruschka“ wird sie von Nataša Rikanović oft von oben herab angeredet. Doch wenn Petra Hilser schalkhaft lacht, ist dem Zuschauer nicht so ganz klar, wer von den beiden Musikerinnen die Fäden in der Hand hält. Ein in einer Decke eingewickeltes Gewehr hält Nataša Rikanović drohend als sizilianischer Mafiosi in den Händen, um gleich darauf ein wunderbares süditalienisches Volkslied zum Besten zu geben. Dann wieder schlüpft sie in die Rolle einer Argentinierin, die von ihrer Liebschaft mit einem leidenschaftlichen Tangotänzer berichtet. Sie gibt sich als Neffe von Astor Piazzolla aus und am Ende schwinden dem Publikum die Sinne von all den Rollenwechseln, die die beiden Musikerinnen auf der Minibühne von Loretta vollführen.

Petra Hilser im Alimentari Loretta

Petra Hilser

Nach einer Pause, in der der Nachtisch von Loretta und ihren Frauen serviert wird (diesmal Salbei-Eis, eine Delicatesse!), kehren die beiden Musikerinnen auf die Bühne zurück und grüßen das gerade frisch eingetroffene Bier eines Gastes mit den Worten: „Da kommt noch ein Bier“. Eine bulgarische Hochzeit wird gefeiert und nahtlos geht es von den Bulgaren über Ungarn in die Pusta. Mit gestrickten roten und grünen Mützen auf den Köpfen entführen sie die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Onkel Janosch in die finnische Taiga. Eine Hütte wird zum Familienschloss, in dem überschwänglich mit Obertongesang gefeiert wird.

Am Ende des Abends „zwingt“ ein tosender Applaus Petra Hilser und Nataša Rikanović zur Zugabe. Lange noch diskutieren die Gäste bei einem Espresso die Darbietung der beiden Künstlerinnen.

Bukahara eröffnet das Festival der Kulturen

14.07.2016 at 15:22
Bärte plus Locken: Daniel Avi Schneider, Max von Einem, Soufian Zoghlami und Ahmed Eid sind Bukahara (v. l. n. r.)

Bärte plus Locken: Daniel Avi Schneider, Max von Einem, Soufian Zoghlami und Ahmed Eid sind Bukahara (v. l. n. r.)

 

Am 12. Juli 2016 eröffnete die Band Bukahara mit ihrer Mischung aus Balkansound, Folk und arabischen Einflüssen das diesjährige Sommerfestival der Kulturen auf dem Markplatz in Stuttgart. (12. Juli bis 17. Juli). Auf dem Festival präsentieren sich die Migrantenvereine mit ihren Ständen und sorgen mit ihrem Essensangebot für kulinarische Vielfalt. Sie bieten schöne Dinge wie Kunsthandwerk und Schmuck, Kleidung, Taschen, Tee und Gewürze aus verschiedenen Ländern an. Das musikalische Rahmenprogramm bietet eine breite Musik-Mischung aus aller Welt, ganz im Sinne von: Musik verbindet.

Die vier Freunde von Bukahara spielen Musik aus allen Teilen der Welt

Soufian Zoghlami von Bukaharam

Soufian Zoghlami

Die Band Bukahra hat sich über das Studium der Musik in der Fachgruppe Jazz der Kölner Musikhochschule kennen gelernt. Sie wissen um den Einsatz von Stilen und Harmonien. Und sie gehen geschickt damit um.

Viele Instrumente, viele Stile – das macht die Gruppe aus. Alle bringen ihre Einflüsse ein, die sehr verschieden sind. Soufian Zoghlami, der Halbtunesier ist, kommt eher aus der Singer-Songwriter-Ecke.

Der in Syrien geborene und in Palästina aufgewachsene Ahmed Eid lernte zunächst arabische Percussion. Als er 18 war kam er mit einem Stipendium von Ramallah nach Lübeck, um Kontrabass zu studieren. Drei Jahre Klassik waren dem mittlerweile jazzbegeisterten Musiker genug – er ging zum Studieren nach Köln.

Daniel Avi Schneider ist jüdisch-schweizerischer Herkunft und hat als Kind Geige gelernt. Einen Schlagzeuger hat die Gruppe nicht aber einen Posaunisten, Max von Einem.

Ahmed Eid von Bukaharam

Ahmed Eid

Er spielt Tuba beziehungsweise Susaphon, was eine wunderbare Ergänzung für den energetischen Bukahara-Klang ist. Das mit dem Schlagzeug kriegen die vier Multiinstrumentalisten auch so hin. Auf der Bühne tritt Gitarrist und Sänger Zoghlami eine Bassdrum, von Einem schlägt eine Snare und Eid wechselt manchmal an die Darbuka.

Die Spielfreude der Multiinstrumentalisten übertrug sich nach wenigen Minuten auf die ZuhörerInnen auf dem Markplatz in Stuttgart und sie sorgten für einen gelungenen Auftakt für das 16. Festival der Kulturen.

Das auf Deutsch gesungene Vogellied versetzte den Rezensenten in Glücksgefühle.

Bei Loretta „Jazzen und Schmazzen“

09.07.2016 at 16:28
Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

 

Biegt man von der Tübinger Straße, vom Marienplatz kommend, rechts in die Römerstraße ein, sieht man nach ein paar Metern ein angerostetes Ladenschild: „Alimentari da Loretta“. Nun ist die Gegend um den Marienplatz kein Nobelviertel und man denkt sich nicht viel bei dem Anblick des in die Jahre gekommenen Schildes. Tritt man jedoch in der Römerstraße 8 bei Loretta über die Schwelle, fühlt man sich in ein kleines Restaurant irgendwo in der Toskana versetzt und gleich wird man hineingezogen in eine verträumte Welt. Die Fassade verdeckt einen Kleinod, dessen Entdeckung sich lohnt. Loretta Petti, eine freundliche, resolute Köchin, die in ihrem Laden nicht nur erstklassige italienische Speisen zubereitet sondern Kultur als Geschmacksverstärker geschickt einsetzt. Am 8.7.2016 standen im Alimentari da Loretta zum 49. Mal drei Jazzmusiker auf der Bühne und unterhielten nach dem wohlschmeckenden Essen die Gäste mit Jazzstandarts. Loretta bietet an ihren Abenden neben der Musik auch Lesungen, Rezitationen manchmal auch Vorträge und Diskussionen zu speziellen Themen.

Im Speiseraum von Loretta schweben Düfte und Klänge

In den kleinen Speiseraum von Loretta entsandte die halbakustische Fendergitarre von Martin Wiedmann einen warmen, runden Ton, dessen Wärme er dem wunderbaren Röhrenverstärker „Mesa Boogi“ zu verdanken hat. Markus Bodenseh am Kontrabass bildete das rhythmische Fundament, auf dem sich Roland Weber am Vibraphon und Martin Wiedemann sicher bewegen konnten.

Es wippten die Füße der Gäste, der Swing ging in die Beine, als das Trio bei sommerlichen Temperaturen ein Potbourri aus Samba-Rhythmen den Abend einläutete. Wie eine angedeutete Phrase huschte das Girl von Ipanema immer wieder durch den Sommersamba. Das Trio nahm sich mit viel Spielfreude neben Jazz-Standards auch seltener gehörten Stücken an, auch Musik eines längst vergessenen Films oder Musicals. Kurz vor Ende des ersten Sets kam der Überraschungsgast auf die Bühne. An diesem Abend war es der Stuttgarter Saxophonist Jürgen Bothner. (Über seinen druckvollen Bigband-Sound mit der Band des Helene-Lange-Gymnasiums habe ich hier berichtet.)

Das Dolce von Loretta: raffiniert!

In der Pause versorgte Loretta ihre Gäste mit Dolce: Eissorbet. Die rote Kugel ist kein Himbeereis sondern hergestellt aus Blutorangen. Die weiße Kugel ist Parmesaneis. An der Seite der beiden Kugeln frittierte Früchte, alles auf eine Spur Honig drapiert. Es sind die einfachen Gerichte, die, wenn sie mit Liebe zum Detail hergestellt sind, nicht nur satt machen sondern glücklich.

Der Nachtisch ist gegessen und im zweiten Set spielten die drei Musiker, unterstützt von dem Gast-Saxophonisten, Jazzoriginals und abwechslungsreich bearbeitete Standards. Straight ahead Jazz eben. Mit schwebenden Vibraphonklängen und virtuosen Gitarrensoli auf gut gebautem Bassfundament, wie im ersten Teil. Eine Verbindung zur Fußballeuropameisterschaft wurde hergestellt, als Roland Weber ein Potbourri einer bekannten Popgruppe ankündigte, die bei ihren ersten Auftritten ähnliche Frisuren wie der Bundestrainer Jogi Löw trugen. Nach wenigen Takten war klar, um wen es sich handelte: Die Beatles.

Die Veranstaltung Jazzen und Schmazzen findet normalerweise einmal im Monat donnerstags statt. Aufgrund des Halbfinales hatte Loretta kurzfristig die angemeldeten Gäste über die Verschiebung informiert. Informationen zu den Kultur- und Genuss-Veranstaltungen von Loretta gibt es auf ihrem Blog.

Das Indira Quartett ist Made in Stuttgart

28.04.2015 at 16:28
Indira Quartett im Laboratorium

Das Indira Quartett im Laboratorium Stuttgart

 

Stuttgarts Künstlerszene ist vielfältig. Migration und Kontakte zu anderen Kulturen geben ihr immer wieder neue Impulse. Das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. hat ein interkulturelles Minifestival auf die Beine gestellt. Vom 24. bis zum 26. April bespielten Gruppen aus Stuttgart neun verschiedene Bühnen der Landeshauptstadt. Musik, Tanz, Literatur, Film und Theater für Erwachsene und Kinder standen auf dem Programm.

Eine Besonderheit von Made in Stuttgart ist die Bürgerjury aus theaterinteressierten Zuschauern. Sie hat die Programmauswahl bestimmt. Die Auswahl spiegelt in ihrer Zusammensetzung die kulturelle Vielfalt der Stuttgarter Einwohner wider und macht ihre Interessen exemplarisch sichtbar. Durch die Bürgerjury schafft Made in Stuttgart ein Instrument der Teilhabe des Publikums, insbesondere auch jenes mit Migrationshintergrund.

Das Indira Quartett im Laboratorium

Fried Dähn an seinem E-Cello

Indira Quartett im LAB

Das Indira Quartett gastierte am 24. April im Laboratorium. Indira ist eine bemerkenswerte Reise durch außergewöhnliche Klangwelten geglückt: Stimme, Cello, Bassklarinette, Sopransaxophon, thailändische Gongs, Trommeln und Percussion gaben dem Quartett einen ganz besonderen Charme. Ihre Musik lehnt sich an indische und arabische Traditionen an. Das Quartett spielte Musik auf allerhöchstem Niveau, ohne dabei folkloristisch zu werden. Mit ausschließlich eigenen Kompositionen schuf Indira eine eigene Textur des großen Begriffs des World-Jazz. Indira sind:

Fauzia Maria Beg (voc, dance); Frank Kroll (b.cl, sax); Fried Dähn (e-cello); Uwe Kühner (dr, perc)

Indira Quartett im Laboratorium

Frank Kroll und Fauzia Maria Beg

Mit weicher, klarer Stimme, ganz in indischer Tradition und Technik, entlockte die aus Bombay stammenden Sängerin und Tänzerin Fauzia Maria Beg ihren Tönen Geist und Seele. Dabei setzte sie oft die an ihren Füßen befestigten Schellengürtel ein. Wie im Jazz üblich, boten die Solisten immer wieder Soli dar oder musizierten in unterschiedlichen Kombinationen. Kongenial Frank Kroll am Sopran-Saxophon und der Bass-Klarinette im musikalischen Dialog mit Fauzia Maria Beg.
Ein Grenzgänger zwischen Rock, neuer Musik und Klassik ist Fried Dähn. Er schlüpfte am E-Cello in die Rolle der indischen Tampura. Gleich einem Feuerwerk spielte er auf seinem Instrument.

Das Indira Quartett im Laboratorium

Fauzia Maria Beg im Duo mit Uwe Kühner an der Udu

Das rhythmische Fundament wurde meisterhaft von Uwe Kühner mit seinen Trommeln gelegt. Einer ganzen Batterie gestimmter Gongs entlockte er gleichwertig Melodie und Rhythmus. Bei einem Duo mit Fauzia Maria Beg setzte er rhythmische Akzente auf der Udu, einem afrikanischen Tongefäß, das er auf seine Knie gelegt hatte und virtuos bespielte.
Seit 2003 existiert Indira. Von Uwe Kühner als Trio mit Fauzia Maria Beg und Frank Kroll gegründet gewann es 2009 den Sonderpreis Prix Courage für außergewöhnliche musikalische Leistungen. Die letzten Jahre spielte Indira im Trio mit Fried Dähn, nun haben sie sich als Quartett neu formiert. Im diesem Quartett verschmelzen die beiden Trio-Besetzungen zu einem neuen Klangkörper.
Nach mehreren Zugaben entließ Indira seine Zuhörer. Man kann gespannt sein auf das nächste Festival des Forums der Kulturen Stuttgart. Vom 11.-15. November 2015 geht es mit „Made in Germany“ weiter, dann werden ausgewählte Gruppen aus der Bundesrepublik auf den Bühnen stehen.

Einen akustischen Eindruck von dem Konzert vermittelt das folgende Video, mitgeschnitten und bearbeitet von „Tonwart“:

Eine Big Band der Extraklasse

09.03.2015 at 11:37
Big Band des Helene-Lange-Gymnasiums

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Die Big Band des Helene-Lange-Gymnasiums (HLG) gastierte unter dem Titel „Kultur im Spatzennest“ am 6. März 2015 in Markgröningen. Der Sound dieser Big Band ist ungleich druckvoller als der Gesang der Spatzen. Was die 17 Musiker unter Leitung von Jürgen Bothner darboten, genügt höchsten Ansprüchen des Big Band Sounds. Die Bläsersektionen Trompete, Posaune, Saxophon wurden von der Rhythmussektion, bestehend aus einem Kontrabassisten, einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und der Pianistin Beate Michalski begleitet.

Big Band des Helene Lange Gymnasiums mit Pianistin Beatrice MichalskiSie ist eine ehemalige Schülerin des Helene-Lange-Gymnasium und studiert mittlerweile an der Stuttgarter Musikhochschule. Das macht den Reiz der Big Band aus: Schülerinnen und Schüler, die die Schule längst verlassen haben, und Eltern der Schüler bereichern die Big Band.

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde die Band von drei hochkarätigen Solisten unterstützt. Durch die guten Kontakte der Schule und des Bandleaders in die Musikszene konnten diese Kontakte hergestellt werden.

Hochkarätigen Solisten als Gäste

Norbert Nagel ist Spezialist, wenn es um die Schnittpunkte von Musikstilen geht, öffnet Musikhorizonte in feinsten Klangnuancen und seziert das, was die Musik im Innersten zusammenhält. Kaum ein Musiker ist so vielseitig wie dieser Saxofonist und Klarinettist, der die Big Band an diesem Abend begleitete und ausdrucksstarke Soloparts spielte.

Mit ihrer kraftvollen und leidenschaftlichen Stimme zielt Barbara Bürkle immer direkt ins Herz. Dabei vereint die preisgekrönte Stuttgarter Sängerin absolute Intonationssicherheit und exzellentes Timing mit mitreißender Spielfreude und Spontaneität. Jürgen Bothner erzählte, dass Barbara Bürkle 2010 beim prestigeträchtigsten Jazzwettbewerb der Welt dem „Thelonious Monk International Jazz Competition“ in Washington, D.C., den 4. Platz gewann.

Als dritte Gastkünstlerin trat an diesem Abend die aus Korea stammende Pianistin Gee Hye Lee auf. Sie ist die Jazz-Preisträgerin Baden-Württemberg im Jahre 2012. In der Begründung zum Preis heißt es: „Die südkoreanische Pianistin Gee Hye Lee hat in den letzten Jahren zu einer eigenen Tonsprache gefunden, die technisch brillant und von höchstem musikalischen Ausdruck geprägt ist.“ Das stellte sie auch an diesem Abend wieder unter Beweis. Sie begleitete Barbara Bürkle nicht nur beim Song My Funny Valentine am Flügel. Der Band-Leader Jürgen Bothner ließ es sich nicht nehmen, bei einigen Stücken selber zum Saxophon zu greifen und die Solisten zu begleiten.

Der Sound der Big Band

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Bläsergruppe der Big Band des Helene Lange Gymnasiums

 

Der Big Band Sound wurde maßgeblich von Glen Miller geprägt. So stand natürlich einer der bekanntesten Jazz-Titel der Big-Band- und Swing-Ära In the Mood an diesem Abend auf dem Programm, den die Glen Miller Band immer wieder spielte.

Das Stück Fever hatte schon in der Muppet-Show für Furore gesorgt. Das Stück wird immer mit der Show der Handpuppen in Verbindung gebracht. Die Interpretation der Big Band des Helene-Lange-Gymnasiums wurde durch keinen quertreibenden Schlagzeuger aus dem Takt gebracht:

Der Sound des Count Basie Orchestra hat unzählige Jazz-Musiker inspiriert. Das Repertoire der HLG-Big-Band umfasst selbstredend einige wichtige Stücke dieses großen Vorbildes: Fun Time und Switch in Time gehören dazu.

Die Zuhörer im voll besetzten Spatzennest applaudierten lang und anhaltend, für die Band Ansporn, als Zugabe zwei weitere Stücke zu spielen, darunter das anspruchsvolle The Chicken von Alfred James Ellis.

Nachtrag:
Aus rechtlichen Gründen habe ich die Links zu den Konzert-Videos herausgenommen, bzw. deaktiviert.

Weiterführende Links:

The Furrow Collective aus Glasgow im Kulturzentrum Dieselstraße

25.01.2015 at 17:21
The Forrow Collective

The Furrow Collective

 

Drei junge Künstlerinnen und ein Sänger/Gittarist standen am 24. Januar 2015 auf der Bühne im Kulturzentrum Dieselstraße, boten schottische und englische Folkmusik vom Feinsten. In ihrer Liedauswahl widmet sich The Furrow Collective ausschließlich traditionellem Material: alten Balladen und Tanznummern aus Schottland und Nordengland. Diese Stücke präsentieren sie mit Harfe, Concertina, Geige und Banjo, boten höchst komplexen Harmoniegesang, auch a capella. Der Gitarrist Alasdair Roberts spielte eingängiges Fingerpicking.

Alasdair Roberts und Rachel Newton, The Furrow Collectiv

Alasdair Roberts und Rachel Newton

Lucy Farrell, Rachel Newton und Emily Portman sind die drei weiblichen Mitglieder des Furrow Collective, die zusammen auch im Emily Portman Trio musizieren und so manche Auszeichung damit erlangt haben. Alasdair Roberts ist in Geislingen an der Steige geboren, siedelte mit zwei Jahren mit seiner deutschen Mutter und seinem schottischen Vater nach Schottland um. Sein Vater war selber Folksänger, bei ihm hat A. Roberts sicher so manchen Riff abgeschaut, wie das in Folkmusikerfamilien üblich ist.

Es war mein erster Besuch im Kulturzentrum Dieselstraße in Esslingen und ich war angetan von der freundlichen Atmosphäre und der tollen Akustik, die der Bühnenraum bot. Das Programm des Kulturzentrums ist breit angelegt, reicht von klassischer Musik über Folk- und Rockmusik bis zu Jazz. Theater und Kabarett stehen ebenfalls auf dem Programm.

Selbst eine lange Nacht geht mal zu ende

21.10.2014 at 9:00
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SCHAUSPIEL „SORUNLU İNSAN KAYNAĞı“

Im Rathaus spielte Theater Lokstoff zusammen mit der Gruppe Sonra Tiyatrosu aus Istanbul. Sie präsentieren Auszüge aus ihrer neuen Gemeinschaftsproduktion SORUNLU İNSAN KAYNAĞı in türkischer Sprache. Ein Mitarbeiter des Theaterhauses übersetzte simultan

Beeindruckend die Aufführung im FITZ

„UND PLÖTZLICH STAND DIE SONNE STILL“

„UND PLÖTZLICH STAND DIE SONNE STILL“

Eine Frau auf der Bühne, auf ihrem weißen Kostüm Lichtprojektionen. Wir wurden ins Weltall entführt, als sie mit einem Ball auf der Bühne jonglierte, auf dem der blaue Planet projiziert war. Es zeigt, wie vor 500 Jahren der Mensch in Bewegung geraten ist. Plötzlich befand sich der Mensch nicht mehr in der behaglichen Mitte des Seins, wurde in die Umlaufbahn der Sonne gestoßen, unablässig den Mittelpunkt des eigenen Planeten umkreisend und Teil einer so zeitlupenhaften wie rasenden Expansion weg vom Zentrum des Urknalls geworfen.

Lange Stuttgartnacht: Michael Seehoff und Hans Thill in "Buch und Plakat"

Letzte Vorbereitungen von Hans und mir für unsere Lesungen

Im Antiquariat Buch & Plakat war ich an den Lesungen beteiligt, die jeweils zu vollen Stunde begannen. Ich las Kurzgeschichten und Lyrik, die auf meiner Irlandreise entstanden ist.

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LIVE-CROSSOVER “SIDNEY BECHET UND FLEURE BLEUE”

In der Kiste, einem der kleinsten aber traditionsreichsten Liveclubs Stuttgarts spielte eine Jazzband, dessen Pianist, Benedikt Moser, der Sohn meines Hausarztes ist . Tom Waits, Sidney Bechet und Jeanne Moreau wundern sich, dass sie hier und heute im Mittelpunkt der Band um den Saxophonisten Manni Schütt standen. Die Band wagt ein Rendezvous der besonderen Art: Amerikanischer Abgrund trifft französische Chansons und kreolischen Swing.

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ETHIO-JAZZ „ARAT KILO“

Die Pariser Ethno-Jazz-Gruppe Arat Kilo eroberte das Publikum im Institute Francaise mit ihrem groovigen Sound und ließ Einflüsse aus Jazz und Funk einfließen.

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Der Saxofonist Michaël Havard

Die fünfköpfige Gruppe fühlt sich musikalisch in Äthiopien zu Hause, bedient sich klassischer Instrumente wie Trompete, Klarinette, Saxofon und Bass. Die ausgefallenen Klänge aus ihrem neuen Programm „12 days in Addis“ waren voller Elan und Tempo.

Kultur auf dem Biobauernhof – Einhaldenfesival

06.08.2014 at 18:00

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Auch dieses Jahr fand vom 31. Juli bis zum 3. August das Einhaldenfestival in Oberschwaben statt. Zum 11. Mal organisierten  Iris und Veit Hübner zusammen mit Bernhard Rauch auf seinem Biobauernhof dieses Fest der guten Laune mit hochkarätigen Musikern. Veit Hübner spielte mit seinem Bruder Gregor gleich mehrfach in unterschiedlichen Formationen. Die Hübner-Brüder kommen aus dieser Gegend, Veit ist mit Bernhard Rauch zur Schule gegangen. So verwundert es nicht, dass das Festival Anlass ist, viele Menschen aus der Gegend zusammen zu führen, zumal der Vater von Veit und Gregor, der Violinist und Dirigent Heinz Hübner, mit seinem Salonorchester am Sonntagvormittag traditionell auf der Bühne steht. Weiterlesen …

Verbeugung vor der Stadt

26.07.2014 at 16:37

bürgerchor

Der Bürgerchor Stuttgart führte am 23. Juli Stücke zur Stadtentwicklung im Württemberger Kunstverein auf. Hermann Hesse ist der Autor des Stückes „Die Stadt“. In lyrischen Bildern wird geschildert, wie eine Stadt entsteht, zur Blüte kommt und wieder in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Hermann Hesse verortete diese Stadt nicht geografisch.

Volker Lösch inszenierte verschiedene Stücke am Stuttgarter Theater, setzte häufig Sprechchöre zur Dramatisierung seiner Stücke ein. Die Mitwirkenden, überwiegend Laien, wollten unabhängig von seinen Inszenierungen das Mittel des chorischen Sprechens weiter pflegen und gründeten 2011 den Bürgerchor Stuttgart e.V.

Die Aufführung „Ein Märchen, eine Vision und eine Utopie – Texte zur Entwicklung der Stadt“ zeigte eindrucksvoll, wie gut ihnen das gelungen ist. Anette Wanner las ihren Text „Wie Stuttgart zur Luftstadt wurde“, als Solopart.

Begleitet wurden der Chor von der Querflötistin Katja Luft, die ausdrucksstarke Interpretationen von Scott Joplin, Edwar Grieg und Irvin Berlin spielte.

Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen…

20.07.2014 at 13:22

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…so lud Franz Josef Degenhardt seine Kumpane ein. „Kommt zum Festival der Kulturen“, so lud auch dieses Jahr das Forum der Kulturen Stuttgart e. V die Bevölkerung wieder ein, miteinander zu feiern. Weiterlesen...

Wo die Neurosen wuchern will ich Landschaftsgärtner sein

08.04.2014 at 10:13

A. nahm eine scharfe Klinge zur Hand und schnitt ein Stück Isolierfolie entlang der Betonwand ab, die über das Beet hinausragte und als noppiges Etwas sein ästhetisches Empfinden störte. Er könne diese Landschaftspornografie nicht ertragen, kommentierte er sein Tun. Ein Song der Gruppe Element of Crime aus dem Jahr 2005 begann in meinem Kopf zu klingen. Ich widme diesen wundervollen Song A., der den Begriff „Landschaftspornografie“ prägte.