Mit Küchenmesser und Querflöte

23.11.2018 at 17:00
Vincent Klink und Patrick Bebelaar

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Weit über Stuttgart hinaus ist der Koch und Restaurantbetreiber Vincent Klink bekannt. Am 22. November 2018 stellte der Küchenmeister sein neues, schön gestaltetes Buch auf der Stuttgarter Buchwochen vor, das in diesen Tagen beim Klöpfer und Meyer Verlag erschienen ist.

Sein Verleger Hubert Klöpfer ist sichtlich stolz, diesen Tausendsassa für seinen Verlag gewonnen zu haben. Vincent Klink, so erwähnt er beiläufig, ist selbst Verleger. Aber auch als Jazzmusiker hat sich Vincent Klink so ganz nebenbei einen Namen gemacht. An diesem Abend hat er seinen Freund Patrick Bebelaar mitgebracht und so sorgt Vincent Klink mit diesem hervorragenden Jazzpianisten selber für den musikalischen Rahmen. Für ihn sei Kochen wie Jazz: Die Kunst der Improvisation. Bei Klassik fehlt ihm das Spontane. Sie spielen an diesem Abend Jazzstandards. Vincent Klink begleitet Patrick Bebelaar auf seinem letzten, ihm verbliebenen Instrument. Alle anderen Instrumente, Trompeten, Flügelhorn, hat er vor einiger Zeit verkauft, wie er verrät. Diese vergoldete Flöte sei offenbar für potentielle Käufer zu teuer gewesen. Er selber habe sie bei einem Instrumentenbauer vor vielen Jahren gegen sein Motorrad eingetauscht. So launig, wie er von seinen Musikererlebnissen erzählt, liest und führt er an diesem Abend auch durch sein Buch.

Tagesrezpte und Gedanken zur Tagespolitik

Ein Tagebuch im klassischen Sinn, mit persönlichen Gefühlen, wollte er nie schreiben. Aber viele Jahre hat er über seine vielseitigen Tätigkeiten gebloggt und hat sein Ideen von Rezepten und Gerichten in einer Art Tagebuch festgehalten. Er notierte nicht nur Rezepte sondern politisiert und philosophiert, diskutiert und interveniert, nimmt die Lebensmittelindustrie und Stuttgart 21 aufs Korn, gibt Tipps für Bücher und Restaurants, berichtet von Begegnungen mit Prominenten. Daraus ist das Buch Angerichtet, herzhaft und scharf! entstanden, das der Chef des Stuttgarter Restaurants „Wielandshöhe“ auch selber mit Zeichnungen angereichert hat.

Vincent Klink plaudert mehr als das er liest

Vincent Klink

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Die Lesung ist weniger eine Lesung als eine Plauderstunde über die aufgeschriebenen Begegnungen und Gedanken, wobei Vincent Klink auf eine große Schar namhafter Persönlichkeiten zurückgreifen kann, die er in seinem Restaurant verköstigt hat. Von Peter Rühmkorf z. B. weiß er zu berichten, dass er Single-Malt-Whisky nur aus randvollen Wassergläsern trank. Oder er gibt die Anekdote zum Besten, wie beim Catering bei dem berühmten Nagelbildkünstlers Günther Uecker seine Küchencrew ihre Klamotten in der Garage an die Nägel der dort verbrachten Bilder hingen.

Zu seinen Bekannten zählt auch der Dichter F. W. Bernstein. Das Bonmot dieses humorvollen Dichters gibt er an diesem Abend gerne weiter: „Lesen gefährdet die Dummheit“ und Vincent Klink ermuntert die Anwesenden Zuhörer, sein Buch an dem Büchertisch des Verlages zu kaufen.

Angerichtet, herzhaft und scharf!
Aus meinem Tage- und Rezeptebuch

276 Seiten, zweifarbig gedruckt, 27 Originalzeichnungen und über 30 Rezepte, davon 11 in faksimilierter Handschrift, Hardcover mit Lesebändchen und farbigem Vorsatz.
Klöpfer & Meyer, Preis 28  €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens