Tierische Gäste

20.08.2017 at 11:48
Waldohreule Wolf O.

Foto Wolf O.

Während des Frühjahres und im Frühsommer, auf der Terrasse sitzend, hörte M. die Schreie der jungen Waldohreulen. Offensichtlich hatten die putzigen Eulen sich dieses Jahr wieder in unseren Gärten der Aufzucht ihres Nachwuchses verschrieben. Leider bekam M. nie eine von ihnen zu Gesicht. Wie glücklich war er, als er von seinem Nachbarn Wolf O. hörte, dass er in seinem Garten eine Waldohreule gesichtet und sie sogar fotografiert habe. Gestern zeigte er uns den stolzen Vogel, der in einem Nussbaum sitzt und majestätisch zu uns runter zwinkerte.

Vor zwei Jahren berichtete wir hier bereits über eine verwandte Eulenart, die Versateule, die sich vor das Fenster am Arbeitsplatz von M. gesetzt hatte.

Räuberische Eichhörnchen

13.08.2017 at 19:47
Eichörnchen beim Nüsseklau

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M. kann verstehen, dass die Eichhörnchen ihm dieses Jahr alle Nüsse von seinem Strauch gestohlen haben. Trotzdem, er bedauert, dass er keine von seinen wohlschmeckenden Haselnüssen ernten konnte.

Was er allerdings immer häufiger beobachtet: die Eichhörnchen leiden unter Demenz. Immer wieder entdeckt er im frühen Sommer Keimlinge in seinen Töpfen. Sie haben offensichtlich den Ort des Versteckens vergessen.

Das wäre einem Kiefernhäher (die Elster gehört der gleichen Familie an) nicht passiert. Kiefernhäher verstecken im Herbst zu Vorratszwecken bis 30.000 Samen an etwa 6.000 verschiedenen Orten, die sie im Winter nicht nur wieder finden, sondern sie wissen auch noch, welcherart der vergrabene Same ist, und graben daher die jeweilige Sorte rechtzeitig vor dem Auskeimen aus.

Die Königin der Elstern

11.08.2017 at 13:44
Das Ei der Elsternkönigin

Gefunden von B. Gallenmüller

Wer glaubt, nur unter Menschen gäbe es Königinnen, wie die Queen von Great Britain, irrt. Gib es bei den Elstern auch. Am Gelege schon frühzeitig zu erkennen, wie Ornithologen auf Nachfrage erläuterten.

Da geht noch was

17.07.2017 at 23:18
Liegefahrrad als Tandem

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M. wurde von seinem Freund Thomas durch G. chauffiert. Er erlebte, dass auch in hohem Alter ein Fahren mit dem Fahrrad möglich ist.

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt …

29.06.2017 at 15:56
Rabe

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… dann kann es an der Krähe liegen. Eine besonders intelligente Krähe (wie die Elster zu den Rabenvögeln gehörend) mit Namen Canuck brachte in einer Straße im kanadischen Vancouver den Zustellbetrieb zum Erliegen. Canuck war schon vor der Attacke auf den Postboten, der sich daraufhin weigerte, die Post in der Straße auszutragen, kein Unbekanntes Federvieh:

„Im Januar 2016 fuhr die Krähe mehrere Stationen mit der Hochbahn der Stadt (wahrscheinlich schwarz). Kurze Zeit später tauchte Canuck an einem Tatort auf, schnappte sich vor den Augen der Polizisten ein Messer und flog davon. In letzter Zeit verkehrte Canuck gerne in einem örtlichen McDonald’s und fraß Pommes von Tabletts.“

Die Elstern schmunzelte über ihren Cousin als sie den Bericht über Canuck in „Süddeutsche Zeitung“ las.

Nachdenkzeilen – Kontaktanzeigen

16.06.2017 at 15:35
nachdenkzeilen

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M. fand folgende Kontaktanzeige in der der Wochenezeitschrift „Die Zeit“:

„Suche erfolgreichen Astrophysiker um die 50 Jahre, der in seiner Freizeit gerne werkelt, Tennis spielt und einen Anfängertanzkurs belegen würde. Geschmackvoller Wohnungsstil, Offenheit für Kultur und das Schöne werden vorausgesetzt. Raum Bonn. Chiffre. 4711“

M. versuchte, seine Chancen einzuschätzen und entwickelte ein Punktesystem:

 

Punkte M. Punkte
Erfolgreicher Astrophysiker 10 0
Alter ca. 50 Jahre 10 2
Anfänger Tanzkurs belegen 10 4
Geschmackvolle Wohnungseinrichtung 10 4
Offenheit für Kultur 10 10
Offenheit für „Das Schöne“ 10 2
 Raum Bonn  10  0
Summe 70 22

 

M. schätzte seine Chancen sehr gering ein, antwortete nicht und ging stattdessen ein kühles Bier trinken.

Stella is coming

12.05.2017 at 14:05
E-Roller

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An immer mehr Stellen sieht man sie: die blauen Roller der Stadtwerke. Sie fahren leise und geruchsfrei dank Ökostrom. Eine Initiative der Stadtwerke Stuttgart, den Verkehrsproblemen Herr zu werden.

Es gibt kein richtiges Cookie im falschen

11.05.2017 at 12:46
Cookie

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M. ist ein Opfer süßer Verführung. Seine Kollegen haben ihn gewarnt …

Den Überblick verloren

25.04.2017 at 18:00
Braune Einheitsfront AfD

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Am Wochenende hat Frauke Petry den Überblick über ihre Schar verloren oder besser gesagt, er wurde ihr entzogen.

Heute ist der Tag des Bieres

23.04.2017 at 8:28
Heute ist der Tag des Bieres

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Mit dem Tag des deutschen Bieres wird seit 1994 vom Deutschen Brauer-Bund der Erlass der bayerischen Landesordnung im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.

In Deutschland wurde erstmals 736 im bayerischen Geisenfeld von einem besonderen Gerstensaft berichtet. Im Jahr 764 wurde in der ersten Bierurkunde der Welt eine Lieferung von Biergetreide, vermutlich Gerste, in das Kloster St. Gallen von Geisingen an der Donau beglaubigt. Klöster spielten bei der Bierherstellung im Mittelalter eine große Rolle. Einige heute bekannte Biermarken sind nach Ordensgemeinschaften benannt, wie zum Beispiel Paulaner oder Franziskaner.

1888 kam es in München zu Unruhen und Ausschreitungen, weil der Bierpreis geringfügig erhöht wurde. Dabei wurde in Wirtshäusern von den Gästen randaliert, die sowohl Tische als Stühle zerschlugen. Dieses Ereignis wird Salvatorschlacht genannt.

Quelle: Wikipedia

Bielefeld-Verschwörung = Fake News

16.04.2017 at 21:54
Fake news

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M. wurde auf eine Familienfeier nach Bielefeld eingeladen. Am Schalter der Deutschen Bahn sagte man ihm: „Das gibt’s doch gar nicht ;-))“

Enttäuscht ging M. nach Hause. Einige Tage später auf einer Bahnfahrt entdeckte M. dieses Schild und ihm war alles klar.

Neulich, auf dem Weg zu den Gleisen

16.04.2017 at 21:43
Sprechende Waren Kapseln von Dallmayr

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Neulich fuhr M. aus Stuttgart in seine Heimatstadt Dortmund, zog in den frühen Morgenstunden seinen Koffer hinter sich her. Dort, wo normalerweise großflächige Plakate über die Zukunft der Transporttechnologie informieren, sprach ihn an diesem Morgen eine Kapsel an. Sie stellte sich keck vor: „Ich bin Capsa“. M. hatte sie nicht gefragt, trotzdem laberte sie ihn an. Was soll das, dachte M. Ist die Espressokapsel schizophren geworden? Oder ist M. es selbst? Weshalb spricht eine Kapsel zu ihm?

Er würde sich nie und nimmer eine Kaffeemaschine kaufen, die tagtäglich Aluminiummüll produzierte und ihm für ein Kilo Kaffee ca. 30 € abverlangen würde. Leider ist das der neue Trend: Alle wollen Kaffee in Kapseln.

Ziemlich laut geht es auf der Webetafel her: Kapseln können jetzt sprechen. Wo bisher nur Produkte über farbige Verpackungen, also visuelle Reize auf M. wirkten, sprechen sie M. nun direkt an.

„Wackaging“ heißt die neue Mode der persönlichen Werbeansprache auf Verpackungen. Es ist der allerneueste Versuch, aus Kunden konsumfreudige Kinder zu machen. Wackaging ist eine Wortkreation aus wacky und packaging, also etwa bekloppte Verpackung. Auch wenn Produkte ohne Scherze auskommen, lässt sich mittlerweile kaum mehr unterscheiden, ob sie sich an M., einen Erwachsenen, richten oder an Kinder. Geprägt wurde der Begriff Wackaging von der Guardian-Journalistin Rebecca Nicholson, die auf Tumblr einen Blog zum Thema startete, der den Slogan führte: „I blame Innocent“. Die englische Fruchtsaft-Marke, die mittlerweile Coca-Cola gehört, ist der Urheber dieses sehr britischen Trends.

M. wollte sich nicht mit der Kapsel unterhalten und zog stoisch seinen Koffer zum Zug, der im Stuttgarter Kopfbahnhof auf ihn wartete.

Bilderrätsel – Woran erkennt man, dass es sich um deutsche Flaschen handelt?

16.04.2017 at 20:57
Flaschen in der Schlange

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Sie stehen nicht in der Schlange sondern vor dem Container wild durcheinander. Wären es britische Flaschen, stünde eine hübsch hinter der anderen, alle hielten bav Abstand zum Nachbarn. Es ist bekannt: Richtig Schlangestehen können nur die Briten. Für die britischen Flaschen gelten für das Queuing ebenfalls strenge Regeln:

Die wichtigste: der richtige Abstand zur Vorderflasche. Lässt man zu viel Platz zur Vorderflasche, fragt die nächste Wartende unweigerlich: „Are you in the queue?“ – „stehen Sie in der Schlange?“ Das hört sich zwar höflich an, heißt aber in Wirklichkeit: „Wissen Sie dusseliger Flaschen-Trottel noch nicht mal, wie man sich richtig anstellt?“

Und woher kommt das Queuing? Laut Visit Britain hat es vor allem mit dem englischen Fair-Play-Gedanken zu tun. Eine andere Erklärung lautet: Die Briten legen allergrößten Wert auf diskretes Verhalten. Feste Regeln, an die sich jeder hält, sind dabei eine gute Hilfe. Sie ersparen allen Beteiligten unnötige Diskussionen und vermeiden Streit.

Eine frühere Regierung wollte das Queuing sogar schon mal zum Bestandteil des Einbürgerungstests für Einwegflaschen aus dem Ausland machen.

Kanibalismus im Straßenverkehr

22.03.2017 at 16:55
Motorradkaniabalen

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Bei einem Kurzbesuch in Bremen entdeckte M. dieses Motorrad. Er fragte sich, ob es von einem Kanibalen gefahren wird. Ansonsten war für M. der Besuch in Bremen mal wieder sehr entspannt. Der Bremer ist ein freundlicher Zeitgenosse. Überall wird M. freundlich empfangen und er hat keinerlei Angst, unter die Messer zu kommen. Fahrradfahren ist absolut angesagt. Ein weiterer Punkt, der M. für diese Stadt einnimmt.

Dieser Kleinwagen passt in die kleinste Lücke

21.03.2017 at 16:54
Kleinwagen

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Herkömmliche Kleinwagen nehmen ja schon mal Dimensionen eines Mittelklassewagens von vor 20 Jahren an. So z. B. der aktuelle Mini (heute von BMW hergestellt) oder der aktuelle Fiat 500. Wo sich früher zwei Personen reinquetschten, passt heute locker eine ganze Familie hinein. Da ist dieser in Holland zugelassene Wagen eine absolute Ausnahme. Locker kann M. seinen Arm auf dem Dach ablegen. Wenn man einsteigen will, muss man (im Winter) die Tür erst druch das Öffenen eines Reißverschlusses am Dach „entriegeln“. Ob dieses Fahrzeug bei Feinstaubalarm gefahren werden darf, ist eher unwahrscheinlich.

Kauf dich glücklich

21.03.2017 at 16:29
Kauf dich glücklich?

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M. misstraut von Jugend an den Versprechungen der Werbeindustrie. Als er von einer Kollegin von einem alternativen Kaufhaus hörte, sucht er das Kaufhaus auf, um die Versprechen an der Realität zu überprüfen. Er scheitert schon beim Kauf: Von all den Dingen, die in diesem kleinen Kaufhaus in Stuttgart zum Verkauf angeboten werden, braucht er nichts. Für ihn sind das Dinge aus der Kategorie „Stehrümchen“. Und an Klamotten ist er auch nur sehr begrenzt interessiert. Mit nichts in der Hand verlässt er das Kaufhaus.

Als er am Abend mit seinem Rad vorbeifährt, kommt ihm folgender Gedanke beim Anblick der Abfallsäcke vor dem Geschäft in den Sinn: Haben die Kundinnen und Kunden Dinge eingekauft, die sie nicht benötigen und haben sich ihrer schnell entledigt? Das wäre dann Turborecycling.

Der Damenwal ein Fall von Aquativ

07.03.2017 at 17:21
Damenwal von Faltsch Wagoni

Der Tanz um den Damenwal

 

Das Künstlerduo Faltsch Wagoni, Silvana und Thomas Prosperi, verunsichern seit vielen Jahren deutsche Bühnen mit ihren Texten, ihren Songs und ihren kleinen, lustvollen Streitigkeiten. Am 3. März waren sie wieder einmal im Theaterhaus in Stuttgart mit ihrem Programm „Der Damenwal“ zu Gast.

Schon über den Titel kommen die beiden sich in die Haare: heißt es nun die Damenwal oder der Damenwal? Mit welchem Geschlecht werden welche Tiergattungen bezeichnet? Hat schon mal einer im Publikum darüber nachgedacht? Warum heißt es die Seekuh, der Löwe, die Elster (aber hallo!)?

Ein Dichter ohne Wasser braucht keine Dichtung

Nachgedacht über Sprache wird viel im Programm von Faltsch Wagoni. Neben den vier geläufigen Fällen kreieren sie für ihr Programm einen fünften: einen grammatikalischen Wasserfall, den Aquativ. Wassersüchtig jonglieren sie sich durch den Abend und laden immer wieder ein, mit Worten zu jonglieren und einen poetischen Kopfsprung ins feuchte Element zu wagen. Dabei begießen sie ihre Wortakrobatik mit Sounds. Silvana Prosperi an der (Damen)-Wal-Conga und ihr Mann an der akustischen Gitarre. Silvana als schöner Damenwal und Thomas als origineller Wasserdichter kommen aus der Tierart der Wortwale. Sie wirft ihm schnippisch zu, ein Dichter ohne Wasser bräuche keine Dichtung.

Die beiden stellen die ernsthaften Fragen dieser Welt: Kann Wasser schwimmen? Und wenn nein, geht es dann unter und ertrinkt im eigenen Saft? Können Fische weinen? Und wenn ja, wird das Wasser dann nass? Ist der Mensch eine gesättigte, wässrige Lösung, bestehend aus 80 % Haha-Zwei-O? Dabei führen sie die Zuschauer in die Untiefen des Nonsens ohne sie ertrinken zu lassen.

Auch ernsthafte Themen haben sie im Gepäck, wenn sie fein ziseliert Kritik am Lebensmittelkonzern Nestle üben, der bekanntlich das Wasser in Flaschen abfüllt und teuer an die Dürstenden verkauft. Oder wenn sie fragen, ob es neue, ausbeutbare Wasserreserven auf dem Mars gibt und wenn ja, wem gehört die? Nestle?

Worte schaukeln wie blauäugige Kreuzschiffreisende

Sie begeben sich auf Kreuzfahrt mit der Blauäugigkeit von Reisenden, die auf der Suche nach dem ewigen Süden nicht mehr wissen, wo sie gerade sind. Die Reling des Kreuzfahrtschiffes wird durch eine Sonnenschirmstange angedeutet, an den die beiden sich festhalten, im Rhythmus der Wellen hin und her schaukeln. Nach zwei Stunden ist das Publikum völlig durchgeschaukelt von Wortkaskaden und Soundwellen. So mancher schüttelt beim Hinausgehen den Kopf ob all der Wortverdrehungen und lauscht den Worten nach, die in seiner Hirnschale leise vor sich hinschaukeln, wie auf Wasserwellen.

Ein neues Diensthandy

21.12.2016 at 20:00
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M. bekam, passend zu Weihnachten, von seinem Arbeitgeber ein neues Diensthandy. Freudig packte er es aus. Ein kleines Gerät, das gut in der Hand liegt. Die Tasten sind ein wenig zu klein geraten, findet M.

Dafür wartet das Handy mit Strahlungswerten auf, die derzeit wohl einzigartig auf dem Markt sind. Spitzengeräte erreichen schon mal SAR-Werte von 0,21 W/kg. Allerdings kommen einige Smartphones mit 1,64 W/kg schon sehr nahe an den Grenzwert. Generell gilt: Um gesundheitliche Schäden auszuschließen, sollte die spezifische Absorptionsrate eines Handys (SAR-Wert) nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen. Das ist die Leistung, die ein Handy während eines Telefonats am Ohr bei maximaler Sendeleistung höchstens in den menschlichen Kopf einstrahlen darf.

Das neue Diensthandy von M. schlägt sie alle. Es hat Strahlungswert von sage und schreibe 0,00 W/kg! Dafür wartet es allerding mit einem Nachteil auf, der zukünftig näher zu betrachten sein wird: Die WSW des Ohres (Wäremestrahlungswerte) können zu einer Beeinträchtigung des Gerätes führen. Einen Tod muss man halt sterben. Entscheiden Sie, ob es den User oder das Gerät erwischen soll.

 

Wir haben es voraus gesehen

20.10.2016 at 18:58
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Das hatte M. schon lange geahnt, dass die Roten ins Rotlichtmilieu eindringen. Können sie doch hier ihre subversiven Aktivitäten, bestens getarnt, durchführen. M. stellt sich nun die Frage, ob sie mit der Maobibel in der Hand ihre Arbeit verrichten, wie es seinerzeit die Heilsarmee getan hat, die mit der christlichen Bibel in der Hand die Damen vom horizontalen Gewerbe zu missionieren versuchten.

Echte Helden bleiben es ein Leben lang

17.10.2016 at 23:04

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