Kontur.Kunstverein übt sich bei Grenzgängen in Kunst und Gesellschaft

10.04.2017 at 23:17

 

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze bei Kontur.Kunstverein

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze

Am 9. April 2017 stellte der Kontur.Kunstverein  im Theaterhaus das Buch in_visible limits vor. Der Untertitel benennt sein Thema in knappen Worten mit: Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft. Es steht der Ausstellung gleichen Namens zur Seite. Sie ist derzeit im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil (Schweiz) zu sehen. Es entsprang dem Wunsch, die dort ausgestellten Werke nicht unsichtbar werden zu lassen, sondern ihre Visibilität zu erhalten (was streng genommen ja nicht geht). Durch Texte, durch Reflexionen. Auch ein Museum baut ja hohe Hürden auf und grenzt sogar aus: mit Eintrittsgeldern, die für manche nicht bezahlbar sind, durch Anschlagen eines intellektuellen Tons, den oft nur in die Kunst eingeführte Betrachter verstehen. Ob die Autoren dieses Bandes es besser machen, ist eine Erkundung wert.

Der Band enthält neben einer Einführung zu den ausgestellten Kunstwerken vom Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler, Texte von Jan Janssen (evangelischer Bischof in Oldenburg und Vorsitzender des evangelischen Literaturportals). Er schreibt über die unsichtbaren Grenzen in unserem Leben. Ein Text findet sich in dem Band von der emeritierten Philosophieprofessorin an den Universitäten Basel und München, Annemarie Pieper: Sie schreibt über das Risiko der Freiheit, über die Rolle von Katastrophen in unserem Leben und über die Gefahren, die von den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen ausgehen.

Weitere Texte steuerten Adrienne Braun, Anja Gubelmann, Michael Matthias, Raimund Menges, Wiebke Trunk, Nina Wolfensberger und Dietrich Heißenbüttel bei, der auch bei der Buchvorstellung an diesem Sonntag über die Nationalstaaten und ihre Grenzen referierte, die die Staatsterritorien umgeben und sie einhegen. Dieses mit leiser Stimme, so dass die Grenze zur Unverständlichkeit oft überschritten wurde, bis man ihm ein Mikrofon reichte, was den Vortrag leidlich verständlicher machte, zumindest was die Akustik anging.

Wer sich am Schluss seines Vortrages ein Buch kaufte, konnte es sich von ihm oder von dem anwesenden Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler oder vom Vorsitzenden des Kontur.Kunstverein Stuttgart e.V., Raimund Menges, signieren lassen. Konnte glücklich die Mauern hinter sich lassen, die das Theaterhaus umgeben und begrenzen.

in_visible limits. Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft
2017. Herausgegeben von Kontur.Kunstverein Stuttgart und Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona
144 Seiten, Flexcover, Fadenheftung, 90 Abbildungen, 17 x 23,5 cm,
Verlag: modo Verlag GmbH, Preis 24 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens