Herzlichen Glückwunsch, Eric Clapton

30.03.2020 at 17:09
Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London

Eric Clapton 2008 im Hyde Park, London
Foto: © Majvdl / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

Heute, vor 75 Jahren, wurde Eric Clapton in Ripley, ca. 40 km südlich von London, geboren. Zur Zeit seiner Geburt war seine Mutter gerade mal 16 Jahre alt, sein Vater, ein in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat, hatte das Land bereits verlassen. Dass Eric Clapton einer der bekanntesten und besten Bluesgitarristen werden sollte, konnte die allein erziehende Mutter zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

Eric Clapton – Ein Gitarrengott

Sein Stil, sein Vibe, sein Sound – alles lebt von einer Schlichtheit, die sich durch sein ganzes Spiel zieht. Er nimmt eine Fender-Gitarre und stöpselt sie in einen Marshall-Verstärker, das war’s schon. Bodenständigkeit und Blues. Seine Soli sind melodisch und einprägsam. So sollten Soli sein: Teil eines Songs.

Höhepunkte und Niederlagen haben sich bei Eric Clapton immer abgelöst

Sein Leben war geprägt von Höhepunkten und großen Niederlagen. Doch auch aus den schwersten Zeiten (Heroin- und später Alkoholsucht) hat er sich befreit. 1991 starb sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York. Teil seiner Trauerarbeit war der Song Tears in Heaven. Dieses Bluesstück kann uns auch in Zeiten der Corona-Pandemie aufrichten. Schon immer hat der Blues der Trauer einen musikalischen Ausdruck verliehen.

Wer die deutsche Übersetzung dieses wunderbaren Songs lesen will, findet sie hier.

Manu Dibango im Alter von 86 Jahren verstorben

24.03.2020 at 17:19
Manu Dibango auf dem Festival der Kulturen 2013

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Der aus Kamerun stammende Saxophonist Manu Dibango verstarb am 24. März im Alter von 86 Jahren. Auf seiner offiziellen Facebook-Seite wurde bestätigt, dass er dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist. Manu Dibango galt als Star des Afro-Jazz. Er verband Jazz und Funk mit den musikalischen Einflüssen seiner Heimat Kamerun – unter anderem der populären Tanzmusik Makossa.

In den 80ziger Jahren war Manu Dibango überall in Kamerun präsent

Ich habe Manu Dibango Anfang der 80zier Jahre in Kamerun kennen gelernt. In allen Discos wurde sein Hit „Soul Makossa“ rauf und runter gespielt. Das Stück, das eigentlich nur eine B-Seite der Single „Mouvement Ewondo“ war, wurde in den USA zum Riesenerfolg. „Soul Makossa“ stürmte die US-Charts und erreichte Platz eins. Damit leistete Dibango Pionierarbeit: „Soul Makossa“ war die erste Nummer eins eines afrikanischen Künstlers in den USA. Besonders die gesungene Hookline des Stücks „mama-se, mama-sa, ma-ma-ko-ssa“ ist auf der ganzen Welt bekannt. Live erlebte ich ihn im am 17. Juli 2013 auf dem Festival der Kulturen und der Funke des Makossa sprang sofort wieder über.

Eine Million gegen Rechts! Strom & Wasser und Freunde

05.01.2020 at 8:21
Heinz Ratz

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Am Donnerstag, 30. Januar 2020, ab 20:00 Uhr spielt wieder einmal Heinz Ratz in Stuttgart. Im Club Cann in Bad Cannstatt in der Kegelenstraße 21. Mit dabei ist das FeierabendKollektiv, die AnStifter unterstützen die Veranstaltung.

Der Auftritt von Heinz Ratz und seiner Band Strom & Wasser hat ein besonderes Anliegen: Es ist eines von insgesamt 100 Konzerten in 100 Städten, in denen Heinz Ratz insgesamt 1 Million Euro sammeln will, um sie bedrohten soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugendhäusern zur Verfügung zu stellen, deren Existenz er in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg durch rechtspopulistische Mehrheiten in den kommunalen Parlamenten bedroht sieht.

Nach zwölfjähriger Bandgeschichte präsentiert sich Strom & Wasser angriffslustiger, spielfreudiger und bunter denn je: 100 Konzerten in 100 Städten – 1 Million gegen Rechts!

Bruce Springsteen wird heute 70 – Herzlichen Glückwunsch von der Lerche

23.09.2019 at 13:13
The Boss Bruce Springsteen

He is „The Boss“

Der in Long Branch, New Jersey, geborene Rockmusiker ist einer der ganz Großen im amerikanischen Rockbusiness. Mit seinen legendären E Street Band spielt er seit 1974 bodenständigen Rock. Wer hätte das dem „Problemkind“ zugetraut, das in einer von Franziskanerinnen geleiteten Schule die Schulbank drückte.

Ein Leben wie das seiner Eltern erschien Bruce Springsteen als Sackgasse

Er war in ständigem Konflikt zu den Lehrern, zog sich zunehmend in sich selbst zurück. Er entwickelte ein Gespür für Isolation, das ihn bis weit ins Erwachsenenleben hinein begleiten sollte. Schon in seiner Jugend empfand Springsteen die sich ihm als Arbeiterkind bietenden Zukunftsperspektiven als bedrückend. Das Leben seiner Eltern erschien ihm als Sackgasse. Mit seiner Musik hat er, der nie in seinem Leben länger als 5 Tage bei einem Arbeitgeber war, Millionen verdient, seit er 1973 er seine erste Platte: Greetings from Asbury Park, N.J. veröffentlichte.

Bruce Springsteen begleitet seine „Helden“ in seinen Songs

Bruce Springsteen gilt als aufmerksamer Beobachter und Chronist des US-amerikanischen Alltags. Er porträtiert in seinen Songs das Leben des „kleinen Mannes“ mit all seinen Träumen, Sehnsüchten und Freuden, aber auch seinem Scheitern an der Realität. Dabei begleitet er die Figuren auf ihrem Lebensweg: Auf seinen ersten Platten sind dies vor allem Jugendliche, die sich die Hörner abstoßen und von einer glücklichen Zukunft träumen. Springsteen besingt die Helden seiner frühen Lieder in geradezu überschwänglich romantischer Weise und neigt zu ausufernden Wortkaskaden im Stile des stream of consciousness. Herausragend sein Album Born in the USA von 1984.

In seinen Konzerten vermittelt er seinem Publikum die Gefühle, die er selbst als Jugendlicher beim Hören und Spielen von Musik empfunden hat. Seine Konzerte haben eine fast kathartische Wirkung auf seine Zuhörer. Sie werden daher sogar oft mit Gottesdiensten verglichen, weil er in der Vergangenheit zu fast jedem Lied eine fesselnde, unterhaltsame und oft auch sehr persönliche Geschichte zu erzählen hatte.

In dem Film Blinded by the Light liebt ein Pakistaner in England die Springsteen-Songs und wird durch die Songs von Bruce Springsteen ermutigt, seinen eigenen Weg als Lyriker zu gehen und sich gegen die Anfeindungen seiner ausländerfeindlichen Umwelt zu behaupten.

Ein Alterswerk von Bruce Springsteen im Jahre seines 75. Geburtstages

In diesem Jahr beglückte er mich mit seiner Platte Western Stars. Er komponiert einfühlsame Rockballaden und trägt sie mit seiner markanten Stimme vor. Ein akustisches Album. Ich wünsche Bruce, dass er mir noch viele Jahre so wunderbare Songs schenkt!

Vor 50 Jahren – Woodstock Festival in der Dorfgemeinde White Lake

16.08.2019 at 0:04
Originalplakat Woodstook Festival

Originalplakat

Auf den Maisfeldern in White Lake, NY fand vom 15. bis 17. August 1969 das legendäre Woodstock Music and Art Festival statt. (70 km von Woodstock entfernt!) Ein Jahr zuvor, am 4. April wurde Martin Luther King auf dem Balkon seines Motels in Memphis, Tennessee erschossen. Ein Welle der Gewalt erschütterte die USA. 39 Menschen kommen ums Leben. Kurze Zeit später, am 5. Juni 1968, wird der demokratische Senator Robert Kennedy, Hoffnungsträger eines liberaleren und gerechteren Amerika, ermordet. Der Vietnamkrieg tobte und das Land steckte in eine tiefe Krise – die bis heute andauert.

Der Name des Festivals steht für einen Höhepunkt der Flowerpower Bewegung in Nordamerika. Was einmal als ein kommerzielles zweitägiges Festival für 50.000 Besucher vom Initiator und Veranstalter Michael Lang geplant war, artete zu einem chaotischen aber friedlichen dreitägigen Riesenereignis mit geschätzt 500.000 Teilnehmern aus. Genaue Teilnehmerzahlen kennt keiner, denn die Absperrungen hielten dem Ansturm irgendwann nicht mehr stand und so kamen Besucher ohne Ticket und ungezählt auf das Gelände der Dorfgemeinde White Lake in der Nähe der kleinen Stadt Bethel im Bundesstaat New York. Eine Millionen hatten sich auf den Weg gemacht. Aufgrund des dadurch entstandenen Verkehrschaos konnten nur die Hälfte von ihnen das dreitägige Festival live erleben. Auch einige Musiker erreichten das Festival nicht, da nicht für alle kurzfristig ein Hubschrauber zur Verfügung gestellt wurde.

Woodstock gilt bis heute als Meilenstein der Festivalgeschichte und als Ur-Festival der Rock’n’Roll-Geschichte. CSN&Y, Joan Beaz, Janis Joplin, Richie Havens, Ravi Shankar, Grateful Dead, CCR, The Who, Joe Cocker, Jimmy Hendrix und viele andere traten hier auf.

Crosby, Stills Nash & Young spielten ein akustisches und ein elektrisches Set. Neil Young übersprang den größten Teil des akustischen Sets. Daher ist er in folgendem Video nicht zu sehen, das ein Meilenstein des Harmoniegesangs ist.

Diesen wunderbaren Song „Suite: Judy Blue Eyes“ schrieb Stephen Stills. Er spielt es auf einer offen gestimmten Gitarre, die auf EBEEBe gestimmt ist. Crosby, Stills & Nash haben das Lied zum ersten Mal beim Woodstock-Festival aufgeführt.

Bis zum 7. September ist auf der Mediathek von Arte ein ausführliches Portrait von David Crosby zu sehen „Remember My Name“

Da wurden neue Saiten aufgezogen

15.08.2019 at 22:12
Gitarren

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Nachdem ich neue Saiten aufgezogen hatte und die Gitarren mit dem neuen elektronischen Stimmgerät gestimmt hatte, kann es losgehen …

Gankino Circus: Balkan-Beats treffen Frankische Volksmusik

15.08.2019 at 21:44
Gankino Circus in Rudolstadt

Gankino Circus bei ihrem Auftritt in Rudolstadt

 

Als wir am letzten Sonntag im Renitenztheater Platz nehmen, um das Konzert von Gankino Circus zu genießen, wissen wir, auf was wir uns hier eingelassen haben. Wir hatten die Gruppe anlässlich der Ruth-Preisverleihung in Rudolstadt mit einem Ausschnitt aus ihrem Konzert gehört und wir bogen uns vor Lachen.

Aber was heißt schon Konzert? Ein Auftritt der vier Musiker ist weniger ein Konzert als vielmehr ein kabarettistisches Spektakel, eine subkulturelle Sensation. Im Renitenz präsentiert die Band aus dem fränkischen Dietenhofen ihr aberwitziges Programm namens „Irrsinn und Idyll“. Mit rasanten Melodien und unbändiger Spielfreude rücken Gankino Circus der Musik ihrer Heimat zu Leibe und machen sie durch ihren einzigartigen Humor dem Publikum zugänglich. Zeitgemäße Volksmusik, anarchischer Slapstick und raffinierter Wortwitz vermengen sich bei Gankino Circus zu einer kuriosen Melange.

Gitarrist Ralf Wieland ist ein genialer Geschichtenerzähler, führt durch das Programm und lässt auf urkomische Weise den Wahnsinn hinter der fränkischen Dorfidylle hervorschimmern. Mit von der Partie sind: der ebenso elegante wie therapiebedürftige Arztsohn Dr. Simon Schorndanner Junior am Saxophon und an der Klarinette. Der launische Akkordeonmeister und leidenschaftliche Landwirt Maximilian Eder aus der traditionsreichen Dynastie der Eders. Und natürlich der lausbübische Percussion-Tausendsassa Johannes Sens, der sich wie wild in die Herzen der Zuschauer trommelt, um sich dann im Moment höchster musikalischer Virtuosität die Kleider vom Leib zu reißen. Dabei fliegen die Drahthaare seiner Schlagzeugbesen im hohen Bogen ins Publikum.

Gankino Circus machen eine Reise durch die Welt der Musik und die Musik der Welt, werfen so ziemlich alles in die Bühne, was sie zwischen die Finger kriegen: Balkan-Beats & Fränkische Volksmusik, Finnische Folklore, Clownerie mit Surf-Attitüde und Punkrock, der nach Django Reinhardt klingt. Sie erzählen Geschichten via franko-bavarian Speed-Rap, über die Liebe & die großen Fragen des Lebens mit absurdem Humor, der das Publikum von Anfang an in seinen Bann zieht. Sie singen, trommeln, tanzen, lachen & musizieren; & all das oft so schnell, filigran & virtuos, dass Auge & Ohr kaum folgen können. Als sie am Ende des Konzerts nach den obligatorischen Zugaben die Zuschauer entlassen, leuchtet der Frohsinn in den Gesichtern vieler Zuschauer nach.