Populäre Kunst aus dem Kongo: Congo Stars

03.06.2019 at 20:24
Cheri-Cherin

Artist: Cheri-Cherin

 

Noch bis zum 30.06.2019 ist in der Tübinger Kunsthalle die wunderbare Ausstellung CONGO STARS zu sehen. Sie zeigt populäre Malerei von den 1960er-Jahren bis heute, Seite an Seite mit zeitgenössischer Kunst, die sich anderer Medien bedient. Alle, die die Demokratische Republik Kongo (früher Zaire) kennen, werden viele Motive wieder erkennen, aber auch die, die andere westafrikanische Staaten bereist haben. 150 Werke von etwa 70 kongolesischen Künstlerinnen und Künstlern werden präsentiert, die in Kinshasa, Lubumbashi, Brüssel oder Paris leben.

Congo Stars ist alles andere als eine „nationale“ Leistungsschau der Demokratischen Republik Kongo. Vielmehr vermischen sich reale Erfahrungen, Projektionen, Träume und Sehnsüchte von Künstlerinnen, die im Kongo und in Europa leben. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Königlichen Museum für Zentralafrika Tervuren, dem Kunsthaus Graz, dem Iwalewahaus in Bayreuth und PICHA in Lubumbashi. Einen kleinen Einblick in die Ausstellung versuche ich mit meiner Fotodokumentation zu geben:

weiterlesen, zu den Bildern

Manche musizieren mit dem Salzstreuer …

21.05.2019 at 18:35

… Susanne kocht Gemüse.

Susanne hat bei allem immer den Überblick

Susanne hat bei allem immer den Überblick – In der Küche von Loretta

 

Wieder einmal lud Susanne ins Alimentari da Loretta ein, um gemeinsam mit uns zu kochen. Kreativ, fantasievoll, mit Sinn für Farbe und Geschmack, etwas exotisch und ein bisschen traditionsgebunden, so ist die Küche von Susanne.

M. hat das große Glück, einen Platz in der exquisiten Runde zu ergattern, seine Frau war angemeldet aber verhindert. Schon die Ankündigung des Menüs lässt ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen:

  • Orangen-Zitronen-Rosmarin-Kartoffeln mit geröstetem Sauerkraut, als Tarte Tatin gebacken
  • Knusprige Kartoffelschalen-Chips mit Mango-Geschmack und zum Eintunken dazu eine Hanf-Bärlauch-Zitronen-Mayonnaise
  • Blumenkohl“Bulgur“ mit Frühlingszwiebel-Ingwer-Soffritto, angemacht als Taboulé mit Petersilie-Minze-Salat und Granatapfel- & rote Zwiebel-Marinade
  • Gebratene Süsskartoffelschnitze mit Wirsingsalat, thailändisch inspiriert, mit Tamarinde und Mango angemacht und mit Erdnüssen garniert
  • Für auf’s Brot: Mus aus gebackenen Auberginen und Vanille-Datteltomätchen, dazu knusprige Focaccia aus der Pfanne
  • Salat aus frittierten Zucchinischeiben, etwas indisch und gleichzeitig italienisch, mit Kräutern, roter Zwiebel und scharfem Chili, angemacht mit Limette und Honig
  • Palak Pakora – knusprige Spinat“Fritters“ mit salzig/würzig eingelegten Äpfeln und Karotten-Blutorangen-Hummus
  • Und zum Schluss: gebackene Erdbeeren mit Vanille-Parfait
Kochen im Team bei Loretta

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Susanne hat alles für das wunderbare Menu bis ins Kleinste vorbereitet, so dass die sechs Kochteams loslegen können. Gemüse, Gewürze, eben alles ist in der notwendigen Menge vorhanden, ebenso wie die Kochutensilien. Am großen Tisch haben wir zwöf Leute Platz, Susanne ist immer gerne bereit, Tipps und Tricks aus ihrem Erfahrungsschatz mit uns zu teilen.

Nach den Vorbereitungen und dem Kochen erst einmal ein Gläschen trinken ...

Nach den Vorbereitungen und dem Kochen erst einmal ein Gläschen trinken …

 

Susanne legt noch einmal Hand an.

Susanne legt noch einmal Hand an.

Gekocht wird in der Profiküche von Loretta, die uns ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite steht. Nach zweieinhalb Stunden ist alles gebacken, gekocht, frittiert und der große Tisch verwandelt sich im Handumdrehen in eine festliche Tafel, an der alle Platz nehmen. Wie immer gibt es bei Loretta einen herrlichen Wein aus ihrem Heimatland. Der Abend wird M. in Erinnerung bleiben und er hat sich fest vorgenommen, das nächste Mal zusammen mit seiner Frau an diesem Gourmetabenteuer teilzunehmen.

 

Das große Essen bei Loretta

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Gerhard Breidenstein auf spirituellen Pfaden

10.11.2018 at 14:05
Gerhard Breidenstein diskutiert über Mystik

Gerhard Breidenstein diskutiert über Mystik

 

In der Reihe „Vita contemplativa“ läd der Hospitalhof regelmäßig ein zu einer Begegnung mit berühmten Texten, Meditationen und geistlichen Übungen. Am 6. November 2018 hielt Gerhard Breidenstein im Rahmen dieser Reihe einen Vortrag zum Thema „Spiritualität ohne Religion?“

Gerhard Breidenstein hat evangelische Theologie studiert und promovierte in Sozialethik. Zeit seines Lebens (er ist Jahrgang 1936) hat er sich politisch engagiert: Als Studentenpfarrer in Dortmund, in der Umwelt- und Anti AKW-Bewegung, in der Friedensbewegung. In einer schweren Lebenskrise hat er sich auf frühe Meditationserfahrungen besonnen und hat erneut den Zen-Weg beschritten. Seit dreißig Jahren folgt er diesem und hat darüber auch ein sehr persönliches Buch geschrieben. (Siehe Besprechung auf diesem Blog.)

Mystische Spiritualität ist Weltzuwendung

In seiner letzten Publikation „Brennende Kerze im Sturm“ nimmt er die mystische Spiritualität in den Blick. Sie bedeutet für ihn Weltzuwendung bis in den persönlichen Alltag und in die globale Situation hinein. Er zitiert aus dem Gedicht Es gibt so wunderweiße Nächte von Rilke. Dort schreibt Rilke:

… und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.

Diesem kapellenlosen Glauben redet Gerhard Breidenstein das Wort. Die Säkularisierung als Teil der Aufklärung hat ihren Anteil daran, dass die Menschen sich von den Kirchen abgewendet haben.

In der modernen Welt stehen materiellen Dinge an erster Stelle. Trotz dieses modernen Materialismus sind sehr viele Menschen auf der Suche nach Spiritualität. Allerdings profitieren die großen christlichen Kirchen nicht davon. Er kann gut nachvollziehen, dass die von den Kirchen gelehrten Glaubensinhalte nicht mehr von den Menschen verstanden werden. Auch er kann das 1700 Jahre alte Glaubensbekenntnis nicht mehr sprechen. Es drückt nicht seine Erfahrungen aus und vor allem ist es nicht in seiner Sprache verfasst. Er verweist auf den Theologen Jörg Zink und die Theologin Dorothea Sölle, denen es gelungen ist, den christlichen Glauben in moderner Sprach zu vermitteln. Für ihn ist es kein Zufall, dass Dorothea Sölle sich in einem ihrer letzten großen Werke der Mystik zugewendet hat. Mystische Spiritualität verlangt nicht, Dogmen zu glauben. Es geht vielmehr um unmittelbare Erfahrungen.

Moderne physikalische Modelle und Spiritualität stehen nicht im Widerspruch

Auch die moderne Physik, die geprägt ist von Max Planck, Einstein und Heisenberg, hat das duale, alte Weltbild nachhaltig infrage gestellt. Wie die moderne Physik kennt ein mystisches Weltbild nur eine Wirklichkeit. Es gibt keine Trennung zwischen Oben und Unten, Göttlichem und Menschlichen, zwischen Geist und Materie. Alles ist mit allem verbunden. Das Weltbild der Mystik ist nichtdual. Und der mystische Mensch erfährt die Nondualität der Wirklichkeit.

Mystik in den verschiedenen Religionen

In allen Weltreligionen gibt es mystische Ausprägungen: Im Christentum vertraten das z. B. Meister Eckhart, Hildegard von Bingen oder Teresa von Ávila. Die Sufis vertreten die Mystik im Islam, Zen ist die mystische Ausprägung im Buddhismus und im Judentum vertreten die Kabbalisten den mystischen Zweig.

In den monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum und Islam) ist die mystische Erfahrung als Gotteserfahrung bzw. Glaubenserfahrung auf die göttliche Wirklichkeit bezogen.

Nichttheistische Traditionen wie Buddhismus, Jainismus und Daoismus bringen mystische Erfahrungen zum Ausdruck, ohne sich auf eine göttliche Person oder Wesenheit zu beziehen. Auch Vertreter des Hinduismus berichten von mystischen Erlebnissen.

Glauben in transreligiöser Sprache

Wie kann nun Glauben in transreligiöser Sprache ausgedrückt werden? Diese Frage gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Abend anhand eines von Gerhard Breidenstein verfassten Thesenpapiers erst in stiller Zurückgezogenheit nach, um sich im Anschluss daran im Gespräch darüber auszutauschen. Teils wurde den Ansichten des Referenten heftig widersprochen und auf die christliche Offenbarung verwiesen. Aber auch der Bezug auf die Theorien der modernen Physik wurde hergestellt. Einigend war der Gedanke, dass die Welt Kraft materieller und geistiger Evolution lebensfreundlicher werden kann und werden wird.

Wer sich mit den Thesen von Gerhard Breidenstein näher beschäftigen will, dem sei sein Buch empfohlen:

Brennende Kerze im Sturm
Mystische Spiritualität inmitten unsere Welt

144 Seiten, Taschenbuch
Verlag: Publik-Forum, Preis: 14,90 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

 

So schnell kann es gehen

28.10.2018 at 15:10
Kirchberg im Herbst

Kirchberg im Herbst

 

Gerade noch in herbstlicher Atmosphäre Laub gerecht doch dann kam der Wintereinbruch und die Klostergebäude liegen unter einer weißen Decke.

Der Winter hat das Kloster mit einer weißen Schicht überzogen

Der Winter hat das Kloster mit einer weißen Schicht überzogen

Der Lichtzauberer Günter Guben

29.04.2017 at 11:57
Günter Guben erklärt seine Fototechnik

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Detalliert erklärt Günter Guben bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Graphein – Panta Rhei“ wie er bei den Aufnahmen dieser Lichtbilder vorgegangen ist.

Ein Streichertrio hatte die Vernissage am 28. April 2017 um 20 Uhr in der Galerie InterArt musikalisch eröffnet. Die drei Ausstellungsräume der Galerie sind bis auf den letzten Platz besetzt. Günter Guben ist ein gern gesehener Gast in der InterArt. Länge Zeit hat er im Vorstand des Trägervereins gearbeitet.

Günter Guben ist nicht nur Fotograf und Zeichner sondern auch Schriftsteller. Er liest einen seiner sehr dichten und humorvollen Texte. Diese handelt von der Verwandlung einer Fotografie und dem Verlust der als real angenommenen Wirklichkeit. Damit erweitert er seine fotografischen Kunstwerke aufs Vortrefflichste.

Mit Licht gemalt

Mit Licht gemalt

Die Ausstellung ist bis zum 27. Mai 2017 zu sehen, jeweils Mi, Do, Fr, von 16 – 19 Uhr und Samstags von 12 – 18 Uhr.

Christa Lippelt in der Stadtbibliothek Bad Cannstatt

17.01.2017 at 15:34
Christa Lippelt

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Wieder einmal stelle ich fest, ich sehe nur das, was mir bekannt ist. Die Bilder von Christa Lippelt hängen schon seit Oktober in der Stadtteilbibliothek und ich habe sie nie wahr genommen. Erst als mich die Künstlerin auf ihre Ausstellung aufmerksam machte, schaute ich mir die Bilder genauer an.

Christa Lippelt, die in Königsberg geborene, ging in Bremen zur Schule und arbeitete als medizinisch-technische Assistentin in Stuttgart, wo sie auch wohnt. Seit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben hat sie sich ganz der Malerei gewidmet, besuchte verschiedene Kunstakademien und stellt seit 2000 in Einzel- und Gruppenausstellungen ihre Werke dem Publikum vor.

Collagen, Acryl und Ölkreide

Zuerst fiel mir eine Collage auf, in die sie ein Bild ihres vor einiger Zeit verstorbenen Mannes zentral eingebunden hat. Das Bild ist von 2016, entstanden kurz nach dem Tod ihres Mannes. Das Schriftstellerhaus hatte im Dezember 2014 noch eine Lesung mit bereits schwer erkranken Christoph Lippelt veranstaltet und jeder der Anwesenden konnte sich ein Bild von dem feinsinnigen Schriftsteller und Arzt machen, den hier seine Frau in ihrem Bild verewigt hat.

Die hier ausgestellten Bilder stammen aus der Zeit von 2006 bis 2016, viele in kräftigen Acrylfarben gemalt aber auch Ölkreide setzt Christa Lippelt gerne ein, um Akzente zu setzten. Und immer wieder Collagentechnik wie die fünf Tulpenbilder, bei denen sie mit Acryl und Ölkreide Fotos übermalte und einen völlig neuen visuellen Ausdruck schaffte. Schicht für Schicht muss sich der Betrachter diese Bilder erschließen und setzt sie doch anschließend ganz individuell in seinem Kopf wieder zusammen.

Portraits von Romanfiguren aus dem Jahr 2007 öffnen den Blick auf die Chrakterinterpretation der Künstlerin, die man mit seinen eigenen Vorstellungen von Leyla, Yasmin und Sevgi abgleichen kann, so man den Roman von Feridun Zaimoglu gelesen hat, in dem sie vorkommen. Wenn nicht, kann man ihn gleich an Ort und Stelle ausleihen.

Es ist die gekonnte Verteilung von Form und Farben auf dem Papier, die die gemalten Porträts der literarischen Figuren auch hier im Kopf des Betrachters neu entstehen lässt und somit einen anderen Blick auf die vermeintliche Wirklichkeit erlauben, die ja nur eine literarische ist.

Ausruhen nach dem Streifzug in der besucherfreundlichen Stadtteilbibliothek

Neben den vielen „Portraitbildern“ entdeckt man beim Streifzug durch die Stadtbibliothek großflächige Landschaftsbilder der Künstlerin von nächtlichen Inseln oder den Monte Baldo, diesem imposanten Bergmassiv am Gardasees. Hat man sich an all den Farben und Formen der Künstlerin Christa Lippelt satt gesehen, so bietet die Stadtbibliothek dem Besucher in der Leseecke einen Kaffee oder Espresso an, bei dessen Genuss die Eindrücke nachwirken können.

Die im Oktober 2016 eröffnete Ausstellung ist noch bis Anfang April diesen Jahres in der Stadtteilbibliothek Bad Cannstatt, Überkinger Str. 15 in Stuttgart zu sehen.

„Einfach mal den Schnabel halten!“,

19.11.2016 at 15:48
Schnabel halten

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zwitschert die Lerche.
„Wieso denn det?“, keckert die Elster.

Kirchberg im Herbst

Kirchberg im Herbst

 

Rückwärtiges Samu

Rückwärtiges Samu

 

Bei Loretta „Jazzen und Schmazzen“

09.07.2016 at 16:28
Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

 

Biegt man von der Tübinger Straße, vom Marienplatz kommend, rechts in die Römerstraße ein, sieht man nach ein paar Metern ein angerostetes Ladenschild: „Alimentari da Loretta“. Nun ist die Gegend um den Marienplatz kein Nobelviertel und man denkt sich nicht viel bei dem Anblick des in die Jahre gekommenen Schildes. Tritt man jedoch in der Römerstraße 8 bei Loretta über die Schwelle, fühlt man sich in ein kleines Restaurant irgendwo in der Toskana versetzt und gleich wird man hineingezogen in eine verträumte Welt. Die Fassade verdeckt einen Kleinod, dessen Entdeckung sich lohnt. Loretta Petti, eine freundliche, resolute Köchin, die in ihrem Laden nicht nur erstklassige italienische Speisen zubereitet sondern Kultur als Geschmacksverstärker geschickt einsetzt. Am 8.7.2016 standen im Alimentari da Loretta zum 49. Mal drei Jazzmusiker auf der Bühne und unterhielten nach dem wohlschmeckenden Essen die Gäste mit Jazzstandarts. Loretta bietet an ihren Abenden neben der Musik auch Lesungen, Rezitationen manchmal auch Vorträge und Diskussionen zu speziellen Themen.

Im Speiseraum von Loretta schweben Düfte und Klänge

In den kleinen Speiseraum von Loretta entsandte die halbakustische Fendergitarre von Martin Wiedmann einen warmen, runden Ton, dessen Wärme er dem wunderbaren Röhrenverstärker „Mesa Boogi“ zu verdanken hat. Markus Bodenseh am Kontrabass bildete das rhythmische Fundament, auf dem sich Roland Weber am Vibraphon und Martin Wiedemann sicher bewegen konnten.

Es wippten die Füße der Gäste, der Swing ging in die Beine, als das Trio bei sommerlichen Temperaturen ein Potbourri aus Samba-Rhythmen den Abend einläutete. Wie eine angedeutete Phrase huschte das Girl von Ipanema immer wieder durch den Sommersamba. Das Trio nahm sich mit viel Spielfreude neben Jazz-Standards auch seltener gehörten Stücken an, auch Musik eines längst vergessenen Films oder Musicals. Kurz vor Ende des ersten Sets kam der Überraschungsgast auf die Bühne. An diesem Abend war es der Stuttgarter Saxophonist Jürgen Bothner. (Über seinen druckvollen Bigband-Sound mit der Band des Helene-Lange-Gymnasiums habe ich hier berichtet.)

Das Dolce von Loretta: raffiniert!

In der Pause versorgte Loretta ihre Gäste mit Dolce: Eissorbet. Die rote Kugel ist kein Himbeereis sondern hergestellt aus Blutorangen. Die weiße Kugel ist Parmesaneis. An der Seite der beiden Kugeln frittierte Früchte, alles auf eine Spur Honig drapiert. Es sind die einfachen Gerichte, die, wenn sie mit Liebe zum Detail hergestellt sind, nicht nur satt machen sondern glücklich.

Der Nachtisch ist gegessen und im zweiten Set spielten die drei Musiker, unterstützt von dem Gast-Saxophonisten, Jazzoriginals und abwechslungsreich bearbeitete Standards. Straight ahead Jazz eben. Mit schwebenden Vibraphonklängen und virtuosen Gitarrensoli auf gut gebautem Bassfundament, wie im ersten Teil. Eine Verbindung zur Fußballeuropameisterschaft wurde hergestellt, als Roland Weber ein Potbourri einer bekannten Popgruppe ankündigte, die bei ihren ersten Auftritten ähnliche Frisuren wie der Bundestrainer Jogi Löw trugen. Nach wenigen Takten war klar, um wen es sich handelte: Die Beatles.

Die Veranstaltung Jazzen und Schmazzen findet normalerweise einmal im Monat donnerstags statt. Aufgrund des Halbfinales hatte Loretta kurzfristig die angemeldeten Gäste über die Verschiebung informiert. Informationen zu den Kultur- und Genuss-Veranstaltungen von Loretta gibt es auf ihrem Blog.

Lust auf Kunst?

05.04.2016 at 16:37
Lust auf Kunst in der GEDOK

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Dies fragten 5 Künstlerinnen der GEDOK am 2. April während der „Langen Nacht der Museen“ ihre Besucher in der Galerie der GEDOK. Dort hatten die Textilkünstlerin Tiina Kirsi Kern, Monika Kurz-Werner (Fotografie und Druck), die Gestalterin für Schmuck und Alltagsobjekte Nicole Eitel, Bettina Kohlen (Bildhauerei und Kunstkeramik) und die Filzkünstlerin Tatjana Seehoff ihre Schätze aufgebaut. In langen Diskusionen hatten sie überlegt: Wie präsentieren wir unsere Werke? Welche Präsentation macht Lust auf den Inhalt? Wie wichtig darf sich die Präsentation nehmen ohne den Inhalt zu verdrängen? Gibt die Wertigkeit der Verpackung Aufschluss über den Wert des Inhalts? Müssen die Werke zum Betrachter kommen? Wie viele Betrachter dürfen ein Werk sehen? Ihre Antwort auf all diese Fragen packten sie in Weinkisten. Ein ganzes Raumobjekt aus diversen Holzkisten, die normalerweise edle Tropfen beherbergen, hatten die fünf Künstlerinnen zu einem Gesamt-Kunstobjekte arrangiert. Staunend näherten sich die BesucherInnen und entdeckten Schätze aus den Schaffensprozessen der Künstlerinnen.

Einblicke und Ausblicke in der GEDOK

Lose in der GEDOK

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Um einen anderen Blick auf die Kunst zu werfen, gab es für die BesucherInnen diverse „Sehhilfen“: Vom Opernglas über Prismenröhren bis hin zu Gitterblenden, die je nach Anwendung neue Einsichten und Aussichten ermöglichten. Eine besondere Annäherung an die Kunst bot die große Los-Installation. Dort konnte sich jeder eine Losrolle abschneiden und eine Skizze, einen Druck, ein Gedicht oder ein Stück Stoff mit nach Hause nehmen. Erstaunte Gesichter immer wieder bei dem Hinweis, die Lose seien kostenlos. Ein kleiner Hinweis darauf, dass sich der Wert von Kunst oft nicht in Geld ausdrücken lässt, wiewohl die Künstlerinnen mit dem Verkauf ihrer Werke ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen.

Einblicke in die Werke der Künstlerinnen finden sich auf diesen Webseiten:
Bettina Kohlen
Monika Kurz-Werner
Nicole Eitel
Tatjana Seehoff
Tiina Kirsi Kern

Internationaler Frauentag – bunt und fantasievoll

10.03.2016 at 12:11
Justyna Koeke mit ihren Models gestalten den diesjährigen internationalen Frauentag.

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Völlig aus dem Rahmen zelebrierte die Künstlerin Justyna Koeke mit ihren Models den diesjährigen internationalen Frauentag. Die Stadtbibliothek Stuttgart hatte der Performancekünstlerin ihren zentralen Raum, das „Herz“, für eine Modenshow unter dem Motto „Prinzessinnen und Heilige“ zur Verfügung gestellt. Der Andrang der Zuschauerinnen und Zuschauer war überwältigend. Justyna Koeke hatte nach Kinderzeichnungen von ihr und ihrer Schwester Kostüme gestaltet, die 15 Models präsentierten. Die Models fand die Künstlerin in verschiedenen Altenheimen.

Doch zu Beginn der Fashion Show zeigte die finnische Künstlerin Mimosa Pale ihre „Cotton Candy Performance“:

Die finnische Künstlerin Mimosa Pale

Cotton Candy Performance

Zur Musik tanzend, mit Essstäbchen auf dem Körper, kleidete Mimosa Pale sich zusehends in Zuckerwatte, die in zwei Zuckerwattebottichen hergestellt wurde, wie man sie vom Jahrmarkt her kennt. (Video der Performance hier.) Nach der Cotton Candy Performance rollten zwei Helfer schnell die erste Teppichlage von den Laufstegen, so dass die Seniorinnen befreit von Zuckerwatteresten positiv und energiegeladen ihre farbenprächtigen Kostümen als surreal-fantastische Prinzessinnen und Heilige auf dem Laufsteg präsentieren konnten.

Frau mit Puppe von Justyna Koeke

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Traumwelten von Justyna Koeke

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Justyna Koeke hatte die Kinderzeichnungen in detailverliebten Entwürfe übertragen und Kostüme geschneidert, die ebenso sehr Skulptur sind wie Haute Couture, aber auch als Nachstellung vergangener Träume erscheinen. Die Seniorinnen interagierten als Models mit den Kunstwerken. Als Prinzessinnen und Heilige inszeniert, erweckten sie die Skulptur gewordenen Kindheitsträume zum Leben.

Die Künstlerin Justyna Koeke

Justyna Koeke präsentiert die Beteiligten an der Show

Die Choreografie gestaltete Lisa Thomas, für die musikalische Untermalung sorgten die Musikerinnen Katharina Wibmer an der Geige und Monika Nuber am Kontrabass. Sie mischten osteuropäisch-folkloristischen Klänge mit experimenteller Musik.