Drei Frauen – drei starke Stimmen

21.05.2017 at 11:52
Drei Frauen: Claudia Michelsen vor den großen Frauen Else Lasker-Schüler, Bettina von Arnim und Erika Mann

Karoline Eichhorn, Gesine Cukrowski und Claudia Michelsen vor den großen Frauen Else Lasker-Schüler, Bettina von Arnim und Erika Mann

 

Das Projekt Drei Frauen aus Deutschland stellte die Schriftstellerinnen Bettina von Arnim, Else Lasker-Schüler und Erika Mann am 19. Mai 2017 im Theaterhaus in den Mittelpunkt. Es sind die Schauspielerinnen Claudia Michelsen, Gesine Cukrowski und Karoline Eichhorn die diese bedeutenden Schriftstellerinnen aus dem Randfigurendasein einer von Männern beherrschten Welt herausholten. Die Schauspielerinnen erzählten zweihundertjährige Geschichte über die Biografien dieser drei spannenden Frauen.

Bettina von Arnim, die am 4. April 1785 in Frankfurt am Main als Bettina Brentano zur Welt kam, provozierte das bürgerliche und aristokratische Establishment bis zu ihrem Tod am 20. Januar 1859 mit ihren liberalen Gedanken. Ähnlich provozierend waren die Auftritte der großen Lyrikerin Else Lasker-Schüler (1869 – 1945). Und Erika Mann entwickelte sich im Laufe ihres Lebens von einer vergnügungssüchtigen Bohemienne zu einer politisch denkenden, engagierten Frau.

Diese drei Frauen waren lange vor der Frauenbewegung Streiterinnen für ein selbstbestimmtes Leben

Diese drei Frauen waren Vorreiterinnen für ein selbstbestimmtes Leben – ironischerweise: nicht nur für Frauen. Denn wie sagte schon Bettina von Arnim: „Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln, und wer nicht selbst denkt, nicht aufs freie, uferlose Meer steuert mit seinem Geist, der wird die Gottheit nicht selbst erreichen. Handeln ist Selbstsein. Denn wir bauen selbst den Himmel, sonst kommt er nicht zur Welt.“

Ein schlichtes Bühnenbild lässt das gesprochene Wort erstrahlen

Das schlichte Bühnenbild dieser literarischen Revue zeigt die Portraits auf durchschimmernden Stoff überlebensgroß. Die Schauspielerinnen konnten dahinter sitzend biografische Details der jeweiligen Schriftstellerin lesen. Dann wieder traten sie ins Rampenlicht vor die Portraits und lasen aus den Werken der Frauen, die ihre Zeit mit wachen Augen beobachtet und mitgestaltet haben. Leidenschaftlich gelebte Leben, ineinander verwoben. Claudia Michelsen, Gesine Cukrowski und Karoline Eichhorn liehen den drei Schriftstellerinnen ihre Stimmen und gaben ihnen damit eine Stimme.

Kontur.Kunstverein übt sich bei Grenzgängen in Kunst und Gesellschaft

10.04.2017 at 23:17

 

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze bei Kontur.Kunstverein

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze

Am 9. April 2017 stellte der Kontur.Kunstverein  im Theaterhaus das Buch in_visible limits vor. Der Untertitel benennt sein Thema in knappen Worten mit: Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft. Es steht der Ausstellung gleichen Namens zur Seite. Sie ist derzeit im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil (Schweiz) zu sehen. Es entsprang dem Wunsch, die dort ausgestellten Werke nicht unsichtbar werden zu lassen, sondern ihre Visibilität zu erhalten (was streng genommen ja nicht geht). Durch Texte, durch Reflexionen. Auch ein Museum baut ja hohe Hürden auf und grenzt sogar aus: mit Eintrittsgeldern, die für manche nicht bezahlbar sind, durch Anschlagen eines intellektuellen Tons, den oft nur in die Kunst eingeführte Betrachter verstehen. Ob die Autoren dieses Bandes es besser machen, ist eine Erkundung wert.

Der Band enthält neben einer Einführung zu den ausgestellten Kunstwerken vom Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler, Texte von Jan Janssen (evangelischer Bischof in Oldenburg und Vorsitzender des evangelischen Literaturportals). Er schreibt über die unsichtbaren Grenzen in unserem Leben. Ein Text findet sich in dem Band von der emeritierten Philosophieprofessorin an den Universitäten Basel und München, Annemarie Pieper: Sie schreibt über das Risiko der Freiheit, über die Rolle von Katastrophen in unserem Leben und über die Gefahren, die von den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen ausgehen.

Weitere Texte steuerten Adrienne Braun, Anja Gubelmann, Michael Matthias, Raimund Menges, Wiebke Trunk, Nina Wolfensberger und Dietrich Heißenbüttel bei, der auch bei der Buchvorstellung an diesem Sonntag über die Nationalstaaten und ihre Grenzen referierte, die die Staatsterritorien umgeben und sie einhegen. Dieses mit leiser Stimme, so dass die Grenze zur Unverständlichkeit oft überschritten wurde, bis man ihm ein Mikrofon reichte, was den Vortrag leidlich verständlicher machte, zumindest was die Akustik anging.

Wer sich am Schluss seines Vortrages ein Buch kaufte, konnte es sich von ihm oder von dem anwesenden Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler oder vom Vorsitzenden des Kontur.Kunstverein Stuttgart e.V., Raimund Menges, signieren lassen. Konnte glücklich die Mauern hinter sich lassen, die das Theaterhaus umgeben und begrenzen.

in_visible limits. Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft
2017. Herausgegeben von Kontur.Kunstverein Stuttgart und Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona
144 Seiten, Flexcover, Fadenheftung, 90 Abbildungen, 17 x 23,5 cm,
Verlag: modo Verlag GmbH, Preis 24 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Autoren unterstützen Künstler bei der Erfahrung von Grenzen

03.04.2017 at 13:00
in_visible_limits Plakat der Ausstellung

Plakat der Ausstellung

Der Mensch ist seiner ganzen Natur nach ein begrenztes Wesen. Jeder von uns lebt in und mit seinen Grenzen und wir pflegen mit Hingabe die Barriere in unseren Köpfen, die uns das Sortieren der Welt in Gut und Böse scheinbar so viel einfacher machen. Das Thema Grenzen erfuhr in den letzten zwei Jahren eine ungeheure Aktualität. Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ hat es in kurzer Zeit geschafft, die politischen Landschaften spürbar zu verändern und wird dies wohl weiter tun. Und mit den geflüchteten Menschen kamen die Zäune zurück: drinnen – draußen, ein klarer Strich. Abschottung ist das neue Thema. Der Kunstverein Kontur zeigt in seinem Projekt „in_visible limits“ Werke von vier Schweizer und vier deutschen Kuntsschaffenden, aktuell im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil.

Aus dem Projekt heraus entstand der Impuls, interessante Autoren einzuladen, die das Thema „Grenzen“ aus ihrer Sicht beleuchten. Das Ergebnis ist das Lese- und Bilderbuch, das hier vorgestellt wird. Lassen Sie sich ermuntern, selbst die eine oder andere innere oder äußere Grenze zu überwinden.

Vorgestellt wird dieses Autorenprojekt am Sonntag, 9. April 2017 durch die Präsentation ihres Buches im Theaterhaus Stuttgart. Beginn 17 Uhr, Eintritt frei.

Der Damenwal ein Fall von Aquativ

07.03.2017 at 17:21
Damenwal von Faltsch Wagoni

Der Tanz um den Damenwal

 

Das Künstlerduo Faltsch Wagoni, Silvana und Thomas Prosperi, verunsichern seit vielen Jahren deutsche Bühnen mit ihren Texten, ihren Songs und ihren kleinen, lustvollen Streitigkeiten. Am 3. März waren sie wieder einmal im Theaterhaus in Stuttgart mit ihrem Programm „Der Damenwal“ zu Gast.

Schon über den Titel kommen die beiden sich in die Haare: heißt es nun die Damenwal oder der Damenwal? Mit welchem Geschlecht werden welche Tiergattungen bezeichnet? Hat schon mal einer im Publikum darüber nachgedacht? Warum heißt es die Seekuh, der Löwe, die Elster (aber hallo!)?

Ein Dichter ohne Wasser braucht keine Dichtung

Nachgedacht über Sprache wird viel im Programm von Faltsch Wagoni. Neben den vier geläufigen Fällen kreieren sie für ihr Programm einen fünften: einen grammatikalischen Wasserfall, den Aquativ. Wassersüchtig jonglieren sie sich durch den Abend und laden immer wieder ein, mit Worten zu jonglieren und einen poetischen Kopfsprung ins feuchte Element zu wagen. Dabei begießen sie ihre Wortakrobatik mit Sounds. Silvana Prosperi an der (Damen)-Wal-Conga und ihr Mann an der akustischen Gitarre. Silvana als schöner Damenwal und Thomas als origineller Wasserdichter kommen aus der Tierart der Wortwale. Sie wirft ihm schnippisch zu, ein Dichter ohne Wasser bräuche keine Dichtung.

Die beiden stellen die ernsthaften Fragen dieser Welt: Kann Wasser schwimmen? Und wenn nein, geht es dann unter und ertrinkt im eigenen Saft? Können Fische weinen? Und wenn ja, wird das Wasser dann nass? Ist der Mensch eine gesättigte, wässrige Lösung, bestehend aus 80 % Haha-Zwei-O? Dabei führen sie die Zuschauer in die Untiefen des Nonsens ohne sie ertrinken zu lassen.

Auch ernsthafte Themen haben sie im Gepäck, wenn sie fein ziseliert Kritik am Lebensmittelkonzern Nestle üben, der bekanntlich das Wasser in Flaschen abfüllt und teuer an die Dürstenden verkauft. Oder wenn sie fragen, ob es neue, ausbeutbare Wasserreserven auf dem Mars gibt und wenn ja, wem gehört die? Nestle?

Worte schaukeln wie blauäugige Kreuzschiffreisende

Sie begeben sich auf Kreuzfahrt mit der Blauäugigkeit von Reisenden, die auf der Suche nach dem ewigen Süden nicht mehr wissen, wo sie gerade sind. Die Reling des Kreuzfahrtschiffes wird durch eine Sonnenschirmstange angedeutet, an den die beiden sich festhalten, im Rhythmus der Wellen hin und her schaukeln. Nach zwei Stunden ist das Publikum völlig durchgeschaukelt von Wortkaskaden und Soundwellen. So mancher schüttelt beim Hinausgehen den Kopf ob all der Wortverdrehungen und lauscht den Worten nach, die in seiner Hirnschale leise vor sich hinschaukeln, wie auf Wasserwellen.

Hannes Wader ist wieder „Heute hier, morgen dort“

14.02.2017 at 23:00
Hannes Wader im Theaterhaus Stuttgart

.

 

Wieder einmal ist Hannes Wader auf Tournee gegangen. Am 12. Februar trat er im Theaterhaus in Stuttgart auf. Keine Schwierigkeit für ihn, den größten Saal im Haus zu füllen.

Mit Heute hier, morgen dort beginnt er den Abend. Ganz allein im Scheinwerferlicht steht der baumlange Sänger mit seiner Gitarre und singt mit seiner sonoren Stimme und zieht augenblicklich das Publikum auf seine Seite. Wenn Hannes Wader mit einem Lied identifiziert wird, so ist es dieser Titel. Seit 1972 eröffnet er jedes seiner Konzerte damit. Das Lied erschien auf der legendären Platte 7 Lieder. Die Leadgitarre spielte, wie auch auf der Vorgängerplatte, der Ausnahmegitarrist Werner Lämmerhirt. Alle, die der Folkmusik verbunden sind und eine Gitarre halten können, werden wohl dieses Lied im Repertoire haben.

Auf der Straße fing alles an

Einen Rückblick auf seine Anfänge als Straßenmusiker drückt er in dem Lied Damals (1985) aus. Darin heißt es:

Schrieb meine allerersten Lieder, die ich auf der Straße sang
Und trug einen Ring im Ohr, auf dem ein Name stand
Der Name eines Mädchens, eingeritzt mit eigener Hand

Hannes Wader ist bekannt dafür, dass er verschiedene Musikstile verwendet: Vom klassischen Folk-Fingerpicking (immer wieder setzt er sich bei druckvollen Liedern seine Fingerpicks auf), wechselt er zu traditionellen Volksliedern, mischt Tangomelodien in seine Lieder und greift auf griechische Weisen zurück wie bei dem Song Griechisches Lied. Es entstand, wie er verrät, in besseren Zeiten Griechenlands, keine Übersetzung, sondern eine Übertragung mit eigener Intention. Geschrieben lange vor den dramatischen Ereignissen, die hunderttausende vor Krieg aus ihren Ländern übers Mittelmehr nach Griechenland fiehen ließen.

Hannes Wader schlägt den Bogen vom lyrischen Lied zum Politsong

Er schlägt einen Bogen zu Liedern, die er vor über fünfzig Jahren geschrieben hat, ganz am Anfang seiner Laufbahn als Sänger, nachdem er seinen handwerklichen Beruf, den des Dekorateurs, an den Nagel gehängt hatte. Begegnung erschien auf seiner ersten Platte, die Knut Kiesewetter produzierte. Es war die Hochzeit der Studentenbewegung. Wader kam mit seinen lyrischen Liedern in dieser politisierten Zeit nicht gut an. Er politisierte sich und seine Lieder griffen mehr und mehr gesellschaftliche Zustände auf. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes Volkssänger. Die Moorsoldaten spielt er auch an diesem Abend und erzählt, dass er vor zehn Jahren auf einer Demonstration gegen Rechts in Leipzig den letzten Überlebenden aus dem KZ Börgermoor bei Papenburg im Emsland getroffen hatte. Mit 98 Jahren verstarb dieser Moorsoldat.

Volkssänger Hanes Wader

Das Bürgerlied von Adalbert Harnisch aus der Revolution von 1845 darf da natürlich nicht fehlen. Wader weist auf die Kraft der Volkslieder hin und gesteht, er verdanke ihnen viel. Ohne sie stünde er nicht hier. Seine Mutter sang gerne das westpreußische Volks- und Antikriegslied Zogen einst fünf wilde Schwäne. Er hat es seit 1977 in seinem Repertoire. Dem Lied Trotz alledem hat er einen eigenen Text verpasst und greift die Tradition dieses kraftvollen Liedes aus der 48er Revolution auf. Entstanden ist dabei ein Mutmacher, zumal Opposition in Zeiten des Turbokapitalismus immer „trotzdem“ geschehen muss. Da ist er wieder, der politische Sänger, der die herrschenden Zustände beschreibt. Und so schließt sich der Kreis, von den frühen Liebesliedern über anarchistischen Talking-Blues-Gesängen, Volks- und Arbeiterliedern zum politischen Lied. Sein Schlusslied bei der Zugabe bildet da eine Synthese aus allen Elementen: Sag mir, wo die Blumen sind.

Ein letztes Mal

In diesem Jahr wird Hannes Wader 75 und er verrät, nächstes Jahr will er sein aktives Tourneeleben beenden. Einmal noch will er nach Stuttgart kommen, dann ist Schluss. Besorgen wir uns rechtzeitig Karten, um diesen Ausnahmekünstler ein letztes Mal live auf der Bühne erleben zu können.

Jürgen Grässlin erhält Friedenspreis

17.05.2016 at 22:30
Jürgen Grässlin

.

Jürgen Grässlin erhält diese Jahr den mit 5000 Euro dotierten Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter. Damit erhält der Rüstungsgegner und Aufklärer Rückenwind für sein Engagement gegen menschenverachtende Rüstungsexportpolitik. Seit über 30 Jahren klärt Jürgen Grässlin die Öffentlichkeit über die Waffenexporte der Bundesrepublik Deutschland auf. Er ist Verfasser des Buches Schwarzbuch Waffenhandel, ein Standartwerk zum Thema.

Jürgen Grässlin, geboren 1957 in Lörrach, ist von Beruf Lehrer und Friedensaktivist. Im Rahmen seiner politischen Tätigkeit veröffentlichte er neben dem Schwarzbuch zahlreiche Sachbücher zu Rüstungsindustrie und Bundeswehr. Jürgen Grässlin ist Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und anderer rüstungskritischer Organisationen. 2012 erhielt die von ihm mit initiierte Aktion „Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ den Friedenspreis für ihr Engagement gegen Rüstungsexporte. Jürgen Grässlin ist ihr Sprecher.

Jürgen Grässlin ist Aufklärer auf vielfältige Weise

Jürgen Grässlins Engagement gegen die illegalen Waffenlieferungen des Unternehmens Heckler & Koch brachte ihm eine beachtliche mediale Aufmerksamkeit. Erst vor kurzem hat er eine Fernsehdokumentation zum Thema illegale G36-Waffendeal mit Mexiko seitens Heckler & Koch (H&K) unterstützt. Darin werden die kriminellen Verflechtungen und die Zusammenarbeit von H&K mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und dem Bundesausfuhramt umfassend aufgezeigt. Der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurden zahlreiche Dokumente zur Verfügung gestellt. Doch diese ermittelte nicht gegen die Firma und die Mitverantwortlichen des BMWi und der BAFA sondern leitete wenige Monate nach Erscheinen des Buches „Netzwerk des Todes“ (auf dem der Fernsehbericht beruht) Vorermittlungen gegen die drei Buchautor/innen ein. Die Staatsanwaltschaft München begann daraufhin mit Ermittlungen gegen die Autoren. Der Vorwurf lautet auf Verdacht der Veröffentlichung verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gemäß § 353d Strafgesetzbuch.

Den Kriminalautor Oliver Bottini hat er bei den Recherchen zu seinem Buch Ein paar Tage Licht, in dem es um Waffenexporte nach Algerien geht, beraten. Ebenso hat er den Regisseur und den Drehbuchautor des Fernseh-Thrillers Meister des Todes fachtechnisch beraten. Damit ist das Thema Waffenexporte aus Baden-Württemberg auch in der Kriminalliteratur und im Film angekommen.

Jürgen Grässlin konnte sich im zweiten Wahlgang gegen den Zeitzeugen Theodor Bergmann , die Seenotrettungsorganisation Seawatch (Geflüchtete in Seenot), Ärzte ohne Grenzen und die kurdische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana durchsetzen. Die Verleihung des Friedenspreises 2016 findet im Rahmen der Friedensgala der AnStifter am 10. Dezember 2016, 17.00 Uhr, im Theaterhaus Stuttgart statt.

schwarzbuch_waffenhandel

.

Schwarzbuch Waffenhandel: Wie Deutschland am Krieg verdient
Taschenbuch, 624 Seiten
Heyne, Preis: 14,99 €

 

Jürgen Grässlin, Daniel M. Harrich, Danuta Harrich-Zandberg
Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden
Broschiert, 384 Seiten
Heyne, Preis: 16,99 €

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Kontext feiert fünfjährigen Geburtstag

05.05.2016 at 13:54
Ines Pohl und Georg Löwisch zu Kontext

Ines Pohl und Georg Löwisch

 

Kontext wird dieses Jahr schon 5 Jahre alt und feierte dies mit einem großen Fest im Theaterhaus. Seit 5 Jahren mischt sich eine Gruppe engagierter Journalistinnen und Journalisten in die Meinungsbildung in Baden-Württemberg ein. Ein einmaliges, regionales Zeitungsprojekt. Woche für Woche erscheint Kontext jeden Mittwoch in elektronischer Form in ansprechendem Gewand. In der Samstagsausgabe der linken Tageszeitung taz liegt Kontext bundesweit in gedruckter Form als Sonderveröffentlichung bei. Eine breite Unterstützung der Leserschaft ist der Zeitung sicher und die Kooperation mit der taz verschafft dem Projekt zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Ines Pohl kam extra aus den Vereinigten Staaten zum Geburtstag von Kontext

Die Macher von Kontext freut es, dass die ehemalige Chefredakteurin der taz extra aus Washington eingeflogen war, und die Moderation der Geburtstagsfeier übernahm. Heute arbeitet Ines Pohl als Korrespondentin für die Deutsche Welle und berichtet aus der amerikanischen Hauptstadt. Für die gebürtige Baden-Württembergerin war es ein Heimspiel. Maßgeblich hat sie die Zusammenarbeit der taz mit Kontext gestaltet. Oft war sie, wie sie humorvoll berichtete, zum Brezelessen in der Stuttgarter Redaktion. Sie lobte die professionelle Arbeit des Teams.

Nicht Kontext kommentierte an diesem Abend die politische Lage, es war Max Uthoff, der Dauerbrenner aus der ZDF-„Anstalt“ nahm scharfzüngig die großen Themen der deutschen Politik unter die Lupe aber er ging auch auf die Lokalpolitik ein. Immerhin schicken sich die Grünen gerade an, mit der CDU ein Regierungsbündnis zusammen zu zimmern. Nicht unumstritten und die Kommentare von Max Uthoff zu der Politik der Grünen hier im Land bissig und schonungslos.

Die Laudatio auf das Geburtstagskind vom Chefredakteur der taz

Werbehund

Nicht auf den Hund gekommen

Georg Löwisch, Chefredakteur der taz, hielt die Laudatio auf das Geburtstagskind. Er selber aus Freiburg stammend, sprach respektvoll von der Arbeit seiner Kollegen in Stuttgart. Für ihn ist das Überleben der Zeitung rekordverdächtig in einer Zeitungslandschaft, in der gerade die lokalen Blätter der Konzentration zum Opfer fallen. Aber auch, dass Kontext immer wieder über die 4. Gewalt berichtet, also den eigenen Medienjournalismus reflektiert, lobte Georg Löwisch. Dass Provinz und Leidenschaft zusammengehen können, dafür sei Kontext der Beweis.

Zwischendurch lief der Hund der Redakteurin Anna Hunger über die Bühne und machte Werbung für ein Buch, das die wichtigsten Artikel aus 5 Jahren Kontext versammelt. Es ist gerade im Klöpfer und Meyer Verlag erschienen.

Susanne Stiefel

Susanne Stiefel spricht im Namen des Redaktionsteams von Kontext

Ein hartes Stück Arbeit, wie Redakteurin Susanne Stiefel berichtete, die die Auswahl der Texte mit getroffen hat. Sie hielt die Festrede im Namen der Redaktion. Es sind nicht nur die fünf Festangestellten, die den Erfolg der Zeitung ausmachen, sondern eine große Anzahl der Zeitung verbundener Journalisten. Ohne die wäre die thematische Breite der Zeitung gar nicht zu gewährleisten.

Peter Grohmann, Anstifter der ersten Stunde und einer der ersten Kriegsdienstverweigerer im Ländle, wetterte in bekannter Manier, nahm die Unterdrückung und die Ausbeutung aufs Korn. Er hat in der Kontext wöchentlich eine Videokolumne. Seine Omi Glimbzsch aus Zittau geistert durch viele seiner Folgen und so wunderte es nicht, dass er sie in seiner Rede ebenfalls erwähnte.

Wettern in der Kontext

Wettern in der Kontext

Er, der sich über all die Jahre nicht verhärten ließ, haute der Regierung die Verfassung des Landes Baden-Württemberg um die Ohren, zitiert Marx und die Bibel. Seine Rede wurde dankenswerter Weise von den Nachdenkseiten hier dokumentiert.

Musikalisch umrahmt wurde der Veranstaltung durch das Jazz Ensemble Spoken Word Impro Orchestra um die Sängerin Lisa Tuyala. Begleitet von einem Trio aus Schlagzeug, Kontrabass und Saxophon bzw. Bassklarinette erfüllte sie mit ihren Melodien und ihrer Sprachrhythmik den Saal.

Doch erst der spontane Auftritt der Combo „Lokomotive Stuttgart“, bekannt von unzähligen Demos gegen das Stuttgart 21 Projekt, brachte die Emotionalität zum Publikum, das in großen Teilen jahrelang im Kampf gegen dieses Projekt engagiert war. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart gegen dieses Projekt gehört zum Gründungsmythos dieser Zeitung. Gegenöffentlichkeit herzustellen in einer erstarrten Presselandschaft, mit dieser Vision startete das Team der Kontext vor fünf Jahren. Eindrucksvoll hat das Redaktionsteam der Zeitung diese Vision umgesetzt.

Lokomotive Stuttgart

Lokomotive Stuttgart

Josef-Otto Freudenreich, Anna Hunger, Susanne Stiefel (Hg.)
Kontext!
Fünf Jahre couragierter Journalismus
366 Seiten und 45 s/w Abbildungen, Hardcover
Klöpfer & Meyer, Preis: 20,00 €
zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Im Tauschrausch

14.02.2016 at 13:26
Tauschrausch

Helge Thun, Jakob Nacken und Mirjam Woggon vom Tübinger Theatersport
Foto: © S. Kolasa

 

Drei Stars des Tübinger Theatersports, Mirjam Woggon, Jakob Nacken und Helge Thun, sind zurück auf der Bühne mit ihrem Programm „Tauschrausch“. Am 9. Februar 2016 gastierten sie im Theaterhaus vor ausverkauftem Saal. Das Grundprinzip des Improvisationstheaters basiert auf eine aktive Einbeziehung der Zuschauer: Jeder sollte Dinge mitbringen, die er schon lange loswerden wollte. Im Tausch erhält man einen anderen (nutzlosen) Gegenstand. Nun kennt man diese „Tauschgeschäfte“ vom sogenannten Wichteln. Allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass es bei einem herkömmlichen Weihnachtswichteln so amüsant und humorvoll zugeht wie an diesem Abend. Impro-Comedy nennen die drei ihre Bühnenperformance.

Wunderbare Sketsche improvisieren die drei Theaterleute mit den ihnen überreichten Gegenständen. Sie fragen den Zuschauer detailliert aus, wie er zu dem Gegenstand gekommen ist, was sein privater und beruflicher Hintergrund ist u.s.w. All diese Informationen verpacken sie dann gekonnt in einen Sketch, den sie zu zweit oder zu dritt spielen. Neben der theatralischen Umsetzung der spontan entstandenen Geschichte, nutzen sie die Musik. Dabei unterstützt Jakob Nacken am Klavier die auf gutem Niveau singende Mirjam Woggon. Zu einem Schirm in Herzform improvisiert sie z. B. zu ein Liebeslied, in dem alle Stichworte des Zuschauers und sein Gegenstand Eingang finden oder setzt die Stichworte in ein kleines Musical um. In einem Sketsch dienen die Stichworte aus der Zuschauerbefragung, die Mirjam Woggon notiert und auf zusammengefalteten Zetteln auf dem Boden verteilt, als Stichwortbasis. Helge Thun hebt sie Stück für Stück auf und gibt seiner Improvisation immer wieder neue, erfrischende Wendungen.

Bildertausch in der Pause

Vor der Pause werden die Zuschauer aufgefordert, der Comedy-Gruppe Handy-Bilder per E-Mail zu schicken. Schnell trifft Helge Thun eine Auswahl aus der ihm zugesandten Bilderflut und nach der Pause improvisieren Jakob und Mirjam ihren Sketch einer „Fachexperten-Runde“ anhand der über Beamer an die Leinwand geworfenen Bilder. Dabei verwenden sie Worthülsen, die täglich in den gängigen Talkshows verwendet werden und man fragt sich, ob die Teilnehmer so mancher Expertenrunden nicht verkappte Comedy-Schauspieler sind.

Zum Abschluss führen Jakob Nacken und Helge Thun ein „Fachgespräch“, das genial von Mirjam Woggon pantomimisch umgesetzt wird. Den langanhaltenden Applaus der Besucher dieser Show haben die drei sich redlich verdient. Shows, die im Theaterhaus gut laufen, haben die Chance, in einen größeren Saal umzuziehen. Wenn die drei Improvisationstalente auf diesem Weg fortschreiten, werden sie sicher demnächst eine größere Bühne in diesem Haus bespielen.

Der geräuschlose Krieg: Blitzschnell!

09.12.2015 at 13:15

Unter diesem Titel hielt Peter Grohmann bei der Friedens-Gala der AnStifter am 6. Dezember 2015 im Theaterhaus Stuttgart eine Rede, die ich hier im Wortlaut wiedergebe:

„Dieser Abend ist eine Demonstration für das Menschenrecht auf Leben, auf Frieden! So geräuschlos ist Deutschland noch nie in einen Krieg geglitten. Und dennoch dürfen wir uns nicht daran gewöhnen! Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass Deutschland Teil einer Kriegsmaschinerie ist. Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass der mühsame Frieden zerstört und zerfressen wird.

Peter Grohmanns Appell zum Anstiften

Peter Grohmann

– dass es normal ist, in den Krieg zu ziehen,
– dass es normal ist, mit Waffen zu handeln,
– dass es normal ist, ohne langes Gerede JA zum Krieg zu sagen
– frohgemut in die Katastrophe: Denn sie wissen nicht, was sie tun!

Ich kann es nicht glauben, dass dieses Schweigen ist im Land, dieses Zuschauen und diese Verharmlosung des Krieges!

Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass das Recht des Stärkeren gilt – wo auch immer! Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass das Recht auf Asyl noch weiter ausgehöhlt wird, dass die Charta der Menschenrechte nichts ist als das Versprechen für übermorgen.

Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass täglich 30.000 Kinder verhungern, 30.000 und mehr, dass Ernten im Meer versenkt werden, um den Getreidepreis stabil zu halten. Ich will mich nicht daran gewöhnen, dass Hunderttausende im eigenen Land nicht satt werden, dass Hunderttausenden im eignen Land der Zugang zu Gesundheit, Bildung und einem würdevollen Leben verwehrt wird.

Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zu einer leeren Floskel verkommt.

Ja: Wir sind gegen Gewalt und Vergessen, gegen Terror und Krieg, wo auch immer. Oft haben wir keine schnellen Antworten auf hundert Zweifel, auf tausend Fragen.
Aber Krieg ist immer die falsche Antwort.

Wir dürfen uns nicht an die Barbarei einer globalisierten Welt gewöhnen: An die Ausplünderung armer Länder, die Waffenlieferungen, an die Unterstützung von Despoten und Diktatoren, Tyrannen und Sklavenhaltern. Wir dürfen uns nicht an das Aushebeln elementarer Grundrechte gewöhnen, nicht in Ungarn, nicht in der Türkei, nicht in Polen. Wir dürfen uns nie an den Triumph des Front National gewöhnen. In Solidarität und Geschwisterlichkeit sagen wir:
Non! Nein! Njet! No! Nie! Hayır! Neniu! nincs! Babu! Sin! Óchi! Nein zu Populismus, nationaler Engstirnigkeit, Rassismus und Gewalt.

Ich möchte nicht, dass die Deutungshoheit über die Moral die bekommen, die keine haben. Es gibt die Unschuld des Nicht-Wissens nicht mehr. Wir wissen, dass der Wohlstand auf Unrecht aufgebaut ist. Wir wissen, dass wir die Erde zerstören. Und wir können auch längst nicht mehr ignorieren, dass andere arm sind, weil wir reich sind. Wir werden uns nicht herausreden können mit den immer gleichen Worten: „Davon haben wir nichts gewusst“. Nein, denn wir werden es gewusst haben.

Aber ich will mich daran gewöhnen, mit Menschen gelebt und gekämpft zu haben, die aufstehen, wenn es notwendig ist! Heute, jetzt!
Mit Menschen, die Nein sagen!

Ich will mich daran gewöhnen, an Eurer Seite zu sein: Mit Menschen, die Herz und Verstand besitzen, die mit Fantasie und Solidarität für Gerechtigkeit und Frieden eintreten:

Mit Menschen wie Euch.“

Giusi Nicolini erhält Stuttgarter Friedenspreis 2015

07.12.2015 at 14:46
Friedenspreis für Giusi Nicolini

Costantino Baratta und seine Frau Rosa Maria Maggiore erhalten stellvertretend für Giusi Nicolini von Ebbe Kögel den Friedenspreis der Anstifter

 

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, wurde am 6. Dezember 2015 mit dem Friedenspreis der Anstifter geehrt. Aus Termingründen konnte die Preisträgerin nicht bei der Verleihung im Theaterthaus in Stuttgart dabei sein. Stellvertretend für sie übergaben die Anstifter den Preis an Costantino Baratta und seine Frau Rosa Maria Maggiore.

Gesetz der Gastfreundschaft verpflichtet die Menschen auf Lampedusa zur selbstlosen Hilfe

Costantino Baratta rettete am 3. Oktober 2013 elf Flüchtlingen das Leben, die mit ihrem überladenen Fischkutter vor Lampedusa untergegangen waren. Es waren Menschen aus Eritrea, die von Libyen aus die Flucht nach Europa angetreten hatten. Selbstlos half das Ehepaar. Liebevoll werden sie noch heute von den Flüchtlingen Mama Rosa und Papa Constantino genannt. Fischer aus Lampedusa helfen Menschen in Seenot und bringen sie an Land. Sie wissen um die Gefahren der Seefahrt.

Prof. Dr. Heidrun Friese führte in ihrer Laudatio aus: „Das Gesetz der Gastfreundschaft und das Gesetz des Meeres sind auf Lampedusa nach wie vor ganz wichtig. Um zu helfen oder um Hilfe zu bitten muss man nicht die gleiche Sprache sprechen.“ Und weiter über die tatkräftige Unterstützung der Lampedusani: “Wenn wir hier auf Lampedusa Hilfe leisten fragen wir nicht: woher kommst du, wie heißt du, welchen Glauben hast du, was willst du, sondern wir fragen, was ist dir passiert?“

Giusi Nicolini sendet ein Grußwort

Und so wurde der Preis nicht nur Giusi Nicolini verliehen, sondern allen Lampedusani, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Costantino Baratta verlas das Grußwort der Bürgermeisterin. Darin schreibt sie:

“ In den letzten 3 Tagen sind weitere eintausend Flüchtlinge und Migranten zu uns gebracht worden, die aus der Meerenge von Sizilien gerettet wurden.
Jeder Einzelne von ihnen hat eine Geschichte zu erzählen und jeder hat einen Grund, der ihn zur Flucht zwingt. Jeder Einzelne von ihnen, wie die Hunderttausende, die in den letzten Jahren auf Lampedusa angekommen sind, hat das Recht, gehört und nicht zurückgewiesen zu werden, wie ein Problem, das uns nichts angeht. Weil so ist es nicht. “ (Die ganze Rede siehe hier)

 

Neue musikalische Wege

Neue musikalische Wege

 

Friedenspreis für Giusi Nicolini

Artistische Hochleistung

Strom & Wasser feat. THE REFUGEES elektrisieren

Musikalisch wurde der Abend untermalt von der Gruppe „Strom & Wasser“. Die Band um den Bassisten, Sänger und Texter Heinz Ratz ist bekannt für spektakuläre Aktionen. Er organisierte einen „Moralischen Triatlon“, bei dem ein Teil in enger Zusammenarbeit mit Pro Asyl und den deutschen Flüchtlingsräten stattfand: „Die Tour der 1000 Brücken“. Insgesamt 7000 Kilometer fuhr er mit dem Fahrrad für ein menschliches Miteinander quer durch die Bundesrepublik. Er forderte Flüchtlinge zum Mitmachen auf der Bühne auf, spielte mit der Band in Flüchtlingslagern, lernte unzählige Menschen kennen, die in ihren Herkunftsländern berühmte Musiker waren, sich aber hier hinter den Mauern der Flüchtlingslager oft nicht einmal ein Instrument leisten konnten. Er erweiterte seine Band bei Auftritten mit Flüchtlingen: Strom & Wasser feat. THE REFUGEES. An diesem Abend hatte er zwei beeindruckende Artisten dabei: Eine Jongleuse aus Köln und einen Artisten, der trotz seiner Behinderungen Außergewöhnliches auf der Bühne vorführte. Es wurde ein Lebensmut sichtbar, der, getragen von Anerkennung und Würde, aus Flüchtlingen Menschen macht. Sam aus Gambia (heute Reutlingen) spielte Djembe und sang. Ein Rapper aus Ghana mischte das Publikum auf.

Friedenspreis für Giusi Nicolini

Strom&Wasser feat. THE REFUGEES

Neue Bilder braucht das Land

Die musikalischen „Bilder“ sind wichtig, um einen anderen Eindruck von den Menschen zu vermitteln als der, der von der Presse stereotyp transportiert wird. Auch das „Zentrum für Politische Schönheit“ versucht neue, teils provokante Bilder in den öffentlichen Raum zu transportieren, wie der Geheimrat des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS), André Leipold, es in der Podiumsdiskussion mit Dr. Heidrun Friese (Professorin für Interkulturelle Kommunikation an der TU Chemnitz) und der Politikwissenschaftlerin Ellen Esen erläuterte.

In seiner Abschlusserklärung ging Peter Grohmann von den Anstiftern auf die drohende Kriegsgefahr ein, die das Herkunftsland so vieler Flüchtlinge bedroht. Es sei erschreckend, wie leise, ohne großen Protest, eine internationale Koalition unter Beteiligung deutscher Verbände, Syrien derzeit angreift und das Leben der Bevölkerung durch zusätzlichen Bombenterror bedroht.

Peter Grohmanns Appel zum Anstiften

Peter Grohmanns Appell zum Anstiften

Aufstehen! Anstiften! Zu Frieden und Mitmenschlichkeit! Das ist das Gebot der Stunde!

 

Nachtrag:
Die Anstifter haben auf ihrer Seite eine Auswahl meiner Bilder des Abends veröffentlicht.
Hier gehts zu den Bildern