Gankino Circus: Balkan-Beats treffen Frankische Volksmusik

15.08.2019 at 21:44
Gankino Circus in Rudolstadt

Gankino Circus bei ihrem Auftritt in Rudolstadt

 

Als wir am letzten Sonntag im Renitenztheater Platz nehmen, um das Konzert von Gankino Circus zu genießen, wissen wir, auf was wir uns hier eingelassen haben. Wir hatten die Gruppe anlässlich der Ruth-Preisverleihung in Rudolstadt mit einem Ausschnitt aus ihrem Konzert gehört und wir bogen uns vor Lachen.

Aber was heißt schon Konzert? Ein Auftritt der vier Musiker ist weniger ein Konzert als vielmehr ein kabarettistisches Spektakel, eine subkulturelle Sensation. Im Renitenz präsentiert die Band aus dem fränkischen Dietenhofen ihr aberwitziges Programm namens „Irrsinn und Idyll“. Mit rasanten Melodien und unbändiger Spielfreude rücken Gankino Circus der Musik ihrer Heimat zu Leibe und machen sie durch ihren einzigartigen Humor dem Publikum zugänglich. Zeitgemäße Volksmusik, anarchischer Slapstick und raffinierter Wortwitz vermengen sich bei Gankino Circus zu einer kuriosen Melange.

Gitarrist Ralf Wieland ist ein genialer Geschichtenerzähler, führt durch das Programm und lässt auf urkomische Weise den Wahnsinn hinter der fränkischen Dorfidylle hervorschimmern. Mit von der Partie sind: der ebenso elegante wie therapiebedürftige Arztsohn Dr. Simon Schorndanner Junior am Saxophon und an der Klarinette. Der launische Akkordeonmeister und leidenschaftliche Landwirt Maximilian Eder aus der traditionsreichen Dynastie der Eders. Und natürlich der lausbübische Percussion-Tausendsassa Johannes Sens, der sich wie wild in die Herzen der Zuschauer trommelt, um sich dann im Moment höchster musikalischer Virtuosität die Kleider vom Leib zu reißen. Dabei fliegen die Drahthaare seiner Schlagzeugbesen im hohen Bogen ins Publikum.

Gankino Circus machen eine Reise durch die Welt der Musik und die Musik der Welt, werfen so ziemlich alles in die Bühne, was sie zwischen die Finger kriegen: Balkan-Beats & Fränkische Volksmusik, Finnische Folklore, Clownerie mit Surf-Attitüde und Punkrock, der nach Django Reinhardt klingt. Sie erzählen Geschichten via franko-bavarian Speed-Rap, über die Liebe & die großen Fragen des Lebens mit absurdem Humor, der das Publikum von Anfang an in seinen Bann zieht. Sie singen, trommeln, tanzen, lachen & musizieren; & all das oft so schnell, filigran & virtuos, dass Auge & Ohr kaum folgen können. Als sie am Ende des Konzerts nach den obligatorischen Zugaben die Zuschauer entlassen, leuchtet der Frohsinn in den Gesichtern vieler Zuschauer nach.

Rudolstadt 2019 – Ein Rückblick (3)

11.07.2019 at 10:52
Preisgekrönte Gruppe Ticket To Happiness

Preisgekrönte Gruppe Ticket To Happiness

 

Wie schon geschrieben, in Rudolstadt treten sie alle auf, die bekannten Größen, die völlig unbekannten, die sich auf der Fußgängerzone dazwischen quetschen und die, die ihre ersten Lorbeeren gesammelt haben, wie z. B. die Gruppe Ticket To Happiness (welch ein Name!). Sie wurden beim Deutschen Rock- und Pop-Preis 2018 in acht Kategorien aus dem Bereich Folkrock ausgezeichnet, unter anderem als beste Band und für den besten Sänger. Die Kapelle nimmt die Zuhörer mit irischer und amerikanischer Folkmusik sowie südeuropäischer Straßenmusik mit auf eine spannende musikalische Reise – immer auf der Suche nach originellen akustischen Hörerlebnissen. Die Band aus Gießen und Münster tritt in klassischer Besetzung auf: Gesang (Jan Philipp), Banjo, Gitarre, Bassdrum, Cajón, Gesang (Yannick Helle), Mandoline, Banjo, Gitarre, Cajón, Gesang (Patrick Helle), Violine und Gesang (Mona Kaczmarczyk), Bass (Stefan Schwarzinger).

Hochkarätiger Folkrock aus Irland

Hochkarätiger Folkrock bot die Gruppe In Their Thousands auf der Konzertbühne im Heinepark an diesem dritten Festivaltag.

Irischer Folkrock auf der Konzertbühne im Heinepark

Irischer Folkrock auf der Konzertbühne im Heinepark

 

Zwei Brüder, ein Cousin und ein Best Friend Forever aus dem irischen County Donegal. Dort, wo es dramatische Landschaften gibt, wilde Steilklippen, atlantische Winde und immer Leute, die es wegzieht aus den entlegenen Ortschaften im irischen Nordwesten entstand ihre Musik, kraftvoll und leidenschaftlich.

In Their Thousands

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In Their Thousands sind hiergeblieben und die Gegend hat ihren Sound stark geprägt. Die Bildsprache für ihre Songs finden sie in der Natur, musikalisch ziehen sie diverse Register: Mal halten sie sich akustisch folkig zurück, mal überziehen sie die Bühne mit rockigen E-Gitarren und vibrierenden Dance Grooves. Da kommt so manches deutsche Tanzbein in Bewegung. Aber hier in Rudolstadt zeigt sich deutlich: Germen can’t dance!

 

Zurück in der Stadt erlebten wir die riesige, aus Schrottteilen gefertigte Jazzmaschine. Eine Jazzband verband die rhythmischen Vorgaben der Maschine mit ihrem Sound.

Zusammenspiel zwischen Mensch und MASCHINE

Zusammenspiel zwischen Mensch und MASCHINE

 

Balkanmusic as its best: Batiar Gang

Das konnten die acht Musikerinnen und Musiker um die charismatische Sängerin Melanka nicht gebrauchen. Sie haben sich mit unheimlicher Freude dem Balkansound verschrieben. Melankas Eltern stammen aus der Uraine und daher kommt auch der Name der Band: Batiar Gang.

Batiar Gang

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Batiar, auch Baciar, wurde früher umgangssprachlich der polnische Bewohner von Lwiw (Lemberg) in der Ukraine genannt. Der Batiar gehörte zur Subkultur, zu Lwiws Knajpa-Lebensstil; er war lebensfroh, unersättlich feierlustig, großzügig, wohl gekleidet und jonglierte stets am finanziellen Bankrott entlang. Damit ist er prädestiniert als Namensgeber dieses wilden Ensembles aus Leipzig, das einen hitzigen Reigen osteuropäischer Musikkulturen präsentiert. Und unter der Anleitung des Klarinettisten Matze gelang es, das Publikum mit einem einfachen Tanzschritt bekannt zu machen und Groove ins Publikum zu bringen.

Hochpolitische Musik aus dem Iran von Shahim Najafi und seiner Band

Bevor wir nach Hause fuhren, erlebten wir noch den iranischen Musiker Shahin Najafi mit seiner Band auf dem Neumarkt.

Der aus dem Iran stammende Musiker Shahin Najafi begeistert seine Landsleute

Der aus dem Iran stammende Musiker Shahin Najafi begeistert seine Landsleute

 

Er zieht keine Grenzen mehr zwischen Kunst und Politik. So schreibt Shahin Najafi es in seinem Buch „Wenn Gott schläft“. Es war der Sommer der gefälschten Wiederwahl des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und Najafi widmete der bei Protesten getöteten Studentin Neda ein Lied.

Virtuoser Schlagzeuger an der Seite von Shahin Najafi

Virtuoser Schlagzeuger an der Seite von Shahin Najafi

 

Aber seine Kunst ist nicht nur politisch, die Kunst ist für den Sänger und Gitarristen überlebenswichtig. Sie half ihm durch die Zeit, als er 2012 in Köln abtauchen musste, weil mehrere Fatwas gegen ihn ausgesprochen wurden. Damals wurde Shahin Najafi mit zornigen Rap-Songs zur Stimme der iranischen Jugend. Der Zorn ist bis heute hör- und spürbar und entfaltet eine erstaunliche Kraft. Seine Musik ist im besten Sinn zeitgenössische persische Musik. Sie ist ein Mischmasch, wie er selber in charmantem Understatement sagt: Ein bisschen Jazz und Blues, ein bisschen iranische Volksmusik. Dabei klingt sowohl der begabte Koran-Rezitator durch, der er als Jugendlicher war, aber eben auch der Rapper, Rockfan und nicht zuletzt der empfindsame Dichter. Aus all diesen Facetten tönt das mutige Engagement, mit dem Shahin Najafi gegen politischen Terror, religiöse Unterdrückung und Gewalt kämpft. Er kommt mit seinen Botschaften bei dem im Publikum sitzenden Landsleuten an.

 

Drei Tage Festival – drei Tage Musik aus allen Herren Ländern. Rundum mit Kultur und Klängen angefüllt, kommen wir am Sonntag spät nach Hause.

Rudolstadt 2019 – Ein Rückblick (2)

10.07.2019 at 17:49
Die Cafémafia ist mobil unterwegs

Die Cafémafia ist mobil unterwegs

 

Die Versorgung der Besucher auf dem Festival ist gesichert. Überall kann man an diversen Ständen leckere Speisen erwerben. Selbst qualitativ hochwertige, aufwändig gekelterte, alkoholhaltige Traubengetränke werden ausgeschenkt. Daneben die obligatorischen Bierstände, hier aus der Region: Köstritzer. Wer müde wird, gönnt sich eine Tasse Kaffee.

 

30 Bühnen und auf den Straßen die fahrenden Musikanten

Selbst nach einem Teilstriptease noch ganz in Rot

Selbst nach einem Teilstriptease noch ganz in Rot

 

Rudolstadt präsentiert das Festival auf insgesamt 30 Bühnen. Dazu kommen noch die diversen Straßenmusiker, die in der Fußgängerzone ihren Gig aufführen. Manchmal wird ein kleiner Gig zu einem wundervollen Erlebnis, wie bei diesem „roten“ Diabolospieler, der auf eigene Kosten aus Berlin angereist ist und am Schluss das Publikum bittet, ihn mit einer Spende in seine Dose zu unterstützen. Das macht er auf derartig sympathische Art, dass die Zuschauer gerne bereit sind, auch Scheinein die Dose zu werfen.

 

Große Bandbreite an künsterischem Ausdruck

Die handwerkliche und künstlerische Bandbreite der Künstler ist erwartungsgemäß bei einem solchen Festival erwartungsgemäß groß. Ein Brüderpaar aus Berlin spielte im Skulpturenhof ihre selbstkomponierten Songs.

Tildemore aus Berlin

Tildemore aus Berlin

 

Eine Taylor-Gitarre kann hilfreich sein, kann aber auch die Qualität der Songs nicht wesentlich erhöhen, egal, wie gut sie gespielt wird. Ihrem eigenen Anspruch, große Gefühle zu bedienen und dabei nie trivial zu sein, erfüllen sie nur bedingt.

 

Keine eigenen Songs, aber exzellente Interpretationen von Preston Foster, Dylan, Town van Zandt, Johnny Cash (wunderschön sein Song Man In A Long Black Coat)
und viele andere Größen der Folk- und Countrymusik spielten Grey Wolf & Alex Wurlitzer auf kleiner Bühne.

 

Alex Wurlitzer und Grey Wolf

Alex Wurlitzer und Grey Wolf

 

 

Ich höre immer wieder gerne 12saitige Gitarre, die Grey Wolf auch spielte. Alex Wurlitzer spielte ein halbes Dutzend Gitarren und die bei Countrymusik gern gespielte Pedal-Steel-Gitarre.

Der Rudolstädter RUT-Preis in 4 Kategorien

Beim Rudolstadt-Festival ist es üblich, Künstler mit dem „Ruth“ zu ehren, einer 30 cm hohen Porzellanfigur. Dieses Jahr zum 17. Mal!

Rudi Zapf am Hackbrett mit seiner Band Zapf'nstreich

Rudi Zapf am Hackbrett mit seiner Band Zapf’nstreich

 

Rudi Zapf erhielt die Auszeichnung verdientermaßen für sein Lebenswerk: In seinen 60 Lebensjahren hat er an verschiedenen Stellschrauben das Rad des Hackbretts in Bayern und darüber hinaus weitergedreht und sich unschätzbare Verdienste um die Popularisierung des Instruments erworben.

In einem beeidruckenden Konzert auf der Bühne der Burg Heideck, ließ er die Klöppel über sein Hackbrett tanzen und scheute sich auch nicht davor, Dave Brubecks „Take Five“ mit einer Tanzmelodie aus seiner bayerischen Heimat zu vermischen. Begleitet wurde er von großartigen Musikern: Gerhard Wagner (sax, cl, fl), Andreas Seifinger (g) und Steffen Müller am Kontrabass. Ein echter bayerischer Zapf’streich!

Den Förder-Preis erhielt die Gruppe Sephardics. Sie spielen, kaum verwunderlich, sefardische Lieder, allerdings in einem aufregend jazz-rockigen Gewand. Ich konnte mit der Musik nicht allzu viel anfangen. Unbekannt war mir bis dahin auch Siegfried Maeker, der den Ehrenpreis für seine Verdienste als Musikeragent erhielt, unter anderem förderte er über Jahrzehnte Künstler wie Zupfgeigenhansel, JAMS, die Sands Family oder Exprompt und brachte immer wieder die Musik der Sinti und Roma in diesem Land an einen Agenten.

Den Festival-Preis erhielt die Gruppe Gankino Circus. Ist es Weltmusik, Volksmusik, Musikkabarett oder Zirkus? Von allem ein bisschen. Und deswegen so besonders.

Mit der Bohrmaschine an einem Tag in einem Athener Studio eingespielt: Die gesamte in den griechischen Lokalen in Deutschland gespielte Bouzouki Musik

Mit der Bohrmaschine an einem Tag in einem Athener Studio eingespielt: Die gesamte in den griechischen Lokalen in Deutschland gespielte Bouzouki Musik

 

Bei Gankino Circus sind Musiker, Kreativköpfe am Werk, die wissen was sie tun. Dramaturgisch perfekt inszeniert, hochgradig versiert, abgebrüht und gleichzeitig mit direktem Draht zum Publikum, agierten die Vier als hätten sie nie etwas Anderes getan. Ihre Musik geht ans Herz und in die Beine, ihr schwarzer Humor hat Biss, das ist einzigartig und bewegend für Körper und Geist. Gankino Circus sind hervorragende Geschichtenerzähler und Musiker in einem. Und deswegen ein wahrhaft bravouröser Weltmusikexport aus Deutschland.

Das Knochenxylophon (aus den Knochen des verstorbenen Lieblingswirtes)

Das Knochenxylophon (aus den Knochen des verstorbenen Lieblingswirtes)

 

Ihr Konzert hielt keinen auf seinem Sitz, ihre Spielfreude und Show mit perfektem Storyboard lässt bei mir den Wunsch aufkommen, sie bald wieder zu sehen. Gelegenheit wird es am 11.08.2019, 19:00 Uhr in Stuttgart im Renitenz-Theater geben.

Schaut euch den Trailer zu ihrer Show an und bekommt jetzt schon gute Laune!

Anarchistische Songs von Hasenscheisse

Ähnlich schrill aber mit einer deftigen Portion anarchistischen Humors spielte die Berliner Gruppe Hasenscheisse am Abend auf der freien Bühne im Heinepark. Sie bezeichnen ihre Musik selber als Acoustic Guitar Trash Balladen. Es scheint, als seine sie die Wiedergänger der legendären berliner Rock-Band Ton Steine Scherben.

Anarchistische Spielfreude aus Berlin

Anarchistische Spielfreude aus Berlin

 

Nur brechen sie die gesellschaftlichen Verhältnisse auf den Alltag der kleinen Leute runter. Seit mehr als elf Jahren verbreiten die fünf Musiker von Hasenscheisse ihre eigenwillige Mixtur aus delikat gezupften Leckerbissen fürs Ohr und wild tanzbarem, herrlich trivialem Gegröle für die Beine. Humorvolle deutsche Texte, meist vorgetragen mit einer großen Portion Berliner Mundart, schlingern sich, mal Bossa, mal Walzer, mal Rockabilly, durch jede Menge kurzweilige Songs. Sympathisch: Gegen Ende lief einer mit dem Hut durchs Publikum und sammelte für die Initiative von Heinz Ratz „1 Million gegen Rechts“, die Hasenscheisse uneingeschränkt unterstützt.

Ruhiger Ausklang des Tages

Nach den voller Drive vorgetragenen Songs von Hasenscheisse kamen die drei Musiker der Gruppe COBARIO gerade recht, mit ihren ruhigen Kompositionen, in spärlich beleuchtetem Ambiente, den Abend ausklingen zu lassen.

Zum Ausklang Musik aus Wien

Zum Ausklang Musik aus Wien

 

 

Rudolstadt 2019 – Ein Rückblick (1)

10.07.2019 at 9:57
Herbert Pixner Projekt aus Norditalien (Tirol)

Herbert Pixner Projekt aus Norditalien (Tirol)

 

Für mich war es das erste Mal, dass ich beim „Roots, Folk, Weltmusik“ Festival dabei sein konnte. Untergebracht in einer Ferienwohnung im 18 km entfernt gelegenen Blankenhain, fuhren wir jeden Tag problemlos über eine gut ausgebaute Bundesstraße nach Rudolstadt.

Ein hervorragendes Zusammenspiel zwischen Herbert Pixner und dem Gitarristen Manuel Randi

Ein hervorragendes Zusammenspiel zwischen Herbert Pixner und dem Gitarristen Manuel Randi

Das „Herbert Pixner Projekt“ war für mich das absolute Highlight des Festivals: Er spielte am Freitag, 5. Juli, auf der Konzertbühne im Heinepark. Eine nicht allzu große Bühne unter Bäumen (wichtig bei der Hitze, die in Rudolstadt herrschte) mit einer exzellenten Tonanlage. Oft ist es bei großen Bühnen zu laut oder der Sound kommt nur als Brei beim Zuhörer an. Hier nicht. Die Band um den Namensgeber Herbert Pixner spielt „finest handicrafted music from the alps“ und ist hochkarätig besetzt.

Herbert Pixner ist ein begnadeter Harmonikaspieler

Herbert Pixner ist ein begnadeter Harmonikaspieler

Der Multiinstrumentalist Pixner spielt diatonische Harmonika, Klarinette, Saxophon, Trompete und Percussion, seine Schwester Heidi Harfe und Werner Unterlercher spielt den Kontrabass. Ihre Musik ist elegant und entfesselt, sanft, sexy, erdig oder sphärisch.

Herbt Pixner hat einen Ausnahmegitarristen an seiner Seite: Manuel Randi zeigt großes Können und eine ungemein ansteckende Spiellust. Er hat die ganze Bandbreite der Gitarrenmusik drauf, vom Flamenco, Tango, Blues, Gypsy-Jazz bis hin zu rockige Riffs. Eine eklektische Mischung, die doch authentisch ist. Manuel Randi spielt auch mit Heidi Pixner in eigenen Produktionen. Eine eingespielte Gruppe und das merkt man ihr während des gesamten Konzertes an. Der 44jährige Pixner stammt aus dem Meran, verbrachte, wie er selber sagte, ein paar Sommer als Senner im Hochgebirge und holt sich dort immer noch Inspriation für seine Musik.

... und beherrscht auch diverse Blasinstrumente.

… und beherrscht auch diverse Blasinstrumente.

Er ist ein Tausendsassa, arbeitet als Musiklehrer, Rundfunk- und Fernsehmoderator, kuratierte Festivals, spielte als Barmusiker in Colorado, gründete eine eigene Platten- und TV-Produktionsfirma. Seine Stücke, die er mit seiner hochkarätigen Band spielt sind aggressiv und zart, hart und elegisch, fröhlich und voller Blues, schmutzig und kristallklar. Alle Nuancen, alle Klangfarben stecken in seiner Musik.

Desmadre Orkesta Balkan spielte im Handwerkerhof

Pure Spiefreude

Pure Spiefreude

Im Handwerkerhof hörte ich das Desmadre Orkesta Balkan aus Buenos Aires. Die Blaskapelle aus Argentinien spielt eine energetische Mischung aus Populärem, Traditionellem und eigenen Stücken: Balkan-Fetzer, Klezmer Tunes, Cumbia, Swing aus New Orleans und Milongas aus der Heimat. Sie laufen mit ihren Instrumenten durchs biertrinkende Publikum und verströmen gute Laune.