Ein Abschied voller Wehmut – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XXII

14.09.2014 at 10:00

 

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Der Autor dieses Tagebuches sagt Danke:

An M. der ihm erlaubt hat, seine Eindrücke aufzuschreiben, an T. die wie in vielen Jahren zuvor für die wundervollsten Gerichte gesorgt hat und an R., die eine wunderbare Fahrerin war und die Launen und Grillen wunderbar ausgeglichen und manches Mal ironisch kommentiert hat.

Da liegt sie – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XXI

13.09.2014 at 15:19

AufIMG_20140913_141618 der letzten Wanderung, die M. zusammen mit den beiden Frauen T. und R. entlang der Küste von Colònia de Sant Pere Richtung Halbinselspitze unternahm, sah er diese Jacht. Wieder beschlich ihn die Angst, nicht von der Insel zu kommen, den Flieger zu verpassen oder mit einer Panne auf dem Weg zum Flughafen liegen zu bleiben.

Aber dann wendete er seinen Blick auf das blaue Meer und wie das Wasser mit stoischer Gleichgültigkeit an die Felsen schlug, wurde ihm klar, es gibt ein Schicksal, das ihn trägt.

Eine einsame Bucht – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XX

12.09.2014 at 20:00

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Es ist Freitag, der 12. September, ich blicke langsam auf das Ende meines Urlaubs, ich bin erholt, angefüllt mit Eindrücken, die mir diese wunderschöne Insel geschenkt hat. Ich denke an unseren Rückflug und meine Gedanken streifen das, was mich zu Hause erwartet…

M. hatte am diesem Tag noch einmal das Bedürfnis, ins klare Wasser einzutauchen und so ließ er sich von R. an den Strand von Cala Torta chauffieren, baute dort seinen stark lädierten Sonnenschirm auf und cremte sich mit der Sonnenmilch von T. ein. (Wir erinnern uns, im Tagebuch X eines Inselreisenden wurde ausführlich über die Qualen berichtet, die M. mit der Sonnenpaste seines Freundes A. erlitten hatte.)

Die Bucht von Cala Torta liegt in einem Naturschutzgebiet, das kleine Holzrestaurant bildet die einzige Infrastruktur. Klares Wasser, weißer, feiner Sand. Nur die Fische, die M. beobachtete, machten einen traurigen Eindruck: Das Meer ist total überfischt, nur sehr wenige Fische bewunderten die kraftvollen Kraulbewegungen von M. Eine Künstlerin aus Artà hat das in einer Skulptur, speziell für Kinder gestaltet, zum Ausdruck gebracht. Woher kommt der preiswerte Fisch, den M. hier kaufte? Eine Frage worauf auch T. u. R. keine Antwort zu geben wussten. Die Fische konnte M. nicht nach dem Schicksal ihrer Freunde fragen, er konnte ihre Sprache nicht.

Von rechts nach links – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XIX

11.09.2014 at 8:09

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M. hatte in seinem Lieblingsantiquariat „Buch & Plakat“ bei einer Weinprobe (!) von der Reiseorganisation „People to People“ gehört. Was dahinter steckte, erfuhr M. bei seinen Internet-Recherchen: die MLPD, eine linksradikale Splitterpartei, die, obwohl politisch unbedeutend, bei den Demos gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 immer mit den größten Transparenten auftritt. Eine Reiseorganisation, die sich die Völkerverständigung auf die Fahnen geschrieben hat, das gefiel M.

6 Wohnungen stehen in dem lang gestreckten Ferienhaus in Colònia de Sant Pere zur Verfügung und M. staunte nicht schlecht, als in der zweiten Woche in die Wohnung nebenan der große Vorsitzende der MLPD mit seiner Lebensgefährtin einzog.

M. kam aus dem Staunen nicht mehr raus, als er gestern den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten, Roland Koch, erst auf dem Markt von Seneu und später am Abend an der Hafenmole in Colònia de Sant Pere begegnete. Erholen wollen sie sich halt alle, egal, in welchem politischen Lager man steht, dachte M. und schlenderte lächelnd, den Mittelweg nehmend, nach Hause.

Mies sind diese Muscheln nicht – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XVIII

11.09.2014 at 7:00

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M. kaufte im Supermarkt in Can Picafort (wir erinnern uns, dort wohnte K. B., der Lieblingsplaner /-Kollege von M., mit seiner Familie) zwei Kilo Muscheln. Ein Festmahl, schon die Vorbereitung erfordert Weißwein, den M. brüderlich mit den Muscheln teilte. Muscheln, ein echtes Fastfood-Gericht der Küstenländer. Die Zubereitung dauerte nicht mehr als 30 Minuten, dann genoss M. zusammen mit T. & R. dieses Geschenk des Mittelmeeres.

In Reih und Glied II – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XVII

10.09.2014 at 22:02

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Dicht gedrängt stehen die Flaschen im Restaurant an der Straßenbahnhaltestelle in Port Sóller, warten auf die Ankunft der Gäste. Immer wieder erstaunlich, wie preiswert der Wein in den Ländern rund um das Mittelmeer in den Restaurants ist. Für 9 – 12€ bekommt M. eine Flasche Wein. Nach oben natürlich viel Luft in den Preisen aber das interessiert M. als alten Biertrinker wenig.

In Reih und Glied I – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XVI

10.09.2014 at 17:21

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Dicht gedrängt stehen die Frauen an der Straßenbahnhaltestelle in Port Sóller, warten auf die Ankunft der historischen Straßenbahn. Von der Abzocke der mallorquinischen Betreibergesellschaft lassen sich die wenigsten Touristen abhalten. Die Fahrt von Sóller runter zum Hafen kostet 5€: 1€/km. Wir erinnern uns: seit Wochen wird über die Streckenpreise in Baden-Württemberg diskutiert, die das Land an die Bahn zahlt. Böse Zungen behaupten, der frühere Verkehrsminister Mappus hätte damit das Projekt Stuttgart 21 befördert. M. warf einen Blick auf sein eben erworbenes Ticket und meinte, es gibt immer noch Luft nach oben.

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Fisch: platt und lecker – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XV

09.09.2014 at 17:00

 

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M. ist ein großer Fischliebhaber. In Urlaubsländern mit Nähe zum Wasser, in früheren Jahren vielfach Frankreich, kauft M. frischen Fisch.

Diese beiden Prachtexemplare kaufte T. und R. auf dem Markt von Artà. T. hatte ein Rezept dabei, das sie den lokalen Gegebenheiten anpasste. Die Küche in der Ferienwohnung ist perfekt ausgerüstet. Nur ihr scharfes japanisches Messer brachte T. mit, wie die Jahre zuvor. Die praktische Einrichtung lässt auf eine straffe (deutsche) Organisation schließen. Kein Vergleich zu den Ausstattungen in anderen europäischen Ferienwohnungen. Besonders negativ sind M. die Unterkünfte in Italien in Erinnerung geblieben. Doch zurück zum Fisch: T. säuberte, säuerte und salzte den Fisch, bettete ihn auf Gemüse und schob ihn in die Backröhre. Ein trockener Weißwein durfte bei dieser (wie auch bei den vorangegangenen) Mahlzeit nicht fehlen. Ein Festmahl dank T.!

Erschwerte Zustellung – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XIV

08.09.2014 at 15:30

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Den Daheimgebliebenen einen Kartengruß zu schreiben, ist eine lieb gewonnene Angelegenheit von M., wiewohl E-Mail und SMS diese Kurznachrichten aus der Fremde weitestgehend abgelöst haben. M. setzt weiter auf Karten. Zur Expedition sind Marken unabdingbar, die M. für seine schon geschriebenen Karten und andere, die noch auf Worte von M. warten, kaufte. Vor dem Schreibwarenladen entdeckte er gleich einen Postkasten, darin versenkte M. die Karte an seine Kollegen. (T. meinte, es sei eine hässliche.) Schmerzlich wurde ihm nach wenigen Minuten bewusst, er hatte vergessen, eine Marke drauf zu kleben. (Wir erinnern uns, im ersten Teil des Tagebuchs eines Inselreisenden wurde ausführlich über die Vergesslichkeit von M.  berichtet.) Was tun? Bei der Briefkasteninspektion stellte M. fest, es ist ein mobiler, gehörte nach seiner Überlegung zum Laden. Dort fragte M. die hübsche Verkäuferin, ob sie einen Schlüssel hätte. Sie lächelte ihn an, probierte den Briefkasten zu öffnen, vergeblich. Sie bedauerte. Eine Postbotin kam die Gasse entlang, leider hatte auch sie keinen passenden Schlüssel aber sie machte M. den Vorschlag, die Marke im Laden abzugeben, wenn der Postbote käme, könnte man die Karten durchsehen und die Marke auf die Karte mit dem biertrinkenden Hund, die M. für seine Kollegen geschrieben hatte, kleben. Nun ist M. gespannt, ob die Karte Stuttgart erreicht.

karteNachtrag:
Am 13. Oktober kam die Karte mit Briefmarke bei den Kollegen von M. an. Auf das Wort der Postbotin war Verlass.

Bier auf der Insel – Aus dem Tagebuch eines Inselreisenden XIII

08.09.2014 at 15:00

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Natürlich hatte M. gehofft, auf der Insel das ein oder andere gut gekühlte Bier zu trinken. Besonders haben es ihm die kleinen Bars angetan, in denen nur Einheimische sitzen und schon morgens aus „Fingerhüten“ Rotwein trinken (wenn sie das Rentenalter deutlich überschritten haben). Auch der Kaffee wird aus Gläsern getrunken.

Die Auswahl an einheimischen Bieren beschränkt sich auf drei Sorten. Vorteilhaft: es gibt das Bier in 1-l-Schraubverschluss-Flaschen. Das sieht komisch aus, trinkt sich aber gut weg.