Reporter: Regens Wagner und die Lebenshilfe Gunzenhausen organisierten Werkstatt

07.04.2017 at 12:49
Reporter unterwegs

.

 

Nach zwei erfolgreichen Schreibwerkstätten bot das Gespann Regens Wagner / Lebenshilfe Gunzenhausen e. V. eine neue Kreativwerkstatt zum Thema Reporter an. Die Schreibwerkstatt wurde mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Schreibwerkstätten im Jahr 2015 verbunden und auf Freitag 24. / 25. März 2017 gelegt. Dabei diente die Vernissage am 24. März in der Schalterhalle der Stadtsparkasse Gunzenhausen gleich als erstes Betätigungsfeld.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden am Freitagnachmittag auf ihren „Einsatz“ vorbereitet. Zunächst erfolgte eine Einführung in die Grundfragen der Reportage. In vier Kleingruppen wurden die Vorbereitungen für die Materialsammlung vorbereitet. Für Tonaufnahmen standen zwei hochwertige Digitalaufnahmegeräte zur Verfügung. Die Fotoreporter wurden mit zwei Kameras vertraut gemacht. Eine Gruppe bereitete sich auf klassische Interviews vor, überlegte sich Fragen, besorgte sich Block und Bleistift. Die atmosphärische Erkundung wurde nicht vergessen. Das sollte durch Sammeln von Gegenständen erfolgen.

Bei der Vernissage am Freitagabend hatten die Werkstattteilnehmer alle Hände voll zu tun, um die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen. Dabei trafen sie auf freundliche Besucher, die ihnen ausführlich Antworten auf ihre Fragen gaben. Die Aktion war ansteckend: Am Samstag gab es einen neugierig gewordenen Besucher, der zum Workshop dazu stieß.

Im ersten Schritt wurde das mitgebrachte Material gesichtet, anschließend bewertet und sortiert. Anschließend wurde das ausgesuchte Material für die „Sonderausgabe“ einer Zeitung bearbeitet. Dies geschah mit kreativen Methoden wie Verfremdung von Bildmaterial durch Übermalen oder Collagieren, so dass am Ende das Rohmaterial für eine ansprechende Illustrierte zusammen gestellt war und eine Redaktionskonferenz die eigentliche Reportage absegnen konnte. Regens Wagner wird jedem Reporter ein Exemplar dieser bunten Zeitung zur Verfügung stellen.

Vernissage „Das Abenteuer beginnt im Kopf“

04.04.2017 at 15:29
Workshopleiter Michael Seehoff und Thomas Thill von der Lebenshilfe e. V. mit einem Teil der TeilnehmerInnen der Workshops vor ihren Werken.

Workshopleiter Michael Seehoff und Thomas Thill von der Lebenshilfe e. V. mit einem Teil der TeilnehmerInnen der Workshops vor ihren Werken. Foto: Michael Ploog

 

In der Schalterhalle der Stadtsparkasse Gunzenhausen ist auch nach Schalterschluss am Abend des 14. März 2017 Hochbetrieb. Dicht gedrängt sitzen die Gäste auf den bereitgestellten Stühlen und lauschen den Reden zur Eröffnung der Ausstellung „Das Abenteuer beginnt im Kopf“. Hier stellen Menschen mit und ohne Behinderung ihren kreativen Schaffensprozess einem breiten Publikum vor. In zwei Workshops haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Einrichtungen von Regens Wagner und der Lebenshilfe Gunzenhausen e. V. sich auf den Weg gemacht, mittels ihrer Phantasie die Welt neu zu betrachten. Am Ende der zweiteiligen Textwerkstatt standen Texte, Textschnipsel und Gedichte, die in einem weiteren Transformationsprozess auf Fahnen aufgeschrieben wurden und kalligrafisch ansprechend gestaltet wurden. Der Entstehungsprozess dieser Texte, von einfachen Schreibübungen, ausgehend von sinnlichen Erfahrungen über Mind Mapping und Clustertechnik bis hin zum fertigen Text, ist in der Ausstellung nachzuempfinden durch entsprechende Exponate.

Der Hausherr, Dieter Riehl, stellv. Vorstand Sparkasse, begrüßt im Namen der Sparkasse die Gäste. Thomas Thill, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe e. V., lobt das Engagement der Stadtsparkasse, die nicht nur ihre Räume zur Verfügung gestellt hat sondern die Ausstellung auch finanziell gesponsert hat.

Ein Prozess der Transformation

Michael Seehoff leitete die Schreibwerkstätten und stellt in seiner Rede die mehrfache Transformation der Arbeiten in den Mittelpunkt: erste Schreibübungen, Verdichtung und Überarbeitung des Geschriebenen und anschließend eine weitere künstlerische Transformation zu Plakattexten. Diese Transformation erfolgte vom Wort zur Darstellung. Er selbst fügt einen weiteren Umwandlungsprozess an, indem er, ausgehend von den Teilnehmertexten, diese in neuem Gewand vorstellt und so das Abenteuer im Kopf auch bei den Besuchern der Vernissage entstehen lässt.

In seinem Schlusswort schlägt Dr. Hubert Soyer, der Gesamtleiter der Einrichtungen Regens Wagner einen gewagten Bogen von dem Tun der Workshopteilnehmer zu Wolfgang Goethe und seinen Faust, ohne dabei ins Stolpern zu geraten.

Reporter unterwegs

Das Schreibabenteuer geht auch an diesem Abend weiter: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gerade angelaufenen Workshops „Reporter“ mischen sich unter die Festgäste, führen Interviews mit Block und Bleistift, mit digitalen Aufnahmegeräten und fotografieren. Um „Atmosphäre“ einzusammeln, nehmen sie Kleinigkeiten mit. Sektkorken, Ausstellungsflyer und Servietten wandern in einen Stoffbeutel. Geldbeträge gingen der Sparkasse auf Nachfrage an diesem Abend nicht verlustig.

Noch bis zum 7. April können Besucher der Stadtsparkasse Gunzenhausen die Ausstellung besuchen und haben Gelegenheit, die Texte der Autoren und ihre Arbeitstechniken kennen zu lernen. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtsparkasse zu sehen.

Schreibwerkstatt – Das Abenteuer geht weiter

10.08.2015 at 21:49
Schreibwerkstatt

Werkzeuge des Abenteurers

 

Wieder begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kunstbesetzten Haus in Gunzenhausen auf die Reise in den eignen Kopf und den Dschungel der Imagination. Einige waren schon bei der ersten Schreibwerkstatt dabei, andere finden an diesem heißen 8. August zum ersten Mal den Weg zur Schreibwerkstatt. Der Leiter der Schreibwerkstatt, Michael Seehoff, hatte in der ersten Schreibwerkstatt Erfahrungen mit den Fähigkeiten der TeilnehmerInnen gesammelt. Es sind Menschen mit Behinderungen, die sich in das Abenteuer des Schreibens stürzen. Michael Seehoff hatte das Konzept für diesen Tag komplett überarbeitet und so gib es viele Übungen und Aufgaben, die die TeilnehmerInnen mit großer Begeisterung angehen. Sie beginnen, den ersten Buchstaben ihres Vornamens in eine Pflanze zu „transformieren“: Aus dem Anfangsbuchstaben M wird Moos, aus T wird Tulpe, aus L wird Lilie. Wie aber kann diese Transformation gelingen? Da ist das Werkzeug „Mind-Mapping“ hilfreich, das ausführlich erklärt und mit großem Eifer angewendet wird. Durch die ständige Bewegung der Schreibhand beim Umkreisen der Begriffe (im wahrsten Sinne des Wortes) werden die beiden Gehirnhälften des Schreibenden harmonisiert. Beide sind notwendig, die eine für die Bilder, die andere für das analytische Denken. Der innere Kritiker ist längst vor Beginn der Übung mit Johann Wolfgang Goethes Unterstützung in die Wüste geschickt worden, so dass die Worte, die Ideen und die Zusammenhänge frei zum Fließen kommen.

Tasten, riechen, schmecken, sehen, hören

Die Sinne stehen im Mittelpunkt des Workshops. Wie der Abenteurer, der sich auf all seine Sinne in schwierigen Situationen verlassen muss, trainieren die Schreibenden ihre Sinne. Dazu geht es auch schon mal raus in den Garten, wo gerochen, geschmeckt und gefühlt wird. Alle Erfahrungen werden unmittelbar in Texte umgesetzt.

Nach einem gemeinsamen Pizzaessen (wonach schmeckt das? Welche Eindrücke melden eure Gaumen?) geht es weiter mit genauem Hinhören. Das Lied „Über den Wolken“ von Reinhard May dient der Betrachtung des Erzählenden. Wer erzählt in dem Lied und wo steht er? Erhebt er sich in die Lüfte, dort, wo die Freiheit wohl grenzenlos ist oder bleibt er dem Boden verhaftet? Es ist erstaunlich, wie sich Vorstellungen im Kopf verfestigt haben, die bei genauem Hinhören und bei der genauen Analyse mitunter einer Revision unterzogen werden müssen. Es zeigt sich immer wieder: Wer einen guten Text schreiben will, muss genau hinsehen, muss sich vortasten, muss seinen Text einer Überprüfung unterziehen, die alle seine Sinne einbezieht. Dann wird er anschaulich und verständlich. Dieses Tasten und Sehen hat den Menschen an diesem Samstag große Freude bereitet und so verwundert es nicht, dass am Ende ein Haiku entsteht, der alles zusammenfasst:

Der Schreibworkshop war
richtig gut und machte Spaß
Ich komme wieder

Schreibwerkstatt – Das Abenteuer beginnt im Kopf

13.07.2015 at 16:12
Schreibwerkstatt

Werkzeuge des Abenteurers

 

Sie begeben sich auf eine Reise durch den Dschungel der Wörter. Die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schreibwerkstatt im „Kunstbesetzten Haus“ brechen in den Morgenstunden des 11. Juli 2015 auf in ein Abenteuer, das sie direkt in ihren Kopf und somit zu den Worten führt, die zu Texten und Geschichten werden. Schreiben haben sie alle mal gelernt, aber nicht, die Worte kreativ zu Geschichten zu verflechten. Das muss geübt werden und dafür dient diese Schreibwerkstatt unter Leitung von Michael Seehoff. Bevor es losgeht, werden die beiden Gehirnhälften aktiviert. Rhythmisches Klatschen, reiben der Ohren, all das unterstützt die Aktivierung der beiden Gehirnhälften.

Als erstes schreibt jeder mit dem Anfangsbuchstaben seines Vornamens ein Tier auf einen Zettel und gibt diesen weiter. Die Tiere werden in Sätzen eingebaut und plötzlich wird klar, was eine gute Geschichte ausmacht, welche Elemente zu einem anschaulichen Satz gehören, der Bilder im Kopf entstehen lässt. Wie das Salz in der Suppe und die Gewürze an den Speisen werden Adjektive und Adverbien von den Abenteurern den Sätzen zugeordnet. Wenn der Adler das Murmeltier jagt wird schnell deutliche, wer in einer Geschichte Protagonist und Antagonist ist. Oder in auf den Krimi übertragen, wer der Kommissar und wer Täter ist.

Neun Jahre ist der jüngste Teilnehmer der Schreibwerkstatt

Der jüngste Teilnehmer ist gerade mal neun Jahre alt und wurde spontan von seiner Mutter geschickt. Er schreibt seit einiger Zeit Gedichte, hat sich schon an den Formen von Haiku und Elfchen versucht. Mit großem Ernst liest er aus seinem schönen Heft einige Gedichte vor. Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus den umliegenden Sozialeinrichtungen der Regens-Wagner-Stiftung Absberg. Es sind Menschen mit Behinderung. Immer wieder stoßen sie an ihre Grenzen und immer wieder überwinden sie diese zusammen mit ihren BetreuerInnen, die sie geduldig und liebevoll auf ihrem Weg durch den Dschungel der Worte begleiten.

Die Kursteilnehmer der Schreibwerkstatt haben sich im großen Saal des Kunstbesetzten Haus der Regens-Wagner-Stiftung Absberg zusammen gefunden. Die Schreibwerkstatt ist ein weiterer Baustein in der künstlerischen Arbeit der Regens-Wagner-Stiftung. Das Haus ist seit 2010 ein Ort der Begegnung für Kunstschaffende und Kunstinteressierte, ein Ort für gemeinsame künstlerische Weiterentwicklung, ein Ort für Kunst im Dialog. Die Begeisterung für diesen Workshop hat alle Wortabenteurer mit dem festen Wunsch nach Hause gehen lassen, auch zum zweiten Termin der Schreibwerkstatt am 8. August 2015 zu kommen.