Prickelnde Grüne

04.03.2016 at 19:39
Die Grünen

Ein Blick in den Duden gibt Auskunft: bitzeln: (besonders süddeutsch) prickeln, kribbeln

Auf dem Wochenmarkt in Korntal verteilte in dieser Woche der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Markus Rösler, Tütchen mit einer „bitzelnden“ Substanz. Ob das nach dem Drogenvorfall seines Bundestagskollegen Volker Beck eine gute Idee war, soll hier nicht diskutiert werden. Allerdings sollten die auf dieser Tüte abgedruckten, widersprüchlichen Botschaften angeschaut werden.

Beim Inhalt des Tütchens handelt es sich um simples Brausepulver, das von Frigeo aus Remshalden vertrieben wird und normalerweise unter dem Namen Ahoj-Brause im Handel erhältlich ist.

Das Prickelvergnügen entsteht durch seine Anteile Natron und Weinsäure. Schüttet man sich das Pulver auf die Zunge, fängt es sofort an zu schäumen. Ein simpler Selbstversuch bestätigt das. Man bekommt einen Gesichtsaudruck, der dem des Jungen auf der Werbetüte der Grünen ähnlich ist: ziemlich verkniffen.  Wird damit die Erwartungshaltung der Grünen ausgedrückt, wenn sie dem Wähler gegenüber treten und sie ansprechen? Oder ist es eher ein prickelndes Gefühl, das sich einstellen soll bei der Begegnung mit Vertretern dieser Partei? Das suggeriert der Webespruch auf dem Tütchen: „Bitzelt seit 1979“.

Wir können gespannt sein, wie sich dieser Widerspruch zwischen Bildaussage und Parole auf das Wahlverhalten der Empfänger der schäumenden Substanzen bei der Wahl am 13. März auswirkt. Wobei noch zu unterscheiden wäre zwischen denjenigen Wählern, die schon 1972 ihre Stimme den Grünen gegeben haben und denjenigen, die 2011 als Wechselwähler die Grünen erstmalig wählten (Beispiel siehe hier). Und für die Parteimitglieder selber? Die schäumen derzeit über manche staatstragenden Aussagen ihres Ministerpräsidenten, der als knorriger Landesvater auch für Anhänger der CDU wählbar geworden ist.

Was wollen sie uns sagen? – Womit Parteien werben

04.05.2014 at 8:44

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Angesichts dieses Plakats der CDU denkt man unwillkürlich: Verkehrte Welt! Die klassische Arbeiterpartei SPD wird von der CDU kopiert, indem sie die Themen Arbeit werbewirksam in Szene setzt. Oder ist es gar nicht die Kopie sondern das Original? Hat nicht Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 den Weg weg von den sozialen Fragen beschritten, hin zur Partei, die sich in der Mitte der Gesellschaft einrichten will? SPD und CDU bilden in Berlin eine Koalition und es scheint, die beiden harmonieren besser miteinander als weiland die FDP mit der CDU. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie nun auch noch die Plakate austauschen.

Die Region und die Heimat in Europa erhalten!

Die Region und die Heimat in Europa erhalten!

Die CDU und die ödp haben im Europawahlkampf die Region entdeckt! Gut, dass Deutschland in der Mitte Europas liegt. Unsere Heimat, im Herzen Europas. Da fragt man sich, ob es jemanden gibt, der die Kontinentalverschiebung politisch für sich ausnutzen will und damit Deutschland in seiner Geografie weiter nach Osten schieben will. Angenommen, wir würden uns aufgrund der “Länderwanderung” östlich von Polen wiederfinden. Wie würde sich das anfühlen? Wären wir dann solche, die Zutritt zu den Sozialsystemen der europäischen Union begehren würden? Noch doller treibt es die ödp: Da werden regionale Produkte (die Deutschlandkarte) einem Euro-Container gegenüber gestellt. Ich habe nicht gewusst, dass regionale Produkte nationale Produkte sind. Bis heute hatte ich geglaubt, regionale Produkte sind die Butter aus Bayern, das Fleisch der Rinder aus dem Hohenlohischen. Verkehrte Welt.

Ein-Wort-Werbung mit großer Geste

Ein-Wort-Werbung mit großer Geste

Besonders vielsagende Aussagen machen im Wahlkampf die kleinen Parteien: Respekt, verlangen die Freien Wähler und nehmen den alten Menschen an die Hand. Was wollen sie uns damit sagen? Wollen sie uns an die Hand nehmen, damit wir sicher über die Straße kommen, pardon, ins europäische Parlament? Was soll das beschützte Sparschwein? Werden sie sich einsetzten, dass mein Sparschwein wächst, wenn sie in Brüssel sitzen? Haben sie noch die Illusion, dass die Politik die Banken bevormunden können? Oder wollen sie  gar die Zinsen anheben? Warum dann ein Sparschwein und nicht eine Bankzentrale? Fragen über Fragen, die die Wahlplakate der Freien Wähler uns zu werbenden Wähler aufgeben.

Rettet die Hühner!

Rettet die Hühner!

Besonders doll treiben es die Grünen: Also artgerechte Hühnerhaltung ist gerecht? Es ist gerecht, wenn artgerechte Hühner zu tausenden abgeschlachtet werden? Wenn wir nur die Hühner artgerecht halten, erhalten wir gleich eine gerechte Welt? Und dann der Rettungsring: Sinnbild der Bankenrettung in der Bankenkrise (die im Übrigen nicht so sehr eine Krise der Banken als vielmehr eine des Wirtschaftssystems ist, die Banken hervorbringt)! Ja geht es noch? Wollen die Grünen nun auch die Banken retten, wie es Merkel und Schäuble schon versucht haben? Im Übrigen müssen die nicht gerettet werden, die wurschteln sich schon durch. Wenn es Rettung für die Banken geben sollte, dann doch bitte nicht mit unseren Steuergeldern. Auch die Grünen spielen Verkehrte Welt.

Zynismus in der Politik

21.04.2014 at 18:39

grueneDer Zynismus und die politische Satire waren bis vor kurzem vor allem dem engagierten Kabarett vorbehalten. Eine Realsatire der besonderen Art betreibt die Partei „Die Grünen“ im Kommunalwahlkampf in Stuttgart. Wir erinnern uns: jahrelang kämpfte ein nicht unerheblicher Teil der Stuttgarter Bürger für den Erhalt des Kopfbahnhofes und damit verbunden für den Erhalt des Schlossparks, die grüne Lunge der Innenstadt. Die Bürger schlossen sich als Parkschützer zusammen, um die Pläne der Deutschen Bahn zur Abholzung der teils über 100 Jahre alten Bäume zu verhindern. Auch die Grünen haben diesen Protest befeuert und mitgetragen. Doch seit sie an die Macht gekommen sind, haben sie sich von der Verhinderung des Projektes verabschiedet. Wichtiger wurde für sie, die Schalthebel der Macht zusammen mit der SPD zu erhalten. Das ging nur, indem sie sich mit dieser Befürworterpartei des Tunnelbahnhofes verständigten, eine Volksabstimmung durchführten, die nicht zu gewinnen war. Es war bekannt, dass Baden Württemberg tiefschwarz ist (die Bundestagswahlen haben es deutliche gemacht, die CDU hat alle Direktmandate gewonnen), dass die CDU diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen konnte, der neuen Landesregierung eine Retourkutsche zu bescheren. Ganz ähnlich wie die Rechte in Frankreich gegen das Gleichstellungsgesetz der Sozialisten massiv mobilisierten, erstes Gesetz, erster Widerstand. All das hätten die Grünen wissen müssen und wussten es auch, haben die engagierten Bürger ins offene Messer laufen lassen.

Ihre Wahlplakate, die einen alten Baum zeigen, sind ein Schlag ins Gesicht all der Bürger, die sie in der Bewegung gegen Stuttgart 21 unterstützt haben und all derer, die unter Feinstaub in Stuttgart leiden. Zur Beseitigung dieses Problems haben die Grünen bislang keine effektiven Konzepte durchgesetzt. Die Grünen werden bei den Kommunalwahlen in Stuttgart nicht an die guten Wahlergebnisse der Vergangenheit anknüpfen können.

Es gibt eine Liste, deren Mitglieder sich nicht haben einspannen lassen und weiter gegen das Bahnprojekt opponieren: SÖS. Peter Dübbers, Dr. Annette Ohme-Reinicke, Guntrun Müller-Ensslin und viele andere bekannte Aktivistinnen und Aktivisten stehen zur Wahl.

Schwierige Koalitionsverhandlungen

12.10.2013 at 19:41

rad_03Die CDU hat knapp die absolute Mehrheit bei der letzten Bundestagswahl im September verfehlt. Nun sucht sie einen Regierungspartner und das im Wahlkampf geschmiedete Bündnis zwischen SPD und Grüne rennt der CDU hinterher um an die Macht zu gelangen. Beide haben es im Tandem nicht geschafft, die Bundesregierung unter Merkel abzulösen.

Umso kurioser scheint es nun, wie die beiden Parteien um die Gunst der starken Kanzlerin buhlen. Einer will den anderen überholen. Aber nach der krachenden Niederlage scheint mir das ehemalige Tandem doch arg gebeutelt.