Friedenspreis der AnStifter an Aslı Erdoğan verliehen

12.12.2017 at 14:16
Aslı Erdoğan

Moderatorin Sidar Carman von der DIDF, Wolfgang Ferchl mit dem AnStifter-Preis, Dr. Annette Ohme-Reinicke, Vorsitzende der Anstifter, und Laudatorin Elisabeth Abendroth

 

Die diesjährige Friedensgala der AnStifter ehrt eine mutige Frau aus der Türkei: Aslı Erdoğan. Sidar Carman von der DIDF, die auf deutsch und türkisch durch den Abend führt, bezeichnet diese Schriftstellerin und Kolumnistin als eine, die ihre Meinung äußert und sich nicht einschüchtern lässt. Frau Erdoğan gehört zu den Fürsprechern der kurdischen Minderheit in der Türkei. Als Kolumnistin schrieb sie zunächst für die Zeitung Radikal, anschließend – bis zu ihrem Verbot – für die kurdisch-türkische Zeitung Özgür Gündem. Die Tatsache, dass sie für eine verbotene Zeitung schrieb, ist ihr zum Verhängnis geworden. Im August 2016 wurde sie in Istanbul im Rahmen einer Verhaftungswelle von Journalisten und Mitarbeitern der pro-kurdischen Tageszeitung festgenommen. Über vier Monate saß sie ohne Prozess im Gefängnis. Sie wurde entlassen aber ihr Pass wurde ihr entzogen. Erst Mitte dieses Jahres erhielt sie ihn zurück und sie konnte nach Deutschland reisen. Es war zum Zeitpunkt der Entscheidung, ihr den Friedenspreis der Anstifter zu verleihen, nicht klar, ob sie ihn persönlich entgegen nehmen könnte. Und nun verhinderte ein tragischer Autounfall auf dem Weg zur Friedensgala, dass sie die Ehrung an diesem Abend persönlich übergeben bekommt. Dieses Ereignis überschattet die Feierlichkeiten.

Es scheint, die Musiker um den Tenbûr-Spieler Cemîl Qoçgîrî spielen eine Spur zurückhaltender, die Laudatorin Elisabeth Abendroth muss ihr Redemanuskript auf die Tatsache der Abwesenheit der Geehrten anpassen. Sie spricht von der Ermutigung, die Aslı Erdoğan für uns ist. Sie, die uns daran erinnert, „dass alles, was wir besitzen, zu dem wir gehören, bei dem wir dabei sein oder mittendrin sein wollen – auch wenn alle hegemonialen Mächte dieser Erde etwas anderes sagen – mit einem bestimmten Wort untrennbar verbunden ist: Frieden.“ Dieses Zitat von Aslı Erdoğan im Redemanuskript von Frau Abendroth stammt aus ihrem Essay-Band Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch. Das Buch ist im März diesen Jahres im Albrecht Knaus Verlag erschienen. Der Verlag hat es als deutsch-türkische Ausgabe veröffentlicht. Es sind Texte, die die momentane Stimmung in der Türkei einfangen und die Türkei als ein zwischen Ignoranz und ohnmächtiger Wut gespaltenes Land beschreiben. Ihr Verleger Wolfgang Ferchl ist an diesem Abend für die Geehrte eingesprungen, verleiht ihr mit der Lesung einiger Passagen aus ihrem Buch eine Stimme.

Die Verleihung des Friedenspreises der AnStifter an Aslı Erdoğan rückt nicht nur den Mut dieser Frau in den Blick. Die AnStifter im Saal erinnern mit Schrifttafeln bei der Übergabe des Friedenspreises an die vielen Schriftsteller, Intellektuellen und Oppositionellen, die von den türkischen Machthabern inhaftiert wurden. Durch die Nennung der Namen auf den hochgehaltenen Plakaten werden diese Menschen in die Auszeichnung für das Friedensengagement eingebunden.

 

Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch / Artık Sessizlik Bile Senin Değil
Essays / Denemeler

Deutsch-türkische Ausgabe, 352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Knaus, Preis 20,00 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Aslı Erdoğan erhält Friedenspreis der Anstifter 2017

02.07.2017 at 15:46
Asli Erdogan Friedenspreisträgerin der Anstifter 2017

Foto: © Gürcan Öztürk

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, studierte Informatik und Physik und arbeitete einige Jahre als Physikerin am CERN bei Genf, ehe sie diese Karriere aufgab und sich auf das Schreiben konzentrierte. 2010 wurde sie mit dem bedeutendsten Literaturpreis der Türkei ausgezeichnet. Aslı Erdoğan ist Mitglied des PEN und der türkischen Schriftstellervereinigung. In ihren Werken erkundet sie stets das Fremde, das Andere vor dem Hintergrund der türkischen Gesellschaft und der globalen Entwicklungen.

Die Preisträgerin ist eine Symbolfigur für die Meinungsfreiheit

Aslı Erdoğan ist zur Symbolfigur für die Meinungsfreiheit und das Ausmaß der türkischen Willkürherrschaft geworden.Die Anstifter verleihen dieses Jahr den Friedenspreis an Aslı Erdoğan. Nach dem zweiten Wahlgang sagte Dr. Annette Ohme-Reinicke, Vorsitzende des Stuttgarter Bürgerprojekts: „Der Friedenspreis an Aslı Erdoğan setzt auch ein Zeichen gegen jegliche Angriffe auf öffentliche Meinungsäußerungen und auf Pressefreiheit. Das betrifft nicht ‚nur’ die Türkei. Weltweit werden Journalisten zunehmend diskriminiert, eingesperrt oder gar ermordet, um unabhängige öffentliche Meinungsbildung zu unterdrücken. Diesen Journalisten und allen anderen, die wegen öffentlicher Meinungsäußerung gegen autoritäre Regierungen schikaniert werden, gilt unsere Unterstützung“.

Aslı Erdoğan ist eine Fürsprecherin der kurdischen Minderheit

Der Deutschlandfunk nennt sie eine Stimme des Gewissens und führt dazu aus: „Die Schriftstellerin Aslı Erdoğan steht wie kaum eine andere für die repressive Politik der türkischen Staatsmacht. Die Autorin gehört zu den Fürsprechern der kurdischen Minderheit, weshalb auch sie nach dem gescheiterten Militärputsch vorübergehend verhaftet wurde. Der Prozess gegen sie dauert an. Mit „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ erscheint erstmals eine Auswahl ihrer politischen Essays auf Deutsch. Texte, die in der Türkei zurzeit nicht erscheinen können.“

Der Unionsverlag veröffentlichte Der wundersame Mandarin und Die Stadt mit der roten Pelerine. Ihre Essays unter dem Titel Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch, sind 2017 im Knaus-Verlag erschienen.

Friedenspreisträger Jürgen Grässlin zeigt der Waffenindustrie die Zähne

11.12.2016 at 18:50
Jürgen Grässlin vor der Veranstaltung im Interview mit dem SWR

Jürgen Grässlin vor der Veranstaltung im Interview mit dem SWR

 

Der diesjährige Friedenspreis der Anstifter wurde am 10.12.16 im Theaterhaus an den Friedensaktivisten Jürgen Grässlin verliehen. Der Friedenspreis ist mit 5.000 € dotiert.

Die Anstifter zeichnen damit einen Mann aus, der seit Anfang der 1980er Jahren gegen die Waffenindustrie und ihre tödlichen Exportgeschäfte kämpft. Mit Worten und Aktionen, nicht mit Waffen. Für ihn sind das geschriebene und das gesprochene Wort die wirksamsten Waffen gegen die Todesindustrie.

Jürgen Grässlin hat Heckler & Koch schon lange „im Visier“

Schon 1989 gründete er am Hauptsitz des Rüstungskonzerns Heckler & Koch in Oberndorf das Rüstungs-Informationsbüro Oberndorf (RIO). Seitdem legt er sich mit dieser Waffenschmiede an, die durch ihren Kleinwaffenexport Millionen von Kriegstoten und Verwundeten auf der Welt verantwortet.

In seinem Buch „Versteck dich, wenn sie schießen“ von 2003 gibt er anhand konkreter Fallbeispiele den Opfern eine Stimme. Für seine Recherchen reiste er in die Bürgerkriegsgebiete Somalia und Türkei und sprach mit Opfern deutscher Gewehrexporte. Was er dort erlebte, prägt ihn bis heute und lässt ihn mutig seinen Weg gehen, trotz massiven Drucks aus Wirtschaft und Justiz.

Ermittlungen gegen der Kläger

Stuttgart ist für Jürgen Grässlin nicht nur der Ort, an dem er mit dem Friedenspreis ausgezeichnet wird, es ist auch der Ort, an dem er und seine Mitstreiter Strafanzeigen gegen Heckler & Koch und den Rüstungskonzern Carl Walther gestellt haben. Hier sitzt die zuständige Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Baden-Württemberg. Angestoßen durch die Vorermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat nunmehr die Münchener Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn und seine Mitautor Daniel Harrich und die Dokumentarfilmerin Danuta Harrich-Zandberg wegen ihrer Veröffentlichungen von Insiderdokumenten zu widerrechtlichem Waffenhandel in ihrem Buch „Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“ aufgenommen. Das ist kafkaesk.

Starke Netzwerke sind notwendig zur Überwindung des Todeskartells

Jürgen Grässlin weiß, die Arbeit gegen die waffenproduzierende Industrie und die exportorientierte deutsche Politik kann nur mit einem breiten Bündnis zum Erfolg geführt werden. Seine „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ ist ein wichtiges Bündnis, in dem er ganz unterschiedliche Akteure der Zivilgesellschaft zusammengeführt hat. Von der Initiative „Aachener Friedenspreis“ über diverse Friedensnetzwerke, kirchlicher Aktionsgruppen bis hin zu gewerkschaftlich Gruppierungen, hat er sein Netzwerk gegen die Händler des Todes gewebt. In seiner Dankesrede zeigt er auf das neben dem Rednerpult aufgestellte Plakat der Anstifter und sagt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das stimmt, was da steht: Eine andere Welt ist möglich. Und nicht, weil die Gegenseite sagt, es ist nicht möglich, sondern weil wir fest daran glauben, dass wir diese Welt ändern werden und wir werden sie ändern“. Und der Netzwerker Grässlin wäre nicht Grässlin, würde er nicht auf seine neue Aktion an diesem Abend hinweisen: Er will Grenzen für Menschen öffnen und Grenzen für Waffen schließen.

Am Ende seiner kurzen Dankesrede holt er seine Frau auf die Bühne, küsst sie und bedankt sich bei ihr für ihre Unterstützung auch in sehr schweren Zeiten. Diese Geste der Dankbarkeit gegenüber seiner Frau Eva wird zu einem bewegenden Augenblick der Feier, die in diesem Jahr ganz in der Hand von Frauen liegt.

Die Vorsitzende der Anstifter Dr. Annette Ohme-Reinicke

Die Vorsitzende der Anstifter Dr. Annette Ohme-Reinicke

Die Anstifter: fest in Frauenhand

Die promovierte Politikwissenschaftlerin, Mitbegründerin der taz, Journalistin und Autorin Dr. Ute Scheub hält die Laudatio auf den Preisträger. Sie, die Koordinatorin des weltweiten Projektes „Peace Women Across the Globe“ ist, trägt Jürgen Grässlin die Ehrenmitgliedschaft in der Organisation an für sein Engagement für den Frieden. Durch den Abend führt die Schauspielerin Barbara Stoll, die dieses höchstprofessionell macht, ist sie doch häufig mit der Aufgabe einer Moderation betraut und kann aufgrund ihrer Ausbildung als Schauspielerin schnell auf die unterschiedlichen Situationen an einem solchen Abend reagieren. Und die Anstifter werden durch ihre frisch gewählte, neue Vorsitzende Dr. Annette Ohme-Reinicke repräsentiert.

Foaie Verde spielt für Jürgen Grässlin

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Die Anstifter haben gelernt, wie wichtig bei solch „textlastigen“ Veranstaltungen zur Ehrung eines Mitgliedes der Zivilgesellschaft ein kultureller Rahmen ist und haben die Gruppe Foaie Verde eingeladen, die auf hohem musikalischen Niveau die Gäste mit ihrer Gypsy-Musik verzaubern.

Peter Grohmann, der aus dem Vorstand der Anstifter ausgeschiedene Mitbegründer der Anstifter, hat das Schlusswort und er hält es mit der gleichen Verve, wie all die Jahre zuvor, humorvoll, warmherzig und aufrüttelnd. Seine Rede ist hier nachzulesen.

 

Eine Auswahl der Bücher von Jürgen Grässlin

Versteck dich, wenn sie schießen
Droemer Knaur
Das Buch ist vergriffen. Der Autor bietet es hier zum Herunterladen an.

schwarzbuch_waffenhandelSchwarzbuch Waffenhandel: Wie Deutschland am Krieg verdient
Taschenbuch, 624 Seiten
Heyne, Preis: 14,99 €

Jürgen Grässlin, Daniel M. Harrich, Danuta Harrich-Zandberg
Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden
Broschiert, 384 Seiten
Heyne, Preis: 16,99 €

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Jürgen Grässlin erhält Friedenspreis

17.05.2016 at 22:30
Jürgen Grässlin

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Jürgen Grässlin erhält diese Jahr den mit 5000 Euro dotierten Stuttgarter Friedenspreis der AnStifter. Damit erhält der Rüstungsgegner und Aufklärer Rückenwind für sein Engagement gegen menschenverachtende Rüstungsexportpolitik. Seit über 30 Jahren klärt Jürgen Grässlin die Öffentlichkeit über die Waffenexporte der Bundesrepublik Deutschland auf. Er ist Verfasser des Buches Schwarzbuch Waffenhandel, ein Standartwerk zum Thema.

Jürgen Grässlin, geboren 1957 in Lörrach, ist von Beruf Lehrer und Friedensaktivist. Im Rahmen seiner politischen Tätigkeit veröffentlichte er neben dem Schwarzbuch zahlreiche Sachbücher zu Rüstungsindustrie und Bundeswehr. Jürgen Grässlin ist Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und anderer rüstungskritischer Organisationen. 2012 erhielt die von ihm mit initiierte Aktion „Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ den Friedenspreis für ihr Engagement gegen Rüstungsexporte. Jürgen Grässlin ist ihr Sprecher.

Jürgen Grässlin ist Aufklärer auf vielfältige Weise

Jürgen Grässlins Engagement gegen die illegalen Waffenlieferungen des Unternehmens Heckler & Koch brachte ihm eine beachtliche mediale Aufmerksamkeit. Erst vor kurzem hat er eine Fernsehdokumentation zum Thema illegale G36-Waffendeal mit Mexiko seitens Heckler & Koch (H&K) unterstützt. Darin werden die kriminellen Verflechtungen und die Zusammenarbeit von H&K mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und dem Bundesausfuhramt umfassend aufgezeigt. Der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurden zahlreiche Dokumente zur Verfügung gestellt. Doch diese ermittelte nicht gegen die Firma und die Mitverantwortlichen des BMWi und der BAFA sondern leitete wenige Monate nach Erscheinen des Buches „Netzwerk des Todes“ (auf dem der Fernsehbericht beruht) Vorermittlungen gegen die drei Buchautor/innen ein. Die Staatsanwaltschaft München begann daraufhin mit Ermittlungen gegen die Autoren. Der Vorwurf lautet auf Verdacht der Veröffentlichung verbotener Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gemäß § 353d Strafgesetzbuch.

Den Kriminalautor Oliver Bottini hat er bei den Recherchen zu seinem Buch Ein paar Tage Licht, in dem es um Waffenexporte nach Algerien geht, beraten. Ebenso hat er den Regisseur und den Drehbuchautor des Fernseh-Thrillers Meister des Todes fachtechnisch beraten. Damit ist das Thema Waffenexporte aus Baden-Württemberg auch in der Kriminalliteratur und im Film angekommen.

Jürgen Grässlin konnte sich im zweiten Wahlgang gegen den Zeitzeugen Theodor Bergmann , die Seenotrettungsorganisation Seawatch (Geflüchtete in Seenot), Ärzte ohne Grenzen und die kurdische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana durchsetzen. Die Verleihung des Friedenspreises 2016 findet im Rahmen der Friedensgala der AnStifter am 10. Dezember 2016, 17.00 Uhr, im Theaterhaus Stuttgart statt.

schwarzbuch_waffenhandel

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Schwarzbuch Waffenhandel: Wie Deutschland am Krieg verdient
Taschenbuch, 624 Seiten
Heyne, Preis: 14,99 €

 

Jürgen Grässlin, Daniel M. Harrich, Danuta Harrich-Zandberg
Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden
Broschiert, 384 Seiten
Heyne, Preis: 16,99 €

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Benefizveranstaltung für Sant’Anna

06.01.2016 at 17:46
Enio Mancini aus Sant'Anna

Enio Mancini aus Sant’Anna
Foto: © Fritz Mielert

Enio Mancini ist einer der wenigen Überlebenden des SS-Massakers in Sant’Anna di Stazzema am 19. August 1944. Die AnStifter haben am Gedenktag der Opfer des Faschismus eine Benefizveranstaltung in der Gaisburger Kirche, Stuttgart, Faberstraße 17 organisiert. Zeit: Mittwoch, 27. Januar 2016, 19:00 Uhr

Ich werde aus Enio Mancinis Erinnerungen, der als Kind das Massaker von Sant‘Anna di Stazzema überlebt hat, lesen. 2013 hat Enio Mancini zusammen mit Enrico Pieri den Friedenspreis der Stuttgarter AnStifter erhalten.

Carolin Kaiser und Jonathan Ferber spielen auf der bemerkenswerten Orgel der Gaisburger Kirche Werke von J. S. Bach, J. G. Albrechtsberger, S. Wesley und F. Schubert.

Der Erlös der Benefizveranstaltung ist für die Friedensorgel in Sant’Anna bestimmt. Die durch Spenden finanzierte Orgel soll zwei zusätzliche Register erhalten. Nach dem eklatanten Versagen der Stuttgarter Justiz – kein Prozess gegen die Täter – sind Zeichen der Solidarität für die Menschen von Sant’Anna von größter Bedeutung.

Die AnStifter laden herzlich ein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Hintergrund zur Problematik Kriegsverbrechen in Sant’Anna di Stazzema

Aus der Erklärung der AnStifter-Initiative Sant’Anna vom 29.9.2015:
Die Stuttgarter AnStifter-Initiative Sant’Anna hatte sich Ende 2012 in der Reaktion auf die Einstellung der Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zusammengefunden und damals erklärt: „Wir schämen uns und sind empört über den Umgang der Stuttgarter Justiz mit den deutschen Kriegsverbrechen in Sant’Anna di Stazzema. Im Jahr 1944 ermordete die SS 560 Menschen in dem italienischen Dorf Sant’ Anna di Stazzema, vor allem Frauen und Kinder. Die Täter sind von einem italienischen Gericht verurteilt, aber frei. Die Überlebenden fordern Gerechtigkeit… vergeblich. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft – zuständig Bernhard Häußler – hatte das Verfahren im Oktober 2012 eingestellt. Damit bleiben die Täter auf freiem Fuß. Wir Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts – und darüber hinaus – sind empört über den Umgang der Stuttgarter Justiz mit den Kriegsverbrechern.“