75 Jahre Befreiung Auschwitz-Birkenau

27.01.2020 at 23:04
Auschwitz-Appell

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Am 27. Januar 2020, dem Holocaust-Gedanktag, hat das Stuttgarter Bürgerprojekt Die AnStifter mit einem Auschwitz-Appell eine Aktion gestartet, die zum dauerhaften Unterhalt und Ausbau der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau aufruft. „Kein anderer Ort symbolisiert den Terror der Nationalsozialisten und den Holocaust so sehr wie das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau“, heißt es in dem Aufruf.

Zum Appell alle Hintergrundinformationen hier.
Eine Möglichkeit, sich dem Appell anzuschließen, bieten die AnStifter über ihr Onlineformular.

Eine Million gegen Rechts! Strom & Wasser und Freunde

05.01.2020 at 8:21
Heinz Ratz

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Am Donnerstag, 30. Januar 2020, ab 20:00 Uhr spielt wieder einmal Heinz Ratz in Stuttgart. Im Club Cann in Bad Cannstatt in der Kegelenstraße 21. Mit dabei ist das FeierabendKollektiv, die AnStifter unterstützen die Veranstaltung.

Der Auftritt von Heinz Ratz und seiner Band Strom & Wasser hat ein besonderes Anliegen: Es ist eines von insgesamt 100 Konzerten in 100 Städten, in denen Heinz Ratz insgesamt 1 Million Euro sammeln will, um sie bedrohten soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugendhäusern zur Verfügung zu stellen, deren Existenz er in den Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg durch rechtspopulistische Mehrheiten in den kommunalen Parlamenten bedroht sieht.

Nach zwölfjähriger Bandgeschichte präsentiert sich Strom & Wasser angriffslustiger, spielfreudiger und bunter denn je: 100 Konzerten in 100 Städten – 1 Million gegen Rechts!

Am 3. Advent: Sea-Watch erhält Friedenspreis der AnStifter

14.12.2019 at 21:02
Sea Watch

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Sea-Watch e.V. erhält den Stuttgarter Friedenspreis 2019 der AnStifter. Damit wird ein gemeinnützige Initiative ausgezeichnet, die durch zivile Seenotrettung Flüchtende vor dem Ertrinken bewahrt und damit eine Menschenpflicht erfüllt.

Die festliche Gala mit Preisverleihung im Theaterhaus beginnt um 11 Uhr. Nach der Gala ist Gelegenheit, mit den AnStiftern über ihre Arbeit und den Friedenspreis zu sprechen. In locker Atmosphäre im und vor dem Theaterhaus.

Folgende Köstlichkeiten könnten das Mittagessen ersetzen:

Belegten Brötchen
– Panini (Schinken/Käse, Tomate-Mozzarella)
– Suppe (vegane Kürbiscremesuppe)
– Saitenwürstchen
– ab ca. 13 Uhr Rote Wurst vom Grill und Germknödel
(am Glühweinwagen vor dem Theaterhaus)

Am Tag der Menschenrechte – KONTEXT

13.12.2019 at 19:33
Peter Grohmann im Gespräch mit Johannes Rauschenberger

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War im letzten Jahr zum 70. Jahrestags der Verkündigung der Menschenrechte der Terminkalender mit Veranstaltungen prall gefüllt, so gestalteten die AnStifter, als damaliger Mitorganisator der Aktion Vielfalt – 0711 Menschrechte, dieses Jahr zusammen mit KONTEXT eine Veranstaltung zur Pressefreiheit. Es war die einzige unter dem Motto „Menschrechte“ in Stuttgart. Wiewohl das Thema brisant, war die Resonanz auf die Veranstaltung im Theater am Olgaeck verhalten.

Etwa zwanzig Besucher wollten sich über die Causa KONTEXT informieren. Wir erinnern uns: KONTEXT hatte in mehreren, sehr gut recherchierten Artikeln, den faschistoiden Hintergrund eines persönlichen Referenten dargelegt, der für die baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Heiner Merz und Christina Baum arbeitet. Er fungiert als Redenschreiber, als „Ideen“geber, als Rechercheur und arbeitet als Netzwerker in der politischen Arbeit für die Partei bzw. ihrer Abgeordneten. Seit eineinhalb Jahren liegt KONTEXT mit dem Neonazi im Rechtsstreit. Er zerrt KONTEXT erneut vor Gericht, nachdem er die ersten Prozesse verloren hat. Nun für KONTEXT mit sechsstelligem Kostenrisiko. Wo seit Jahren Journalisten bundesweit attackiert werden und Hassparolen durchs Land, selbst aus den Parlamenten, tönen, nennt KONTEXT Ross und Reiter.

Peter Grohmann kam mit Johannes Rauschenberger, Diplom-Kaufmann, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der KONTEXT ins Gespräch. Johannes Rauschenberger berichtete, dass das Ziel, nahe ist, im Streit mit dem AfD-Mitarbeiter die Prozesskosten durch Spenden abgedeckt zu bekommen.

KONTEXT ist überwältigt von dieser Spendenbereitschaft, von der Großzügigkeit ihrer Leserinnen und Leser, die damit die Berichterstattung dieser kleinen Online-Zeitung unterstützen. Und das bundesweit! Diese Spender wissen, eine Demokratie braucht Wachhunde, die sich nicht fürchten, die Dinge beim Namen zu nennen.

Musikalisch umrahmt wurde dieser informative Abend von dem Akkordeonisten Frank Eisele.

Aktion zur Lobbyparty der Autoindustrie

26.10.2019 at 0:15
Protest gegen Autogipfel

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Anlässlich des vom Handelsblatt ausgerichteten Auto-Gipfels am 25.10.19 haben rund etwa 200 Klimaaktivisten am Porsche-Museum gegen die Autoindustrie demonstriert. Das Aktionsbündnis Kesselbambule hatte unter dem Motto „Die Lobbyparty der Automobilkonzerne crashen – Klimagerechtigkeit statt Greenwashing!“ zu Blockaden des Auto-Gipfels aufgerufen.

Robin Wood unterstütz die Aktion mit seinen Kletterern

Als der Demonstrationszug vom S-Bahnhof Zuffenhausen am Porscheplatz eintrifft, klettern Umweltaktivisten der Gruppe Robin Wood auf zwei Laternenmasten, spannen ein Seil und enthüllen ein Transparent mit der Aufschrift „Saubere Autos sind eine dreckige Lüge“. Die Demonstranten kritisieren die Automobilbranche dafür, Treibhausemissionen nicht ausreichend zu reduzieren und weiterhin Autos mit hohem Ausstoß zu produzieren.

Den ganzen Artikel hier lesen …

Ein Zwischenruf: 2338 Unterschriften für mehr Menschlichkeit am Bahnhof

17.10.2019 at 23:14
Übergabe der Unterschriften

Frau Dr. Nicola Schelling vom Verband Region Stuttgart (VRS) nimmt die Unterschriftensammlung gegen die Schließung der Verkaufsstelle der Deutschen Bahn in Korntal entgegen
Foto: © J. Schweizer

 

In einer sehr gut organisierten Aktion sammelten Aktivistinnen in Korntal-Münchingen innerhalb von knapp 5 Wochen diese stattliche Anzahl von Unterschriften für den Erhalt des Schalterbetriebes mit einem Menschen hinter dem Tresen für ihren Bahnhof in Korntal. Hintergrund siehe hier. Die Übergabe erfolgte in den Räumen des Verbands Region Stuttgart. Ein Vertreter der Deutschen Bahn war anwesend.

Ich war bei der Übergabe dabei und:

  • Ich bin wütend!
    Weil der freundliche Schalterbeamte, der auch den Mitarbeitern des Regioanlverbandes bekannt ist, durch einen Video-Chat ersetz werden soll.
  • Ich bin wütend!
    Weil wir als Kunden der Deutschen Bahn nicht ernst genommen werden.
  • Ich bin wütend!
    Weil wir vom Regionalverband Stuttgart beim Übergabetermin binnen 20 Minuten abgespeist wurden.
  • Ich bin fassungslos!
    Angesichts der Naivität der Verantwortlichen im Verband Region Stuttgart gegenüber den Aussagen der Deutschen Bahn.

Hintergrund

Der verantwortliche Projektleiter Daniel Deubel vom Verband Region Stuttgart führte in der knappen Zeit aus: „Die Bahn muss eine Verfügbarkeit von 97 Prozent garantieren.“ Sollte es einen Ausfall geben, müsse der laut Vertrag nach 24 Stunden behoben sein.“ (Zitat siehe hier) Wir erinnern uns:

  • Bei Stuttgart 21 wurde die geplante Inbetriebnahme von Dezember 2019 in mehreren Schritten auf 2025 verschoben
  • Seit Jahren scheitert die Bahn an ihrem selbst gesetzten Ziel, dass zumindest 80 Prozent aller Züge einigermaßen nach Fahrplan fahren. (Dabei werden hier nicht die strengen Maßstäbe angesetzt, die z. B. in Japan gelten)
  • Im Umkehrschluss: 20 % aller Züge kommen deutlich zu spät, trotz ihres selbst definierten Servicelevels
  • Die Bahn fährt auch im Jahr 2019 immer noch auf vielen Strecken mit Dieselloks, obwohl sie seit Jahren zugesichert hat, die Elektrifizierung aller Strecken realisieren zu wollen
  • Der Ausbau der Rheintalstrecke hingt Jahre hinter der Fertigstellung des Gotthardtunnels hinterher

So viel zu vertraglich zugesicherten Punkten von Seiten der Deutschen Bahn. (Wie die DB bei der Pünktlichkeit trickst, siehe hier)

Ich bin mit 60 Jahren vom öffentlichen Nahverkehr auf das Fahrrad umgestiegen, weil ich die S-Bahnausfälle der Deutschen Bahn nicht länger ertragen wollte.

Ich frage mich:

Hat die Regionaldirektorin Frau Dr. Nicola Schelling von all diesen Begebenheiten noch nie gehört? Vielleicht sollte die promovierte Juristin (Titel ihrer Doktorarbeit: „Nationale Preis- und Erstattungsvorschriften und grenzüberschreitender Parallelhandel von Arzneimitteln – ein Beitrag zur Anwendung des europäischen Wettbewerbsrechts“) in ihrer mit summa cum laude bewerteten Doktorarbeit die Passagen über den Parallelhandel nach vielen Jahren noch einmal nachlesen. Ihr würden eventuell Ungereimtheiten im Paralleluniversum der Deutschen Bahn bekannt vorkommen.

Outsourcing ist immer einer Option

Ich bin wütend, weil das ein weiterer Baustein in der unmenschlichen Servicewüste der auf Profit orientieren Deutschen Bahn darstellt. Es ist nach meinen Erfahrungen bei einem großen Telekommunikationsproviders üblich, dass solche Dienste als erstes dem Outsourcing-Wahn zum Opfer fallen. Es ist zu befürchten, dass die Kunden in Korntal dann nicht mehr von einem Mitarbeiterpool – dem auch der freundliche Herr R. angehört – bedient werden, sondern von Mitarbeitern eines in Rumänien oder Mecklenburg-Vorpommern angesiedelten Callcenters, wie ich es aus meiner Branche kenne.

Ich solle mir das ganze in Ruhe während der sechsmonatigen Testphase anschauen, empfehlen mir Projektleiter Daniel Deubel und Frau Dr. Schelling. Ja und ich bin skeptisch, was die Zufriedenheitsevaluationen der Bahn und des Regionalverbandes angehen.
Nein, ich will mich nicht beruhigen!

Hölderlin sagt in seinem Werk „Hyperion“:

Wer auf sein Elend tritt, steht höher. Und das ist herrlich, dass wir erst im Leiden recht der Seele Freiheit fühlen.

Das kommt mir immer in den Sinn, wenn ich an die Versprechen der Deutschen Bahn denke.

Für ein Europa, frei von nationalen Egoismen

21.05.2019 at 20:00
Frontbanner in Stuttgart

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Am Sonntag, den 19. Mai 2019, gingen in Stuttgart viele tausend Menschen auf die Straße, um für ein Europa zu demonstrieren. Unter dem Motto: „Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus!“ hatte ein breites Bündnis zu dieser Demonstration aufgerufen, die parallel in 7 deutschen Großstädten stattfand ebenso wie in über 40 anderen europäischen Großstädten.

Die beiden AnStifter Barbara Stoll und Peter Grohmann moderieren die Veranstaltung. Und man merkt es diesen beiden Profis an, wie sie mit ihrer literarisch-lyrischen Moderation die Menschen in ihren Bann ziehen und eine harmonische Bindung zwischen Reden und musikalischen Darbietungen.

Der Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat es sich nicht nehmen lassen, selber das Grußwort der Stadt Stuttgart zu sprechen. Er betont, dass Stuttgart sich als europäische und internationale Stadt verstehe. Er warb für eine hohe Wahlbeteiligung für die Europawahl am kommenden Sonntag.

Redebeträge wechseln sich ab mit musikalischen Darbietungen: Den Auftakt macht das Orchester vom Forum der Kulturen „Ziryab“. Rainer von Vielen steuert einige Songs bei ebenso die stadtbekannten Rapper Toba &Pheel.

Als prominente Redner stehen Damian Ludewig von Campact – die die Demonstrationen koordiniert haben – und Martin Kunzmann vom DGB sowie Sarah Händel von „Mehr Demokratie“ auf der Bühne. Sie fordert unter anderem europäische Volksabstimmungen.
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung geht es einmal rund um die Innenstadt. Auf kreativen Plakaten wurde postuliert: „Vielfalt macht nur den Einfältigen Angst.“ – „Es lebe die Europäische Republik“ – „Omas gegen rechts! – „Gegen Ausgrenzung und Rassismus“.

Bei der Rückkehr der Demonstranten heizt Cris Cosmo mit seiner Band die Stimmung vor der Bühne auf. Sein Markenzeichen sind deutsche und lateinamerikanische Texte, die Akustikgitarre als tragendes Element und ein Mix aus Reggae, lateinamerikanischen Rhythmen und clubbigen Beats. Das animiert bei strahlendem Sonnenschein zum Tanz.

Die emotionale Rede von Julian Pahlke von dem Projekt „Jugend rettet“ fasst den Spirit der Demonstration zum Schluss gut zusammen. Erfreulich, wie viele junge Leute unter den Demonstranten sich zu einem Europa jenseits von Rassismus und Ausgrenzung bekennen. Das stimmt zuversichtlich.