Loretta muss bleiben!

18.11.2017 at 15:24
Loretta Petti

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Lyrik, Lieder und die Leidenschaft für eine gute Küche, Jazz und ein guter Espresso, Kleinkunst, Filme, Überlebensmittel: Das ist das Alimentari da Loretta.

In mehr als 30 Jahren ist in der Stuttgarter Römerstraße 8 ein Kleinod entstanden – ein Ort der Kultur, der Kommunikation und kulinarischer Köstlichkeiten, der nun durch die Kündigung der Gewerbe- und Wohnräume in höchster Gefahr ist. Loretta Petti hat diesen Ort 1996 gerettet, gestaltet und große Summen investiert und eine lebendige, interkulturelle Nachbarschaft geschaffen: Die Kulturgarage.

Mit der Kündigung würde nicht nur dieser authentische Ort wegsaniert, sondern auch der Prozeß der Gentrifizierung neue, unangenehme Qualität bekommen.

Die AnStifter appellieren an den Hausbesitzer, an die Stadt, an die Öffentlichkeit: Loretta muss bleiben! Sie haben eine Petion an den Hausbesitzer gestartet (hier dier Link). Ich bitte Sie, unterschreiben Sie diese Petition, mobilisieren Sie Freunde, Bekannte und Kollegenteilen, teilen Sie diese Nachricht über Ihre Netze.

Die ganze Welt auf einer kleinen Bühne bei Loretta

19.07.2016 at 23:30
Auf der Bühne des Alimentari Loretta: Petra Hilser und Nataša Rikanović!

Auf der Bühne des Alimentari Loretta: Petra Hilser und Nataša Rikanović!

 

Eine winzig kleine Bühne reicht den beiden Musikerinnen für ihr Programm. Das Alimentari von Loretta Petti in der Römerstraße 8 in Stuttgart bietet Nataša Rikanović Petra Hilser diesen kleinen Raum, um ihr Programm geografisch weiträumig aufzuspannen.

Nataša Rikanović schlüpft in viele Rollen im Alimentari Loretta

Nataša Rikanović schlüpft in viele Rollen

Petra Hilser am Akkordeon begleitet Nataša Rikanović auf ihrer musikalischen Reise nach Rumänien, Argentinien, Sizilien und zu den Völkern Osteuropas, die noch den Kehlgesang beherrschen. Unterwegs biegt Nataša Rikanović ganz spontan in die Taiga ab und besucht nebenbei die skandinavischen Länder. Dabei schlüpft sie in landesspezifische Rollen. Besonders die mafiosen Gestalten aus Sizilien, die sie auf die Bühne zaubert, beglücken das Publikum.

Es ist offensichtlich, die beiden lieben es, auf der Bühne zu stehen. Wobei Petra Hilser mit ihrem Akkordeon eher als „Sidekick“ für Nataša Rikanović erscheint. Mit „Petruschka“ wird sie von Nataša Rikanović oft von oben herab angeredet. Doch wenn Petra Hilser schalkhaft lacht, ist dem Zuschauer nicht so ganz klar, wer von den beiden Musikerinnen die Fäden in der Hand hält. Ein in einer Decke eingewickeltes Gewehr hält Nataša Rikanović drohend als sizilianischer Mafiosi in den Händen, um gleich darauf ein wunderbares süditalienisches Volkslied zum Besten zu geben. Dann wieder schlüpft sie in die Rolle einer Argentinierin, die von ihrer Liebschaft mit einem leidenschaftlichen Tangotänzer berichtet. Sie gibt sich als Neffe von Astor Piazzolla aus und am Ende schwinden dem Publikum die Sinne von all den Rollenwechseln, die die beiden Musikerinnen auf der Minibühne von Loretta vollführen.

Petra Hilser im Alimentari Loretta

Petra Hilser

Nach einer Pause, in der der Nachtisch von Loretta und ihren Frauen serviert wird (diesmal Salbei-Eis, eine Delicatesse!), kehren die beiden Musikerinnen auf die Bühne zurück und grüßen das gerade frisch eingetroffene Bier eines Gastes mit den Worten: „Da kommt noch ein Bier“. Eine bulgarische Hochzeit wird gefeiert und nahtlos geht es von den Bulgaren über Ungarn in die Pusta. Mit gestrickten roten und grünen Mützen auf den Köpfen entführen sie die Zuhörerinnen und Zuhörer zu Onkel Janosch in die finnische Taiga. Eine Hütte wird zum Familienschloss, in dem überschwänglich mit Obertongesang gefeiert wird.

Am Ende des Abends „zwingt“ ein tosender Applaus Petra Hilser und Nataša Rikanović zur Zugabe. Lange noch diskutieren die Gäste bei einem Espresso die Darbietung der beiden Künstlerinnen.

Bei Loretta „Jazzen und Schmazzen“

09.07.2016 at 16:28
Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

Martin Wiedmann, Markus Bodenseh und Roland Weber jazzen bei Loretta

 

Biegt man von der Tübinger Straße, vom Marienplatz kommend, rechts in die Römerstraße ein, sieht man nach ein paar Metern ein angerostetes Ladenschild: „Alimentari da Loretta“. Nun ist die Gegend um den Marienplatz kein Nobelviertel und man denkt sich nicht viel bei dem Anblick des in die Jahre gekommenen Schildes. Tritt man jedoch in der Römerstraße 8 bei Loretta über die Schwelle, fühlt man sich in ein kleines Restaurant irgendwo in der Toskana versetzt und gleich wird man hineingezogen in eine verträumte Welt. Die Fassade verdeckt einen Kleinod, dessen Entdeckung sich lohnt. Loretta Petti, eine freundliche, resolute Köchin, die in ihrem Laden nicht nur erstklassige italienische Speisen zubereitet sondern Kultur als Geschmacksverstärker geschickt einsetzt. Am 8.7.2016 standen im Alimentari da Loretta zum 49. Mal drei Jazzmusiker auf der Bühne und unterhielten nach dem wohlschmeckenden Essen die Gäste mit Jazzstandarts. Loretta bietet an ihren Abenden neben der Musik auch Lesungen, Rezitationen manchmal auch Vorträge und Diskussionen zu speziellen Themen.

Im Speiseraum von Loretta schweben Düfte und Klänge

In den kleinen Speiseraum von Loretta entsandte die halbakustische Fendergitarre von Martin Wiedmann einen warmen, runden Ton, dessen Wärme er dem wunderbaren Röhrenverstärker „Mesa Boogi“ zu verdanken hat. Markus Bodenseh am Kontrabass bildete das rhythmische Fundament, auf dem sich Roland Weber am Vibraphon und Martin Wiedemann sicher bewegen konnten.

Es wippten die Füße der Gäste, der Swing ging in die Beine, als das Trio bei sommerlichen Temperaturen ein Potbourri aus Samba-Rhythmen den Abend einläutete. Wie eine angedeutete Phrase huschte das Girl von Ipanema immer wieder durch den Sommersamba. Das Trio nahm sich mit viel Spielfreude neben Jazz-Standards auch seltener gehörten Stücken an, auch Musik eines längst vergessenen Films oder Musicals. Kurz vor Ende des ersten Sets kam der Überraschungsgast auf die Bühne. An diesem Abend war es der Stuttgarter Saxophonist Jürgen Bothner. (Über seinen druckvollen Bigband-Sound mit der Band des Helene-Lange-Gymnasiums habe ich hier berichtet.)

Das Dolce von Loretta: raffiniert!

In der Pause versorgte Loretta ihre Gäste mit Dolce: Eissorbet. Die rote Kugel ist kein Himbeereis sondern hergestellt aus Blutorangen. Die weiße Kugel ist Parmesaneis. An der Seite der beiden Kugeln frittierte Früchte, alles auf eine Spur Honig drapiert. Es sind die einfachen Gerichte, die, wenn sie mit Liebe zum Detail hergestellt sind, nicht nur satt machen sondern glücklich.

Der Nachtisch ist gegessen und im zweiten Set spielten die drei Musiker, unterstützt von dem Gast-Saxophonisten, Jazzoriginals und abwechslungsreich bearbeitete Standards. Straight ahead Jazz eben. Mit schwebenden Vibraphonklängen und virtuosen Gitarrensoli auf gut gebautem Bassfundament, wie im ersten Teil. Eine Verbindung zur Fußballeuropameisterschaft wurde hergestellt, als Roland Weber ein Potbourri einer bekannten Popgruppe ankündigte, die bei ihren ersten Auftritten ähnliche Frisuren wie der Bundestrainer Jogi Löw trugen. Nach wenigen Takten war klar, um wen es sich handelte: Die Beatles.

Die Veranstaltung Jazzen und Schmazzen findet normalerweise einmal im Monat donnerstags statt. Aufgrund des Halbfinales hatte Loretta kurzfristig die angemeldeten Gäste über die Verschiebung informiert. Informationen zu den Kultur- und Genuss-Veranstaltungen von Loretta gibt es auf ihrem Blog.

Manche musizieren mit dem Salzstreuer …

21.05.2019 at 18:35

… Susanne kocht Gemüse.

Susanne hat bei allem immer den Überblick

Susanne hat bei allem immer den Überblick – In der Küche von Loretta

 

Wieder einmal lud Susanne ins Alimentari da Loretta ein, um gemeinsam mit uns zu kochen. Kreativ, fantasievoll, mit Sinn für Farbe und Geschmack, etwas exotisch und ein bisschen traditionsgebunden, so ist die Küche von Susanne.

M. hat das große Glück, einen Platz in der exquisiten Runde zu ergattern, seine Frau war angemeldet aber verhindert. Schon die Ankündigung des Menüs lässt ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen:

  • Orangen-Zitronen-Rosmarin-Kartoffeln mit geröstetem Sauerkraut, als Tarte Tatin gebacken
  • Knusprige Kartoffelschalen-Chips mit Mango-Geschmack und zum Eintunken dazu eine Hanf-Bärlauch-Zitronen-Mayonnaise
  • Blumenkohl“Bulgur“ mit Frühlingszwiebel-Ingwer-Soffritto, angemacht als Taboulé mit Petersilie-Minze-Salat und Granatapfel- & rote Zwiebel-Marinade
  • Gebratene Süsskartoffelschnitze mit Wirsingsalat, thailändisch inspiriert, mit Tamarinde und Mango angemacht und mit Erdnüssen garniert
  • Für auf’s Brot: Mus aus gebackenen Auberginen und Vanille-Datteltomätchen, dazu knusprige Focaccia aus der Pfanne
  • Salat aus frittierten Zucchinischeiben, etwas indisch und gleichzeitig italienisch, mit Kräutern, roter Zwiebel und scharfem Chili, angemacht mit Limette und Honig
  • Palak Pakora – knusprige Spinat“Fritters“ mit salzig/würzig eingelegten Äpfeln und Karotten-Blutorangen-Hummus
  • Und zum Schluss: gebackene Erdbeeren mit Vanille-Parfait
Kochen im Team bei Loretta

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Susanne hat alles für das wunderbare Menu bis ins Kleinste vorbereitet, so dass die sechs Kochteams loslegen können. Gemüse, Gewürze, eben alles ist in der notwendigen Menge vorhanden, ebenso wie die Kochutensilien. Am großen Tisch haben wir zwöf Leute Platz, Susanne ist immer gerne bereit, Tipps und Tricks aus ihrem Erfahrungsschatz mit uns zu teilen.

Nach den Vorbereitungen und dem Kochen erst einmal ein Gläschen trinken ...

Nach den Vorbereitungen und dem Kochen erst einmal ein Gläschen trinken …

 

Susanne legt noch einmal Hand an.

Susanne legt noch einmal Hand an.

Gekocht wird in der Profiküche von Loretta, die uns ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite steht. Nach zweieinhalb Stunden ist alles gebacken, gekocht, frittiert und der große Tisch verwandelt sich im Handumdrehen in eine festliche Tafel, an der alle Platz nehmen. Wie immer gibt es bei Loretta einen herrlichen Wein aus ihrem Heimatland. Der Abend wird M. in Erinnerung bleiben und er hat sich fest vorgenommen, das nächste Mal zusammen mit seiner Frau an diesem Gourmetabenteuer teilzunehmen.

 

Das große Essen bei Loretta

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Liebste(r) Marie(enplatz)

02.10.2013 at 13:55

marienplatzEine Liebe aus der Jugendzeit verbindet mich mit Marie, genauer Eva-Marie. Damals nicht erwidert, schenkt mir heute der Platz seine Zuneigung.

In Stuttgart entwickelt sich der Marienplatz immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Nachtschwärmer und Erlebnishungrige. Apropos Hunger: