Trainieren im Winter

23.02.2020 at 16:15
Bär macht Muskeltrainign im Schlaf

gelesen in der StgZ

Sie bewegen sich monatelang nicht und trotzdem sinkt ihre Muskelmasse nicht. Das wünscht sich M. auch, wenn er sich in die „Mukibude“ schleppt.

Hegelmaschine

18.02.2020 at 13:39

 

Matthias Gronemeyer, Arbeiter am Begriff

Matthias Gronemeyer, Arbeiter am Begriff

 

Am Samstagabend war ich im ehrwürdigen Hegel-Haus, das ich durch die Vorträge des Philosophischen Cafés der AnStifter kenne. Aber das Haus war nicht mehr wiederzuerkennen. Es glich einer einzigen Baustelle und das hatte einen Grund:

Vier Künstler rückübersetzen zentrale Momente aus Hegels Philosophie in ästhetische Erfahrung. Ein Festival der performativen Philosophie. Treibende Kraft hinter dieser Idee ist Matthias Gronemeyer und sein Verein Ausdrucksreich e. V. Er, selber Philosoph, wusste, dass Otto-Normalbürger Hegels Philosophie kaum verstehen kann, wenn er sie liest. Daher hat er sich entschossen, dem Publikum die Gedanken Hegels mittels Performances, die sich über die vier Stockwerke des schmalen Gebäudes erstrecken, näher zu bringen. Der Anspruch der Künstlerinnen und Künstler ist dabei: „Aus der Bewegung, der Ekstase, kommen wir in den Rhythmus des Begriffs, über die Spiegelung des Selbstbewusstseins ins „einheimische Reich der Wahrheit“ und schließlich zur Arbeit und zu uns selbst.“

Tanz, Licht und Performance

Dieses drückt sich in einer Tanzperformance der Künstlerin Eva Baumann aus, die ihre Tanzperformance mittels Videobeamer an die Wand projiziert und die dort gezeigten Bewegungen identisch im Raum reproduziert, so dass der Eindruck entsteht, ihr Tanz spiegle sich.

Stephan Köperl zeigt in seiner Intervention den Philosophen als Womanizer, wobei er sich im Laufe der Darstellung mehr und mehr durch ein grob zusammengeschraubtes Lattengerüst selbst verbarrikadiert.

Laurenz Theinert und Dietke Hellwig zeigen Licht-Klang-Kunst, wobei der Zuschauer wie von Geisterhand mittels Plexiglasscheiben Wörter des Philosophen sichtbar werden lassen kann. Im Kellegewölbe kommen sie mit den Zuschauern ins Gespräch. Dabei projizieren sie parallel Lichteffekte auf die Deckenwände variieren diese im Rhythmus des Gesprächs.

Hegelmaschine

Die Stuttgarter Zeitung berichtete

Arbeiten am Begriff

Im Eingangsbereich hat Matthias Gronemeyer seine Werkstatt aufgeschlagen, in der er am Begriff selber arbeitet. Zu Beginn malt er den griechischen Begriff Kairos (Καιρός) an die Wand, ein religiös-philosophischer Begriff für den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung, dessen ungenutztes Verstreichen nachteilig sein kann.

Die Künstler und Philosophen haben jedenfalls mit dieser Performance unter dem Namen Hegelmaschine eine Entscheidung getroffen und wurden prompt mit einer Unterlassungsklage der Softwareschmiede „ddductr. GmbH“ aus München überzogen, die als Geschäftsmodell angibt: Entwicklung und Auswertung von Datenanalysen sowie Entwicklung darauf bezogener Produkte und Anwendungen. Diese habe den Begriff als Marke für Produkte schützen lassen, teilten ihre Anwälte mit (siehe Kasten links). Darüber kann Matthias Gronemeyer nur herzhaft lachen. Er ist sich sicher, weder Urheberrechte noch Markenrechte mit seiner Performance zu verletzten, wobei er die Begründung der Anwaltskanzlei schon lächerlich findet. Die Juristen der Stadt Stuttgart sind ihm zur Seite gesprungen. Eigentlich ist diese Firma ebenfalls nur ein Begriff, reale Produkte von ihr gibt es bis dato nicht auf dem Markt und ihr Internetauftritt ist eher im Reich der Basteleien verortet.

Alles zum Rechtsstreit auf dem Blog von Matthias Gronemeyer: Münchner Professor geht mit Markenrecht gegen Kunstfreiheit vor

Zwischen-Lösung

18.02.2020 at 12:29
Zwischen-Lösungen von Tatjana Seehoff

Zwischen-Lösungen von Tatjana Seehoff

 

Tatjana Seehoff und die Künstlerinnen Tiina Kern, Bettina Kohlen, Ulrike Rinnert, Monika Kurz-Werner, und Nicole Walger zeigten vom 13. – 16. Februar 2020 ihre freien Arbeiten in der GEDOK-Galerie. Sie verließen damit das Spektrum der vertretenen Bereiche Keramik, Textil, Druck, Schmuck und Gewebe der Angewandten Kunst und zeigten ihre erweiterten künstlerischen Ansätze, abseits ihres sonstigen künstlerischen Schaffens. Dabei scheuten sie sich nicht, Kompromisse, Provisorien und Brüche in ihren Arbeiten auszustellen.

Die Künstlerin Tiina Kern aus Nürtingen hat den Ansatz der Ausstellung und wie es dazu gekommen ist, auf ihrem Block unter dem Titel „Ausstellung machen“ humorvoll zusammengefasst. Lesenswert! Sehenswert auch ihr kleines Video, wie sie aus Magnetbändern ihre Ausstellungsstücke webt:  https://haus-vier.wistia.com/medias/g9byn4kgsd

Der Peter-Huchel-Preis-Träger Henning Ziebritzki im Schriftstellerhaus

17.02.2020 at 20:02
Hennig Ziebritzki

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Wir hatten Henning Ziebritzki schon eingeladen, bevor er den diesjährigen Peter-Huchel-Preis zugesprochen bekam. Am 6. Februar 2020 las er im Schriftstellerhaus aus seinem prämierten Band Vogelwerk. Die Geschäftsführerin Astrid Braun kennt den Autor aus gemeinsamer Juryarbeit und er war auch schon Gast im Haus in der Kanalstraße 4.

Der 1961 in Wunstorf/Niedersachsen geborene Autor wollte als Jugendlicher Biologie studieren. Aber er entschied sich für die Evangelische Theologie. Nach Stationen in Tübingen, München und Mainz, promovierte er 1992 mit einer Dissertation über den Mittel- und Neuplatonismus. Anschließend arbeitete er sechs Jahre als Pfarrer im Harz. Heute leitet er den Wissenschaftsverlag Mohr Siebeck. Ein Schwerpunkt des Verlags: Theologie, (einschließlich Judaistik & Religionswissenschaft).

Henning Ziebritzki ist ein sorgfältiger, langsam arbeitender Lyriker, wie er selbst betont. Vor Vogelwerk sind in unterschiedlichen Verlagen drei Gedichtbände erschienen. Vogelwerk erschien im Wallstein-Verlag und Henning Ziebritzki lobt die Zusammenarbeit mit diesem Verlag.

Vogelwerk umfasst 52 Gedichte. Das Gedicht Amsel eröffnet den Gedichtband und den ersten Lesezyklus an diesem Abend. Die Amsel war auch der erste Vogel, mit dem der Autor die Arbeit für diesen Gedichtband begann. Die Gedichte sind, bis auf eines (Singdrossel), in elf Zeilen aufgeteilt, „pendeln quasi um eine Mittelzeile“.

Zu jedem Vogel gibt Henning Ziebritzki einige Informationen, wo er sie beobachtet habe, warum er über sie geschrieb. Wiewohl die meisten, überwiegend einheimischen Vögel, den Zuhörern bekannt sind, hilft es, sich das beschriebene Tier vom Autor vor Augen führen zu lassen. Andere Vögel sind eher unbekannt, wie der Hadeda Ibis aus Südafrika oder der Sanderling, der an der Nordsee rastlos an der Wasserkante entlang läuft und nach Futter sucht.

Die Gedichte beschreiben sehr komplexe Situationen und manche können in ihrer Beschaffenheit als sprachliche Miniaturen gelesen werden. Es gibt Gedichte in dem Band, die nur vom Gegenstand des Vogels ausgehen, andere wieder haben ein lyrisches Ich, das zum Leser spricht. Warum er zum Gegenstand seiner Betrachtung gerade die Vögel genommen habe, wird Henning Ziebritzki gefragt. Er hätte auch über Insekten schreiben können aber die Vögel sind allgegenwärtig. Immer und überall sind sie im Alltag in ihren unterschiedlichen Gattungen zu beobachten. Die Natur böte uns Schönheit und Form, mehr als jedes Kunstwerk und die Schönheit der Tiere habe ihn besonders gereizt. Man könne von einer Feier der Schöpfung sprechen, wenn man sich in die Beobachtung der Vögel vertiefe.

Persönlich freut mich, dass er seine Gedichte über die Lerche und über Elster an diesem Abend vorträgt. Über die Feldlerche schreibt er:
… Quer schraubt ihr Liedpropeller / himmelwärts, Gesang, der bleibt, als sie im Rüttelflug / kaum mehr zu sehen ist, ein Punkt in klarer Höhe,

Und über die Elster:
Elsterwippe. Drück ich den Schnabel auf das Papier nieder, dass es / klackt, steht sie wieder auf und nickt. Steck ich ihr die Spitze / meines Bleistifts ins Gefieder, verschlingt sie ihn. Die Mechanik / ihres Knöchelchen, zerbrech ich sie, das Fleisch, das passt / …

Vogelwerk – Gedichte
Wallstein-Verlag, Göttingen 2019
64 Seiten, 18 Euro

zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Botschaft von einem, der es geschafft hat

14.02.2020 at 11:58
Er hat es geschafft

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Dumm gelaufen

11.02.2020 at 11:58
Dumm gelaufen

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75 Jahre Befreiung Auschwitz-Birkenau

27.01.2020 at 23:04
Auschwitz-Appell

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Am 27. Januar 2020, dem Holocaust-Gedanktag, hat das Stuttgarter Bürgerprojekt Die AnStifter mit einem Auschwitz-Appell eine Aktion gestartet, die zum dauerhaften Unterhalt und Ausbau der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau aufruft. „Kein anderer Ort symbolisiert den Terror der Nationalsozialisten und den Holocaust so sehr wie das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau“, heißt es in dem Aufruf.

Zum Appell alle Hintergrundinformationen hier.
Eine Möglichkeit, sich dem Appell anzuschließen, bieten die AnStifter über ihr Onlineformular.