Herzlichen Glückwunsch Marcel Beyer

28.06.2016 at 21:05
Marcel Beyer im Literaturhaus Stuttgart

Marcel Beyer im Literaturhaus Stuttgart

Der Schriftsteller Marcel Beyer erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis. Beyer wird die renommierte und mit 50.000 Euro dotierte Literaturauszeichnung am 5. November in Darmstadt verliehen bekommen, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung heute am 28. Juni 2016 mitteilte. Zur Begründung führte die Akademie unter anderem die Breite im Werk des 50-Jährigen aus.

Auf der Homepage der Akademie heißt es in der Begründung der Jury:
Marcel Beyer „beherrscht das epische Panorama ebenso wie die poetische Mikroskopie. Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung. […] Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich. So ist während dreier Jahrzehnte ein unverwechselbares Werk entstanden, das die Welt zugleich wundersam bekannt und irisierend neu erscheinen lässt.“

Marcel Beyer ist ein vielseitiger Autor

Marcel Beyer schrieb Romane (Das Menschenfleisch, Flughunde, Spione, Kaltenburg), Erzählungen, Essays und Lyrik (Falsches Futter, Erdkunde, Graphit). Marcel Beyer schrieb darüber hinaus auch Opernlibretto und betätigt sich als Herausgeber und Übersetzer. Als Musikredakteur hat er jahrelang für die Zeitung Spex gearbeitet. Beyer schaltet sich immer wieder in aktuelle Auseinandersetzungen ein: Der in Dresden ansässige, aber im Rheinland aufgewachsene Dichter reagiert zwangsläufig auf die Pegida-Problematik. Und in seinen Lichtenberg-Poetikvorlesungen in Göttingen thematisiert er auf beeindruckende Weise den Elke-Heidenreich-Skandal in der Schweizer Fernsehsendung Buchclub vor zwei Jahren.

Ende Mai erlebte ich Marcel Beyer als Laudator und Moderator bei der Preisverleihung des Preises der Literaturhäuser an Ulf Stolterfoht. Heute kann man ihm zu selber zu dem wichtigsten deutschen Literaturpreis gratulieren.

Barcelona – Straßenplausch

20.06.2016 at 11:00
Barcelona: Ein Schwätzchen in Ehren kann niemand verwehren

Ein Schwätzchen in Ehren kann niemand verwehren

 

Bei warmen Wetter kann man auf den schattigen Trottoires von Barcelona ein wunderbares Schwätzchen halten. Als M. auf seinem Weg zur Sagrada Familia die besetzten Bänke mit munter plaudernden Menschen sieht, ist er traurig, dass er kein Wort verstehen kann.

Barcelona – Füße

20.06.2016 at 10:00
Füße in Barcelona aus Zucker

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Die Altstadt von Barcelona mit seinen Vierteln „Cuitat Vella“, „Barri Gòtic“ und El Raval“ ist den Fußgängern vorbehalten. Nur wenige Straßen – im wesentlichen die, die die Viertel begrenzen – sind für den Autoverkehr freigegeben. Selbst im „Mercat de la Broqueria“, dem überdachten Zentralmarkt an der Rambla de Sant Josep, findet M. bei den Süßwarenhändlern ein Abbild dessen, was auf den Trottoirs zu sehen ist.

Füße in Barcelona

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Füße in Barcelona

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Füße in Barcelona

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Füße in Barcelona

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Füße in Barcelona

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Barcelona – Tatoo

19.06.2016 at 20:00
Barcelona Tatoo

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Es ist überall zu sehen, das Tatoo. So auch in Barcelona, wo bei sommerlichen Temperaturen die Menschen ihre Tatoos zeigen.

 

 

 

 

 

Barcelona Tatoo

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Barcelona Tatoo

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Brarcelona Tatoo

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Barcelona – Gaudi

19.06.2016 at 10:00
Barcelona: Treppenhaus in der Casa Milá (La Pedera)

Treppenhaus in der Casa Milá (La Pedera)

 

Noch einmal Gaudi. M. staunt über die vielfältigen Ausdrucksformen, die der Architekt entwickelt hat. Dabei fühlt er sich besonders Gaudis Ansatz verbunden, Formen der Natur abzuschauen. Gaudi, so lernt M. in der Ausstellung in dem Wohnkomplex La Pedrera (Casa Milà) besuchte 5 Jahre die Architekturschule. Am Ende sagte sein Prüfer:

„Wer weiß, ob wir das Diplom einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.“

Heute wissen wir, Genie ist zutreffend. Seine atemberaubenden Konstruktionen, ganz ohne Computer entworfen. Mittels Kettenmodellen überprüfte er seine Konstruktionen. Dass er seine kirchenkritische Haltung aufgab, um von der katholischen Kirche Aufträge zu erhalten, missfällt M. selbstredend. Auf der Baustelle der Sagrada Familia wohnte er bis zu seinem Tod durch einen Unfall mit einer Straßenbahn.

Barcelona – Einfaches Essen

18.06.2016 at 18:00
Tapas in Barcelona

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In Barcelona kann man sich einfach an jeder Ecke ernähren. Sei es durch die Vielfalt der Tapas oder auch anderer, kleiner Snacks oder Fingerfood. In dieser Bar erwarb M. einen jeden Spieß für einen Euro. Dazu ein Bier, was will man mehr?

Tapas in Barcelona

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Barcelona – Kunst

18.06.2016 at 12:00
Barcelona Musik in der Metro

Musik in der Metro

Barcelona ist eine junge Stadt, ist eine Stadt, in der sich Künstler wohlfühlen. Wie in Paris wird auch hier Musik in den Zugängen der Metro gemacht. M. hört einige wirklich gute Musiker aus verschiedenen Stilrichtungen. Von Klassik bis Pop.

Spraydosen als Kunstwerk in Barcelona

Spraydosen als Kunstwerk

Auch das Graffiti feiert Urstände. Die Sprühdosen selber werden zum Kunstwerk an der Hausecke.

 

 

 

 

 

 

 

Kunst an der Wand in Barcelona

Kunst an der Wand in Barcelona

Barcelona – Am Strand

17.06.2016 at 19:00
Barcelona Tapas

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Über den Blog Ferndurst erfährt M. von einer Tapas-Bar im Stadtviertel La Barcolonetta am Strand von Barcelona. Mit der Metro kann M. dorthin fahren. In welcher Großstadt kann man schon mit der Metro zum Strand fahren?

Nach guten Tapas in der Bar „Jai-ca“ in eben diesem Stadtteil schlendern M. und T. zum Strand. M. richtet seinen Blick an den Horizont. Als stände es im Meer, so ragt ein Hotelkomplex in den Himmel. Als ein Flugzeug in seine Richtung fliegt, erwachen Erinnerungen in M. an den 9. September 2001. Auch damals weilte M. am Strand. Es war der Strand von Sète in Südfrankreich.

Am Stand von Barcelona

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Barcelona – M. begegnet Miró

17.06.2016 at 10:00
Miró in Barcelona

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Es ist für M. nicht ganz einfach, einen Termin bei Miró zu bekommen. Als er das erste Mal am Museu Fundatiò Joan Miró vorbeischaut, sagen ihm die Angestellten, sie seien solidarisch mit den streikenden Metroangestellten und hätten ihrerseits die Arbeit nieder gelegt. Also macht M. sich am nächsten Tag noch einmal mit seiner Frau auf den Weg hinauf auf den Berg Sants-Montjuἲc. M. wird hereingebeten und kann sich in aller Ruhe das dort ausgestellte Werk von Joan Miró anschauen. Er ist überwältigt von der Schaffenskraft dieses Künstlers, der in seinen neunzig Lebensjahren ungeheuer viele Werke schaffte: ca. 2000 Ölgemälde, 500 Skulpturen, 400 Keramiken sowie 5000 Collagen und Zeichnungen. Darüber hinaus noch eine große Anzahl von Lithografien und Radierungen.
Er hat sich immer wieder politisch eingemischt, ist vor der faschistischen Diktatur Bis zum Schluss war er kreativ tätig. Seine erste Einzelausstellung hatte im Februar 1918, noch während des 1. Weltkrieges.

Miró in Barcelona

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Er war bekannt mit dem Dadaisten Hans Arp, der nicht nur Lyrik schrieb sondern auch malte und bildhauerte. Die beiden waren Nachbarn in Paris. Zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges unterstützte Miró die republikanische Regierung in Madrid durch den Verkauf von Siebdrucken eines eigens für die Weltausstellung in Paris 1937 entstandenen Plakates. Jeder Druck brachte einen Franc.

Sein Spätwerk war vom Zen und von den Abstrakten Expressionisten in den USA beeinflusst, den er auf seinen Japanreisen kennen und schätzen lernte, er integrierte in seine Malerei sowohl die leidenschaftliche Geste und die Kalligrafie als auch die vom Zen inspirierte Konzentration auf das Wesentliche. M. kann sich gar nicht sattsehen an den Werken dieses außergewöhnlichen Künstlers.

Barcelona – Selfi

16.06.2016 at 14:00
Selfi in Barcelona

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Der Hang zur Selbstdarstellung feiert mit den Smartphones Urstände. Schon in der Türkei wurde M. mit den Selfi-Sticks konfrontiert. In der Touristenstadt Barcelona kann man sie an jeder Ecke kaufen, Händler vor der Sagrada Familia bieten sie an. M. entdeckt diese Schönheit vor der Kirche, wie sie eine ganze Serie mit Schmollmund und herausgedrehtem Hintern macht. Aber auch die beiden jungen Damen am Hafen sind erst zufrieden, nachdem sie ein halbes Dutzend Selfis auf dem Smartphone haben. Ob M. sie demnächst im Internet findet?

Selfi in Barcelona

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Barcelona – Gaudi

16.06.2016 at 10:00
Casa Battló

Casa Batlló (rechts), Casa Amatller (links)

 

Immer wieder Gebäude von Gaudi in Barcelona. M. kann auf den Spuren des großen Architekten Antoni Gaudi (1852 – 1926) wandeln. An vielen Stellen stehen seine architektonischen Kleinode. Besonders angetan ist M. von der Casa Batlló, gleich neben der Casa Amatller (von Josep Puig) und zwei weiteren Juwelen des Jugendstils. Gaudi hat nicht nur das Gebäude für entworfen sondern hat auch die Innenarchitektur gestaltet. Dabei war für ihm die Natur ein unerschöpflicher Fundus an ungewöhnlichen Ideen: Türgriffe, die mittels des Abdrucks der menschlichen Hand gestaltet sind, Belüftungssysteme in den Türen, die Schuppen von Fischen gleichen. Gaudi entführt M. in eine architektonische Zauberwelt.

Barcelona – Fahrradwege in Barcelona

15.06.2016 at 16:00
Fahrradwege in Barcelona

Fahrradwege in Barcelona

Früher hat man Fahrradfahrer  auf den Fußgängerweg fahren lassen. Barcelona setzt zunehmend auf motorlose Mobilität und reserviert auf der Staße Radwege. Vorbildlich! Rechts im Bild der ursprüngliche Fahrradweg im Bereich der Fußgänger auf der großen Straße.

Überall warten Fahrräder auf ihre Ausleihe. Wer in Barcelona wohnt, braucht kein eigenes Rad. Der kann viel günstiger eines der etwa 5.500 Bicing-Stadträder benutzen. Alle 300 bis 400 Meter soll sich eine Bicing-Verleihstation befinden. Das Netz aus über 420 Stationen ist unglaublich dicht. Wie in vielen Städten meldet man sich einmal an und kann losradeln.

Fahrräder in Barcelona

Überall ausleihbar – Fahrräder

Barcelona – Eine neue Frisur

15.06.2016 at 15:00
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T. wollte schon lange zum Frisör. „Meine Haare sitzen nicht mehr, daunernd fallen sie mir ins Gesicht“, klagt sie ihr Leid M. In einer kleinen Gasse im Barri Gòtic (die Altstadt von Barcelona) trifft sie auf eine Familie, die ihren Vorstellungen von einer flotten Frisur sehr nahe kommen.

Barcelona – Ein missglückter Abflug

14.06.2016 at 17:00
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Bebiert

Das fängt ja gut an! Als M. an den Check In Schalter tritt, wird ihm und einer Frau mitgeteilt, der Flug nach Barcelona würde sich um 2 Stunden verzögern. Dummerweise hatte M. sein Handy in seinen Koffer gepackt, mitsamt der Kontaktdaten seines Vermieters. Also lässt er sein bereits aufgegebenes Gepäck wieder vom Band aus den Tiefen der Flughafenkatakomben zurückholen, nimmt sein Handy aus seinem sehr kleinen Koffer („… mehr nimmst du nicht mit?!“, fragt erstaunt seine Frau) und gibt ihm zum zweiten Mal auf. Nun kann er seinem Vermieter eine SMS schicken.
Um sich die Warterei zu verkürzen, trinken die beiden Reisenden zwei große Biere. Bebiert sitzen sie zwischen lauter Menschen, die auf Bildschirme unterschiedlicher Größe starren.

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Ein Phänomen, das M. während seines Wartens auf den Abflug beobachten kann, sind die digitalen Nomaden, die noch während einer Kaffeepause – oder tranken sie wie M. auch ein Bier – ihren Geschäften nachgehen. Munter klopften sie Buchstaben in ihre Laptop-Tastaturen. Ob allerdings das Zitat von Madame de Pompadour auf die fleißig tippende Geschäftsfrau zutrifft, kann M. nicht mit Sicherheit sagen. Sie kommt nicht hinter ihrem Bildschirm hervor.

Zitat

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Die neuen Rechten – gar nicht so neu

12.06.2016 at 11:41
Dr. Michael Weingarten spricht über die Neuen Rechten

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Die Veranstaltung des Hannah-Arendt-Instituts beleuchtete am 9. Juni im Württemberger Kunstverein die Entstehung der Neuen Rechten in der Bundesrepublik. Dr. Michael Weingarten, Professor für Philosophie in Stuttgart und Marburg, erläuterte zu Beginn seines Vortrages die Herausbildung von Zeitschriften, die die Ideen des nationalkonservativen Gedankengutes in der Bundesrepublik befördern:

  • Die Junge Freiheit, die älteste, wurde 1986 in Freiburg von dem Studenten Dieter Stein (geb. 1967) gegründet. 1990 wurde dazu ein Verlag gegründet und die Junge Freiheit erscheint seit 1996 in Berlin.
  • Götz Kubitschek (Jahrgang 1970) ist Mitbegründer der neurechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS) und seit 2020 Geschäftsführer des Verlags Antaios (bis 2012 Edition Antaios), seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift Sezession und Betreiber des später hinzugekommenen Blogs Sezession im Netz.
  • Die Blaue Narzisse, 2004 von Felix Menzel (Jahrgang 1985) in Chemnitz gründete.

Konservative Intellektuelle als Vordenker der Neuen Rechten

Der französische Philosoph Alain de Benoist (1943) wurde auch für die Neue Rechte in Deutschland ein wichtiger Vordenker. Er vertrat schon früh die These, die es auch in der Neuen Linken gab, dass der Intellektuelle im Prozess der gesellschaftlichen Bewusstseinstransformation die Änderung der politischen Verhältnisse betreiben müsse und forderte, die kulturelle Hegenomie von rechts durchzusetzen. Diesen Begriff des Marxisten Antonio Gramsci verwendete auch die Neue Linke im Zuge der Studentenrevolution.

Obwohl ideologisch konträr, gab es immer wieder Übertritte vom linken Lager ins rechte Lager. Hier wurde der Weggefährte von Rudi Dutschke aus dem SDS, Bernd Rabehl, genannt, aber auch Horst Mahler, der die RAF mitbegründete und später als Rechtsanwalt die NPD im Verbotsprozess vertrat. Als aktuelles Beispiel darf Jürgen Elsässer gelten der für die linke Zeitschrift Konkret schrieb. Der gehörte wie unser Landesvater Winfried Kretschmann einer maoistischen Splittergruppe an. Heute gibt Jürgen Elsässer die rechtskonservative Zeitung Compact heraus, mit der er die Idee einer Querfront publizistisch vorantreibt. Aber auch das SPD Mitglied Peter Brandt (Sohn von Willi Brandt) und hat sich mit seinen Publikationen in der Jungen Freiheit in die Debatten eingemischt.

Es ist auffallend, dass die führenden Köpfe der Neuen Rechten zum allergrößten Teil aus dem Westen kamen, heute sich aber in Sachsen verorten. Schon während der friedlichen Revolution von 1989 gab es stark nationalistische Töne in Dresden und Leipzig, die in Ost-Berlin nicht so deutlich zu Tage traten.

Sind Begriffe wie links und rechts noch aktuell?

Viele sprechen heute von der Auflösung der Begriffe links und rechts. Und es ist schon erstaunlich, dass beispielsweise die AfD in Sachsen Anhalt einen starken Stimmenzuwachs zulasten der Linkspartei verzeichnen konnte. Beide Seiten positionieren sich als „Gegenpositionen“:
Neurechte Ideologien – damals wie heute – entwickeln sich nicht eigenständig, sie brauchen eine Gegenposition. In den zwanziger Jahren war es eine Position gegen den Liberalismus, heute ist es eine Position gegen den Neoliberalismus, der alle sozialen Bindungen marktgängig macht. Die Neue Rechte greift explizit neoliberale Positionen an. Dabei vertritt sie eine nichtliberale Position: Im Mittelpunkt stehen für sie Kultur (die eigene), Ethnie, Rasse. Dies sind alles Kollektivsignaturen gegen das autonome Individuum. Außerdem argumentieren sie gegen die universalen Menschenrechte, die für sie nur im Westen gelten (damit für sie nicht universell sind). Mit dieser Position können sie gegen Menschen auftreten, die z. B. dem islamischen Glauben anhängen. Neurechte Parteien begreifen sich als Sprachrohr des „Volkswillens“. Bei diesen Ausführungen brachte Dr. Michael Weingarten Hannah Arendt in Stellung und kündigte an, dass weitere Veranstaltungen zum Thema Rechtspopulismus und Querfront in Vorbereitung seien. Die kommenden Veranstaltungen sind auf der Homepage der Anstifter gelistet.