Zum 200. Geburtstag von Georg Herwegh (1817 – 1875)

24.04.2017 at 11:30
Georg Herwegh zum 200. GeburtstagEine Festveranstaltung der AnStifter und der Landeshauptstadt Stuttgart am

Mi, 24. Mai 2017, 19:00 Uhr im Rathaus Stuttgart
Marktplatz 1,
70173 Stuttgart
Eintritt frei

Alle Räder stehen still,
Wenn Dein starker Arm es will

Jeder kennt diese Verse aus dem „Bundeslied“, das Ferdinand Lassalle anlässlich der Gründung der SPD in Auftrag gegeben hat. Kaum einer weiß, dass die Verse von Georg Herwegh stammen, dem bedeutendsten Lyriker den Stuttgart hervorgebracht hat.

Herwegh, geboren am 31. Mai 1817, ist im Alter von 22 Jahren aus Stuttgart geflüchtet und lebte danach als Exilant in der Schweiz und in Frankreich, wo er engen Umgang hatte mit Heinrich Heine, Karl Marx, Ludwig Feuerbach, Victor Hugo, Iwan Turgenjew, Michail Bakunin, Franz Liszt, Richard Wagner…

Heinrich Heine schrieb folgendes Gedicht auf ihn:

An Georg Herwegh

Herwegh, du eiserne Lerche,
Mit klirrendem Jubel steigst du empor
Zum heiligen Sonnenlichte!
Ward wirklich der Winter zunichte?
Steht wirklich Deutschland im Frühlingsflor?

Herwegh, du eiserne Lerche,
eil du so himmelhoch dich schwingst,
Hast du die Erde aus dem Gesichte
Verloren – Nur in deinem Gedichte
Lebt jener Lenz, den du besingst.

Diese Veranstaltung findet anlässlich seines 200. Geburtstags statt und erinnert an sein bewegtes Leben: Vom umjubelten Dichter des Vormärz und viel geschmähten Akteur der 48er-Revolution bis zu dem im Alter Vereinsamten, der mit scharfen Versen den Chauvinismus des Kaiserreichs geißelte.

  • Grußwort: Oberbürgermeister Fritz Kuhn
  • Geburtstagsrede: Frank Ackermann
  • Barbara Stoll (Schauspielerin) und Timo Brunke (Wortkünstler) rezitieren Gedichte von Georg Herwegh und Heinrich Heine
  • Der Chor Avanti Comuna Kanti singt Herwegh-Lieder.
  • Moderation: Dr. Wolfgang Niess (Leitender Redakteur beim SWR)

Die Veranstaltung findet im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Im Anschluss wird es einen kleinen Geburtstag-Umtrunk zu Ehren von Georg Herwegh auf der Dachterrasse geben.

Den Überblick verloren

25.04.2017 at 18:00
Braune Einheitsfront AfD

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Am Wochenende hat Frauke Petry den Überblick über ihre Schar verloren oder besser gesagt, er wurde ihr entzogen.

Heute ist der Tag des Bieres

23.04.2017 at 8:28
Heute ist der Tag des Bieres

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Mit dem Tag des deutschen Bieres wird seit 1994 vom Deutschen Brauer-Bund der Erlass der bayerischen Landesordnung im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.

In Deutschland wurde erstmals 736 im bayerischen Geisenfeld von einem besonderen Gerstensaft berichtet. Im Jahr 764 wurde in der ersten Bierurkunde der Welt eine Lieferung von Biergetreide, vermutlich Gerste, in das Kloster St. Gallen von Geisingen an der Donau beglaubigt. Klöster spielten bei der Bierherstellung im Mittelalter eine große Rolle. Einige heute bekannte Biermarken sind nach Ordensgemeinschaften benannt, wie zum Beispiel Paulaner oder Franziskaner.

1888 kam es in München zu Unruhen und Ausschreitungen, weil der Bierpreis geringfügig erhöht wurde. Dabei wurde in Wirtshäusern von den Gästen randaliert, die sowohl Tische als Stühle zerschlugen. Dieses Ereignis wird Salvatorschlacht genannt.

Quelle: Wikipedia

Bielefeld-Verschwörung = Fake News

16.04.2017 at 21:54
Fake news

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M. wurde auf eine Familienfeier nach Bielefeld eingeladen. Am Schalter der Deutschen Bahn sagte man ihm: „Das gibt’s doch gar nicht ;-))“

Enttäuscht ging M. nach Hause. Einige Tage später auf einer Bahnfahrt entdeckte M. dieses Schild und ihm war alles klar.

Neulich, auf dem Weg zu den Gleisen

16.04.2017 at 21:43
Sprechende Waren Kapseln von Dallmayr

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Neulich fuhr M. aus Stuttgart in seine Heimatstadt Dortmund, zog in den frühen Morgenstunden seinen Koffer hinter sich her. Dort, wo normalerweise großflächige Plakate über die Zukunft der Transporttechnologie informieren, sprach ihn an diesem Morgen eine Kapsel an. Sie stellte sich keck vor: „Ich bin Capsa“. M. hatte sie nicht gefragt, trotzdem laberte sie ihn an. Was soll das, dachte M. Ist die Espressokapsel schizophren geworden? Oder ist M. es selbst? Weshalb spricht eine Kapsel zu ihm?

Er würde sich nie und nimmer eine Kaffeemaschine kaufen, die tagtäglich Aluminiummüll produzierte und ihm für ein Kilo Kaffee ca. 30 € abverlangen würde. Leider ist das der neue Trend: Alle wollen Kaffee in Kapseln.

Ziemlich laut geht es auf der Webetafel her: Kapseln können jetzt sprechen. Wo bisher nur Produkte über farbige Verpackungen, also visuelle Reize auf M. wirkten, sprechen sie M. nun direkt an.

„Wackaging“ heißt die neue Mode der persönlichen Werbeansprache auf Verpackungen. Es ist der allerneueste Versuch, aus Kunden konsumfreudige Kinder zu machen. Wackaging ist eine Wortkreation aus wacky und packaging, also etwa bekloppte Verpackung. Auch wenn Produkte ohne Scherze auskommen, lässt sich mittlerweile kaum mehr unterscheiden, ob sie sich an M., einen Erwachsenen, richten oder an Kinder. Geprägt wurde der Begriff Wackaging von der Guardian-Journalistin Rebecca Nicholson, die auf Tumblr einen Blog zum Thema startete, der den Slogan führte: „I blame Innocent“. Die englische Fruchtsaft-Marke, die mittlerweile Coca-Cola gehört, ist der Urheber dieses sehr britischen Trends.

M. wollte sich nicht mit der Kapsel unterhalten und zog stoisch seinen Koffer zum Zug, der im Stuttgarter Kopfbahnhof auf ihn wartete.

Bilderrätsel – Woran erkennt man, dass es sich um deutsche Flaschen handelt?

16.04.2017 at 20:57
Flaschen in der Schlange

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Sie stehen nicht in der Schlange sondern vor dem Container wild durcheinander. Wären es britische Flaschen, stünde eine hübsch hinter der anderen, alle hielten bav Abstand zum Nachbarn. Es ist bekannt: Richtig Schlangestehen können nur die Briten. Für die britischen Flaschen gelten für das Queuing ebenfalls strenge Regeln:

Die wichtigste: der richtige Abstand zur Vorderflasche. Lässt man zu viel Platz zur Vorderflasche, fragt die nächste Wartende unweigerlich: „Are you in the queue?“ – „stehen Sie in der Schlange?“ Das hört sich zwar höflich an, heißt aber in Wirklichkeit: „Wissen Sie dusseliger Flaschen-Trottel noch nicht mal, wie man sich richtig anstellt?“

Und woher kommt das Queuing? Laut Visit Britain hat es vor allem mit dem englischen Fair-Play-Gedanken zu tun. Eine andere Erklärung lautet: Die Briten legen allergrößten Wert auf diskretes Verhalten. Feste Regeln, an die sich jeder hält, sind dabei eine gute Hilfe. Sie ersparen allen Beteiligten unnötige Diskussionen und vermeiden Streit.

Eine frühere Regierung wollte das Queuing sogar schon mal zum Bestandteil des Einbürgerungstests für Einwegflaschen aus dem Ausland machen.

Kontur.Kunstverein übt sich bei Grenzgängen in Kunst und Gesellschaft

10.04.2017 at 23:17

 

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze bei Kontur.Kunstverein

Dr. Heißenbüttel an der akustischen Grenze

Am 9. April 2017 stellte der Kontur.Kunstverein  im Theaterhaus das Buch in_visible limits vor. Der Untertitel benennt sein Thema in knappen Worten mit: Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft. Es steht der Ausstellung gleichen Namens zur Seite. Sie ist derzeit im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil (Schweiz) zu sehen. Es entsprang dem Wunsch, die dort ausgestellten Werke nicht unsichtbar werden zu lassen, sondern ihre Visibilität zu erhalten (was streng genommen ja nicht geht). Durch Texte, durch Reflexionen. Auch ein Museum baut ja hohe Hürden auf und grenzt sogar aus: mit Eintrittsgeldern, die für manche nicht bezahlbar sind, durch Anschlagen eines intellektuellen Tons, den oft nur in die Kunst eingeführte Betrachter verstehen. Ob die Autoren dieses Bandes es besser machen, ist eine Erkundung wert.

Der Band enthält neben einer Einführung zu den ausgestellten Kunstwerken vom Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler, Texte von Jan Janssen (evangelischer Bischof in Oldenburg und Vorsitzender des evangelischen Literaturportals). Er schreibt über die unsichtbaren Grenzen in unserem Leben. Ein Text findet sich in dem Band von der emeritierten Philosophieprofessorin an den Universitäten Basel und München, Annemarie Pieper: Sie schreibt über das Risiko der Freiheit, über die Rolle von Katastrophen in unserem Leben und über die Gefahren, die von den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen ausgehen.

Weitere Texte steuerten Adrienne Braun, Anja Gubelmann, Michael Matthias, Raimund Menges, Wiebke Trunk, Nina Wolfensberger und Dietrich Heißenbüttel bei, der auch bei der Buchvorstellung an diesem Sonntag über die Nationalstaaten und ihre Grenzen referierte, die die Staatsterritorien umgeben und sie einhegen. Dieses mit leiser Stimme, so dass die Grenze zur Unverständlichkeit oft überschritten wurde, bis man ihm ein Mikrofon reichte, was den Vortrag leidlich verständlicher machte, zumindest was die Akustik anging.

Wer sich am Schluss seines Vortrages ein Buch kaufte, konnte es sich von ihm oder von dem anwesenden Direktor des Kunstzeughauses Rapperswil, Peter Stohler oder vom Vorsitzenden des Kontur.Kunstverein Stuttgart e.V., Raimund Menges, signieren lassen. Konnte glücklich die Mauern hinter sich lassen, die das Theaterhaus umgeben und begrenzen.

in_visible limits. Grenzgänge in Kunst und Gesellschaft
2017. Herausgegeben von Kontur.Kunstverein Stuttgart und Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona
144 Seiten, Flexcover, Fadenheftung, 90 Abbildungen, 17 x 23,5 cm,
Verlag: modo Verlag GmbH, Preis 24 €

Zu erwerben in jeder Buchhandlung Ihres Vertrauens

Darf man nach Afghanistan abschieben?

08.04.2017 at 10:32
Abschiebepraxis in der Diskussion

Jama Maqsudi, Pfarrer Joachim Schlecht, Dr. Michael Jantzer, Daniel Lede Abal und Bernd Rixinger (v. l. n. r.)

 

Rund 230 Menschen füllten den großen Saal des Hospitalhofs am 7. April 2017, bei der von den AnStiftern und dem Freundeskreis Neckarpark – Projektgruppe Begleitung vorbereiteten Veranstaltung: „Darf man nach Afghanistan abschieben“? Einem informativen Vortrag über die derzeitige Situation in Afghanistan vom Vorstand des Deutsch-Afghanischen Flüchtlingshilfe Vereins (DAFV), Jama Maqsudi, folgte eine engagierte Podiumsdiskussion mit reger Beteiligung des Publikums.

Frauenpower bringt Geflüchtete, UnterstützerInnen und Parteien ins Gespräch

Nur durch Beharrlichkeit war es Vertreterinnen des Freundeskreises Neckarpark – Projektgruppe Begleitung gemeinsam mit der Geschäftsführerin der AnStifter, Elka Edelkott, gelungen, Vertreter dreier politischer Parteien an einen Tisch zu bekommen. Geplant war eine Diskussion über die deutsche Abschiebepraxis, unter der Afghanen in unserem Land leiden, nachdem das Innenministerium in Berlin Afghanistan zum sicheren Herkunftsland erklärt hat. Afghanische Geflüchtete wollten von ihrem Schicksal erzählen, von dem Druck und der Angst, denen sie sich ausgesetzt sehen, seit Innenminister Thomas de Maizière, gestützt auf Geheimdienstquellen, ihr Land als sicher eingestuft hat. Er hat die Bundesländer angewiesen, diese Menschen in ihre Heimatstaaten zurückzuführen, soweit sie dem Status der „Rückführungsfähigkeit“ unterliegen. Die Leiterin des Hopitalhofs, Monika Renninger, stellte für die Diskussion einen großen Saal zur Verfügung.

Die Situation in Afghanistan ist alles andere als sicher

Jama Maqsudi, Vorstand des Deutsch-Afghanischen Flüchtlingshilfe Vereins (DAFV), machte in seinem Eingangsreferat eindrücklich klar, wie verworren und gefährlich die Situation in seinem Heimatland ist. Die Gegenden, die als sicher und somit als Ansiedelziel für die Abgeschobenen definiert wurden, liegen in den kargen Bergregionen, aus denen die Bevölkerung sich schon seit Jahren auf den Weg in die Ebene macht, weil sich die Bedingungen, eine erträgliche Landwirtschaft zu betreiben, verschlechtert haben. Die großen Städte des Landes, das sich durch eine Vielzahl von Völkern auszeichnet, leiden unter dem Terror verschiedener islamistischer Terrorgruppen. Fanatisierte Kämpfer der Taliban und des „Islamischen Staates“ sind hier aktiv. Während das Auswärtige Amt dringend von Reisen nach Afghanistan abrät, hält das Innenministerium an seiner Devise fest.

Angst vor Abschiebung grassiert unter den Afghanen

Qasem Ebrahimi und Mohammad Heidary, dessen Bruder mit seinen Freunden den Abend auch musikalisch einläutete, berichteten von ihrem Leben in Deutschland und über ihre Flucht zu uns. Nun, nachdem sie unter mannigfaltigen Gefahren hier angekommen sind, lebt die Angst wieder auf. Diesmal die vor Abschiebung. Was diese Angst mit den Menschen macht, schilderte Pfarrer Joachim Schlecht vom Arbeitskreis Asyl Stuttgart aus seiner täglichen Beratungspraxis. Diese Angst können auch Rechtsanwältin Vera Kohlmeyer-Kaiser, die sich ehrenamtlich im Flüchtlingsrat Baden-Württemberg engagiert, und Dr. Caroline Gritschke von Amnesty International Stuttgart den Flüchtlingen nur bedingt nehmen. Die eigentlich im Steuerrecht beheimatete, engagierte Anwältin vertritt die zu uns Geflüchteten und versucht mit allen juristischen Mittel eine Abschiebung zu verhindern. In Einzelfällen gelingt ihr das. Sie hofft, dass die Abschiebepraxis geändert wird und sie mit ihrer „Kaugummitaktik“ (Hin- und Langziehen der Verfahren) den Menschen das Schicksal einer Abschiebung ersparen kann.

Alle anwesenden Politiker lehnen Abschiebungspraxis ab

Bernd Riexinger verurteilte die Abschiebepraxis der Bundesregierung. Auch der Bundestagskandidat der SPD, Dr. Michael Jantzer, sprach sich gegen die Abschiebepraxis aus. Er sah in dem immensen Druck, dem sich die etablierten Parteien durch die nach rechts verschobene Diskussion ausgesetzt sähen, einen Grund für diese unmenschliche Praxis. Und er prophezeite, dass die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen mit ihrer klaren Haltung gegen die Abschiebepraxis (sie hat sie ausgesetzt) die anstehende Landtagswahl klar für sich entscheiden wird. Er warb eindringlich dafür, gegen die rechtspopulistisch geprägte Debatte um Flucht klare Kante zu zeigen und plädierte dafür, menschlich zu handeln.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann steht in der Kritik

Erwartungsgemäß wurden vom Publikum die Antworten des Vertreters von Bündnis 90 / Die Grünen, Daniel Lede Abal, mit Spannung erwartet, hat sich doch Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht für einen Stopp der Abschiebepraxis ausgesprochen. Die baden-württembergische Landesregierung will weiter abschieben. Persönlich sei er, Daniel Lede Abal, gegen diese Praxis und könne nicht für die Regierung sprechen, höchsten für die Fraktion, denn er sei Landtagsabgeordneter, nicht Regierungsmitglied. Sehr sachlich konterte er den Angriff auf den Ministerpräsidenten: Warum dieser als Christ nicht von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch mache und die Abschiebepraxis aussetze? Kretschmann habe als Ministerpräsident im Gegensatz zur Kanzlerin keine Richtlinienkompetenz. Das verantwortliche Ressort ist das Innenministerium. Auch erläuterte er anschaulich die Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Ländern bei der Umsetzung der Entscheidung der Bundesregierung. Die Nervosität im Wahljahr war bei den Vertretern der Parteien zu spüren, die sich den drängenden Fragen aus dem Publikum stellen mussten. Da waren es wieder die Frauen vom Freundeskreis Neckarpark- Projektgruppe Begleitung, die das Mikrofon in der Hand hatten und die Fragen im Publikum aufmerksam an das Podium weitergaben und gemeinsam mit Elka Edelkott strukturierten.

Als die Diskussion begann, versuchten die Vertreter der SPD, der Grünen und der Linken auf die ausgebreiteten Informationen einzugehen und Licht in die Frage zu bringen, wie die Landespolitik auf die Vorgaben aus Berlin reagiert. Miteinander wird von afghanischen Geflüchteten und deutschen Engagierten für ein Ende der Abschiebungen plädiert, nach Auswegen für Abschiebegefährdete gesucht. Dass am Ende die einen entspannt nach Hause gehen können und die anderen sich weiter vor Abschiebungen fürchten müssen, kann an diesem Abend noch niemand ändern. Diese Arbeit muss weitergehen.

Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellen

Als erfreuliches Ergebnis an diesem Abend kann festgehalten werden, dass der Parteienstreit angesichts der menschlichen Tragödien, die sich in Einzelschicksalen darstellen lassen, an diesem Abend außen vor blieb und es einen breiten demokratischen Konsens für die Menschlichkeit gab.

Reporter: Regens Wagner und die Lebenshilfe Gunzenhausen organisierten Werkstatt

07.04.2017 at 12:49
Reporter unterwegs

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Nach zwei erfolgreichen Schreibwerkstätten bot das Gespann Regens Wagner / Lebenshilfe Gunzenhausen e. V. eine neue Kreativwerkstatt zum Thema Reporter an. Die Schreibwerkstatt wurde mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Schreibwerkstätten im Jahr 2015 verbunden und auf Freitag 24. / 25. März 2017 gelegt. Dabei diente die Vernissage am 24. März in der Schalterhalle der Stadtsparkasse Gunzenhausen gleich als erstes Betätigungsfeld.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden am Freitagnachmittag auf ihren „Einsatz“ vorbereitet. Zunächst erfolgte eine Einführung in die Grundfragen der Reportage. In vier Kleingruppen wurden die Vorbereitungen für die Materialsammlung vorbereitet. Für Tonaufnahmen standen zwei hochwertige Digitalaufnahmegeräte zur Verfügung. Die Fotoreporter wurden mit zwei Kameras vertraut gemacht. Eine Gruppe bereitete sich auf klassische Interviews vor, überlegte sich Fragen, besorgte sich Block und Bleistift. Die atmosphärische Erkundung wurde nicht vergessen. Das sollte durch Sammeln von Gegenständen erfolgen.

Bei der Vernissage am Freitagabend hatten die Werkstattteilnehmer alle Hände voll zu tun, um die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen. Dabei trafen sie auf freundliche Besucher, die ihnen ausführlich Antworten auf ihre Fragen gaben. Die Aktion war ansteckend: Am Samstag gab es einen neugierig gewordenen Besucher, der zum Workshop dazu stieß.

Im ersten Schritt wurde das mitgebrachte Material gesichtet, anschließend bewertet und sortiert. Anschließend wurde das ausgesuchte Material für die „Sonderausgabe“ einer Zeitung bearbeitet. Dies geschah mit kreativen Methoden wie Verfremdung von Bildmaterial durch Übermalen oder Collagieren, so dass am Ende das Rohmaterial für eine ansprechende Illustrierte zusammen gestellt war und eine Redaktionskonferenz die eigentliche Reportage absegnen konnte. Regens Wagner wird jedem Reporter ein Exemplar dieser bunten Zeitung zur Verfügung stellen.

Vernissage „Das Abenteuer beginnt im Kopf“

04.04.2017 at 15:29
Workshopleiter Michael Seehoff und Thomas Thill von der Lebenshilfe e. V. mit einem Teil der TeilnehmerInnen der Workshops vor ihren Werken.

Workshopleiter Michael Seehoff und Thomas Thill von der Lebenshilfe e. V. mit einem Teil der TeilnehmerInnen der Workshops vor ihren Werken. Foto: Michael Ploog

 

In der Schalterhalle der Stadtsparkasse Gunzenhausen ist auch nach Schalterschluss am Abend des 14. März 2017 Hochbetrieb. Dicht gedrängt sitzen die Gäste auf den bereitgestellten Stühlen und lauschen den Reden zur Eröffnung der Ausstellung „Das Abenteuer beginnt im Kopf“. Hier stellen Menschen mit und ohne Behinderung ihren kreativen Schaffensprozess einem breiten Publikum vor. In zwei Workshops haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Einrichtungen von Regens Wagner und der Lebenshilfe Gunzenhausen e. V. sich auf den Weg gemacht, mittels ihrer Phantasie die Welt neu zu betrachten. Am Ende der zweiteiligen Textwerkstatt standen Texte, Textschnipsel und Gedichte, die in einem weiteren Transformationsprozess auf Fahnen aufgeschrieben wurden und kalligrafisch ansprechend gestaltet wurden. Der Entstehungsprozess dieser Texte, von einfachen Schreibübungen, ausgehend von sinnlichen Erfahrungen über Mind Mapping und Clustertechnik bis hin zum fertigen Text, ist in der Ausstellung nachzuempfinden durch entsprechende Exponate.

Der Hausherr, Dieter Riehl, stellv. Vorstand Sparkasse, begrüßt im Namen der Sparkasse die Gäste. Thomas Thill, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe e. V., lobt das Engagement der Stadtsparkasse, die nicht nur ihre Räume zur Verfügung gestellt hat sondern die Ausstellung auch finanziell gesponsert hat.

Ein Prozess der Transformation

Michael Seehoff leitete die Schreibwerkstätten und stellt in seiner Rede die mehrfache Transformation der Arbeiten in den Mittelpunkt: erste Schreibübungen, Verdichtung und Überarbeitung des Geschriebenen und anschließend eine weitere künstlerische Transformation zu Plakattexten. Diese Transformation erfolgte vom Wort zur Darstellung. Er selbst fügt einen weiteren Umwandlungsprozess an, indem er, ausgehend von den Teilnehmertexten, diese in neuem Gewand vorstellt und so das Abenteuer im Kopf auch bei den Besuchern der Vernissage entstehen lässt.

In seinem Schlusswort schlägt Dr. Hubert Soyer, der Gesamtleiter der Einrichtungen Regens Wagner einen gewagten Bogen von dem Tun der Workshopteilnehmer zu Wolfgang Goethe und seinen Faust, ohne dabei ins Stolpern zu geraten.

Reporter unterwegs

Das Schreibabenteuer geht auch an diesem Abend weiter: Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gerade angelaufenen Workshops „Reporter“ mischen sich unter die Festgäste, führen Interviews mit Block und Bleistift, mit digitalen Aufnahmegeräten und fotografieren. Um „Atmosphäre“ einzusammeln, nehmen sie Kleinigkeiten mit. Sektkorken, Ausstellungsflyer und Servietten wandern in einen Stoffbeutel. Geldbeträge gingen der Sparkasse auf Nachfrage an diesem Abend nicht verlustig.

Noch bis zum 7. April können Besucher der Stadtsparkasse Gunzenhausen die Ausstellung besuchen und haben Gelegenheit, die Texte der Autoren und ihre Arbeitstechniken kennen zu lernen. Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtsparkasse zu sehen.